Monate: Juni 2014

Dobrudscha Bulgarien

Roadtrip durch die Dobrudscha Bulgariens

Wir sind in der Kornkammer Bulgariens. Und das sieht man. Seit einer Stunde durschneidet unsere Straße endlose Felder, auf denen Mais, Erdbeeren und Getreide wachsen. Kleine Gruppen von Bauern hacken unter der brennenden Sonne auf die Erde ein. Nur ein Kopftuch dient den Frauen als Schutz. Dass diese Region noch vor einer Woche unter Wasser stand und mit einer der schlimmsten Überschwemmungskatastrophen zu kämpfen hatte, sieht man kaum. Auch die Orte liegen an diesem Morgen verschlafen unter dem wolkenlosen Himmel. In der Luft liegt ein zarter Duft aus Rosen und anderen Blumen, die die Straßen in den Dörfern zieren. Fast meint man, hier im Nordosten Bulgariens an der rumänischen Grenze das Korrektiv zu den Bettenburgen von Goldstrand und Albena gefunden zu haben. Dass es die Ruhe vor dem Sturm sei, stört mich dabei nicht. Denn in vier Tagen werden Tausende Menschen auf der Klippe der Kalksteinkliffs von Kamen Bryag ihre Zelte aufschlagen und in den Sommer hineinfeiern. July Morning nennt man dieses bulgarische Hippie-Ritual. Dies sei noch ein schönes Überbleibsel aus dem Sozialismus, betont unser …

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Der Havelquelle entgegen – Paddeltour

Die Havel ist hier noch so schmal, so dass sie eher einem ausgewachsenen Bach gleicht. Aus dichtem Schilf biegt ein Boot in die Havel ein. Den kleinen Fließ, der zum Jamelsee führt, sieht man kaum. Wir steuern weiter geradeaus, links und rechts Wiesen und dann eine Holzbrücke, unter der ortsansässige Fischer ihre Holzboote parken. Wieder erscheint vor uns ein Schilffeld, das einen See ankündigt. Über den Jäthensee leiten grüne Tonnen. Man soll den kürzesten Weg hierüber finden, da anlegen nicht erlaubt ist. Diese Gegend steht unter Schutz. Hinter dem See paddelt man durch unaufgeregtes Gebiet. Links und rechts sprießen Grashalme und Blumen in den Himmel – dahinter liegen Wiesen und Felder. Will man den kleinen Ort Babke erkunden, hält man an der nächsten Brücke, über die die Straße in den Ort führt. Ca. 300 m sind’s von hier zur Anhöhe. Will man etwas essen oder sich erfrischen, dann paddelt man einfach noch ein paar hundert Meter weiter die Havel entlang. Sie wird immer enger, fast passen keine zwei Boote mehr aneinander vorbei, da sieht man …

Unterwegs in der Dobrudscha

Schwarzes Meer mit einer Prise schwarzem Humor

Die Vorfreude war nach der achtstündigen Fahrt in der spätsommerlichen Hitze quer durch Rumänien längst verflogen. Wir hätten es mit Siebenbürgen und Bukarest auch gut sein lassen können. Doch irgendwie hat sich seit meiner Schulzeit eine Gegend tief in mein Bewusstsein eingefräst. Ich konnte nicht nach Rumänien reisen, ohne das „Ende der Donau“ gesehen zu haben, dort, wo die Donau dreiarmig wird und sich in das Schwarze Meer ergießt. Der „Amazonas Europas“ – zumindest mit einer Spur östlicher Fantasie. Die letzten 100 Kilometer waren von besonderer Tristesse und Müdigkeit geprägt. Wer üppige Natur als Ankündigung des Naturhighlights ersehnt, bekommt osteuropäischen Ackerbau geboten. Kein Baum, der Schatten spenden könnte. Und in der Ferne blitzt kurz einmal das Meer auf und mit ihm die Hoffnung. Wie eine Fata Morgana erscheinen plötzlich die Hochhäuser, die sich gen Himmel strecken – Tulcea, unser Ziel. Wir checken so geschwind in den nächsten rumänischen Hotelkomplex ein, wie ich sonst vor solchen Gebäuden reiß aus nehme. Es soll ja nur für eine Nacht sein, denn unser wahres Ziel liegt weiter östlich – …

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Rio im Fussballfieber – ein Chilene sieht rot

Lateinamerikaner sind echte Fussball-Fans. Wenn einmal der Ball rollt, ist keiner mehr zu halten. So versicherte man mir erst kürzlich, als ich durch Honduras reiste, das Land würde still stehen, wenn endlich seine Equipo auf dem Platz in Brasilien stehen würde. Ähnlich fußballbegeistert ist auch unser lieber puriy-Außenreporter aus Chile. Letztendlich war es auch das Sommermärchen 2006 in Deutschland, das für ihn den Anlass zum Umzug nach Berlin gab. Und nun rollt wieder der Ball – und das sogar in Südamerika. Dieses Mal ist Chile dabei. Das ist förmlich ein Heimspiel, sagt unser selbstbewusster Chilene während er seinen Koffer packt, um die Spiele in der Hammergruppe – Chile, Spanien, Holland, Australien – vor Ort zu begleiten. Und pünktlich zum Spiel der beiden Rojas (Chile gegen Spanien) taucht er im Estádio do Maracanã auf und drückt seiner chilenischen Roja – heute in weiß – die Daumen.     Das Chilenen kampfesbereit sind, auch ohne Eintrittskarte in das Stadion einzudringen, diese Nachricht erreichte uns noch vor Anpfiff. Ca. 100 Fans stürmten das Pressezentrum des Stadions aus Frust, keine …

Freitag der 13. oder irgendwie kommen wir schon nach Galinhos

Nach über fünf Wochen an einem Ort flüsterte uns die INTI eines nachts: Leute, macht die Leinen los, ich muss mich wieder bewegen! Ihr Ruf wurde von Smutje und Capitana mit offenen Ohren begrüsst, schnell war ein Plan da. Am Freitag, den 13. war es dann soweit. Dazu muss gesagt werden, dass es unter Seefahrern…

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In der Wechselzone beim Thomas Cook Ironman 70.3 Mallorca 2014

Mallorca die Zweite: Ironman 70.3 vom Seitenrand

Als Andreas Raelert nach 1,8 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen im Ziel sein Startnummernband mit der Nummer 1 dem  Sieger Andreas Dreitz umlegt und damit der Leistung des Siegers Respekt zollt, spüre ich die Magie der Triathlonfamilie. Im Wettkampf harte Konkurrenz um die Top-Platzierung und nach dem Zielspurt wird die Leistung des Gegners mit einer Umarmung anerkannt. Hier stand ich nun zum zweiten Mal in meinem Leben auf Mallorca. Bei meinem ersten Besuch vor knapp zwei Monaten erkundete die Insel mit Rad. Diesmal durfte ich den Thomas Cook Ironman 70.3 in Alcudia erleben.  Mit 3.500 Teilnehmern ein Weltrekord und somit der größte 70.3 Triathlon. Vor dem Rennen, die Spannung ist zu spüren Drei Tage im Zeichen des Triathlons, doch diesmal von der Seitenlinie. Natürlich war die innere Aufregung trotzdem groß und der Kopf wollte sowieso gern starten. Gleich am ersten Tag traf ich auf Micheal Realert, neben dem ich vor einigen Jahren beim Volkstriathlon in Waren gestartet war und mich gut 150 Meter an seine Fußspitzen heften konnte.  Was für ihn …

Palmen bei Salento

Kolumbien – Auf den Spuren des Fußballs (Teil4)

Diesmal stehen zwei Spiele auf dem Programm. Achtelfinale der Copa Sudamericana zwischen Itagüí (COL) und  Club Libertad (PAR) sowie als zweites Spiel Deportes Quindío vs. Boyacá Chicó. Das Titelbild entstand in der Nähe von Salento in der „zona cafetera“. Der einzig andere verbliebene kolumbianische Vertreter im Achtelfinale der Copa Sudamericana waren dankenswerterweise die Goldenen Adler (Águilas Doradas) aus Itagüí, einem Vorort Medellíns, sodass es ein Leichtes war, die beiden Spiele des Kontinentalwettbewerbs zu kombinieren. Spiel1: Itagüí (COL) vs. Club Libertad (PAR) Ergebnis: 1:0 Stadion: Estadio Polideportivo Sur, Envigado Zuschauer: 2.000 Zuschauer Liga: Copa Sudamericana, Viertelfinale (Rückspiel) Spieltag: 07.11.2013 Da der eigene Platz wohl nicht den Anforderungen des Kontinentalverbandes Conmebol gerecht wird, wurde im Nachbarort Envigado gespielt, das einen weiteren Erstligaverein im Süden der Metropole stellt. Mit der Metro angereist, war der bescheidene Ground nach 20 Minuten Fußmarsch erreicht. Das Stadion besteht lediglich aus einer überdachten Tribüne mit Betonstufen ohne Sitzen sowie zwei Stehplatzbereichen, die sich gerademal über ein Drittel der beiden Hintertorseiten erstrecken. Der Eintritt für die Stehplatzbereiche war heute frei. Für die Tribünenkarte musste der Gegenwert von immerhin 4,50 Euro hingeblättert werden, …

Copacabana

Copacabana und der Platz an der Sonne

Geschafft, wir sind an unserem Ziel. Einmal Copacabana! Natürlich zieht es uns nach einer langen Busfahrt gleich an den Strand, tauchen dort unsere Füße unter atemberaubender Kulisse in das türkisfarbene Wasser ein. Der Sand kitzelt ein wenig unter den Füßen. Halt! Ich schreie laut auf. Irgendetwas ist hier falsch! Das 12 Grad kalte Wasser schmerzt. Der Traum von Copacabana kann 2700 km östlich besser geträumt werden. Dort, wo gerade die Sonne gefühlt 24 Stunden vom Himmel platzt, in Brasilien. Doch wir sind im Norden Boliviens. Anstatt den Blick auf den Zuckerhut genießen wir die bezaubernde Bergkulisse der Anden, statt Meeresbrise schnappen wir auf knapp 4000 Metern noch immer nach Luft. Und dann ist da der Regen, der uns seit Tagen begleitet. Die Fahrt von Puno (Peru) nach Copacabana gibt schon einen wunderbaren Vorgeschmack auf das, was uns in der Kleinstadt erwartet. Die Straße windet sich entlang am schier endlos wirkenden See, führt vorbei an Buchten, die zum Baden einladen. Doch das wäre ein sehr kühles Unterfangen. Die tief liegenden Wolken spiegeln sich im klaren Wasser des …

Theoderich_Mausoleum

Ravenna inside – Acht Gründe, die Stadt zu besuchen

Ich weiss unverschämt wenig über diese norditalienische Stadt, die sich alles andere als von der dunklen, gar schwarzen „Raben“-Seite zeigt. Dieses Ravenna, eben deutsch Raben genannt, erstrahlt im Abend- wie im Morgenlicht, als wollte es dem Aufblühen der Natur Konkurrenz machen, als ich es im April besuchte. All das, was man mit Ravenna verbindet, ist mir noch dunkel aus der Schulzeit bekannt. Mein Gedächtnis hat bereits die meisten Fakten aussortiert. Dabei spielte sich hier einst große Geschichte ab. Caesar zog von Ravenna aus über den Rubikon in den Bürgerkrieg mit Pompeijus. Seine Blüte erreichte die Stadt als die weströmischen Kaiser in der Spätantike ihren Regierungsitz dorthin verlegten. Politisch und kulturell blühte Ravenna jedoch besonders unter den Goten auf. Der germanische Heerführer Odoaker wurde 493 n.Chr. vom Ostgotenherrscher Theoderich dem Großen in der Rabenschlacht vernichtend geschlagen und eigenhändig getötet. Theoderich errichtete darauf das Ostgotenreich und hatte in Ravenna seinen Hof. Um 520 ließ Theoderich sein zukünftiges Mausoleum auf dem Friedhof der Goten-Vorstadt errichten. Dieses zählt wie sieben weitere frühchristliche und byzantinische Monumente aus dem 5. und 6. Jahrhundert, dem „Golden Age …