Jahr: 2017

Segnaspass, Graubünden

Allein in den Bergen in Graubünden – meine Wanderung auf dem Sardona-Welterbe-Weg

„Nur noch wenige Meter, dann hast Du es geschafft. Bei schönem Wetter kann es einem nur gut gehen!“ ruft die Wirtin der Segnespass Mountain Lodge der abgekämpften Wanderin zu, die noch den letzten steilen Abschnitt auf Geröll bewältigen muss, bevor sie sich auf der Terrasse mit dem Blick über die Tschinglen Alp ausruhen kann. Die Wirtin dreht sich dann zu uns um und meint: „Du kannst den Weg noch so oft hochgehen, er tut immer wieder weh.“ Zufrieden nippe ich an meinem Kaffee, den ich mir in allen Lebenslagen gönne. Nur wenige Minuten zuvor habe ich mich an der Tschinglen Alp und der Brünschegg abgearbeitet. Immer die Tschingelhörner und das Martinsloch mit der feinen, aber deutlichen Linie der Glarner Hauptüberschiebung vor mir, ging ich den Aufstieg zu ehrgeizig an. Schnell erreichte ich den Punkt, an dem sich das Hirn ausschaltet, um alle Kräfte in die Beine zu entsenden. So gern ich das Wandern zum Nachdenken nutze, so merkte ich, dass dies erst nach der Passüberschreitung gelingen konnte, als der Automatismus auf den Beinen wich und …

Kasan

Kasan – ein Streifzug durch die dritte Hauptstadt Russlands

Vor dem geöffneten Kofferraum stehen ein paar Frauen auf den wackeligen Absätzen ihrer High Heels. Sie essen noch schnell ein paar Happen, bevor sie in ihren festlichen Kleidern den Hügel hinauf eilen. Das goldene Gebäude, das schon von Weitem glänzt, ist Ziel vieler Paare, die hier den Bund fürs Leben eingehen. 70 Ehen werden heute im Hochzeitspalast geschlossen, meint der Herr an der Eingangstür. Es ist Samstag und da ist nun einmal viel los. Touristen mischen sich unter die Hochzeitsgäste auf dem Weg auf das 32 m hoch gelegene Standesamt. Auf dem Dach befindet sich eine Aussichtsfläche über zwei Etagen mit Blick über die Altstadt und den Kreml. Eine schöne Kulisse, nicht nur für Hochzeitsfotos. Ich bin nicht irgendwo in Russland, sondern in der „dritten Hauptstadt des Landes“ – womit Kasan wirbt. Doch anders als Moskau und Sankt Petersburg ist Kasan im Ausland wenig bekannt. Und auch von der autonomen Republik Tatarstan haben die meisten kein konkretes Bild. Kasans ehemaliger Glanz Dabei steckt in diesem Ort durchaus viel Geschichte. Kasan wurde einst von Wolgabulgaren gegründet und war …

Iorana Tuamotus

Nach über drei Monaten verlassen wir die schönen Tuamotus und segeln ins Zentrum von Französisch-Polynesien, zu den Gesellschaftsinseln. Wir werden begrüsst von Walen, saftiger Natur, dem unglaublichen Charme der Einheimischen und vielen Seglerfreunden.

Costa-Rica, Tenorio Volcano National Park, Rio Celeste

Rio Celeste: Wandern an Costa Ricas blauem Fluss

Kolibris flattern vor der Trinkstelle im Garten auf einer Stelle. Im Baumgeäst ruht ein Faultier. Aus dem grünen Dickicht brüllt es aus der Ferne. Wir sind in dem kleinen Ort Bijagua, der sich nur 15 km vom Parkeingang des Parque Nacional Volcano Tenorio und zwischen den Ausläufern der inaktiven Vulkane Miravalles und Tenorio befindet. Zehn Minuten bleiben mir, um meinen Rucksack im Zimmer zu verstauen, bevor wir  uns auf einen kurzen Spaziergang über das Gelände der Tenorio Lodge zu begeben. Ich ziehe die Vorhänge beiseite und lasse mich aufs Bett fallen. Es braucht keine Bewegung in diesem Moment, um Natur zu entdecken. Die Natur ist da, umgibt mich hinter der Glasscheibe und dem offenen Gitternetzfenster. Einen Moment innehalten. Während vor mir Wolken und Nebel die Berge umspielen und die Natur sich ihr prächtigstes Grün übergezogen hat, frage ich mich, wie ich es eigentlich in der Stadt noch aushalte. Was manchen das Meerblau ist, ist für mich das Grün. Je dichter und kräftiger mich das Blattwerk einhüllt, desto tiefer atme ich durch. Der Sound der Natur begleitet meine Nächte. Kurz vor …

Brandenburg, Uckermark, Boitzenburg

Seen der Uckermark

Wenn man mich derzeit fragt, was ich am Wochenende so mache, erwidere ich häufig: „Ihr findet mich in der Uckermark.“ Was mir in den letzten Jahren die Mecklenburger Seenplatte (und das beschauliche Dörfchen mit dem süßen Namen Kakeldütt) war, ist mir nun wieder das Gebiet zwischen Prenzlau, Fürstenberg, Zehdenick und Templin. Die Uckermark ist inzwischen zum (Zweit-)Wohnsitz vieler Berliner avanciert und so verwundern auch nicht die vielen B-Autokennzeichen auf den Straßen und Hinterhöfen. Manch ein Uckermärker ruft uns schon zu, dass hier die „Buletten“ alles wegkaufen. Knapp 600 Seen locken die Großstädter in die eiszeitlich geprägte Jungmoränenlandschaft, die alles andere als langweilig und monoton daherkommt. Schroff, wild und doch wunderschön, zieht sie viele Naturliebhaber aller Altersgruppen in den Bann. Wenn ich durch duftende Wiesen spaziere und auf holprigen Feld- und Waldwegen entlangfahre, die fast immer irgendwo etwas Unentdecktes preisgeben, wähne ich mich sofort auf einer kleinen Reise. Die Großstadt ist dann weit weg. Den Entdeckerdrang kann man in der Uckermark wunderbar ausleben. Wer träumt am Ende eines Ausflugstages nicht von einem Haus am See? Vielleicht ist es auch ein bisschen Nostalgie, die in …

Inselhopping im Paradies

Immer noch schlendert die langsame Inticrew durch die unglaublich schöne Inselwelt der Tuamotus. Wir können uns garnicht sattsehen an diesen kleinen, paradiesischen Atollen mit ihren freundlichen Menschen, allerdings haben wir etwas beschleunigt und in den letzten zwei Wochen nicht nur eine sondern ganze vier Inseln besucht. Auf den ersten Blick ähneln sich die Inseln zwar mit ihren palmengesäumten Aussenriffen, der tiefblauen Lagune und dem kleinen Dörfchen am Pass, doch ist man einmal da sind sie alle einzigartig.

In eigener Sache…

Wir habe die letzten Tage das langsame Internet dazu genutzt, um ein paar Verbesserungen auf unserer Internetseite vorzunehmen. Wir wurden darauf hingewiesen, dass Leute gerne Spenden würden, aber keinen Paypal Account besitzen. Wir haben daher eine Spendenseite eingerichtet auf der jetzt auch eine normale Bankverbindung zur Verfügung steht. An dieser Stelle nochmal vielen Dank für all die…

San Cristóbal

San Cristóbal – Freude und Melancholie in der Sierra Madre de Chiapas

Unser Bus schiebt sich in der einsetzenden Dämmerung in einer Autokolonne stadteinwärts nach San Cristóbal. In den Pfützen spiegeln sich die Lichter der Straßenstände und Autos wider. Als ich in die Avenida Insurgentes trete, ist da kein Taxifahrer, der sich für uns interessiert. Stattdessen hat der Regen die Straße in eine Schlammpiste verwandelt, durch die sich kein Fahrzeug mehr zu fahren traut. Kaffeeduft legt sich in die nassen Straßen, deren farbige Häuserfassaden mit Ziegeldächern gleich ein heimeliges Gefühl hinterlassen. Kaffee lässt mich immer ankommen, gerade nach einer langen Busfahrt. Und hier scheint die erste Adresse mexikanischer Kaffeekultur zu sein. Das ist die beste Voraussetzung, um zu bleiben. Anreise von Palenque, wenn es mal wieder länger dauert Wir waren morgens planlos zum Busbahnhof von Palenque gefahren, in der Hoffnung, irgendwann einen Bus nach San Cristóbal zu bekommen. Als wir dann an den Ticketschalter traten, sahen wir aus dem Augenwinkel, dass nur drei Minuten später ein Bus nach San Cristobal abfahren würde und genau zu diesem spurteten wir flink. Es ging gleich los, die Filmbeschallung lief sofort …

Donaudelta, Sulina

Meine Reise ins Donaudelta im TV

Mitte Juni war ich eine Woche mit einem Filmteam vom MDR an der rumänischen Schwarzmeerküste unterwegs. Das Ergebnis der Dreharbeiten ist der 15 minütige Beitrag „Urlaub im Wilden Osten – Das rumänische Donaudelta„, der am 15. Juli 2017 um 18.00 Uhr im MDR gesendet wurde. Aktuell findet Ihr ihn in der Mediathek. Meine Eindrücke speziell von dem Dreh im Donaudelta habe ich bereits im Beitrag Donaudelta – eine Bootsfahrt ins Vergessen niedergeschrieben.