Autor: Mad B

San Cristóbal

San Cristóbal – Freude und Melancholie in der Sierra Madre de Chiapas

Unser Bus schiebt sich in der einsetzenden Dämmerung in einer Autokolonne stadteinwärts nach San Cristóbal. In den Pfützen spiegeln sich die Lichter der Straßenstände und Autos wider. Als ich in die Avenida Insurgentes trete, ist da kein Taxifahrer, der sich für uns interessiert. Stattdessen hat der Regen die Straße in eine Schlammpiste verwandelt, durch die sich kein Fahrzeug mehr zu fahren traut. Kaffeeduft legt sich in die nassen Straßen, deren farbige Häuserfassaden mit Ziegeldächern gleich ein heimeliges Gefühl hinterlassen. Kaffee lässt mich immer ankommen, gerade nach einer langen Busfahrt. Und hier scheint die erste Adresse mexikanischer Kaffeekultur zu sein. Das ist die beste Voraussetzung, um zu bleiben. Anreise von Palenque, wenn es mal wieder länger dauert Wir waren morgens planlos zum Busbahnhof von Palenque gefahren, in der Hoffnung, irgendwann einen Bus nach San Cristóbal zu bekommen. Als wir dann an den Ticketschalter traten, sahen wir aus dem Augenwinkel, dass nur drei Minuten später ein Bus nach San Cristobal abfahren würde und genau zu diesem spurteten wir flink. Es ging gleich los, die Filmbeschallung lief sofort …

Donaudelta, Sulina

Meine Reise ins Donaudelta im TV

Mitte Juni war ich eine Woche mit einem Filmteam vom MDR an der rumänischen Schwarzmeerküste unterwegs. Das Ergebnis der Dreharbeiten ist der 15 minütige Beitrag „Urlaub im Wilden Osten – Das rumänische Donaudelta„, der am 15. Juli 2017 um 18.00 Uhr im MDR gesendet wurde. Aktuell findet Ihr ihn in der Mediathek. Meine Eindrücke speziell von dem Dreh im Donaudelta habe ich bereits im Beitrag Donaudelta – eine Bootsfahrt ins Vergessen niedergeschrieben.

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puriy zu Gast bei…

Wir Puriysten machen uns häufig auf die Reise und berichten auf puriy von den Erlebnissen, Begegnungen und Geschichten von unterwegs. Hin und wieder gehen wir aber auch fremd und teilen unseren Reisespaß auf anderen wunderbaren Reiseblogs oder Webseiten. Damit ich und Ihr nicht den Überblick verliert, sammle ich heute mal, wo Ihr puriy noch so finden könnt: Autorin bei Web.de gmx.net 1&1 Travellers Insight Neckermann Condor Blog Beach-Inspector Interviews Interview bei TRAVELBOOK BlogStars Interview bei Liligo Interview auf ichreise.at Interview auf Looping Visiting Locals bei individualicious Interview bei Breitengrad53 Interview bei Thoringi Interview bei Weltreisejunkies Interview bei Andrea Schelbert unter Freaky Friday Berichte La Graciosa – die unterschätzte achte Kanareninsel auf Travelbook Beautiful Galapagos auf Gulliver Expedition Blog Gastbeitrag „Der Geschmack des Amazonas“ auf Reisedepeschen Im Sommer geht’s an die Ostsee Reisenostalgie – über eine meiner ersten Reiseerinnerungen auf Heimatherz Gastbeitrag „Pisco S(o)ur – eine Reise ins Ungewisse im Reise“ bei Littlemissitchyfeet  Mein liebster Platz am oder auf dem Meer bei Meerblog Gastbeitrag “Die Welt in meinem Kiez“ bei Travel on Toast  Gastbeitrag Langzeiturlaub: 7 Tipps um länger zu …

Berliner Platte Marzahn

Berliner Platte – 8 Tage Marzahn

Nicht schön, aber praktisch. So ist die Welt der Berliner Plattenbauten. Besonders im Kampf gegen den Wohnungsnotstand im Nachkriegsdeutschland waren sie häufig eine Lösung. Doch bieten sie auch ein wunderbares Bild an Konformität – manch einer spricht von einer abstrakten, tristen und seelenlosen Architektur. Was einst in der DDR aufgrund seiner niedrigen Miete und seines Komforts sehr begehrt war, ist heute oft Zentrum sozialer Probleme. Von diesen weiss meine Schwester regelmäßig in ihren Anekdoten aus dem Arbeitsalltag einer Sozialpädagogin in diesem Einsatzgebiet zu berichten. Ja, spricht man von Berlin, hat man meist das Zentrum vor Augen. Die Weltstadt, zu der sich Berlin in den letzten Jahren gemausert hat, hört für viele im Osten an den Grenzen Prenzlauer Berg und Friedrichshain auf. Und zugeben, was soll man eigentlich auch da draußen hinterm Eastgate? Bis zum 15. Oktober lockt die IGA 2017 unter dem Motto „Ein MEHR aus Farben“ zu einem erlebnisreichen und überraschenden Festival schönster internationaler Gartenkunst und grüner urbaner Lebenskultur nach Marzahn. Und auch sonst lohnt ein Besuch der Gärten der Welt, von Wuhletal und Kienbergpark mit Kienberg und der Kienbergpromenade in Marzahn …

Geburtstag puriy

puriy wird 5

„Vor fünf Jahren wurdest Du geboren – am Ostseestrand von Thiessow. Du warst so quasi eine Wassergeburt. Während wir uns in den Wellen treiben ließen, dachten wir an unsere vergangenen Reisen und plötzlich war sie da, die Idee! Und nun blicke ich zurück und denke, Mensch, das Kind ist ja schon ganz schön groß geworden. Und irgendwie ist das Kind auch ganz anders geworden als ich es mir ursprünglich dachte. Aus einem Jungen wurde plötzlich ein Mädchen oder so ähnlich… Aber was dann?“ Der Ideengeber Häufig, wenn ich mich mit Freunden traf, ging es um unsere Reisen. Wunderbare Geschichten wurden ausgetauscht und so dachten wir an ein Buch, das ein paar dieser Stories abbilden sollte. Noch vom Strand aus wurden die Freunde angesimst. Das Feedback war von „ah, schöne Idee“ über „oh, das ist ja Arbeit“ bis Schweigen. In den nächsten Wochen kamen die ersten Einreichungen und auch die Gestaltung des Logos und des Namens wurde demokratisch im Autorenkollektiv entschieden. Und mit dem Projekt wuchs immer mehr die Idee, nicht nur etwas Greifbares in den Händen zu …

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Donaudelta – eine Bootsfahrt ins Vergessen

Hinter uns zieht die Sonne einen rosaroten Streifen über den Horizont der Donau. Pferde grasen am Ufer des Flussarms. Es ist spät, als wir Letea verlassen. Zu spät eigentlich. Doch der Drehschluss hatte sich hinausgezögert und das Abendessen stand im verschlafenen Ort auch schon bereit. Also blieben wir noch eine Weile, bis uns die untergehende Sonne zum Aufbruch animierte. Ein Storch flattert mit Stöckchen im Schnabel über unsere Köpfe hinweg. Kaum ein Mast, der hier im Donaudelta nicht ein Storchennest trägt. Teddy, unser Fixer, Stringer oder wie auch immer man diesen Location- und Personenscoutjob beim Film sonst noch alles nennt, erzählt mir einen Storchenwitz, der mit der Pointe endet, dass der Vater seinem Sohn mitteilt, er wüsste nicht, dass er je Sex mit einem Storch gehabt hätte, als sein Sohn meinte, Kinder würden vom Storch gebracht. Überhaupt mag es Teddy, der mein dreifaches Gewicht auf die Waage bringt, eher derb und deftig. Damit kann ich gut umgehen, aber weniger mit seinen Ausflügen in Kriegsfeldzüge und mit den Zitaten seines verehrten Generalfeldmarschalls und Wüstenfuchs Rommel. Dieser Geschichtsstoff …

Krummer Wald

Von krummen Wäldern in Polen und einsamen Dörfern und Seen in der Uckermark

„Ich wollte doch nur an einen See.“ Und dann stand ich im Garten eines einstigen Gutshauses, dem gerade wieder etwas Leben eingehaucht wird. Gegenüber liegt ein verlassener Kornspeicher, den sich die Natur gerade zurückerobert und vor mir ein verwunschener See. Manche Orte entdeckt man zufällig. Dieser war, als wir auf der Terrasse des Rosencafés in Radekow saßen, der einzige blaue Fleck auf der Landkarte, der uns Abkühlung vor der Hitze versprach. Überhaupt suche ich häufig nach dem Blauen auf der Landkarte und entdecke dann das Grüne und Braune drum herum. Ein Schloss-See hieß es, soll es sein. Nur wenige Minuten später befinden wir uns auf der knorrigen Allee, die direkt in das etwas verlassen anmutende Örtchen Damitzow führt. Von verlassenen Dörfern in der Uckermark Gleich am Ortseingang wartet auch schon die sehnsüchtig erhoffte Badestelle mit einem kleinen Parkplatz. Doch irgendetwas zieht mich weiter in den Ort hinein. Vom Dorfteich höre ich das Quaken der Frösche und Kröten, aus den Bäumen zwitschert es und so ganz kann ich mich nicht entscheiden, welchen Eindruck ich von diesem …

Pazifik

Mit Surfbrett und Kajak an der Pazifikküste von Costa Rica

Meine Lider arbeiten gegen die Schwere an, die sich in den letzten 29 Stunden meiner Anreise wie Blei über meinen Körper gezogen hat. Doch genau jetzt will ich wach sein. Es sind erst sieben Wochen vergangen, als ich stundenlang in den rauen Pazifik schaute und mich an den tosenden Wellen erfreute, nicht ahnend, dass ich schon bald wieder dem Klang seiner rauschenden Wassermassen lauschen würde. Und nun erscheint das tiefe Blau des Ozeans unter mir, das in das türkisfarben auf dem dunklen Sand ausläuft. Geräuschlos und sanft bewegt sich das Meer rhythmisch unter mir. Das Motorengeräusch mag musikalisch nicht ganz zu dem passen, was sich mir bei meinem Blick durch die kleine, zerkratzte Scheibe der Air-Natura-Maschine bietet. Ankunft in Nosara – unter uns das Meer Als plötzlich kleine farbige Punkte im Wasser auftauchen, weiß ich, dass wir endlich da sind. Surfer paddeln eifrig durch das Wasser und sind der Wegweiser zu unserem Ziel. Dieses liegt auf der Nicoya Halbinsel, die ich vor 15 Jahren das letzte Mal besuchte. Mein damaliger Badeort, Tamarindo, soll inzwischen gut besucht sein sich vom …

Strausberger Platz

Unter mir wohnt Karl Marx

Ein sanftes Grundrauschen anfahrender Autos tönt durch die gut abgedichtete Fensterscheibe hinauf in meine Wohnung. Es ist ein sonniger Morgen, an dem man jeden Sonnenstrahl einfangen und die frische Luft in das vom Winter gezeichnete Gemäuer hineinlassen möchte. Ich öffne das Fenster und lausche dem Plätschern des Springbrunnens, der sich unter die Geräuschkulisse mischt. Imposant tosen 43 Wasserfontänen aus dem „Schwebenden Ring“. Die mittlere Wassersäule sprudelt fast 18 m hoch in den blauen Himmel. Es gibt schlechtere Ausblicke, denke ich mir, während das Plätschern den restlichen Lärm fast wegdrückt. Der ewige Kreis Ein halbes Jahr schaue ich nun fast jeden Morgen hinunter auf die haltenden Autos und Radler. An manchen Tagen versuchten junge Leute mit Akrobatik und Jonglieren die Wartezeit derer zu verkürzen. Autofahrer mögen das Unerwartete. So war es nicht verwunderlich, dass der Handstand Geld einbrachte, jonglierende Bälle und Keulen jedoch nichts. Dichte und Modetrends der Radfahrer ändern sich mit der Jahreszeit. Quietschgelbe Warnwesten und Helme haben vor allem in den dunklen Monaten Hochkonjunktur. Mit den wärmenden Sonnenstrahlen mehren sich die Radler an der Ampel. …

San Agustillenio

San Agustinillo – Menschen, die auf’s Meer starren

Rote Flaggen wehen im Wind, als ich an diesem Morgen durch den kühlen Sand an das Meer trete. Surfbretter lehnen an den Holzstämmen, die die Sonnenüberdachung stützen. Doch sie wollen erst später am Tag eingesetzt werden. Links und rechts begrenzen Felsen die Bucht von San Agustinillo. Sanft werden sie vom grau-blauen Wasser umspielt. Wellen tösen in der Brandung. In diesem kurzen Moment des Morgens gibt es nur mich, den Strand und das Meer. Als nur wenige Augenblicke später im Osten die Sonne den Himmel orange färbt, finden sich weitere Touristen am Strand ein, um zu meditieren, Yoga zu machen, zu laufen oder zu spazieren.   Nur eine Nacht trennt das quirlige Stadtleben Oaxacas vom Meeresrauschen des Pazifiks. Mein Bus windete sich rasant durch die Dunkelheit in der Sierra, die hin und wieder von der zaghaften Beleuchtung einiger Behausungen und Siedlungen am Wegesrand durchbrochen wurde. Wie eine leuchtende halbierte Orangenschale lag der Mond im Himmel und wich nicht von meiner Seite. Dann schüttete der Bus eine Handvoll Passagiere in der Kleinstadt Pochutlo aus. Der Busbahnhof war nicht einmal beleuchtet. Silhouetten …