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Bildband Meeresrauschen

Meeresrauschen: Vom Glück, am Wasser zu sein

„Wer das Meerweh stillen  will, muss gar nicht weit fahren, denn in Europa gibt es gleich vier Meere: Ostsee, Nordsee, Atlantik und Mittelmeer,“ heißt es gleich im Vorwort des Bildbands „Meeresrauschen: Vom Glück, am Wasser zu sein“, der im Oktober 2017 im DUMONT REISEVERLAG erschienen ist. Dieser umfasst auf 272 Seiten 35 bebilderte Kurzepisoden bekannter Reiseschriftsteller und Blogger. Was die Geschichten eint, ist die Sehnsucht und das Gefühl der Freiheit, die das Meer in Menschen hervorruft. Diese findet der Leser gepaart mit wunderschönen Naturbeschreibungen, die als Reiseinspiration dienen oder auch Déjà-Vus erzeugen. Ergänzt werden die Geschichten mit Tipps der Autoren für eigene Entdeckungen vor Ort. Dazwischen werden Denkpausen geboten, die einladen, sich einfach mal ans Meer zu träumen und dem Meeresrauschen zu lauschen. Doch auch Interviews, Infotexte und sogar ein „Meeres- ABC“ findet man in diesem Bildband. Im Kapitel „10 Fragen“ kommen beispielsweise ein Flaschenpost- oder eine Algenexpertin zu Wort. Das Kapitel „Sachen machen“, gibt einen Einblick in außergewöhnliche Aktivitäten im, am und auf dem Wasser. Der Bildband ist in die vier Kapitel Ostsee, Nordsee, Atlantik und Mittelmeer unterteilt. Eingeführt werden die Kapitel mit einer gemalten Landkarte …

Teheran, Iran

Teheran – Aller Anfang ist schwer

Durch meine verklebten Lider erblicke ich schemenhaft eine Frau in einer modischen hellblauen Tunika. Sie trägt ein lässig übergeschwungenes Kopftuch. Erschrocken schaue ich auf den Bildschirm, dort steht vor dem kleinen Flieger das Wort „Teheran“. Ich muss eingenickt sein, denke ich mir. Hinter der Fensterscheibe schiebt sich am Horizont ein oranger Streifen in den nächtlichen Himmel. Aus der lockeren Wolkenschicht ragen Gipfel heraus. Mein Flieger befindet sich kurz darauf im Landeanflug. Die monotone beige-braune Fläche unter mir nimmt Gestalt an. Das Undefinierbare wird zur Wüstenlandschaft, wird zu einem Land – Iran. Ankunft in Teheran Und dann bin ich da. Die Uhrzeiger werden schnell um 2,5 Stunden nach vorn gedreht, so dass die Dämmerung auch einen Sinn ergibt. Ich bin die Erste, die aufgrund ihres Premium Economy Platzes von Bord der Germania-Maschine geht. Auf meinem Weg zur Visastelle ruft mir eine junge Dame von einer Versicherungsfirma zu, ob ich versichert sei. Ich nicke hastig. Doch sie bleibt hartnäckig, hakt nach, es geht um eine Reise- und nicht um eine Krankenversicherung. Nun hat sie mich. Nach einer durchgemachten Nacht könnte man mir wohl alles verkaufen, denke …

Antarktis

Antarktis – Tipps für eine Reise ins Eis mit der MS Midnatsol

Das Finanzamt kennt die Berufsbezeichnung „Abenteurer“ nicht. Mit diesem Satz bringt mich Arved Fuchs, der deutsche Polarexperte, Abenteurer und Publizist, wie ihn übrigens auch das Finanzamt führt, zum Schmunzeln und zugleich zum Nachdenken. Für uns alle ist die Antarktis auf dem bequemen Expeditions- und Kreuzfahrtschiff MS Midnatsol ein „kleines Abenteuer“. Abenteuerlich ist die Destination und sind die Bedingungen, die dort vorherrschen. Abenteuerlich ist auch, dass es sich mit der Antarktis um einen unbewohnten Ort handelt, auf den niemand einen Anspruch hat. Und ja, die Antarktis kennt keine Menschen, wir sind alle nur Besucher. Wie oft auf Reisen, ist es nicht nur das Ziel selbst, das mich begeistert, sondern auch das große Kopfkino, das, was das Gesehene, die Bilder, mit einem macht. Die Gedanken während und nach der Reise, sind nicht minder prägend. Viele Gedanken entstehen allein daraus, aber auch aus dem Austausch mit anderen Reisenden und den Vorträgen. „Das Abenteuer beginnt im Kopf, da muss die Bereitschaft vorhanden sein, aufzubrechen.“ Immer wieder betont Arved Fuchs, den unbedingten Willen, Grenzen zu sprengen, äußere und vor allem …

Atins

Atins und die Elemente der Natur

Meine Fußsohlen brennen, als ich in der Mittagszeit durch die Straßen von Atins spaziere. Die Erkundung des Ortes war wohl um diese Zeit keine gute Idee, soll ich schnell bemerken. Kaum ein anderer stapft bei diesen Temperaturen durch den Sand, und damit meine ich nicht die Lufttemperatur. Ich springe von Schatten zu Schatten, eiere über die heißen Sandkörner, die sich wie glühende Kohlen unter auf meinen Fußsohlen anfühlen. Wer sich mittags durch Atins bewegen will, tut dies mit Quad. In Atins lerne ich mich zu bändigen. Sand und Hitze führen mich zurück zur Langsamkeit. Vom Gestalter werde ich zum Beobachter. Der mühevolle Weg nach Atins 40 Minuten nach unserer Abholzeit um 7 Uhr klingelt es endlich an der Tür von Casa Frankie. Ein gut heruntergekühlter Van wird uns und zwölf weitere Passagiere für 60 Reais p.P. nach Barreirinhas bringen. Dort wollen wir noch vor der Mittagspause, die hier immer alles in einen Schlaf stürzt, auf das Boot nach Atins wechseln. Doch eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, wenn es um Pläne machen geht. Lateinamerika tickt …

Iran

Iran Reisetipps – ein Land wie 1001 Nacht

Am besten lässt sich meine Reise in den Iran wie folgt beschreiben: „Und wenn du auch glaubst, vorurteilsfrei zu reisen, wirst du dich im Iran immer wieder dabei ertappen, dass die Welt mit den dir bekannten Mustern nicht zu funktionieren scheint. Du reist mit Schubladen, Du reist mit Schablonen – auch wenn du das vehement negierst. Doch hier will nichts von dem so richtig passen, was du dir zuvor ausgemalt hast. Der Iran ist anders als alles bisher Gesehene, und doch auch so erfrischend normal. Du bist es selbst, die sich überdenken muss, die das Normale annehmen muss, um die Bilder im Kopf beiseite zu schieben zu können und sie neu zu übermalen. Und doch solltest du bei allem Überschwang auch nie vergessen, dass für dich als Besucher, als Gast, andere Gesetze gelten als für den, der hier lebt.“ Iran in unseren Köpfen Es gibt kaum Plätze auf der Welt, die so viele Bilder in den Kopf projizieren, ohne auch nur je mit der Realität in Berührung gekommen zu sein, wie das Land, dass die US-Regierung …

Neue Website online!

Yipiiii!!! Eine neue Version unserer Webseite ist online! Oft fluchend, schnaufend und schwitzend haben wir den schwierigen Internetverbindungen hier getrotzt und die Seite überarbeitet. Jetzt sieht sie etwas schicker aus und müsste auch auf Tablets und Smartphones besser laufen. Schaut mal vorbei, wir freuen uns über Kommentare, Anregungen und (hoffentlich nicht zu viele) Fehlermeldungen! Viel…

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Pass-3

Abgestempelt II

Wozu benötigt man heutzutage einen Reisepass, fragt mich meine Sitznachbarin im Wartesaal des Lichtenberger Bürgeramtes. Wir beide warten schon seit 45 min – trotz Termins. Doch an diesem Brückentag zieht es nicht nur uns hierher. Der Raum ist voll mit Wartenden. Die ältere Dame holt einen Pass für ihren Sohn ab. Er arbeitet auf Montage. Während ich die Zeit meiner Mittagspause ungeduldig runterzählen sehe, ist sie völlig entspannt und an einem Gespräch mit mir interessiert.  Ich erkläre ihr, dass man den Reisepass durchaus benötigt, wenn man ins Ausland  reist und zeige ihr meine bunt abgestempelten Seiten. Mein Pass erzählt Geschichten von meinen letzten 4 Jahren.  Er ist Tagebuch im Stillen. Die Rentnerin schaut mich verunsichert an und fragt mich, ob sie auch einen Reisepass benötigt. Sie plant Anfang 2018  eine Schiffsreise mit Ruten oder so. „Norwegen? Hurtigruten? – Nein.“ Nach nur vier Jahren hat mein Pass erneut ausgedient. Eine letzte Doppelseite wurde von dem etwas mürrisch dreinschauenden Brasilianer an der Passkontrolle abgestempelt. Diese letzte Seite war eigentlich für mein letztes Reiseland 2017 reserviert, doch das …

Belém, Brasilien

Belém – Das Tor zum Amazonas zwischen Verfall und Reichtum

Dicke, graue Wolken liegen über Belém, als wollten sie sich gleich über der Stadt ergießen. Ich bin am Tor zum Amazonas und dieses ist weniger idyllisch, als das, was die Natur am Delta des wasserreichsten Flusses der Welt sonst so verspricht. Farbige Boote und eine faulige Brise Belém geht durch die Nase. Riecht es sonst nach einem Regenschauer sandig-frisch, so verstärkt sich in den Straßen der Stadt noch der Gestank des Abwassers, Mülls und Urins. Dabei leuchten die Fassaden, Boote und Gaiolas im kleinen Fischerhafen am Ende der Avenida 16 de Novembro farbenfroh im gedämmten Licht, das die Sonne durch die Wolkendecke herabschickt. Doch die bröckelnden Fassaden und die engen Gassen, die mit Verkaufsständen gepflastert sind, sprechen eher von Verfall. Zwischen den bunten Amazonasbooten, die zur Ebbezeit im Sand gestrandet liegen, verteilt sich der Müll. Schwarze Geier wachen ungeduldig darüber und halten Ausschau nach Beute, die es hier massenweise gibt. Bei über dreißig Grad Temperatur fault, verwest und vergärt alles, wenn sie es sich nicht schnell genug schnappen – ob weggeworfene Fleischüberreste und Fischinnereien, verfaultes Obst oder Essensreste. …