Alle Artikel in: Blog

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Auf dem Victoriasee

Eigentlich wollten wir die 8 Uhr-Fähre von Bukakata nach Luku schaffen. Als wir eine Stunde zuvor unser Guest House in Nyendo verließen, versuchte uns der Hausherr von den Vorzügen eines Taxis zu überzeugen. Denn als Muzungu fährt man kein Matatu. Wir lehnten ab und begaben uns in die Hand der Boda Boda Fahrer, die uns zum Matatuplatz brachten. Als wir dort ankamen, schaute ich erstaunt. Hier gab es keine Kleinbusse, sondern nur PKWs. Schnell begriffen wir, hier fallen die Matatus eben eine Nummer kleiner als gewöhnlich aus. In normale PKWs bekommt man ja schließlich auch zehn Personen unter. Zu acht fuhren wir zum Glück los. Wären wir nur sieben geblieben, hätten wir von Glück reden können. Doch der achte Fahrgast war eine Frau. Und an diesem wunderbaren Morgen des Heiligabend fiel ihr unterwegs ein, noch Hennafarbe für ihre Haare kaufen zu müssen. Der Zeiger meiner Uhr nahm Fahrt auf, während wir eingequetscht im Matatu-PKW mit Warten verbrachten. Nach 20 Minuten hatte die Dame endlich ihren Einkauf und Plausch beendet. Nun konnte es wirklich losgehen. Unser …

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In der Spur, neben der Spur – Aktiv im Tannheimer Tal

„Jetzt seid Ihr fit für Olympia.“ Dieses Urteil hört man gern vom Olympia-Zweiten. Und zugleich weiß ich, dass Papa vor 33 Jahren nicht ganz so viel falsch gemacht hat, als er mich auf meine kleinen orangen Plastikski mit Federzugbindung stellte, in der Hoffnung, damit eine Wintersportleidenschaft zu entfachen. Und tatsächlich kann man mich auch heute noch immer wieder mit schönen Winterlandschaften entzücken, die ich mit Langlaufski erobern kann. Was im Sommer das Kajak – wenn ich nur das Plätschern der Paddel höre und auf Augenhöhe mit dem Wasser bin, wo ich die Natur umso intensiver wahrnehme, ist im Winter der Skilanglauf durch verschneite Wälder, wo man nur das Knirschen der Ski hört und die eisige Luft spürt. Und genau solch eine Winterlandschaft haben wir in Tannheim entdeckt – so quasi, im kleinen Mekka für Skilangläufer. Es ist mein erstes Mal in den Alpen und auch mein erstes Mal, das ich eine Skistunde nehme – und das bei einem, der meisterlich Ski fährt – Peter Schlickenrieder. In Vorbereitung auf den Ski-Trail Tannheimer Tal, der wieder vom …

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Hier, wo die Erde endet und das Meer beginnt…

Tosend schiebt sich der Schaum von rechts nach links und umschmiegt die Steine in der Brandung. Noch einmal spritzt es hoch, im Sekundentakt schauen wir gebannt auf diesen natürlichen Springbrunnen im Boca do Inferno nahe unserem Hotel. Wir wollen längst schon wieder auf der Strecke sein, doch immer wieder warten wir auf eine noch höhere Welle. Wir stehen dort, wo sich die Wellen brechen. Weiter nördlich, nur 1,5 Stunden von hier entfernt, sollen sich die Wellen aktuell 20 Meter hoch auftürmen, sagte man uns im Farol Design Hotel. Es ist für mich unvorstellbar, wie sich solch eine Walze aufs Land zubewegt und alles zu überrollen droht und dann doch rechtzeitig bricht. Von Cascais fahren wir auf der Küstenstraße, die durch den Nationalpark Sintra führt. Schnell bietet sich links und rechts der Straße eine Dünenlandschaft an, die sich in Hügeln und Felsen verliert. Auf einer der senkrechten Steilklippen, die fast 100 m hoch aus dem Meer ragen, endet das Festland des europäischen Kontinents. Weiter westlich liegen nur noch Inseln und Amerika. Motoradfahrer genießen hier die kurvige Strecke. Wir erfreuen uns …

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Die Wände der Jurte

Was raschelt da im Häuschen, ähm Jurte? Seit nunmehr einer Stunde knuspert da jemand an der Innenwand unserer Jurte und hindert mich am Schlafen. Genau das sind die Momente, in denen das von 100 Rückwärtszählen einfach nicht funktioniert. Also, wieder aufstehen, Licht anmachen, nachschauen, was los ist. Beim fünften Mal klappt es auch tatsächlich. Genüsslich klettert ein Mäuschen aus einer Tüte. Selber schuld. In einer Steppenlandschaft sollte man in seiner Hütte auch nicht einfach die Lebensmittel so offen auf dem Boden rumstehen lassen. Also lösten wir das leicht zugängliche Lebensmitteldepot auf und schlossen es in einen Schrank. Damit dachten wir, dem Spiel endlich ein Ende zu bereiten. Doch so einfach ist die Welt nicht für eine Maus. In der nächsten halben Stunde wiederholte sich die Szene, nur dass das Mäuschen nun von Schuhtüte zu Schuhtüte zog. Am Geräuschpegel änderte das nichts. Und so hielt sie uns mit ihrem Rascheln weiterhin auf Trab. Irgendwann machte sich die Maus noch nicht einmal mehr die Mühe, vor uns auszureisen, als wir das Licht anknipsten. Das letzte Mal, das …

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Wenn Winter (ver)zaubern

Da unten ist er, der Winter. Ein Anblick, der in der Jahreszeit nicht überrascht, aber dennoch ein hach-Gefühl erzeugt. Unter uns liegen die Alpen. Weiß wie Zuckerguss fließt die Schneemasse den Bergrücken hinab. Nur leider nicht weit genug – wie das kritische Auge bereits aus der Ferne des Fliegers feststellen kann. Und gerade, als ich mich fotografisch in Form schießen will, bittet mich die Stewardess, mein Handy wegzupacken. Dabei habe ich doch gerade den Winter entdeckt! Ich ahne, so schnell werde ich nicht mehr in den Genuss eines solch breiten weißen Feldes kommen. Schon schiebt sich unser Flugzeug zwischen die Zuckerberge, um wenige Minuten später in Innsbruck zu landen. Ich bin ja schon in einigen sensationellen Anden-Hochburgen gelandet. Aber dass ich allein von einer Landung in „unseren“ Alpen geflasht sein könnte, hätte ich nicht gedacht. Ich bin auf Winterentzug, definitiv! Wir schweben nah über den Kuppen und rangieren in die „Spalte“ – Innsbruck – ein. Unter uns schlängelt sich im Sonnenlicht als türkisfarbener Tupfer der Inn im Tal entlang. Links am Hang bildet die Bergiselschanze, …

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Schifoan

2014 geht reisetechnisch kalt und heiß los. Oder so quasi kalt, denn der aktuelle Wetterbericht unseres ersten Reiseziels zeigt Plusgrade. Nicht knapp über dem Gefrierpunkt, nein so richtig plus. Das ist äußerst ungünstig für das, was wir in den nächsten vier Tagen vorhaben. Wir wollen durch den Ski gleiten und sogar zum ersten Mal in meinem Leben Schneeschuhwandern. Als Kind des Mittelgebirges liebe ich verschneite Winter und natürlich Ski fahren. Aber zugegeben, meine Skieinheiten beschränken sich auf die Loipen des Thüringer Walds. Und genau dort wollte ich mich in der Weihnachtszeit schon einmal warm laufen, aber das war dann wohl nichts. Der ganze nicht vorhandene Schnee schmolz lediglich auf den Loipen der Tour de Ski und des Biathlon Weltcups zusammen. Also schaute ich mir den Schnee doch lieber im Fernsehen an. Und nun kommen wir 2014 gleich zu einem „ersten Mal“-Erlebnis. Ich fahre in die Alpen, so richtig. Ich war schon einmal an den Alpen dran, stand vor den Alpen, flog über die Alpen, fuhr durch die Alpen. Aber Urlaub in den Alpen, das machte …

Penar, Portugal

Es war einmal ein Traum – der hieß Sintra

Mit einer gewissen Faszination verlasse ich Lissabon. Traumhaft schön oder einfach nur romantisch kitschig soll mich in der Umgebung ein weiteres Highlight erwarten. Doch so ganz mag der Funke noch nicht überspringen, als ich weiter westlich hinter Belém die Küstenstraße entlangfahre. Der Atlantik lockt, aber die Küste ist mir zu sehr zugebaut – wie soll es in der Umgebung einer Hauptstadt auch anders sein? Fast habe ich die Ahnung, dass sich das verlassene Fischerdorf hier nicht finden lässt, so überrascht doch eine andere Idylle – abseits der Küstenstraße. Kein Geheimtipp, so schwärmten einst schon unzählige internationale Künstler und wohlhabende Lissabonner von dieser Umgebung, die Sintra umgibt. Nicht nur das Klima mag daran schuld sein, sondern sicherlich auch die reizvolle Landschaft, an der sich die Straße kurz vor dem Ort plötzlich entlangschlängelt. Was der Name Sintra in meinen Ohren erzeugt, vermag die malerische Umgebung in meinen Augen. Sintra ist Genuss für Genießer. Kurve für Kurve gibt neue schöne Villen und Herrenhäuser frei. Bis wir schließlich am Nationalpalast von Sintra (Palácio Nacional de Sintra) unser Auto parken, …

Blogstock

11 Fragen,11 Antworten: Best Blog Award Blogstöckchen

Mir hat Martin ein Blogstöckchen unter den Christbaum gelegt. Das habe ich mit ins Jahr 2014 genommen und will es heute einlösen und weiterreichen. Warum heißt Dein Blog so wie er heißt? Das fragen mich viele, die auf unseren Blog stoßen. Ich wollte ganz einfach beim „Reisen“ bleiben. Und so habe ich das Wort mal in verschiedenen Sprachen durchdekliniert. Beim Quechua blieb ich hängen. Und das passt, denn ich bin sehr gern in den Andenländern Südamerikas unterwegs und schließlich haben wir uns auch auf diese Gegend spezialisiert. Wenn Du mal eine Radtour machst, wo sollte sie hinführen? Durch schöne Landschaften und am liebsten an Seen vorbei – und für mich bitte immer schön flach. {Für Lars eher bergig.} Seit Jahren plane ich die Tour Berlin-Kopenhagen, aber irgendwie werden es immer nur Teilstücke. Vielleicht ein Vorhaben für 2014? Welches Deiner Bilder 2013 gefällt Dir am besten und warum? Ich habe einige Favoriten. Man könnte mir fast eine gewisse Hochzeitsromantik nachsagen, würde man mich nicht kennen… Welches ist Deine Lieblingsjahreszeit? Winter. Im Frühling und Sommer ist auch …

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Last day – first day {Photo Essay}

Vom letzten Sonnenaufgang 2013 bis zum ersten Sonnenuntergang 2014. Keine typischen Silvesterbilder sondern das, was die Natur so als Feuerwerk hergibt. Last Day 2013 Als ich am Rande des Müritz Nationalparks erwachte, färbte gerade die Sonne den Horizont über den Wäldern orange. Die Dorfhähne krähten und die Vögel stimmten ein Konzert an. Kaum jemand, der an solch einem Tag nicht ins Grüne wollte. Und so zog es auch uns noch einmal in die Umgebung von Blankenförde und Mirow. Und als wir gerade um 15.30 Uhr im Schlosscafé Mirow unseren Kaffee tranken, erfuhren wir eher zufällig, dass dieses in dieser Form in einer halben Stunde sein Kapitel zuschlagen würde. Wir waren somit die letzten Gäste. First Day 2014 Unter einer wahren Sterne-Explosion stießen wir auf 2014 an. Die Himmelskörper wollten mit ihrer Strahlkraft den Feuerwerkkörpern etwas entgegensetzen. Seltsen sah ich in einer Silvesternacht in Deutschland solch einen Himmel. Obwohl die Sonne am Neujahrstag wohl noch ihren Rausch vom Vortag ausschlafen musste, kehrte sie umso intensiver zum Showdown – dem Sonnenuntergang – an den Himmel über der …

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LISSABON in Buchstaben

Das Läuten der Kirchenglocken weckt mich aus dem Schlaf. Direkt vom Bett aus sehe ich das schimmernde Wasser. Es ist kurz vor Weihnachten, nur irgendwie mag nichts so richtig daran erinnern. T-Shirts statt Wintermantel sind hier aktuell angesagt. Die portugiesische Dezembersonne hatte ich wohl unterschätzt, als ich die Tasche packte. Kleine Holzbuden stehen auch hier und da, um einen Weihnachtsmarkt zu markieren. Doch die Stimmung mag nicht so recht entfachen. Nur wenige Leute verirren sich in diesemHüttenzauber, während in diesem Moment auf deutschen Weihnachtsmärkten gedrückt und geschoben wird. Vielmehr ist da schon auf dem Hauptplatz, dem Praça do Comércio los. Von 19 bis 23 Uhr laufen hier vom 15. bis 24. Dezember stündlich Lichtshows – der Circo de Luz – die Touristen und Einwohner gleichermaßen anlocken. Und während ich bei einem Galão auf die bunten Animationen schaue, fliegen ein paar Wortfetzen durch meinen Kopf. Immer wieder klingt dabei das melodische „Lischboa“ der charismatischen Fado-Sänger und -Sängerinnen in meinen Ohren. LISBOA? Ist…   Licht Igreja Saudade Burg Orientierung Alfama & Azulejos Licht Es ist Weihnachtszeit und wir …