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Glaciar Perito Moreno {DIARY}

Perito Moreno

Nach dem wir die Hostels gewechselt haben, begeben wir uns zum Busbahnhof, um uns dem Highlight unserer Reise zu nähern – dem Glaciar Perito Moreno. Mit Kleinbus machen wir uns auf die Reise zum 80 km entfernten Gletscher. Schon auf den letzten Kilometern blickt man auf die Gletscherwand herab. Doch unser Busfahrer will keine Zeit verlieren und denkt gar nicht an einen Stopp. Nicht zu erwähnen, dass wir wieder mal an der falschen Seite sitzen. Später werden wir noch genug Zeit am und mit dem Gletscher verbringen. So werden wir gleich zu einer einstündigen Bootsfahrt animiert, die wir eigentlich nicht machen wollten. Aber was soll man sonst vier Stunden dort machen. Also ergeben wir uns und nehmen das normale Touristenprogramm an.

Das Boot fährt die Nordwand des Gletschers entlang und hält dann ziemlich nah an der herausragenden Eiswand. Nun dreht es sich dort ca. 45 Minuten, so kann man hundertfach den Auslöser drücken und das Eiserlebnis zahlreich bildlich festhalten. Es ist spektakulär, ja, und auch wir fotografieren unzählige Male die Eiswand von hinten von vorne von der Seite, nach oben usw. – aber irgendwann ermüdet es. Es ist doch immer wieder die 60 Meter herausragende Wand, die aus dem Lago Argentino steigt. Sie umfasst eine Fläche so groß wie Buenos Aires, ziemlich imposant. Doch die Fläche erfasst unser Auge nicht, nur die Höhe, und die ist schon gewaltig. Und immer wieder knackt es aus dem grellblau schimmernden Berg und es fallen kleine Eisabspaltungen ins Wasser. Diese lagern sich überall im Wasser verteilt an und strahlen noch einmal besonders intensiv blau. Schließt man die Augen und vergisst Leute und Land hinter sich, bekommt man Bilder, die der Antarktis wohl gleichen. Wieder an Land laufen wir alle möglichen Plattformen ab, um dem Fotogenuss weiter zu fröhnen. Ein Labyrinth aus Metallstegen führt uns weiter gen Süden – immer an der Gletscherwand entlang. Auf einmal tönt ein Knacken viel lauter als noch zuvor direkt aus der Wand gegenüber. Und so sehen wir riesige Brocken ins Wasser fallen, die beim Aufprall eine Fontäne erzeugen. Die abgespalteten Eisschollen tauchen weiter entfernt wieder auf. Das ist schon unvergeßlich und faszinierend zugleich.

Wie müde wir sind, als wir die Rückfahrt antreten. Jeder schläft im Bus. Wir auch. Zum Abndessen gehen wir in das nette Café Viva la Pepa. Gestern haben wir hier nur etwas getrunken. Mit der Rechnung kommt eine kleine Überraschung, die sich nicht erschließt. Da steht die Position Servicio de cubierto auf der Rechnung, was soviel heisst wie Besteckservice. Wir fragen nach. Nein, dies ist kein Trinkgeld und keine Servicegebühr für sie, dies ist für die Bereitstellung von Besteck, Teller und Servietten gedacht. Das ist ja auch eine Logik! Im Rucksack habe ich übrigens auch ein Besteck… Soweit wollen wir an diesem Abend aber nicht gehen.

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