Deutschland, Hoteltest, Tipps & Tests
Kommentare 2

mein.lychen – mehr als eine Unterkunft in der Uckermark

mein.lychen

„Sie reisen jetzt mit mir nach Afrika.“ Angelika Fuss, meine Gastgeberin der nächsten drei Tage im neu eröffneten B&B mein.lychen greift zu einem Schlüsselbund, auf dem in kleinen Lettern „afrika“ geschrieben ist.

Dass sie hiermit völlig meinen Geschmack getroffen hat, konnte sie nicht wissen, als sie dieses von sechs Zimmern wählte. Zur Auswahl standen neben Afrika noch Indien, Amerika, Transsilvanien, Mitteldeutschland und Schweiz. Alles Lebensstationen der Besitzer des Bed & Breakfasts mein.lychen Friedrich W. und Konrad Niemann.

Zimmer Afrika im mein.lychen

Zimmer im mein.afrika

Die Reise nach Afrika gestaltet sich kurz und stilvoll. Einmal gehen wir die Treppe nach oben und schon dreht sich der Schlüssel im Schloss und wir stehen in einem Zimmer, das durch afrikanische Stilelemente und durch viele Brauntöne im Interieur geprägt ist. Glampingdetails aus der Savanne lassen sich auch in das uckermärkische Schlafzimmer einbringen. So ersetzt eine Kleiderstange mit Stoffbezug den sonst gewohnten rustikalen Kleiderschrank. Auf dem Klappstuhl kann ich am Holztisch abends noch wunderbar arbeiten und daneben befindet sich eine Schale mit afrikanischen Bildbänden und Guide Books, in denen ich nach getaner Arbeit auf dem Schaukelstuhl in der Zimmerecke schmökern kann. Als Willkommensgruß zieren ein frischer Apfelmost aus Kraatz sowie Heidelbeeren und Wasser meinen Tisch. Die Wand hinter dem Bett ist mit braunen Zebramustern verziert. Eine Holzgiraffe steht neben dem Schrank und Bilder von den Afrikareisen schmücken die Wände. Das wohlige Boxspringbett lädt mit den Worten „ankommen. entspannen. bleiben wollen.“, die auf die Kissen gestickt sind, ein.

Hinter einer Glasscheibe an der Wand lässt sich die Geschichte des Zimmers nachlesen. So erfahre ich, dass Konrad 1982 seine Frau in Südafrika besuchte, die dort in Kapstadt im Groote Schur Hospital arbeitete, was mich gleich an meine Zeit in Kapstadt erinnerte, in der meine WG-Mitbewohner allesamt auch in diesem Krankenhaus arbeiteten. Das Zimmer ist gespickt mit Mitbringseln – wie die Giraffe , die einst die Stewardess vor Herausforderungen stellte oder der Zeitschriftenkorb, den die Frau von Konrad auf einem Markt für wenige Rand erworben hatte. Der Schaukelstuhl hat zwar keinen Bezug zu Afrika, erklärt mir Friedrich Niemann mit einem Schmunzeln, doch er sei auch ein Erbstück. Im Ferienhaus in der Schweiz fand sich dieser über viele Jahre wieder, bevor er auf dem heimischen Dachboden verschwand. Jetzt passt er doch wunderbar zum Motto Afrika. Auf den Zimmern befinden sich auch SuitePads mit nützlichen Informationen zum Haus und Umgebung. Auch das Bad kommt stilvoll daher, indem man mit Villeroy & Boch auf eine Qualitätsausstattung geachtet hat. Nachhaltige Produkte wie Duschgel, Handseife und Shampoo von Stop the Water while using me in großen Spendern stehen zur Verfügung. Auf Wunsch bekommt der Gast einen Fön.

Die Bibliothek und das Jagdzimmer – fühlen wie zuhause

Das mein.lychen ist nicht nur eine anonyme Gästeunterkunft, sondern folgt eher dem Motto „zu Gast bei Freunden, die ihr Haus Fremden öffnen“. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich zum Frühstück oder auch am Abend die Gäste am großen langen Tisch in der Bibliothek treffen. Dieser ist kommunikativer Austauschpunkt – gegessen und geplaudert, ganz im Sinne der ursprünglichen Idee der Landhausküche. Kurz nachdem ich mich in meinem Zimmer eingerichtet habe, lädt mich Angelika Fuss zu einem Aperitif ein. Normalerweise wird ein Secco gereicht, doch meinem Wunsch nach einem nicht-alkoholischen Getränk kommt sie mit einem leckeren Apfelmost des Gutshofes Kraatz nach.
An meinem ersten Morgen habe ich sogar das Vergnügen, mit den Besitzern zu sprechen, die für eine Nacht aus Berlin angereist sind.
Auch dieses Wohn- bzw. Bibliothekszimmer prägen viele kleine, liebevolle Details, die meist Erbstücke der Brüder sind. Der raumprägende Tisch ist der einstige Mangeltisch, die aufbereiteten Stühle sind auch Sammlerstücke der Familie. Das Nachbarzimmer mit seiner gemütlichen Couch, Bar und Sesseln trägt eine rustikale Handschrift. Holzpanelen an den Wänden und ein Geweih als Lampe sind kleine Hinterlassenschaften des Vorbesitzers, die den Wohnraum zu einem Jagdzimmer gestalten. Die Küche ist offen für die Gäste. Hier stehen ein Kaffeeautomat und ein Kühlschrank mit Kaltgetränken. Wie auch bei der Bar im Jagdzimmer trägt man sich in ein Buch ein, sollte man etwas verzehren.

3 Gänge Frühstück mit viel Regionalem

Das Frühstück wird am großen Wohntisch eingenommen, an dem zwölf Gäste Platz haben. Ein paar „Basics“ befinden sich auf dem Tisch – wie Käse aus den brandenburgischen Käsereien der Region, Wurst, Brötchen und Brot und leckere Marmeladen. Kaffee gibt es so viel, wie man mag, in French Press-Manier serviert. Zusätzlich, zu den köstlichen Speisen, die sich bereits auf dem Tisch befinden, werden drei Gänge serviert: ein Müsli, eine Eierspeise mit Zucchini -und Mangostreifen und ein leckere Kuchen –alle wunderschön mit Blumen dekoriert. Es versteht sich von selbst, dass ich danach ausgezeichnet für einen aktiven Tag gewappnet bin. Auf Wunsch versorgen die Gastgeber ihre Gäste auch gern mit Lunchpaketen.

Gelände

Auf dem großzügigen Gelände des B&B mein.lychen kann man gut zur Ruhe kommen. Es gibt Studios mit eigenem Balkon, doch das ist gar nicht mal nötig. In der großzügigen und schön bepflanzten Gartenanlage hinterm Haus sind verschiedene Sitzmöglichkeiten ob Stühle, Liegestühle, Sessel oder Liege verstreut. Mit Blick auf die Verbindungskanäle paddeln immer wieder Kanuten oder Kajakfahrer an den gegenüberliegenden Bootshäusern vorbei. Im Nebengebäude befinden sich gegenwärtig eine Sauna sowie eine Veranda, die einst der Hundezwinger war, mit Blick in den Garten. Auch diese prägt wieder ein großer, dekorativer Tisch, der aus einer alten Tür gefertigt wurde.

FAZIT: Zugegeben, ein B&B in der Uckermark machte mich etwas stutzig. Wo Landhöfe, Ferienhäuser, Pensionen, Hotels oder das Zelt als Unterkunft locken, fällt ein B&B doch auf. Klein, fein, serviceorientiert und sehr persönlich – so gefällt es dem kurz stoppenden Radreisenden genauso wie dem einwöchigen Urlauber, der die Region von Lychen erkundet. Und auch mir Alleinreisenden war der warme Empfang der Gastgeber gleich der perfekte Einstieg in das Landleben der Uckermark. Der Blick für das kleine Etwas, den haben die Brüder wunderbar umgesetzt. Ich fühlte mich hier nicht nur als Gast, sondern wirklich wie zuhause.

Ich wurde vom B&B mein.lychen eingeladen. Alle Ansichten sind meine eigenen.

-> Übernachtungen im mein.lychen hier buchen.

2 Kommentare

  1. Die Unterkunft ist ja supersüß! Eignet sich perfekt für einen Kurzurlaub, oder? Dort würde ich mich auch wirklich wohlfühlen!

  2. Die Unterkunft sieht mit dem Holzboden und den passenden Möbeln echt toll aus und hat eine gewisse warme Atmosphäre. Ist im Winter bestimmt toll dort oder?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *