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Österliche Radtour in der Mecklenburger Kleinseenplatte

Madlen_Vilzsee

Zu Ostern taten wir das, was wir immer machen, wenn wir nicht gerade auf Reisen sind. Wir schnappten unsere Rennräder und fuhren los auf unsere österliche Radtour in der Mecklenburger Kleinseenplatte. Dieses Mal entschieden wir uns, da wir beide etwas angeschlagen waren, für eine kleine Tagestour entlang der vielen schönen Gewässer der Mecklenburger Kleinseenplatte.

Tourenkarte

Tourenkarte

Länge: 60 kmHöhenmeter: 371 m

Schwierigkeitsgrad: Einfach

Straßenbelag: durchweg asphaltiert

Radwege: Berlin-Kopenhagen, Mecklenburger Seenradweg, Havel-Radweg, Großer-Mirower-Seenrundweg

Auf den Straßen gibt es sehr wenig bis wenig Straßenverkehr und teilweise  gut ausgebaute Fahrradwege.

Gestartet sind wir vom Tor zum Müritz Nationalpark in Blankenförde. Doch da sich der Nationalpark selbst besser für Mountain Bikes eignet, entschieden wir uns für eine Route gen Süden. In diese Gegend sind wir vor einigen Jahren sehr häufig gereist, da man hier besonders gut Paddeln, Radeln und Schwimmen kann. Somit erleben wir auf dieser Runde ein kleines Wiedersehen mit unserer einstigen, ja man könnte es schon fast so sagen, „zweiten Heimat“.

Mirower See

Mirower See

Schleuse in Mirow – Weg zur Müritz

Schleuse in Mirow – Weg zur Müritz

Das Auto kann man auf dem Parkplatz in Blankenförde am Ortsausgang stehen lassen. Zunächst radelt man Richtung Roggentin. Bis man die Straße zwischen Neustrelitz und Mirow erreicht, fährt man auf einer kleinen, wenig befahrenen Straße zwischen Wald und Rotem See die Teil des Radweges Berlin-Kopenhagen ist. Im Abendlicht sieht man hier nicht selten Rehe am Straßenrand, heute ist es ein Fuchs, der uns über dem Weg läuft. Weiter geht es dann auf einer etwas größeren Straße nach Mirow. Noch muss man hier größtenteils auf der Straße fahren, doch ein Radweg ist in Arbeit und sollte im Sommer 2014, spätestens 2015 fertig sein. Auf der Wiese rechts vor dem Dorf Roggentin kann man häufig Vögel beobachten, so wie wir heute auch acht Kraniche stehen sehen. Die nächste Ortschaft, Granzin, streift man nur. Doch hier ist der Radweg bereits fertig und führt auf breitem Weg über Felder und Wiesen in die Kleinstadt Mirow.

Kirche in Schwarz

Kirche in Schwarz

Straße von Mirow nach Schwarz

Straße von Mirow nach Schwarz

Lars mit unseren Rädern in Schwarz

Lars mit unseren Rädern in Schwarz

Peetschsee

Peetschsee

Mirow heisst auch Ort des Friedens. Und tatsächlich ruht diese Kleinstadt außerhalb der Saison in sich. Doch wenn die Paddel- und Radsaison gestartet ist, füllt sich dieser Ort mit Touristen. An diesem Ostersonntag lohnt wie sonst auch ein Stopp auf der idyllischen Schlossinsel Mirow, die im 18. Jahrhundert Nebenresidenz der Herzöge zu Mecklenburg war. Im unteren Mirower Schloss war einst die englische Königin Sophie Charlotte zu Hause, die hier auch geboren wurde. Im Eingang passiert man die Schlosskirche (Johanniterkirche), deren älteste Teile aus dem 14. Jahrhundert stammen. Hier kreisen schon einmal gern die Krähen.
Von der Schlossinsel oder der Brücke am südlichen Ende des Mirower Sees lässt sich das Treiben auf dem Wasser bestens beobachten, bevor es weitergeht Richtung Schwarz.

Peetschsee beim Schwarzer Hof

Peetschsee beim Schwarzer Hof

Ziegen am Ortseingang von Diemitz

Ziegen am Ortseingang von Diemitz

Wir überqueren die Brücke an der Mirower Schleuse, sehen dem bunten Treiben an Booten zu und erblicken sogar ein gemütliches Bungalowboot, das von der Müritz kommt und gerade geschleust wird. Dann lassen wir Mirow hinter uns liegen, nach rechts zweigt der Radweg ab, der Richtung Lärz und Flugplatz führt, wo jeden Sommer Tausende von nah und fern hinkommen, um ein Wochenende lang die Fusion zu feiern. Wir bleiben jedoch auf der Straße und durchfahren die kleine Ortschaft Starsow.

Am Vilzsee

Am Vilzsee

Töpferei in Diemitz

Töpferei in Diemitz

Kirche in Diemitz

Kirche in Diemitz

Haus in Diemitz

Haus in Diemitz

Es geht durch leicht hügeliges Gelände, links blüht gelb der Raps. Hinter dem Dorf Schwarz schließt sich der idyllischste Teil der Strecke an. Die Hügel und Kurven, die sich sanft um die Seen winden, der Märchenwald, in dem alles gerade grünt und blüht… reizvoller kann Landschaft fast nicht sein. Doch ist sie hier auch etwas anstrengend für den Radler, und somit passieren wir hier auch das herausforderndste Stück der gesamten Strecke. Zwischen Zethner See, Mirower Adlersee und Peetschsee liegen kleine Inseln der Ruhe – Zeltplätze, Strände oder auch einfach eine Bank.

Blick auf den Labussee zwischen Diemitzer Schleuse und Canow

Blick auf den Labussee zwischen Diemitzer Schleuse und Canow

Diemitzer Schleuse

Diemitzer Schleuse

Radweg am Labussee

Radweg am Labussee

Straße nach Grünheide

Straße nach Grünheide

Mit Diemitz erreichen wir den Ort, in dem wir einst viele Sommer am Strand des Vilzsees verbrachten. Außer eine Gaststätte, eine Töpferei und eine kleine offene Dorfkirche ist der auch schon das Highlight. Radler und Kanuten sichern hier gleichermaßen Ruhe und genießen ein kleines Picknick mit Blick auf den See. Zwei Kilometer weiter erreichen wir die Diemitzer Schleuse. Wer nichts zum Speisen dabei hat, wie wir an diesem Ostersonntag, kann im Garten der Gaststätte Zum Biber mit Blick auf die Schleuse Rast einlegen, bevor es durch die schönen Laubwälder weiter am Ufer des Labussees entlang geht.

Canower Schleuse

Canower Schleuse

Wustrow

Wustrow

Auch wenn ab Canow die Straße wieder etwas befahrener wird, verlieren die Landschaft und die Ortschaften nicht ihren Reiz. In Canow kann man noch einmal den Booten beim Schleusen zusehen, in Wustrow durchfährt man einen süßen Ort mit Wasserlage zwischen Plätlinsee und Klenzsee. Nicht umsonst heisst Wustrow auch „umflossener Ort“ auf slawisch.  Noch 6 km weiter, dann erreichen wir die Kleinstadt Wesenberg, über die ein wenig erhöht das Wahrzeichen der Stadt, die hochmittelalterliche Turmhügelburg Wesenberg thront, umringt von Kopfsteinpflasterstraßen, die alle zu einem Marktplatz führen.
Wir schlagen den Weg nach links Richtung Weißer See ein und fahren durch dichtem Wald Richtung Zwenzow. Hier kommt das einzige Mal ein kleines gepflastertes Stück, dass aber dennoch mit Rad gut zu passieren ist. Von Zwenzow ist unser Ausgangsort Blankenförde nicht weit. 60 km liegen nun hinter uns – eine Tour entlang einer malerischen Seenkette, eine Gegend, die von Flüssen und Kanälen durchzogen ist und mit immergrünen Waldlandschaften und verträumten Orten Ruhesuchende und Naturliebhaber wie uns immer wieder auf’s Neue begeistert.

6 Kommentare

  1. Hallo das ist eine schöne Tour,und auch eine schöne Landschaft..
    Super beschrieben und schöne Fotos sowas liest man gerne!
    Gruß aus berlin
    P.S.Besucht doch mal meinen Blog dort findet Ihr was zum
    Thema Oder Neiße Radweg und Mosel

    • Danke, Detlef. Gern schau ich mal vorbei. An der Oder-Neiße sind wir auch schon geradelt. Mosel wäre Neuland 😉 LG, Madlen

  2. Die Diemitzer Schleuse ist ja besonders entzückend. Alles so idyllisch. In diesem Sommer habe ich mir auch wieder mehr Radtouren vorgenommen und fühle mich immer bestärkt, wenn ich Radtourposts lese :)

    • Radtouren in der wunderbaren Seenlandschaft sind perfekt, liebe Neni. Man möchte eigentlich immerzu anhalten und Fotos machen 😉 LG, Madlen

  3. Toller Bericht und Schöne Bilder.
    Man braucht gar nicht so weit in die Welt hinaus zu fahren um Schöne Landschaften zu entdecken und zu genießen. Viel Spaß beim radeln und viele Grüße aus Leipzig.

    • Ganz meiner Meinung, lieber Erik. Ich bin zwar sehr gern in der Ferne unterwegs, aber durch meine vielen Reisen habe ich vor einigen Jahren plötzlich auch die Natur in Deutschland wieder für mich entdeckt. Seitdem nutze ich jede freie Minuten, um vor allem Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu erkunden 😉 LG, Madlen

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