Alle Artikel mit dem Schlagwort: Afrika

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Der Zauber von Lalibela – Äthiopiens himmlische Stadt

Dunstschwaden umhüllen die Felskirchen an diesem Morgen. Nebel mischt sich mit dem Weihrauch, der nach außen zieht. Seit 7 Uhr sitzen wir nun hier und hoffen, eine Lücke ins Kircheninnere zu finden, um die einzigartige Stimmung hautnah miterleben zu können. Es ist mein 31. Geburtstag, nie zuvor habe ich einen meiner Geburtstage in solch mystischer Atmosphäre verbracht wie hier in Lalibela. Mit seinen zwölf monolithischen Felskirchen, die vor etwa 800 Jahren aus dem Felsen herausgemeißelt wurden und durch unterirdische Gänge miteinander verbunden sind, ist das der Wallfahrtsort für die äthiopisch-orthodoxen Christen. Natürlich zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO und ziehen auch Touristen an – so wie uns. Doch an diesem Morgen sind wir die einzigen „Fremden“ unter den Gläubigen. Immer wieder kommen Gruppen barfüßiger Äthiopier an uns vorbei. Einige halten Schirme in die Luft, andere küssen die alten Mauern. Als wir endlich eine Lücke entdecken, schleichen wir in den Innenraum der Bet-Mika’el. Die Gläubigen drängen sich, stehen eng an eng, um der stundenlangen Predigt zu folgen. Auch wir wohnen nun dem Gottesdienst bei, der …

Kongo

Kongo – das Sinnbild für Afrika

Interview mit Dominik Mohr von Follow the Shadow Welches afrikanische Land hat Dich besonders begeistert und weshalb? Für manch einen klingt es jetzt zwar verrückt, aber die Demokratische Republik Kongo hat mich wirklich beeindruckt. Auch wenn andere Länder wie Madagaskar zu meinen Lieblingen gehören, so ist der Kongo für mich Sinnbild für Afrika. Als ich nach Afrika aufbrach, wollte ich einmal erfahren wie die Menschen ohne Touristen leben und überleben. Es gibt hier keinen Bonus als Reisender, eher ist das tägliche Leben sogar noch schwieriger. Dafür sind die Menschen herzlich, interessiert und sie helfen einem wo es geht. Ein wirkliches Traumland für jeden abenteuerlustigen Afrikareisenden. Und man kann sich sicher sein: Die Erlebnisse sind einzigartig und nicht gestellt. Siehst Du Unterschiede zum Reisen in Afrika verglichen zu Reisen auf anderen Kontinenten? Ich sehe große Unterschiede, was Individualreisende betrifft. Pauschaltouristen, mit vorgefertigten Routen, einer Reiseleitung und wahrscheinlich auch eigenem Transport, bereisen Afrika genau wie jeden anderen Kontinent. Für beide Gruppen gilt aber das gehobene Preisniveau. Auch wenn es der ärmste Kontinent ist, die Nationalparks, schneller Transport und …

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Afrika und seine Naturvielfalt

Interview mit Melanie Schillinger von www.goodmorningworld.de Welches afrikanische Land hat Dich besonders begeistert und weshalb?   Mich hat Kenia ziemlich vom Hocker gehauen! Die Landschaft dort – vor allem in den verschiedenen Nationalparks – ist einfach atemberaubend schön. Typisch afrikanisch und mit allem, was man sich so bei dem Begriff „Safari in Afrika“ vorstellt. Besonders beeindruckt hat mich auch die Vielfältigkeit der Natur. Der Tsavo West Nationalpark ist zum Beispiel überwiegend grün und ganz dicht bewachsen, während der Tsavo Ost Nationalpark eher nur spärlichen Bewuchs hat und ziemlich trocken und staubig ist. Dort findest Du auch die typisch rote Erde… Außerdem gibt’s in Kenia traumhaft schöne Strände! Siehst Du Unterschiede zum Reisen in Afrika verglichen zu Reisen auf anderen Kontinenten? Afrika ist deutlich teurer als zum Beispiel Asien. Besonders die Preise für eine Safari können Dir ganz leicht die Tränen in die Augen treiben. Auch finde ich es in Afrika viel schwerer individuell unterwegs zu sein als an vielen anderen Orten. Das alles sollte Dich aber auf keinen Fall von einer Reise nach und durch Afrika abhalten, denn die …

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Sundowning Afrika – Unser Best Of Sundowner in Namibia

Es sind die Sonnenuntergänge, die uns immer wieder sprachlos machen. Wenn der orangene Ball am Horizont verschwindet – egal ob im Meer, hinter den Bergen oder der Skyline einer Großstadt – sind wir ergriffen. Das einmal eine ganze Reise im Zeichen von Sonnenuntergängen stehen würde, konnte ich mir bis vor kurzem nicht vorstellen. Doch dann kam Namibia und damit die allabendliche Beschäftigung „Sundowner (Drive)“. Es ist nicht so, dass man einfach nur irgendwo in der Wüste bei einem alkoholischem Getränk den Sonnenuntergang genießt. Dafür wären wir auch recht äußerst ungünstige Tester, da wir beide keinen Alkohol trinken. Das Ambiente ist das, was uns hier faszinierte und uns zu dieser sonnengetränkten Zusammenfassung veranlasste. {1} Sundowning Kalahari Unser erster Sundowner in der freien Natur ist auch zugleich unser ganz heißer Tipp. Dieser ist nämlich gleich mit einem Game Drive kombiniert. Und so kann man erst Zebras, Oryxantilopen und Giraffen im Licht der untergehenden Sonne fotografieren, bis man im herrlichsten Abendlicht auf einer roten Düne der Kalahari den Sundowner Drink genießt. Dabei wird ein Tisch mit Snacks und alkoholischen und antialkoholischen …

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Kapstadt: Hipster City oder Villa Kunterbunt

Stell dir vor, dein Nachbar lebt in einem lilafarbenen Haus, sein Nachbar in einem hellblauen und sein Nachbar wiederum in einem schrill-grünen. Lauter kleine farbige Kästchen reihen sich Straße für Straße zu einer kunterbunten Kette auf, die dich durch das Straßengewirr leitet. So kannst du dich entscheiden, ob du heute einfach mal der blauen Farbe folgst. Es ist wie eine Schnitzeljagd ohne Schnipsel. Lässig hängt ein Mann an einem Seil und streicht die Hausfassade lila. Das ist hier nichts Außergewöhnliches. Vielmehr reiht sich sein Haus in eine Farbwelt ein, die mich an Pippis Villa Kunterbunt erinnert. Der Straßenzug leuchtet in Gelb, Rot, Blau. Ich bin in Kapstadts buntem Viertel Bo-Kaap, auch Cape Malay Quarter genannt. Verschleppte Sklaven aus Indonesien, Sri Lanka, Indien und Malaysia besiedelten dieses vor ungefähr 200 Jahren. Später gaben sie ihrem neuen Leben in Freiheit einen frischen Anstrich, der auch der einfachen Orientierung diente. Stolz sind die Einwohner Bo-Kaaps noch heute, auf ihr Viertel und auch auf ihr Leben. In jeder zweiten Straße sei eine Moschee, scherzt mein Guide. Doch inzwischen leben hier nicht mehr nur …

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Die singende Düne – unterwegs im Sossusvlei und Dead Vlei

Irgendwo muss es stehen, das Blechblasorchester. Irgendwo im Wüstensand. Ganz deutlich höre ich den Sound einer Tuba aus der Düne heraus. Aus einer der größten überhaupt – Big Daddy oder Crazy Dune, wie sie auch genannt wird – scheint zu musizieren. Ich will die Seele der Düne erklimmen, nicht nur ihre Formen, die schon in zwei Stunden eine neue Gestalt annehmen werden. Denn das Aussehen von Big Daddy ändert sich stetig. Wo gestern noch Spuren im Sand geschrieben waren, ist heute alles verweht. Big Daddy ist mehr als eine Gestalt. Er scheint zu kommunizieren. Ich muss nur dem Klang folgen oder folgt die Musik doch eher mir? Jeder Schritt, den ich gehe, erzeugt ein tiefes Blasgeräusch. Ist das die Musik der Wüste? Oder eine trügerische akustische Fata Morgana, der ich aufgesetzt bin? Schweigend sitzen wir im Auto, als sich die Sonne im Osten über die Dünenlandschaft erhebt. Es ist ein sanfter Morgen, der durch den Nebel vom Atlantik das intensive Licht der Sonne dämmt. Wir haben uns in Decken eingehüllt, die Wüstenluft ist noch frisch. …

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Wie lebt man in der Namib Wüste?

Vier Autos! Ich kann es kaum glauben. Nie zuvor war ich wohl so wenigen Autos auf einer Strecke von 170 km begegnet. Noch nicht einmal in der Mongolei. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Seit wir den Ort Maltahöhe hinter uns gelassen haben, fahren wir auf Schotter. Links und rechts schauen wir in die monotone Weite, die nur von Zäunen etwas gestört wird und auf Zivilisation hindeutet. Doch eigentlich lebt hier niemand. Ein Schaf, eine Kuh – das ist schon die ganze Abwechslung in den nächsten zwei Stunden auf der C 19. Dort, wo wir das Flussbett des Fish River überqueren, steigen wir aus. Paviane laufen durch das trockene Flussbett, dessen Ufer mit seinem grüneren Farbton als die restliche Landschaft ins Auge sticht. Wir stehen auf der Straße – niemand der uns wahrscheinlich die nächste Stunde anhupen würde. Wir sind allein! 40 km vor dem Ort Solitaire kommt etwas Abwechslung vor unsere Frontscheibe. Da erheben sich auf bis 1900 Meter die Naukluft Berge. Ein Stück weiter hinten verschwimmt im zarten Rotton eine Dünenlandschaft. Immer …

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Ein Moment Stille – unser Unfall in der Wüste

12:10 Uhr war es, als die Uhr für wenige Sekunden still stand. Irgendwo zwischen Solitaire und Walvis Bay passierte es. Dort, wo die Hitze über der Wüste steht und es keine Orte mehr gibt. Dort, wo mehr Oryxantilopen und Zebras zu sehen sind, als Autos oder Menschen. An diesem Ort sollten unsere Uhren neu gestellt werden, und entschieden werden, ob diese Reise weitergeht – nicht nur die durch Namibia, sondern die unseres Lebens. Irgendwo zwischen Sossusvlei und Atlantik inmitten der Wüste sollte unser Road Trip zu Ende gehen. Wir hatten gerade den Gaub Pass passiert, als sich der unbefestigte Weg wieder wellte. Ein stetiges Auf und Ab auf Sand- und Kiesstraßen, das sich mit Kurven abwechselte und mich gegen Übelkeit kämpfen ließ. Plötzlich tauchen direkt vor uns in der verengten Kurve zwei Fahrzeuge auf. In dem Moment reißt Lars das Lenkrad nach links und wir geraten ins Schleudern. Links, rechts, links, rechts, links, rechts – neben uns ein vielleicht ca. 3-5 Meter tiefer Abgrund. Nicht in den Graben, war mein einziger Gedanke, als meine Welt …

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Das Farbspiel der Kalahari

Die untergehende Sonne im Westen strahlt unseren Rastplatz an. Hinter uns im Osten zucken Blitze am Abendhimmel. Irgendwo dahinten fällt Regen. Wir stehen mittendrin in diesem Lichtspiel. Auf einer glutroten Düne trinken wir unseren Sundowner während sich zu unseren Füßen Springböcke, Oryx- und Elenantilope im Abendlicht sonnen. Und plötzlich ist es wieder da, das Gefühl, das mich vor acht, zehn Jahren in Tansania und Uganda ergriffen hat – als ich in der Serengeti die Migration von Zebras und Gnus erlebte und als mich die grazilen Giraffenhälse im Nationalpark Murchison Falls nachhaltig beeindruckten. Wir sind in der Kalahari – ich bin endlich wieder physisch und auch mit Kopf und Herz nach Afrika zurückgekehrt. Der durch Eisenoxid rot leuchtende Sand der von Westen nach Osten verlaufenden Längsdünen ist durch hier vorherrschende Niederschläge von einer trockenen Buschvegetation überdeckt. Doch hier und da lugen Sandflecken hervor. Durch diese faszinierende Landschaft waren wir bereits am Nachmittag gelaufen. Mit einem Plan in der Hand hatten wir uns auf den Weg gemacht und sind die mittellange Strecke von 7,3 km in der …

Windhoek Namibia

Windhoek: Von Luxury Hill bis Katutura

Wie eine Oase in einer Wüste liegt Windhoek vor mir. Eine rotbraune Bergkette schlingt sich wie ein Gürtel um die Häuser und Grünflächen auf 1.700 Metern Höhe. Auas-Berge, Eros-Berge und Khomas Hochland umringen die Stadt. Was dahinter kommt, kann ich an diesem Morgen nur erahnen. Was sich da unten im Tal befindet, kann ich fast ebenso nur erahnen. Denn das, was von der Terrasse der Heinitzburg in Luxury Hill als Miniatur zu sehen ist, verliert beim näheren Hinsehen seine Schönheit. Schmucke Häuser aus der Kolonialzeit muss man im Stadtzentrum suchen. Vielmehr dominieren neue Gebäude und Baukräne das Stadtbild, das an diesem Morgen eine meditative Ruhe für eine 330.000 Einwohner zählende Stadt ausstrahlt. Auch ich bin noch nicht ganz da und will doch gleich mitten hinein. Fast jeden Touristen spült es irgendwann auf die Terrasse des Namibia Craft Centre, auf der man einen erhabenen Blick auf den Hof und die Straße werfen kann. Gute Speisen, jede Menge Souvenirs und nette Plaudereien. „Guten Morgen, Madame!“ Immer wieder muss ich mich schütteln, wähne ich mich nicht in Afrika. …