Alle Artikel mit dem Schlagwort: Amazonas

Amazonasdampfer

Auf dem Amazonas – eine Reise von Tabatinga nach Manaus

Zwei Flugstunden trennen die kolumbianische 9 Millionen Metropole Bogotá von diesem ruhigen Fleck im südlichen Zipfel des Landes. Ist Bogotá das pulsierende Herz, fliegen wir nun in die Lunge – in die grüne Lunge der Welt. Nur ein paar Wolken ziehen immer wieder einen Vorhang über die fantastische Szenerie, die aus einem monotonen Grünton besteht und so viel Leben in sich verbirgt. Ein Regenbogen scheint bei unserer Landung in diesem grünen Feld einen Akzent zu unserer Begrüßung setzen zu wollen. Willkommen im Paradies, willkommen im Dschungel! Keine Straße, die uns hier wieder herausführen könnte. Von weitem sehen wir unter uns eine schmale Schlängellinie, die sich uns nähert und an Form, Farbe und Größe gewinnt. Wir sind umschlossen von einem grünen Teppich, der nur durch diese Wassergewalt unterbrochen wird – den wasserreichsten Fluss der Welt, den Amazonas. Diese Reise beginnt als wir die Treppe vom Flugzeug hinabsteigen und gegen eine schwüle Wand laufen. Erst jetzt sind wir wirklich weg. Erst jetzt heißt es, ausgetretene Pfade zu verlassen. Von nun an ist unser Weg das Wasser. Vorbereitung …

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Urwaldgezwitscher – Eine Insel im Grünen

Mompox, Leticia, Villa de Leyva, San Agustin, Ushuaia, Tupiza, Fort Portal, Lushoto, Colonia del Sacramento, Pisco, Mirow, Copacabana, Nong Khai, Kharkhorin, Puerto Iguazú, Rheinsberg, Sinaia, Oberhof, Sighișoara, Liepāja, Jurmala, Neuruppin, Plau… Brainstorming. Meine Gedanken fließen, mein Kopf explodiert. Bilderkino. Kathedrale in Granada, bunte Dächer und Holzzäunchen in Mörön, Dekompressionskammer in Útila Town, Felskirchen in Lalibella, Flusstauchen in Bonito, mit besoffenen UNO-Mitarbeitern in Kibuye unterwegs… Viele Erlebnisse meiner Reisen finden sich in Krakelschrift im Notizblock niedergeschrieben. Zu lange her, zu wenig Zeit, sie in meinem Blog noch einmal zum Leben zu erwecken. Mir fehlen die Bilder, mir fehlt das Gefühl. Mir fehlen die Gerüche, die Klänge. Kleine Städte schrecken mich zum Leben und Wohnen ab, auf Reisen sind sie jedoch wunderbar. Im Urlaub will ich Klein. Je kleiner desto besser. Je kleiner desto erholsamer, je kleiner desto heimeliger, je kleiner, desto näher bin ich an der Natur. Und das schließlich zählt. Ich schaukle in der Hängematte auf meinem kleinen Balkon hin und her. Mein Blick starrt auf den Baum auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Aus diesem zwitschert es seit Stunden. …

Puerto Nariño

Unsere Tage am Amazonas: Puerto Nariño {DIARY}

Tausende von Papageien kreisen über unseren Köpfen, um in den wenigen Bäumen an der Carrera 1 zu landen. Puerto Nariño ist nicht nur ein Hafen für uns, sondern auch für die Vögel, die jeden Abend zwischen 17 und 18 Uhr aus dem Urwald zurückkehren. Hier legen sie sich zur Ruhe, um am darauffolgenden Tag wieder auseinander zu schweifen. Nur zwei Stunden mit dem Schnellboot von Leticia entfernt, befindet sich dieser Hafen der Ruhe. Der Amazonas bestimmt das Leben in beiden Städten. Doch während in der einen Stadt ein ohrenbetäubender Lärm der Mopeds durch die Straßen schallt, bestimmen nur spielende Kinder das Straßenbild des beschaulichen Urwaldstädtchens. Grillen zirpen, Vögel zwitschern und jedes weitere Tier stimmt in das Konzert der Urwaldklänge ein. Nur nicht-motorisierter Lärm aus Menschenhand stört hier die perfekte Idylle. Gerade eingerichtet auf dem Balkon des Hotel Lomas del Paiyü, stürmt eine Schulklasse die gegenüberliegende teuerste Adresse der „Stadt“ – das Hotel La Selva. Es kann nicht heißen, wir wurden nicht gewarnt. Tatsächlich hatte uns die Managerin dieses teuren Hotels darauf hingewiesen, dass sie eine …

Brasilien

Brasilien Reisetipps – und ewig lockt der Urwald

Meine Brasilienerfahrungen beschränken sich auf das Amazonasgebiet von Tabatinga bis Manaus, Corumba, Bonito und Foz do Iguaçu. Daher heisst es für mich definitiv, Brasilien steht weiterhin auf der To-Do-Liste. Aber meine absoluten Highlights dieses großen Landes, das so viel Abwechslung zu bieten hat, sind nun einmal Urwald, Urwald, Urwald. Gast-Puriystin Ninette wird aber bald weitere Reisetipps zu Brasilien hinzufügen. Denn Brasilien gehört ihr Herz. Stationen: Bonito – Corumba – Manaus Dieser Artikel wird noch erweitert. Zur Einstimmung ein Kurz-Video, das einen Eindruck von der Bootsfahrt auf dem Amazonas wiedergibt. Vom Dreiländereck Kolumbien, Brasilien, Peru geht es in 4 Tagen flussabwärts nach Manaus. Demnächst noch für diejenigen, die Wissen wollen, wie die Küche, das Bad und der Hängemattenplatz wirklich aussehen, die Langversion.

Teatro Amazonas

Teatro Amazonas in Manaus – Kultur im Urwald {DIARY}

Dieser Tag steht im Zeichen der Kultur und der Erholung. Morgens haben wir unser erstes Hosteltypisches Frühstück. Dann wollen wir natürlich als erstes unsere reservierten Flüge mit Copa für heute Nacht noch bezahlen und dingfest machen. Gern sollte es noch hinaus zum Strand gehenn, doch im Tourismusbüro wurde uns mitgeteilt, dass dort gebaut wird (was wir gestern eigentlich auch schon sahen) und außerdem haben auch sonst heute viele Sehenswürdigkeiten wie bspw. der Botanische Garten geschlossen. Dann suchen wir endlich das Teatro auf, um es nicht nur von außen sondern auch von innen zu begutachten. Eine halbe Stunde müssen wir warten, bis eine englischsprachige Tour gemacht wird. In der Zwischenzeit suchen wir noch ein paar umliegende Läden am Praca auf und verpassen fast unseren Rundgang. Die Oper wurde 1896 eröffnet, alles außer das Holz, wurden aus Europa rangeschafft. Und selbst das Holz wurde nach Europa geschifft, um dort von Könnern bearbeitet zu werden. Ziemlich crazy. Der Saal ist gut klimatisiert, was aber erst in den 70ern passierte. Auch die Farbe änderte sich in den 70er Jahren. …

Amazonas

3. Advent auf dem Boot {DIARY}

Der Tag beginnt früh. 6.30 Uhr aufstehen – dank Jetlag nach wie vor kein Problem für uns, frühstücken und dann zum Manaus Hostel fahren. Dort checken wir schnell ein und treffen unseren Guide von gestern, der gleich Verstärkung mitgebracht hat – nämlich Antonio aus Guyana, der uns heute gemeinsam mit Joyce, der Chinesin, begleitet. Wir laufen herunter zum Hafen, wo schon ein reges Treiben auf den Straßen ist. Sonntagmarkt heißt viele Stände und viel Gewusel. Heute Mittag schon soll das vorbei sein und die Ruhe über der Stadt hereinbrechen. Am Hafen sind unsere beiden Jungs erst mal auf der Suche nach einem Boot, so zumindest unser Eindruck. Die Tagestour nehmen die beiden wohl nicht so ernst. Schließlich haben wir zu sechst (Joyce, wir, Fahrer und die beiden Guides) ein größeres Boot für uns allein. Wir steuern erst einmal die nächste Wassertankstelle an und dann den lokalen Hafen, um noch Eiswürfel zur Kühlung zu holen. Dann steuern wir zunächst wieder den Encontro dos aguas an, wo Rio Negro und Rio Solimoes aufeinandertreffen und über 14 km …

Brasilien, Manaus

Manaus und der Weg zurück {DIARY}

Unser 3,5 tägiger Manausaufenthalt ist geprägt von einigen Gegensätzen. Wir verlassen das quirlige Hafenviertel, um hinauf ins besser situierte Adrianopolis zu fahren, wohl eine klassische Mittelstandsgegend. In Manaus tickt der Gegensatz. Hier oben sind die Hochhäuser, dort unten ist eher das Ärmere zu Haus. Gleich neben der riesigen Shopping Mall Manauara und einem riesigen Carrefour liegt unser Hotel. Dank ein paar Gutscheinen können wir hier zwei Tage etwas Luxus genießen. Luxus ist hier schon ein Swimming Pool, denn bei diesen schweißtreibenden Temperaturen ist der Pool auf der 13. Etage eine wahre Oase. Trotzdem zieht es uns zunächst wieder zurück in die Stadt. In einer Stunde geht die Sonne unter, die Müdigkeit überkommt einen und der Hunger klopft auch schon an. Wir fahren zum Praca Sao Sebastiao, wo sich das imposante Teatro Amazonas befindet, in dessen Glanz der gesamte Platz erscheint. Herausgeputzt ist alles, was um diesen Platz liegt. Geht man in die Seitenstraßen, endet schon der Hochglanz – Kolonialstyle ja, aber eben nicht herausgeputzt. Mittelpunkt eines jeden touristischen Aufenthaltes ist eben sowieso das Teatro, bevor …

Amazonas, Mädchen

Unser Weg auf dem Amazonas {DIARY}

Ein Papageienkonzert war es, was uns auch am nächsten Morgen nach dem ausdauernden Hahnengeschrei in den Tag wog. Und mit den Papageien kam auch der zu erwartende Regen. Urwaldtauglich war er allemal. Anstatt bei einem normalen morgendlichen Schauer zu bleiben, richtete er sich in seinem Tun ein und wurde zu einem festsitzenden Dschungelregen, der alles niederprasselte. Ein gutes Frühstück im überdachten Teil des Gartens war der letzte Komfort, den wir uns leisteten. Wir waren mit unserem Tuk Tuk Fahrer um 8 Uhr verabredet, um die notwendigen Behördengänge zu erledigen, ohne die unsere Bootsfahrt auch ein reiner Traum geblieben wäre. Die Zeit hatten wir gegen uns – leider vor allem durch die Zeitverschiebung, die mir immer unnötiger erschien – in einem Ort, der trotz zweier Nationalitäten doch ein zusammengewachsener war. Um 10 Uhr sollten wir am Boot sein. Um 12 Uhr würde es ablegen. Die Immigration öffnete nicht um 8 Uhr wie angekündigt, alles andere wäre auch ein Wunder gewesen. So warteten wir – einer ungeduldig, der andere geduldiger – am Flughafen. Zuvor waren wir durch den …

Amazonas

Das Boot, das früher ablegt {DIARY}

Das Abenteuer beginnt schneller als erwartet. Um ca. 15 Uhr erreichen wir Leticia. Der Landeanflug ist bereits wie vor zwei Jahren spektakulär. Weit und breit sieht man nur sattes grün – keine Häuser, keine Zivilisation. Und dann zur Rechten schlängelt sich erst klein in der Ferne, dann immer näher und größer der Amazonas entlang. Links von uns leuchtet ein Regenbogen. Der einzige Farbklecks in dem monotonen Grün. Der Urlaub beginnt da, wo man die Treppe vom Flugzeug heruntertritt und gegen eine schwüle Wand läuft. Jetzt ist man wirklich weg. Amazonasgebühr begleichen, Gepäck schnappen und ein Taxi nehmen. Dieses Mal leisten wir uns etwas mehr Luxus im Amazon B&B. Süße Hütte, üppiger Garten und viel Ruhe. Nur das teure Ambiente wissen wir fast nicht zu nutzen. Geplant waren zwei Nächte – etwas Erholung vor der strapaziösen Bootstour. Doch meist kommt doch alles anders. Schuld ist unser Tuk Tuk-Fahrer, den wir mitten in Leticia anhalten, um uns eben mal zum Hafen Tabatingas zu fahren. Gut, Hafen ist nicht gleich Hafen. Und so klären wir schnell das Missverständnis …

Leticia

Dreiländereck – Wann fährt das nächste slow Boat nach Iquitos? {DIARY}

30. Dez. 2009 – Weihnachten ist vorüber, die Ruhe ist vorüber. Mehr Touristen reisen an. Uns zieht es weiter, denn die Zeit drängt. Am Morgen des 28. Dezembers machen wir uns wieder auf den Rückweg nach Tabatinga. Leider müssen wir das Camp schon früh morgens verlassen, da die uns begleitende kolumbianische Familie mittags ihren Flieger nach Bogotá bekommen muss. Der Weg sollte schneller gehen, als der Hinweg. Shortcuts führen uns wiederum durch enge Kanäle. Doch dieses Mal ragen Stämme in das Wasser. Das heißt Rückkehr und Umweg oder Motor kurz anheben und die Stämme überqueren. Unser Bootsmann entscheidet sich für letzteres und so wird die Rückfahrt nicht langweilig. Baumstamm für Baumstamm überspringen wir. Unser Bootsmann hat wahre Freude. Inzwischen in den Übermut gesprungen, übersieht er, dass uns ein Boot entgegenkommt. Das wäre beinah schief gegangen. Durch die frühe Abfahrt sitzen wir dann einen ganzen Tag in Leticia. Wir schlafen im alten Hostel von Gustavo, wurden aber erst zum neuen Haus gefahren, das sogar einen Swimmingpool hat. Dort können wir zumindest kurz ein paar Dinge mit …