Alle Artikel mit dem Schlagwort: Brandenburg

Brandenburg, Uckermark, Boitzenburg

Seen der Uckermark

Wenn man mich derzeit fragt, was ich am Wochenende so mache, erwidere ich häufig: „Ihr findet mich in der Uckermark.“ Was mir in den letzten Jahren die Mecklenburger Seenplatte (und das beschauliche Dörfchen mit dem süßen Namen Kakeldütt) war, ist mir nun wieder das Gebiet zwischen Prenzlau, Fürstenberg, Zehdenick und Templin. Die Uckermark ist inzwischen zum (Zweit-)Wohnsitz vieler Berliner avanciert und so verwundern auch nicht die vielen B-Autokennzeichen auf den Straßen und Hinterhöfen. Manch ein Uckermärker ruft uns schon zu, dass hier die „Buletten“ alles wegkaufen. Knapp 600 Seen locken die Großstädter in die eiszeitlich geprägte Jungmoränenlandschaft, die alles andere als langweilig und monoton daherkommt. Schroff, wild und doch wunderschön, zieht sie viele Naturliebhaber aller Altersgruppen in den Bann. Wenn ich durch duftende Wiesen spaziere und auf holprigen Feld- und Waldwegen entlangfahre, die fast immer irgendwo etwas Unentdecktes preisgeben, wähne ich mich sofort auf einer kleinen Reise. Die Großstadt ist dann weit weg. Den Entdeckerdrang kann man in der Uckermark wunderbar ausleben. Wer träumt am Ende eines Ausflugstages nicht von einem Haus am See? Vielleicht ist es auch ein bisschen Nostalgie, die in …

Lychen

See-Hopping in der Uckermark – Die Früchte des Sommers

Die knorrigen Äste hängen tief über unserem holprigen Feldweg und ächzen unter der Last der Früchte. Pflaumen, Mirabellen, Kirschen, Äpfel – aufgeregt halten wir am Wegesrand, als ein Fahrzeug mit einem Uckermark-Kennzeichen uns ungeduldig überholt. Sicherlich wird sich der Fahrer denken: Diese Berliner wieder. Was mich heute so entzückt, ließ mich noch in meinen Kindheitsjahren auf dem Land kalt. Doch so ändert sich Wahrnehmung und Bedürfnis. Hastig strecke ich mich zu den Ästen aus, um ein bisschen von dem frischen Obst zu ergattern und abwechselnd in meinem Mund und Beutel verschwinden zu lassen.  Auf dem Weg zur Krüseliner Mühle Die Allee der Früchte, wie ich sie nun nenne, liegt zwischen Beenz und Mechow. Sie führt mitten durch Felder und Wälder und endet für uns an der Krüseliner Mühle am idyllischen Krüselinsee. Es frischt auf, als wir auf der Terrasse der Krüseliner Seeschänke speisen und dem emsigen Treiben der Kanuten aus der Ferne zusehen. Der 1.700 Meter lange Krüselinsee ist der klarste See der Feldberger Seen mit einer Sichttiefe von etwa 12 Metern und bewegt sich …

Kaserne Vogelsang

Lost Place Vogelsang oder lost in Brandenburg

Ein erneuter Ausflug zu den Heilstätten Beelitz hat mich kürzlich wieder auf den Geschmack der Lost Places in Brandenburg gebracht. Orte, die sich die Natur langsam wieder zurückerobert. Orte, die man mit einem erhöhten Pulsschlag betritt, wenn das angebrochene Parkett oder die kaputten Dielen unter den Füßen vibrieren, Putz von den Wänden bröckelt und nur das Vogelzwitschern durch die längst gebrochenen Scheiben in das Innere der Gebäude dringen. Häuser, die überwuchern. Dächer, die eingebrochen sind. Mauern, auf denen Bäume und Gras wächst. Und dann ist da der einzige Farbklecks, der in den letzten Jahren hinzugefügt wurde – Graffitis. Wir sind in Vogelsang.      Anreise nach Vogelsang Man erreicht das Gelände von verschiedenen Seiten. Wir haben ein Stück hinter dem Bahnhof unser Auto abgestellt. Dienlich war diese Karte vom Grundstück. Hier überquerten wir die Schienen und kommen schnell auf einen Weg, der an einer alten, längst eingefallenen Schranke an den Schienen endet. Andere parkende Autos (vornehmlich mit B-Kennzeichen) weisen übrigens darauf hin, das man mit Sicherheit nicht allein ist. Wir liefen ca. 3km durch den Wald auf …

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Tiger Diego sucht Stube

Im Garten des Wildkatzenzentrums Felidae herrscht an diesem Dienstagmorgen eine ausgesprochene Ruhe. Kaum zu glauben, das sich hier heute ein besonderer Gast seinen Weg durch das feuchte Laub bahnt. Fast etwas unbeholfen und doch zugleich stolz und selbstsicher springt Diego durch die Mulden, versteckt sich hinter dem Gehölz, um dann Anlauf zu nehmen und mein Bein zu umschlingen. Fast wie meine Hauskatze, aber nur fast. Denn Diego, der hier heute schon einmal sein neues Zuhause erkundet, ist kein Stubentiger, sondern ein echter Tiger. Doch was macht ein Tiger in Brandenburg? Das fragt sich sicherlich auch Diego. Noch mit geschlossenen Augen gerade einmal 5 Tage alt wurde er am 13. August in einem Körbchen vor der Tierarztpraxis von Frau Dr. Doris Tesch gefunden. Ausgezehrt, dehydriert und mit Nierenversagen ging es hier ums Überleben. Dank einer intensiven Behandlung mit Infusion und Aufenthalt in einer Sauerstoffbox kam Tiger Diego wieder zu Kräften. Doch wo sollte er von nun an leben? Was jetzt noch süß und klein anmutet, wird bald ein ausgewachsener Tiger sein, der ca. 250 kg auf …

Triathlon Templin

Wieder am Treppchen vorbei: Triathlon Templin

Am letzten Samstag habe ich nach zwei drei Jahren (oh, bin ich faul) endlich einmal wieder an einem Volkstriathlon teilgenommen – dem AHORN Seehotel Templin Triathlon. Spontan und wie immer ohne ein ordentliches Training im Körper ging ich um 15 Uhr an den Start. Es muss ja nicht immer gleich ein IronMan sein, und so begnügte ich mich mit 500 Meter Schwimmen im Lübbesee, 20 Kilometer auf dem Rad im Templiner Umland und 6 Kilometer Laufen auf einem wunderschönen Rundkurs, der über Stock und Stein am Ende direkt am See entlang führte. Auch wenn die Sonne pünktlich zum Startschuss hinter den Wolken verschwand, so waren auch die äußeren Bedingungen sehr angenehm. Obwohl es erst der zweite Triathlon in Templin war, wirkte die Organisation sehr professionell und eingespielt. Dennoch ärgert mich ein Punkt gewaltig – wieder musste ich mich mit dem undankbaren vierten Platz in meiner Altersklasse zufrieden geben und so bleibt mir nun nur die Analyse, ob ich am Treppchen vorbeigeschwommen, vorbeigeradelt oder vorbeigerannt bin. Aber die nächste Chance auf einen Podestplatz wartet schon, wenn ich am …

Rheinsberg, Deutschland, puriy

Rheinsberg – zwischen Seen, Schloss und schönen Künsten

Wieder klappern die Hufe über das alte Kopfsteinpflaster der Stadt. Es ist nicht die erste Kutsche, die uns in der weitläufigen, typischen brandenburgischen Allee überholt. Wer nach Rheinsberg kommt, verspürt ein bisschen den Charme alter Zeiten. Immer wieder habe ich Bilder meiner Schulzeit von Fontane vor Augen. Und da dürfen Kutschen und niedrige Häuserfassaden natürlich nicht fehlen. Was auch nicht fehlen darf, ist das Schloss, für das das beschauliche Städtchen mit perfekter Wald- und Seenlage weit über das Ruppiner Land hinaus bekannt ist. Viele Jahre fuhr ich regelmäßig durch Rheinsberg auf meinem Weg in den Norden. Allenfalls für ein Eis oder einen Stopp in der Bäckerei reichte meist die Zeit. Manch eine Kanutour begann hier auch vor Jahren. Doch eines war immer gleich – ein verhülltes Schloss. Mal war es die rechte, mal die linke Seite, nie bekam ich die volle Schönheit zu sehen. Der Ort, an dem Friedrich der Große seine glücklichen Kronprinzenjahre verbrachte, entfaltete sich nie in seiner vollen Pracht. Was auf dem ersten Blick wie eine normale brandenburgische Architektur aussieht, wurde von …

Sedlitzer See - header

Mit Longboard das Lausitzer Seenland entdecken

Ein langes Wochenende steht bevor. Zeit für einen Ausflug ins nahe gelegene Lausitzer Seenland – wo zu Zeiten des real existierenden Sozialismus die großen Schaufelradbagger standen und sich Braunkohlemondlandschaften erstreckten. Ich muß zugeben, mich selbst verschlug es damals nie in diese Gegend. Nichts lag ferner von einem Erholungsgebiet als die Gegend rund um Senftenberg. Ich habe noch immer die Erzählungen in den Ohren, wie unzählige Orte weichen mußten, um das Plansoll zu erfüllen. Es kommt mir wie ein anderes Leben vor als ich an diesem Ort an den unzähligen Seen vorbeifahre. So kann also Transformation funktionieren – vom Kohltagebau zum Erholungsgebiet, unterschiedlicher kann eine Region kaum sein. Um so erstaunlicher ist also, was ich hier vorfinde. Mit unseren Longboards unter den Füßen wollten wir nun dieses beeindruckende Seengebiet erkunden. Was wir vorfanden, ist ein Paradies für Aktivitäten mit Rad- und Rollensportgeräten. Kilometerlange asphaltierte Wege rund um die Seen locken Fahrradfahrer, Inlineskater, Sommerskifahrer, aber nur eine handvoll Longboarder an die frische Luft. Man kann sich ganz der Freiheit auf dem Board hingeben und sich den Wind …

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Es war einmal Brandenburg {inkl. Bonus-Tipps für den Nordosten)

Seit einem Jahr rauschst Du an mir vorbei. Oder ich rausche an Dir vorbei. Oder so ähnlich. Jede Woche, wenn ich durch deine majestätischen Linden- und Eichenalleen auf dem Weg gen Norden düse, denke ich darüber nach, wie schön es einst mit uns war. Die Liebe startete so ziemlich genau im Sommer 1997. Als ich ein Jahr zuvor endgültig nach Berlin zog, wollte ich eine Großstadt. Doch im Sommer, wenn die Hitze sich in die Straßen legte und jeder von Berlin und seinem Drive schwärmte, dürsteten meine Poren nach Wasser. Es war Zeit für eine Erfrischung. Ob nach der Uni, vor der Arbeit oder am Sonntagmorgen, wenn ich aus den Clubs kam – immer war Zeit für ein Stück Brandenburg und seine Seen. Häufig setzte ich mich spontan ins Auto und fuhr einfach allein für 3-4 Stunden raus – Gorinsee, Liepnitzsse, Werbellinsee, Bauernsee – alle waren schnell vom Prenzlauer Berg aus zu erreichen. Irgendwann reichten mir die kurzen Erfrischungspausen im Umland nicht mehr, meine einstigen Geheimtipps wurden Jahr für Jahr zu ausgetretenen Pfaden der Großstädter. …