Alle Artikel mit dem Schlagwort: Chile

Palast La Moneda

Santiago de Chile unter einer Dunsthaube

Die Gipfel der Anden, die Santiago de Chile einrahmen, verlieren sich im Dunst der Stadt. Immer wieder fallen meine Lider zu, während sich spanische Fetzen durch meine Gehörgänge bohren. Ich fühle mich irgendwie wieder zuhause, obwohl ich noch nie in Chile war. Aber die Füße auf den südamerikanischen Kontinent zu setzen, ist immer wieder wie ein „Zurückkommen“ – egal in welches Land. Dass ich 2016 hier landen würde, war nicht vorhersehbar und auch nicht geplant. Eigentlich wollte ich ein Jahr pausieren, einen Bogen aus persönlichen Gründen darum machen, und dann kam alles anders. Weil eine Reise, die ich mir nicht erträumte, genau hier ihren Anfang finden sollte. Weil ich in Kürze schon Südamerika wieder verlasse, um zu den Ufern eines anderen Kontinents aufzubrechen: der Antarktis. Santiago de Chile vom Gipfel des Cerro San Cristóbal Nur wenige Stunden bleiben, bis ich wieder am Flughafen sein werde. Eine Stadttour wurde für uns gebucht. Völlig übernächtigt nehme ich auf, was mein Gehirn nicht weiter zu verarbeiten fähig ist. Ich bin überfordert – mit mir, dem Programm und der …

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Wir lagen vor Kap Hoorn

Es ist Sonntagmorgen, der erste Advent, als ich den Vorhang noch ein Stück weiter beiseite schiebe, um nicht den Moment zu verpassen, in dem eine Landmasse hinter der doppelten Scheibe auftaucht. Noch blicke ich auf das offene Meer. Seit knapp 3 Tagen sind wir nun am Bord der MS Midnatsol von Hurtigruten. Ein gutes Stück mit chilenischen Fjorden, Gletschern und Bergen liegt hinter uns. Immer war irgendwo eine Bergkette oder Insel in Sichtweite, als wir die Magellanstraße und später den Beagle Kanal passierten.   Doch seit wir gestern Abend von Puerto Williams ablegten, um den südlichsten Punkt Südamerikas (naja, genau genommen sind das die 100 km entfernten Diego-Ramirez-Inseln, aber die sind schließlich nicht bewohnt) anzusteuern, gibt es nichts, was den Horizont von seiner Monotonie ablöst. Mein Magen kämpft langsam gegen den Rhythmus der Wellen an. Ich schwanke ein wenig durch die Kabine und fische mein Notfallkit gegen Seegang aus dem Schrank. Nicht, dass ich es schon bräuchte. Aber sicher ist sicher. Punkt 7 Uhr wird der Anker gesetzt. Wir haben Kap Hoorn erreicht. Rund 10.000 Menschen wurde dieses Stück …

Madlen Lesung ITB 2015

Meine ITB 2015 – nach der Reise ist vor der Reise

Ich bin nun endlich richtig in Berlin angekommen, nachdem ich in den letzten Tagen in den Ausstellungshallen der ITB 2015 durch die ganze Welt stolperte – übermüdet, erkältet und jetlaggeplagt (immer 6 Stunden hinten dran). Und so rauschten Länder, Farben, Gerüche in Windeseile an mir vorbei, während ich mich nach meinem morgendlichen Kaffee am Kolumbien-, Venezuela- oder Brasilien-Stand von der Halle 1.1 auf den Weg in neue Reiseplanungen begab. ITB 2015 schon im vollen Gang Dabei hatte die ITB 2015 schon am Dienstagabend ohne mich angefangen – oder irgendwie auch dort, wo man es nicht vermutete, in der TAP-Maschine von Lissabon nach Berlin. Umringt von der portugiesischen Tourismuswirtschaft stimmten wir uns schon auf die folgenden Tage ein. Der erste Tag endete wie im vergangenen Jahr auch im Bikini House, doch dieses Mal hostete South Africa die Party, während uns iambassador zum Travel Tweet-Up nach Kreuzberg lud. Nicht frisch fand ich mich dann in meinem afrikanischen Lieblingsland – Äthiopien –wieder, das neben der alten Kaffeetradition auf den kulturellen, geschichtlichen und landschaftlichen Reichtum verwies. Das Ethiopian Airlines der HUB …

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Chile, das Land auf einem Pulverfass

Ich hätte es wissen müssen,  denn mein chilenischer Freund hatte es mir schon vorher gesagt. Eine Woche bevor ich nun endlich seine Heimat kennenlernen sollte, meinte er, dass in Santiago gerade die Erde bebe. Chile, das Land auf einem Pulverfass. Ich bin schon oft in Ländern herumgereist, in denen die Möglichkeit bestand, dass die Erde beben oder ein Vulkan ausbrechen könnte, aber ich hatte noch nie hautnah ein derartiges Erlebnis vor Augen. Die Erde lebt, sie bewegt sich, sie brodelt. Aber, wenn man in Deutschland lebt, könnte man manchmal denken, sie steht still. In Chile wurde ich eines Besseren belehrt. Es begann im Reserva Nacional Malalcahuello-Nalcas. Das Ziel unserer Wanderung sollte der Crater Navidad sein. Wir stapften durch Asche und erkaltete Lava. Auf einmal eröffnete sich uns ein Blick auf einen gewaltigen, kilometerlangen und sehr breiten erkalteten Lavastrom, der sich mit aller Gewalt durch die Landschaft walzte, als der Crater Navidad im Jahr 1988 zum letzten Mal Feuer spie. Alles Leben schob er davon, alle Bäume, alle Pflanzen, alles. Nichts blieb übrig. Ich blieb wie eine …

Torres Del Paine

Mein Chile

Interview mit Inka Chall. Welches Ereignis oder Erlebnis geht Dir nicht aus Deinem Kopf? Ohdumeinegüte, das sind so viele: Die netten Leute vom Hostel in Puerto Natales, wo ich mich richtig heimisch gefühlt habe und der Hostelmanager jeden Abend mit Gitarre und seiner fantastischen Stimme Privatkonzerte gab. Sowieso viele interessante Begegnungen. Das krasseste Klo, was ich in meinem Leben gesehen habe (im Torres del Paine Nationapark). Der unfassbar schöne Anblick des Grey-Gletschers unter mir am sonnigen Morgen nach einer Horror-Passüberquerung am Tag zuvor und einer eiskalten Nacht im Camp. Feuerland mit seinen Südbuchen. Die Vielfalt der Farben und die Weite der Atacama-Wüste. Die Erfahrung, dass ich sogar mit einer Gruppe reisen kann, obwohl ich immer gedacht habe, dass mir das auf den Keks geht, denn ich bin sonst immer gerne alleinereisend. Das Schöne: Immer wieder fällt mir etwas anderes ein, achja, das war ja auch noch… Was war Deine größte Enttäuschung? Kann man auf Reisen so richtig enttäuscht sein? Das hängt ja immer von den eigenen Erwartungen ab. Ich versuche, möglichst offen zu reisen, deshalb …

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Mein Lateinamerika

Wenn ich an Lateinamerika denke, höre ich Musik. Endlose Busfahrten, die mir immer mit einem Schwall an Lebensfreude verschönert wurden. Wenn mir wieder Hühner unter den Sitz geschoben wurden und der Kopf des Nachbarn auf meine Schulter fiel, dann stimmte mindestens ein Passagier in ein Salsa- oder Cumbias-Lied ein und zauberte ein kleines Lächeln auf meine Lippen. Das ist „mein Lateinamerika“, wie ich es liebe. Von den sommerlichen Temperaturen inspiriert starte ich diese Woche die neue Serie „Mein Lateinamerika„. Von Mexiko bis Chile – soll dabei die Reise gehen. Und da nicht nur ich mein Herz jenseits des Atlantiks verloren habe, lass ich dieses Mal andere Reiseblogger zu Wort kommen. In dieser Woche stellt Euch jeden Tag ein Reiseblogger ein lateinamerikanisches Land vor und gibt Tipps und Einblicke. Und auch danach wird diese Rubrik gefüllt. Den Anfang macht Steve von Back-Packer.org, der uns „sein Argentinien“ vorstellt. Montag    Ute von Bravebird stellt uns „ihr Brasilien“ vor. Dienstag   Doris von Littlemissitchyfeet stellt uns „ihr Uruguay“ vor.  Mittwoch    Inka von Blickgewinkelt stellt uns „ihr Chile“ vor. Donnerstag    Florian von flocblog stellt uns „sein Bolivien“ vor.  Freitag   Nadine von Traumweltenbummler …

Feuerland

Crossing Chile {DIARY}

Um 3.30 Uhr holte uns der Wecker aus einer bereits schlaflosen Nacht. Eine ausgebuchte Nancy bedeutete auch viel Lärm. Schlaftrunken begaben wir uns auf den langen Weg in das Stadtzentrum, wo unser Bus abfahren würde. Unsere Taschenlampen konnten wir schnell wieder wegpacken. Die Stadt wurde von einem seltsamen blauen Licht erleuchtet und die Häuser und Boote spiegelten sich wunderschön im Wasser des Beagle Kanals. Unser Bus war der klapprigste. Warum haben wir immer so ein Glück? 12 Stunden – das wird noch eine kurze Tour. Schnell kämpfte ich an zwei Fronten – mit der Übelkeit und gegen die Kälte, die mir den Blick auf die schöne Landschaft, die schneebedeckten Gipfel, verwährten. Der Abschied fand schon in Ushuaia statt. In Tolhuin halten wir an einer Bäckerei, nette Idee, aber ich kämpfe weiter nur gegen meine Bauchkrämpfe an. Das Land wird ab hier nur noch platt und büschelig. Die typisch patagonische Flora findet hier ihren Anfang. In Rio Grande wartet ein besserer Bus auf uns. Noch sind wir in der Zeit, die wir schnell an zwei Grenzüberschreitungen …