Alle Artikel mit dem Schlagwort: Cuba

Drei Freunde?

Der dritte Mann am Tisch – Kuba 2014

Che ist omnipräsent. Fidel auch, aber stiller. Es wird da etwas kommen, nur was, das mag noch niemand sagen. Zu spüren ist nichts, doch zu hören schon – offener, als ich es mir vor meiner Reise dachte. Und so habe ich ein bisschen das Gefühl, „gut, dass ich es jetzt noch einmal so gesehen habe, das Kuba des Fidel,“ auch wenn mir bei diesem Gedanken etwas unwohl ist. Internet gibt es nahezu nicht – zumindest für die Bürger. Doch dann führt uns ein Ehepaar einer Casa Particular stolz Ihre Einwahl ins Telefonnetz vor. Voilà, wir sind im World Wide Net. Wenn das Fidel wüsste. Was ist verboten, was ist erlaubt und was einfach nur geduldet? Als wir meinen Eltern mitteilten, dass wir nach Kuba fliegen – natürlich individuell, machte sich ein ungutes Gefühl bei meiner Mutter breit. Was wollt Ihr denn dort essen? Nicht, dass sie mir die Frage je zuvor auf meinen Reisen nach Äthiopien, in die Mongolei oder Uganda gestellt hätte. Nein, sie hatte in den 90ern nur leere Läden in Kuba gesehen. …

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Big Party tonight or Salsa is in the air

Huhn oder Ei – ist hier manchmal die Frage. Wo Touristen sind, ist die Salsa-Combo nicht weit. Kaum ein Restaurant, in dem das Essen oder der Drink nicht von einer Band begleitet wird. Kuba ist Musik – definitiv. Aber auch der Show. Im Kulturzentrum Viñales spielt Show eine gehörige Rolle. Jeden Abend gegen 21 Uhr treffen sich hier die Reisenden und Einheimischen, um Schritte zu lernen oder auch Schritte aufeinander zuzugehen. Mich erinnert es ein bisschen an ein Zusammentreffen zur Völkerverständigung. Von Anfang an ist klar, hier ist man nicht lang allein. Unauffällig pirscht sich die kubanische Jugend an die jungen und weniger jungen Touristen und Touristinnen heran, um sie dann zum Schritt in die richtige Richtung zu bewegen. Die Richtung zeigt eindeutig Tanzfläche. Egal was gespielt wird – ein Basic-Salsaschritt geht immer. Am Anfang spielt nur die Stadtcombo Valle Son. Erst nach einer Stunde lockern sich die Glieder der Einheimischen, die hier und da mal für einen Song fast beiläufig ein kleines Tanzkunststück aufs Parkett legen – unter den erstaunten Blicken der Touristen. Dann …

Kuba Reisefuehrer Im Test

Reiseführertest Kuba

Aufgrund der begrenzten Internetmöglichkeiten ist ein guter Reiseführer und detailgetreues Kartenmaterial von Kuba umso wertvoller, besonders wenn man individuell unterwegs ist. Nicht, dass es ohne nicht gehen würde, aber „mit“ ist es in Kuba einfach besser. Und so hatten wir gleich drei Reiseführer im Gepäck, die wir einmal für Euch getestet haben. Je nach Fokus hat jeder seine Vor- und Nachteile. Bei der Unterkunftssuche war uns stets der Lonely Planet sehr hilfreich, mit seiner breiten Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten. Zudem gab er uns besonders in der ersten Ideenfindung für unsere Reiseroute gute Tipps, was man nicht verpassen sollte – gerade bei einem so kurzen Zeitrahmen von zwei Wochen, wie wir ihn hatten. Das besondere Plus war seine Aktualität – da er pünktlich zu unserer Reise erschienen ist. Das merkte man auch an einzelnen Inhalten, die im LP immer topaktuell beschrieben wurden. Der DuMont überzeugte uns wie immer mit seiner Aufmachung, seiner Übersichtlichkeit und vorallem seinen Hintergrundinformationen. Er war für uns besonders auf der Reise durch’s Land hilfreich, um uns über die einzelnen Orte  einzulesen und vertiefende …

Kuba Strand, CayoJutias

La Isla Bonita – Kubanische Strände im Test

Vamos a la playa! Ganz ohne Strand geht es auf Kuba denn doch nicht. Kuba und Strand gehören einfach zusammen. Und da wir um Varadero einen Bogen machten, fragten wir uns, wo man denn weg von den „Hotelburgenstränden“ die Seele baumeln lassen kann. Zufällig erwischten wir ganz nette Plätzchen, die wir Euch nicht vorenthalten wollen. Was ist also der perfekte Kuba Strand? Unsere schönsten Kuba Strände Cayo Jutías – Las Brujas (Cayería del Norte) – Playa La batea – Playa Ancon   Cayo Jutías Noch einmal geht es einen Damm entlang direkt durch das türkisfarbene Meer. Hinter uns lassen wir die kleinen Hügel mit abgerundeten Kuppen liegen, die wie einer kleinen Traumwelt entsprungen aus dem Boden wachsen. Noch einmal legt sich der Weg wie eine Schlange um die Hügel. Dann sehen wir das Meer. 1,5 Stunden bzw. 65 km liegen zwischen der Mogote-Welt von Viñales bis zum straßenbreiten Damm – der ca. 5 km Festland und die Cayo Jutías verbindet. Auf dieser Insel gibt es nur Wasser, Sand, Mangroven und Meer – und ein Restaurant. Hier gibt es …

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Wenn die Luft raus ist

Wir sind auf dem Rückweg von Viñales und irgendwie bedeutet Rückweg auch immer gleich baldiger Abschied. Es sind zwar noch fünf Tage bis zu unserem Abflug aber als wir die uns bekannten Straßen passieren, schwingt doch ein Stück Melancholie mit – die des Abschieds. Wir wollen nun noch einmal weg von den Touristenmassen und entscheiden uns – bevor wir mit Trinidad den Höhepunkt erreichen – gegen die Schweinebucht und für die Stadt Cienfuegos. 100 Feuer haben hier gewütet? Oder ist sie doch nur nach dem spanischen General und Gouverneur José Cienfuegos benannt? Ich bin gespannt, erwarte das Schlimmste und werde doch zunächst mit einem positiven Eindruck belohnt. Denn was sich ab dem Prado zeigt, kann sich ruhig sehen lassen. Freundlich, kommt die wohl sauberste kubanische Stadt daher. Und je weiter man gen Süden fährt, desto weniger kubanisch geht es hier zu. Hier lebten einst die Reichen der Stadt und so reihen sich Villen aneinander und mächtige Gebäude. Links und rechts ist nur noch das Meer. So lässt es sich leben. Ins letzte Haus dieser kleinen Landzunge …

Malecon aus dem Auto

Die Dusche vom Malecon

Wo sind sie nur, die romantischen Liebespaare, die jeder Tourist hier erwartet? Wir sind auf der wohl berühmtesten Uferstraße oder, wie Malecón auf Spanisch heißt, an der weltbekannten Ufermauer aus Stein – pünktlich zum Sonnenuntergang. Und es war nicht ganz einfach. Denn irgendwie sieht man auf den tollen Fotos und in den Videos immer nur den sehnsüchtigen Blick vom Malecón auf das Meer. Auf der Brüstung machen sich die liebenden Paare sehr gut. Doch dass diese Pärchen erst einmal die breite, verkehrstüchtige Straße überqueren müssen, die ziemlich unromantisch direkt an dieser berühmten Ufermauer aus Stein mit Fußweg liegt, sieht man nicht. Es gibt wahrlich schönere Plätze auf dieser Welt, aber keiner drückt wohl so sehr gewisse Sehnsüchte aus. Wir sind endlich drüben, bauen uns mit Kamera auf. Außer ein paar Angler ist weit und breit niemand zu sehen. Wir wollen ein bisschen von diesem Gefühl einfangen, als sich vor mir eine Wasserwand auftürmt und ich nicht schnell genug auf die Straße rennen kann. Nun stehen wir beide von Kopf bis auf die Unterhose durchnässt am …

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Der Hoffnungshafen vor Viñales

Hinter der Höhle Cueva de Indio geht es weiter, immer weiter bis zum Hafen der Hoffnung. Puerto Esperanza ist nicht das klassische Touristennest. An der Höhle kehren die Touristenbusse um, die unseren Höhlenbesuch gerade kräftig verhageln. Dabei hatte ich mich mit Magenproblemen gerade so mit dem Rad hierher geschleppt. Um 11 Uhr wird uns jedoch mitgeteilt, wir sollten um 16 Uhr zurückkehren, dann seien die Touristenladungen weg und der Weg wieder für unseren Höhlenbesuch frei. Zugegeben, wir sind etwas erstaunt. Wir wollten doch einfach nur relaxt die Gegend um Viñales erkunden und erwarteten nicht gleich solche Anstürme wie auf dem Machu Picchu. Wo geht denn die Straße hier weiter, fragen wir die Kassiererin. Nach Puerto Esperanza – direkt am Meer – seien es nur 15 km. Ohne Magenprobleme wäre das doch ne nette Radtour, mit diesem Handicap jedoch drehen wir um und schauen uns stattdessen erst einmal die 180 m lange Mural de la Prehistoria an der Felswand des Mogotes Dos Hermanas an. Hierfür braucht es keine Eintrittsschranke, denn von weitem ist diese schon sichtbar. …

Las Salinas

Der Schein der Karibik – die Inselwelt der Cayería del Norte

Glatt liegt es zu meinen Füßen – das karibische Meer. Nur ein fernes Schwappen an die kleine Steilküste stört die sonstige vollkommene Ruhe. Hier und da fliegt eine Möwe oder ein Pelikan über das türkisfarbene Wasser hinweg. Die Sonne schickt ihre ersten Strahlen hinunter, um dem Meerblau seine satte Farbe zu verleihen. Der zweite Morgen meiner Kubareise ist angebrochen. Und ich genieße den Blick von meinem Balkon. Nur ein paar Mücken stören das perfekte Gefühl. Wir hatten uns spontan zu diesem ersten Stopp unseres kleinen Kuba-Roadtrips entschieden. Schuld war eigentlich Condor, die Flugroute oder das Wetter. Seit den Bahamas konnte ich meinen Blick nicht mehr vom Fenster lösen. Ich hatte zwar schon mehrfach diese Route mit fast immer solch einem herrlichen wolkenlosen Blick überflogen. Aber dieses Mal hatte man ja eine Idee und wusste, da unten liegen die Keys – die Cayerías del Norte oder Jardines del Rey mit ihren 17 km Strand. Und dann führte da so ein langer Streifen direkt durch das türkisfarbene Meer. Wir schauen uns an und wissen, wir nehmen dieses …

Mietwagen Kuba

Kubanischer Untersatz – The American way of Cars

Ich war schon fast ein bisschen enttäuscht, als ich auf meinem Weg vom Flughafen nach Santa Clara fast nur russische, französische und koreanische Autos entdeckte. Auch unser Taxi war ein Peugeot. Der perfekte Mietwagen in Kuba Wo sind denn nun eigentlich die superschönen amerikanischen Oldtimer, von denen es auf Kuba zuhauf geben soll? Oder hatte sogar schon die im Dezember verkündete Auto-Import-Reform Raúl Castros gegriffen? Natürlich nicht, denn wer kann sich in Kuba schon unsere Autos für horrende Preise leisten. Kaum fuhren wir in die Stadt, waren sie dann auch schon alle da – alte Pontiacs, Plymouths, Chevrolets mischten sich unter Kias, Ladas und Moskwitschs. Ich bin kein großer Autofreund – für mich ist ein Auto normalerweise lediglich ein fahrbarer Untersatz, der funktionieren muss. Optik ist dabei eher Nebensache. Doch in Kuba drehte sich auch bei mir das Blatt. Die Mietwagen sind größtenteils koreanische und wenn es exklusiver sein darf französische Marken – aber ich habe keine Sorge, dass die amerikanischen Marken in naher Zukunft von den Straßen verschwinden werden. Sie sind die perfekten Mietwagen …

Pferde in Vinales

Heißer Tabak oder der Geschmack Kubas

Tabakduft liegt in der Luft als wir durch die Felder rundum Viñales reiten. „Tabak, Rum und Kaffee – das ist Kuba, das ist das, was Touristen wollen“, weiß unser Guide Alfredo zu sagen. Er weiß aber noch mehr. Touristen wollen in der Regel auch kubanische Frauen, alternativ auch Männer. Ist egal. Alle sind caliente. In Kuba ist es nicht nur heiß, sondern auch die Menschen sind hot – so wie in Puerto Rico und der Dominikanischen Republik – eben auf den karibischen Inseln. Einen deutschen Freund hat eine Kubanerin so fertig gemacht, dass er am nächsten Tag nicht mehr reiten konnte. Fuerte ist hier nicht nur der Tabak. „Wir Kubaner haben nicht viel, aber wir brauchen auch nur Rum und Salsa; dann geht es mit der nächsten Chica ab ins Bett.“ Es ist nicht so, dass ich allein reite. Wir sind als Paar unterwegs, doch das scheint Alfredo nicht zu stören. Nein, er will uns nur ein Gefühl davon geben, was Kuba ist. Eben caliente. Er selbst ist 27 Jahre alt und bereits zum dritten …