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Das Leben anderswo

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Es gibt so Momente der Abreise, da hat man eine Ahnung. Auf vielen meiner Reisen schaute ich noch einmal wehmütig aus dem Flugzeugfenster – mit dem Gefühl, mir dieses Bild einprägen zu müssen. Denn das Bild, das unter den Tragflächen und dann unter den Wolken verschwand, würde das letzte von diesem Land sein, das ich in der Regel nicht wiedersehen werde. Warum? Weil ich früher nie Länder zweimal bereiste. Erst kommt die Welt und dann geht es vielleicht noch einmal von vorne los. Doch dann kam Kolumbien und mit diesem Land brach ich die Regel. Ich brach sie einmal, zweimal, mehrmals.

Am Flughafen

Am Flughafen

Als ich vor vier Monaten Quito verließ, spürte ich keine Wehmut. Da war nicht dieses Gefühl, einen Augenblick festhalten zu müssen, vielleicht weil ich auch hier wusste

Quito, ich bin mit Dir noch nicht fertig!

Nach 55 Ländern, die ich bereist habe, frage ich mich, warum eigentlich die Eile. Warum immer von Land zu Land hasten, nur um festzustellen, dass viele Momente nicht mehr getoppt werden können. Der Rastlosigkeit folgt 2015 ein bisschen mehr Ruhe, zumindest denke ich das jetzt noch.

Auf dem Plaza de San Francisco

Auf dem Plaza de San Francisco

Es sollten eigentlich 8, 12 Wochen werden, doch dann kam uns vieles dazwischen und irgendwie auch wieder die Zeit. Nun sind es nur noch etwas mehr als 5,5 Wochen, die wir abseits von Deutschland verbringen – weniger reisend, mehr lebend.

Wir haben uns in Quito ein Apartment von Airbnb gemietet und werden ab Montag die Schulbank in der Sprachschule Simon Bolivar drücken. Wir werden Salsastunden nehmen, im Parque Carolina unsere Laufrunden drehen, vegetarische Restaurants testen und einfach den ecuadorianischen Alltag erleben – mit kleinen Wochenendausflügen, so wie wir es auch in Berlin tun. Es wird sich nicht viel ändern, denn wir werden auch wie gewohnt unserer Arbeit nachgehen. Oder doch?

Quito vom Pichincha

Quito vom Pichincha

Wir werden ein bisschen leichter sein, denn in Quito ist man immer ein Kilogramm leichter, sagte man uns beim letzten Besuch. Ob auch das Leben in der Höhenluft an Leichtigkeit gewinnt? Wir verraten es Euch in den nächsten Wochen.

Was ich alles auf meiner letzten Reise erlebte, erfahrt Ihr unter Land Ecuador.

3 Kommentare

  1. Fabelhaft! Ich wünsche euch dort eine ganz tolle Zeit! Als ich vor vielen Jahren in Ecuador war, habe ich einige Wochen in einer Familie in Quito gelebt. Es war eine etwas zwiespältige Erfahrung. Die junge Familie war aufstrebend, der Mann Ingenieur, man hat gerne gezeigt, was man (schon erreicht) hatte. Ganz sonderbar das Verhältnis zur Köchin, die während des Essen im Hintergrund stand, sozusagen auf Abruf. Das konnte ich gar nicht ertragen. Ich erinnere mich, dass mir die „Dame des Hauses“ einmal ganz aufgeregt eine Zeitungsnotiz zeigte, die „10 cm mehr Körpergröße“ versprach. Auch ein „mehr an Statur“ schien irgendwie ein Wunschtraum vieler und Status-Symbol. Dahingehend, dass „groß“ „Mestize“ suggerieren sollte. Ich war damals noch nicht so tief in Kultur und Geschichte eingetaucht und habe erst langsam verstanden, was diese Menschen bewegte. Ich denke oft an Ecuador. Ein so vielfältiges Land! Alles Gute, Jutta

  2. Ich glaube, dass Urlaubsreisen, und das was man hier nachlesen kann, etwas völlig unterschiedliches ist. Als touri schaut man sich alle schönen sehenswürdigkeiten an und bleibt weitgehend unberührt mit den menschen des landes, was ziemlch schade ist, wie ich finde. Ich habe mir nach meinem Studium etwas ähnliches vorgestellt: unterschiedliche länder ereisen und nich nur in der touri funktion bleiben :) für dieses jahr reicht das geld leider nur für ein hotel meran und umgebung… Grüße Claudi

  3. Mir geht es genauso! Viele Orte würde ich gern noch einmal sehen, aber erst kommt die Welt. Die meisten gucken mich deswegen blöd an und meinen, wenn es irgendwo schön ist, kann man da auch 10 Mal hin.

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