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Gardasee ist {A} Genuss

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Ich bin dem deutschen Herbst entkommen, nur für wenige Tage, aber schon jetzt ruhe ich in mir. Ich stehe am Fenster und schaue über den See, in dem sich das Licht des Mondes spiegelt. Das Plätschern des Wassers wiegt mich in den Schlaf und lässt mich erst erwachen, als das klappernde Geschirr von der Frühstückterrasse in mein Zimmer tönt. Mein Blick schweift über die Wasseroberfläche weiter zu den Weinbergen und Olivenhainen, die die Landschaft des Hinterlands prägen. Genau dort geht es wenige Stunden später hin. Bardolino ist nicht nur der Name eines Ortes, sondern steht auch für einen bekannten Wein – denn der Bardolino Classico ist hier ebenso zuhause. Diese sehr alte Rotweinsorte soll sogar Julius Cäsar damals schon genossen haben. Für das Weinfest, das hier zweimal jährlich stattfindet, bin ich eine Woche zu früh. Aber mir gefällt es ohnehin besser, mir die Reben mal vor Ort auf einen der zahlreichen Weingüter anzusehen, als auf einem Jahrmarkt. Und so führt uns eine mit Zypressen gesäumte Straße auf das Weingut Preella. Die Trauben stehen in ihrem Saft, von Oktober bis Dezember werden sie gelesen. Hinter dem Weinberg befindet sich das Haus mit den Nebengebäuden, in denen die Rotweine, Roséweine Lamberti und Weißweine erzeugt werden. In einer Vinothek dürfen wir uns durch die Welt der Weine kosten.

Restaurant in Bardolino

Restaurant in Bardolino

Weinberg auf dem Weingut Preella

Weinberg auf dem Weingut Preella

Unweit des Weingutes in Cavaion Veronese befindet sich seit 1951 die Ölmühle Turri. Hier wird das Garda Orientale DOP hergestellt. Ich erlebe zum ersten Mal wie etwas wie Öl runtergeht. Aufgrund des sehr milden und semi-mediterranen Klimas fühlen sich hier Olivenbäume rundum wohl – nördlicher als am Gardasee wachsen diese wohl auch nirgendwo. Frisches Olivenöl schmeckt immer nach dem, was so drumherum wächst. Mein Olivenbaum muss wohl auf einer saftigen Wiese stehen, denn auf meiner Zunge breitet sich der Geschmack einer frisch gemähten Wiese aus. Im Abgang wird aus der frischen, blumigen Graslandschaft ein ziemlich scharfes und bitteres Ding mit einem leicht nussigen Geschmack. Ich könnte mich stundenlang durch die Ölwelt testen, aber die südliche Gardaseegegend hat noch bedeutend mehr zu bieten.

Ölmühle

Ölmühle

Olivenhain

Olivenhain

Was wäre Italien ohne Nudeln. Und da ich Nudeln mit Füllung besonders mag, bin ich in Vallegio goldrichtig. Denn dieser Ort wartet mit einer äußerst hohen Restaurantrate auf die Einwohner gerechnet auf, auf deren Speisekarten die bekannten Totelllini von Vallegio nicht fehlen dürfen. Es gibt, wie soll es anders sein, eine Legende zu den „Knoten der Liebe“, wie man die Tortellini auch bezeichnet. Diesen ist nicht zuletzt auch die jährlich stattfindende Festa del Nodo d‘amore gewidmet, wenn sich die 600 Meter lange Visconti-Brücke in eine gigantische Speisetafel, an der bis zu 4000 Menschen genüsslich Platz nehmen, verwandelt. 100 freiwillige Köche – 600.000 „Liebesknoten“ – 300 Kellner – das klingt gigantisch. Und als ich auf der Visconti-Brücke stehe und auf das süße und beschauliche Festungsdörfchen Borghetto mit seinen zahlreichen Wasserdurchlässen schaue, kann ich mir vorstellen, welche Faszination das im Juni stattfindende Spektakel auf den Besucher ausübt. Ich mag es bekanntermaßen ruhiger und bin daher nicht unglücklich, dass wir uns Borghetto off the season anschauen. Einmal geht es über den Burghügel und schon taucht man ab in die Liebesknotenwelt. In Valeggio hat man die Qual der Wahl – schließlich fällt meine auf das Ristorante Alla Borsa, in dem ich mich durch die Welt der Tortellini koste und mich besonders von denen mit der herbstlichen Kürbisfüllung verzaubern lasse. Auch Häppchen wie die vegetarischen Tartine waren ein kulinarisches Highlight in Verona. Doch was ich besonders an Italien liebe, ist das Finishing. Am Ende steht immer ein Espresso, Cappuccino oder wer’s üppig mag, ein Eis. Italien ist Genuss, der Dich nicht mehr los lässt.

{Memory is like a drop of oil falling into water. It may sink for a moment, but only to resurface, and floating, gaze embraces all that has passed.} – Nico Oregano

Tartine in der Locandina Cappello

Tartine in der Locandina Cappello

Tortellini im Ristorante Alla Borsa

Tortellini im Ristorante Alla Borsa

Danke an Garda Concierge und Europlan für die Einladung. Die Meinungen und Ansichten sind meine eigenen.

Wer noch ein bisschen mehr über den Gardasee lesen will, kann das gern bei Katharina und Thomas von ReiseWorld machen.

2 Kommentare

  1. Hallo Madlen,
    vielen Dank für Deinen Post und die schöne Erinnerung, die Du mit uns und Deinen Lesern geteilt hast.

    Viel Spaß weiterhin beim Reisen und der Berliner Luft,
    ich melde mich dann nächstes Jahr mal privat bei Dir.

    Liebe Grüße,
    Denny

  2. Hallo Madlen,

    ein toller Bericht, und wieder einmal bin ich von den Fotos ganz begeistert. Das Foto vom Restaurant in Bardolino ist genial. Und das „Alla Borsa“ in Valeggio kann ich auch nur empfehlen! Eine echte Entdeckung.

    Viele Grüße,
    Uli

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