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Kongo – das Sinnbild für Afrika

Kongo

Interview mit Dominik Mohr von Follow the Shadow

Welches afrikanische Land hat Dich besonders begeistert und weshalb?
Für manch einen klingt es jetzt zwar verrückt, aber die Demokratische Republik Kongo hat mich wirklich beeindruckt. Auch wenn andere Länder wie Madagaskar zu meinen Lieblingen gehören, so ist der Kongo für mich Sinnbild für Afrika. Als ich nach Afrika aufbrach, wollte ich einmal erfahren wie die Menschen ohne Touristen leben und überleben. Es gibt hier keinen Bonus als Reisender, eher ist das tägliche Leben sogar noch schwieriger. Dafür sind die Menschen herzlich, interessiert und sie helfen einem wo es geht. Ein wirkliches Traumland für jeden abenteuerlustigen Afrikareisenden. Und man kann sich sicher sein: Die Erlebnisse sind einzigartig und nicht gestellt.

Siehst Du Unterschiede zum Reisen in Afrika verglichen zu Reisen auf anderen Kontinenten?
Ich sehe große Unterschiede, was Individualreisende betrifft. Pauschaltouristen, mit vorgefertigten Routen, einer Reiseleitung und wahrscheinlich auch eigenem Transport, bereisen Afrika genau wie jeden anderen Kontinent. Für beide Gruppen gilt aber das gehobene Preisniveau. Auch wenn es der ärmste Kontinent ist, die Nationalparks, schneller Transport und Visagebühren verhageln jedes Budget. Für Afrika gilt: alles was Spaß macht, kostet ein Vermögen. Auch deshalb sind in Afrika weniger Rucksackreisende unterwegs, somit findet man selten Hostels und wenn man sich nur einige Kilometer vom Touristenpfad entfernt kaum Reisende. Jede Information zu Bus und Aktivitäten muss man sich hier hart erarbeiten, man strandet gerne mal oder ändert seine Pläne stündlich. Für mich macht dies den Charme von Afrika aus; auch wenn es wirklich anstrengend ist.

Welches afrikanische Land würdest Du jemandem, der noch nicht dahin gereist ist, empfehlen und weshalb?
Ich würde Äthiopien empfehlen. Das Land bietet Infrastruktur für Pauschalreisende und Rucksackreisende gleichwohl. Es ist sicher und reich an Aktivitäten. Naturfreunde kommen mit den Bale und Simien Mountains auf ihre Kosten. Abenteuerlustige können die Naturwunder in der Danakil-Senke bestaunen und unter offenem Himmel auf einem aktiven Vulkan schlafen. Der Norden bietet außerdem Kulturgeschichte pur, während der Süden mit Tradition und alten Stämmen punktet. Außerdem ist für die Sparfüchse „Rucksackreisende“ fast alles selbst organisierbar und das Preisniveau im Vergleich zu den anderen östlichen, afrkanischen Ländern sehr günstig. Auch wenn manch einer sagt, Äthiopien ist nicht Afrika, so ist es ein Einsteigerland. Aber selbst hier gilt: Abenteuer inbegriffen!

Was empfiehlst Du jemandem, der eine Reise nach Afrika plant?
Afrika ist riesig und es findet sich für jeden Reisetyp etwas. Deshalb empfehle ich, sich genau zu überlegen, was man sich anschauen möchte und was für Aktivitäten zu einem passen. Meistens hat man nicht unbegrenzt Zeit und die Entfernungen darf man nicht unterschätzen. Ich finde es besser, sich auf ein Land zu fokussieren und langsam unterwegs zu sein. Die Freude über den Urlaub schlägt sonst in Enttäuschung und Stress um, wenn man nicht alles schafft oder man von Flughafen zu Flughafen hetzt, um fünf Länder in drei Wochen zu schaffen. Auch ist meine Erfahrung, dass nicht alles so klappt, wie man es sich vorgestellt hat. Deshalb sollte man sich Alternativen anschauen und definitiv zusätzliche Zeit einplanen. Angst vor Afrika muss man auch nicht haben. Touristen sind große Einnahmequellen und die meisten Regierungen tun alles dafür, die Sicherheit für diese zu gewährleisten. Wenn eine Region zu gefährlich ist, wird man nicht hinein gelassen. Dennoch sollte man gesunden Menschenverstand walten lassen und sich vor Ort informieren. Mit Offenheit, Respekt und Interesse an Kultur und Menschen hat man dann vor Ort die besten Erfahrungen und die Reise nach Afrika wird zum Erfolg.

Afrika ist für mich…
Tradition, Natur und Abenteuer

Dominiks Reisen im Überblick:
Von kurzen Zwischenstopps mit dem Flugzeug abgesehen, habe ich meine einzige Reise nach Afrika im November 2014 gestartet und war bis Mitte April 2015 alleine unterwegs. Aber mit etwas Offenheit ist man nie lange einsam und findet schnell einen Reisebegleiter. Ich habe meinen Rucksack gepackt und schlage mich mit Bus, Bahn und zu Wasser durch. Manchmal muss auch ein Flugzeug herhalten, denn die Entfernungen sind riesig und in manchen Teilen die Straßen schlecht oder nicht existent. Meine besuchten Länder reichen dabei von den wunderbaren Inseln von Mauritius und Madagaskar, über die beliebten Reiseländer Tansania, Kenia, Ruanda und Äthiopien zu den gemiedenen Reisezielen Mosambik, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo.

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