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Mein Nicaragua

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Interview mit Anja Knorr

Welche drei Orte sollte man Deiner Meinung nach in Nicaragua gesehen haben und warum?
Auf jeden Fall sollte jeder Backpacker in die alten Kolonialstädte Léon und Granada reisen. Beide Städte versetzten mich sofort zurück in die Kolonialzeiten des Landes, da die charmanten Altstädte mit ihren alten Kirchen, bunten Kolonialhäusern, eleganten Parks und dem gemütlichen Treiben viel Flair versprühen. In den Städten lässt es sich wunderbar entspannen und in alten Zeiten schwelgen. Die Hostels sind oftmals in großzügigen Kolonialbauten untergebracht und Hängematten versüßen faule Nachmittage im Innenhof der Unterkunft. Ein Ausflug in die vulkanreiche Gegend Cordillera de los Maribios im Nordwesten Nicaraguas ist wirklich zu empfehlen. Einige der Vulkan sind überaus aktiv und brechen immer wieder aus. Als ich hörte, dass man den Cerro Negro nahe Léon erklimmen darf und anschließend mit einem Board die schwarze Asche hinunter sausen kann, war es um mich geschehen. Das musste ausprobiert werden. Der Aufstieg war mehr als anstrengend und jeder Meter fühlte sich quälend lang an, doch die surreal anmutenden Lavahänge hinab zu gleiten, war echt ein tolles Gefühl und hat viel Spaß gemacht. Als Surferin durfte natürlich auch ein Abstecher nach San Juan del Sur am Pazifik nicht fehlen, um an den umliegenden Stränden die Wellen abzureiten.

Welches Erlebnis in Nicaragua geht Dir nicht mehr aus Deinem Kopf?
Ich hatte das unglaubliche Glück, genau an Maria Himmelfahrt, am 15. August, in Léon zu sein. Die Feierlaune der Nicas war mir bekannt, doch ich hatte keine Ahnung, dass an so einem Feiertag die gesamte Stadt vom Säugling bis zum 90jährigen Opa auf der Straße unterwegs waren und tanzten, tranken, aßen und lachten. Salsabands standen an jeder Straßenecke und schnell formten sich Paare. Süßigkeiten wurden verteilt und wildfremde Menschen luden mich in ihre Häuser ein, um mit ihnen den Feiertag zu feiern. Ich spreche kaum Spanisch und war überwältigt, wie offen und gastfreundlich die Einwohner Léons waren und was für großartige Gespräche zustande kommen können, wenn man nur ausreichend Mojitos trinkt. Der Party-Marathon ging bis in die frühen Morgenstunden und wurde nur durch leuchtende Feuerwerke am Himmel unterbrochen.

Was war Deine größte Enttäuschung?
Ich reise eigentlich nicht gerne mit großen Erwartungen, da ich meistens gar nicht genau weiß, was mich erwartet. Mir war allerdings schon vor meiner Ankunft klar, dass Nicaraguas Hauptstadt Managua nicht der Hit werden würden. Heruntergekommene und schnell zusammengezimmerte Bauten, überfüllte Straßen und Dreck so weit das Auge reicht. Mehrere schwere Erdbeben taten ihr Übriges zum traurigen Anblick der Stadt. Wenn überhaupt sollte man Managua nur als Ausgangspunkt für seine Reise nutzen und sich so schnell wie möglich aus dem Staub machen, um die schönen Seiten des Landes zu entdecken.

Dein Hostel- bzw. Hotel-Tipp:
Das Bearded Monkey in Granada. Das Hostel kostete damals nur ein paar US$ die Nacht in einem großen Schlafsaal und fühlte sich wie ein wahr gewordener Traum eines jeden Backpackers an. Du betrittst nach wochenlangen Odysseen in heruntergekommenen Herbergen mit verwanzten Betten den eleganten Innenhof des Gebäudes und entscheidest spontan, nie mehr aus zu checken. Oder zumindest deinen Aufenthalt zu verlängern. Üppige, tropische Pflanzen, Brunnen, versteckte Hängematten, offene Fenster und saubere Betten. Gratis Wifi, Computernutzung und freundliches Personal. Guter Deal.

Dein Restaurant-Tipp:
Ich bin wirklich kein großer Gourmet und gebe auch selten viel Geld für meine Verpflegung aus. Daher findet man mich oft an den Food Stands, an dem die Einheimischen essen. Quesadillas, Tortillas oder Gallo Pinto. Das Beste für mich ist, dass man auf diese Art und Weise auch am schnellsten mit den Einheimischen ins Gespräch kommt, was ich sehr genieße.

Was sollte man unbedingt einmal gegessen oder getrunken haben?
Ich liebe Tostones! Das sind knusprig frittierte Kochbananen, die süchtig machen und ich zu allen Mahlzeiten knabbere. Auch kommt man in Nicaragua nicht um das in Mittelamerika omnipräsente Gallo Pinto herum. Die meisten Nicas essen dieses Gericht täglich und es gibt kaum eine Speisekarte, die es nicht anbietet. Dabei handelt es sich um Reis mit roten Bohnen, Zwiebeln und Paprika. Auf die Dauer etwas fade, aber when in Rome… :-)

Was empfiehlst du jemandem, der eine Reise nach Nicaragua plant?
Immer schön locker bleiben…:-) In Nicaragua ticken die Uhren langsamer. Busse fahren dann ab, wenn sie voll sind. Verkehrsregeln sind Verhandlungssache. Die meisten Hostels sind nicht so sauber, dass man barfuß in die Dusche gehen würde. Deutsche Gründlichkeit und Sauberkeit sollte am besten am Flughafen gelassen werden. Da hilft es sich nicht lange aufzuregen, sondern sich zu freuen, dass es anders ist. Denn das ist ja genau der Grund, warum man sich auf die Reise gemacht hat.

Gereist
– bin ich 2005 und 2009
– zum Teil mit einer Freundin und zum Teil alleine.

Mehr Tipps von Anja findet Ihr auf ihrem Blog Anja Knorr von Happybackpacker.

happybackpacker

puriy war auch bereits in Nicaragua unterwegs. Mehr zur Nicaragua-Reise findet Ihr unter Impressionen Nicaragua.

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Was empfehlt Ihr für einen Nicaragua-Trip?

2 Kommentare

  1. Da sind schon gute Tipps dabei! Ich habe selbst einige Zeit in León gelebt und das Fest dort im August ist wirklich eine tolle Sache.

    Weitere Empfehlungen für Nicaragua sind auf jeden Fall die Isla de Ometepe im Nicaraguasee in der Nähe Granadas. Eine Oase der Ruhe mit 2 Vulkanen und ganz toller Landschaft, Wasserfällen, etc., meine Reisetipps zu Ometepe gibts hier: http://weltblicke.at/2014/06/05/isla-de-ometepe-meine-reisetipps/

    Außerdem noch eine Besteigung anderer Vulkane, wie dem San Cristobal und ein Besuch auf Little Corn Island in der Karibik.

    LG, Jakob

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