Namibia, Reiseberichte, Reisetipps, Tipps & Tests
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Namibia Reisetipps – zwischen Namib und Etosha NP

Namibia Reisetipps

Namibia – im Schatten Südafrikas liegt die ehemalige deutsche Kolonie, die ich im Herbst 2014 bereiste. Meine Erfahrungen habe ich in meinen Namibia Reisetipps Artikel für euch gesammelt.

Wie gemalt liegt die aufgewölbte Landschaft unter der Tragfläche meines Fliegers. Durch die braun-grauen Toblerone-Spitzen winden sich Flüsse, die von rotbraunen Sandflächen eingerahmt werden. Es ist wie ein Reliefbild aus meinem Geografieunterricht. Dass ich in einer Stunde in dieser kargen Landschaft, deren monotone Farbwelt und Formenpracht jegliches Grün und Leben erdrückt, landen werde, kann ich mir noch nicht vorstellen. Auf schnurstracksen Straßen, die die Sandebenen durchschneiden, werde ich übermorgen schon fahren. Ein Punkt in der Wüste, den niemand aus dem Flieger erkennen wird. Ein Punkt in der Wüste, der sich nach all den wuchtigen Grüntönen seiner letzten Reisen, in das zerklüftete Braun einpassen muss.
Ich liebe Kontraste, weniger das Mittelmaß. Entweder muss die Natur strotzen, oder sie wird von ihrer Kargheit aufgefressen. Beide Extreme faszinieren mich.

Meine Namibia Reisetipps

Gereist bin ich im November / Dezember 2014.

Reiserouten inkl. Tipps zum Nachreisen

Windhoek – Kalahari – Namib – Swakopmund – Etosha NP

Visum

Für Deutsche Staatsbürger ist der Aufenthalt in Namibia bis zu 90 Tage visafrei.

Namibia für Selbstfahrer

Wir empfehlen, Namibia mit einem Mietwagen zu bereisen. Es herrscht Linksverkehr. Vor allem im Süden sind häufig lange Strecken ohne Ortschaften zurückzulegen. Daher empfiehlt sich ein voller Tank und ausreichend Wasser.
Der Straßenbelag auf B-Strecken ist geteert, auf Nebenstraßen wie C und D ist der Untergrund häufig Schotter, wobei es sich bei C-Straßen um sehr festen Schotter handelt. Der Zustand variiert stark von glatt bis Holperpiste, je nachdem wann die Straßen zum letzten mal geschoben wurden. Reifenschäden sind hier normal. Auf vielbefahrenen Strecken wie B1 und B2 muss man aufpassen. Knappe Überholmanöver waren keine Seltenheit und wir mussten häufig bremsen, um einen Unfall zu vermeiden, da der Überholer es sonst nicht mehr geschafft hätte.

Versorgung

In den Städten gibt es gutsortierte Supermärkte wie Shoprite und Pick ‘n’ Pay. Doch kleine Ortschaften, die in Karten eingezeichnet sind, sind keine Wohnsiedlungen in unserem Sinne. Hier findet man häufig eine Lodge, ein Restaurant, eine Tankstelle mit angeschlossenem Shop.

Geld

Der Kurs des namibischen Dollar N$ ist 1:1 an den südafrikanischen Rand gebunden. Ziemlich überrascht war ich, dass ich meine restlichen südafrikanischen Rand überall loswerden konnte, da diese Währung gleichwertig ist. Wir haben viel mit unserer Visakarte bezahlt – in Restaurants, Lodges, Supermärkten. Gute Lodges im „Nirgendwo“ verfügen teilweise sogar über eigenen Geldautomaten zum Abheben.
Nur für die Tankstellen sollte man immer Bares in der Tasche haben, denn hier wird oftmals keine Visakarte akzeptiert!

Weitere Informationen

Wer Infomaterial oder Beratung für Namibia Reisen sucht, kann sich an das Namibia Tourism Board (info@namibia-tourism.com bzw. 069-13 37 36 0) wenden.

Allgemeine Landdesinformationen zu Namibia findet man natürlich auf auf wikipedia.

Reiseführer

Meine Reiseroute – Meine Namibia Reisetipps

Wie eine Oase in einer Wüste liegt Windhoek auf einer Hochebene auf 1.700 Metern. Eine rotbraune Bergkette schlingt sich wie ein Gürtel um die Häuser und Grünflächen. Auas-Berge, Eros-Berge und Khomas Hochland umringen die Stadt. Anders als andere afrikanische Hauptstädte durchzieht eine ruhige Atmosphäre die Straßen der  330.000 Einwohner zählenden Stadt. Schmucke Häuser aus der Kolonialzeit findet man im Stadtzentrum hier und da. Sie werden von den neuen Gebäuden und Baukränen, die das Stadtbild prägen, überschattet. In Windhoek gelingt das geruhsame Ankommen in einem Land, das die Weite und Lebensfreude Afrikas verbindet mit der Moderne unserer Kultur. Deutsche Straßenschilder, deutsche Sprache, deutsche Geschichte.  Genug Deutsches findet in Windhoek jeder, selbst wenn er es nicht sucht.

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Hotel Heinitzburg (22 Heinitzburg Street, Windhoek, Namibia)
Wunderschön auf einem Hügel gelegen und dennoch nur ein kurzer Fußmarsch in die Stadt – die Heinitzburg ist eine stilvolle Unterkunft, die zur Relais & Chateux-Gruppe gehört. Sie wurde 1914 vom Graf von Schwerin in Auftrag gegeben, auch heute wird sie von einem deutschen Paar geführt. Die Zimmer befinden sich hinter dem Hauptgebäude auf zwei Etagen um einen wunderschönen Garten verteilt. Vom Swimmingpool und von der Hotelterrasse hat man einen hervorragenden Blick über die Stadt.

> HOTEL IN WINDHOEK BUCHEN

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Leo’s at the Castle (22 Heinitzburg Street, Windhoek, Namibia)
Nach dem obligatorischen Sundowner auf der Terrasse wird man in den festlichen Bankettsaal begleitet, in dem früher Fürsten speisten. Die Tische sind mit edlem Porzellan und Kristallgläsern eingedeckt. Das mehrgängige Menü ist ein Gaumenschmaus – auch für uns Vegetarier. Auch der Weinkeller überzeugt beeindruckt viele Gäste. Das Restaurant ist für jeden etwas, der opulentes Speisen zu moderaten Preisen mag.

Craft Café Namibia (Old Brewery Building, Talstreet 40, Windhoek, Namibia)
Ob am Anfang oder am Ende unserer Reise – immer wieder fanden wir uns auf der Terrasse des Namibia Craft Café wieder und taten es anderen Reisenden und jungen Namibiern gleich. Gesunde Shakes, Aufläufe, Salate mit gefüllten Pitabroten oder leckere Kaffees – ich schlemmte mich durch die Karte während ich dem Treiben auf der Tal Street und dem Parkplatz von oben zusah. Auf zwei Etagen werden zudem namibisches Kunsthandwerk verkauft – so dass man zwischen dem Essen und dem Kaffee erst mal Shoppen gehen kann. Das Wifi war leider sehr instabil, somit blieben die Geräte einfach mal aus und man nahm sich die Zeit zum Genießen.

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  • Vom Aussichtshügel mit dem Wasserturm, auf dem auch der Aloe Trail startet, hat man einen guten Überblick über die Stadt – und zwar von beiden Seiten: Innenstadt und auf der anderen Seite das gutbürgerliche Klein Windhoek, wo die Stadt einst aufgrund ihrer heißen Quellen gegründet wurde.
  • Namibia Craft Centre bzw. Old Breweries Craft Market: Ob Teppiche, Schmuck, Kleidung oder Kunsthandwerk, viele kleine und mittelgroße Läden laden in der Old Brewery zum Shoppen von Souvenirs ein. Es ist aber nicht das gewöhnliche Souvenirshoppen, sondern man spürt in diesem Gebäude auch die Kreativität der Ateliers. Ein Café lädt zum Verweilen ein.
  • Penduka Crafts Centre: 8 km nordwestlich von der Innenstadt Windhoeks gelegen findet man dieses nicht-gewinnorientiertes Handarbeitsprojekt. Man kauft hier nicht nur die Ware, sondern schaut den Frauen auch bei der Arbeit zu, wie sie färben, töpfern oder nähen. Man kann dieses Projekt auch wie wir im Rahmen einer Township-Tour besuchen. Es befindet sich direkt am Goreangab-Stausee. Wer mag, kann hier auch im angeschlossenen Restaurant essen oder in einfachen Hütten übernachten.
  • Christuskirche: Die 1907 erbaute Kirche ist Windhoek bekanntestes Motiv und darf auf kaum einer Karte oder im Reiseführer fehlen. Die deutsch-lutherische Kirche aus einer Mischung aus Neugotik und Jugendstil befindet sich ziemlich unromantisch auf einer Verkehrsinsel. Von hier führt die Straße weiter zum Parlament, dem Tintenpalast.
  • Tintenpalast: Das ehemalige Verwaltungszentrum Südwest-Afrikas beherbergt heute das Parlament. Seinen spöttelnden Namen bekam das Gebäude von der Bevölkerung, die sich auf die vielen Schreibtischarbeiter und deren Tintenverbrauch bezogen. Vor allem war ich begeistert, dass man anders als in anderen afrikanischen Ländern ziemlich nah rangehen kann und nicht gleich vom Sicherheitspersonal vergrault wird. Man kann sogar bis vor die Tür fahren. Besonders schön fand ich jedoch die umliegenden Gärten, die den Weg von der Christuskirche zum Parlamentsgebäude zieren. Sie laden zum Verweilen oder zu einem Pläuschchen ein, oder man schaut einfach den Einheimischen beim Grillen oder Spielen zu.
  • Wer Windhoek kennenlernen will, sollte auch die Seite neben den modernen Hochhäusern und historischen Gebäuden in Augenschein nehmen. Meist kann man kombinierte Touren buchen, die einem erst die Innenstadt zeigen und dann in den Township Katutura führen. Wir haben aufgrund der Kürze der Zeit ziemlich spontan einfach im Namib Craft Center eine Kunstverkäuferin gefragt, ob sie wüsste, wer mit uns so eine Tour machen könne. Sie organisierte uns einen Guide namens Helmuth. Da wir das Zentrum schon abgelaufen waren, konzentrierten wir uns dann mehr auf die Punkte, die wir noch nicht gesehen hatten – eben auch die Townships.
  • Old Location Cemetery: Über 12.000 Steine und Kreuze zieren das karge Feld außerhalb des Zentrums. Auch ein Massengrab der 13 Menschen, die bei den Demonstrationen und Protesten gegen die Umsiedlungspolitik der Südafrikaner 1959 starben, befindet sich hier gleich am Eingang. Dieser Friedhof vermittelt nicht nur Geschichte, sondern auch ein ziemlich beklemmendes Gefühl zwischen all den durchnummerierten Kreuzen, hinter denen sich Menschenschicksale verbergen.

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  • Flughafen: Der Chief Hosea Kutako International Airport  liegt 40 km östlich der Stadt. Man muss mind. 30 Minuten für die Fahrt einplanen. Wer spät ankommt, hat keine große Wahl mehr am Taxistand. Bei uns gab es bspw. 0! Aber wir sind ja in Afrika und da wird schnell irgendwo ein Fahrer aufgetrieben, nur der Verhandlungsspielraum bleibt dadurch klein. 250 N$ kostete uns die Fahrt in die Stadt. Der Flughafen ist auch so karg, dass es nicht viel zu schauen gibt und man sich, ist man bei der Abreise zu früh dort, auch schnell im einzigen Restaurant langweilt.
  • Taxi: Uns riet man mehrfach, nur ein Dial-a-Cab Taxi zu verwenden und nicht die normalen mit den Nummern drauf. Unsere Erfahrung war jedoch, dass wir nicht nur Dial-a-Cab nutzten, sondern auch andere und alles ok war.
  • Geld: Wer wie ich aus Südafrika anreist, sollte seine Südafrikanischen Rand einfach mitbringen. Sie werden genauso wie die landeseigene Währung überall genommen und müssen nicht getauscht werden. Der Umtauschkurs ist derselbe.
  • Windhoek’s Zentrum kann man gut erlaufen. Die Stadt ist übersichtlich und klein, wir wurden auch nicht belästigt.

Mehr zu Windhoek:

Stetig wechselt die Zahl auf unserer Temperaturanzeige im Auto. Von 29 hat sie inzwischen 38 Grad erreicht. Im klimatisierten Auto deutet nur die trockene Landschaft auf die unwirtlichen Umstände hin. Selbst das Grün der Buschlandschaft erschlafft zu einem grauen Ton, der sich auf die rote Erde legt. Seit drei Stunden fahren wir durch diese Landschaft, die vom Hochplateau nach Osten hin in eine Ebene auf ca. 1000 Metern abflacht. Und dann sind wir da, in der Kalahari. Die untergehende Sonne im Westen strahlt unseren Rastplatz an. Hinter uns im Osten zucken Blitze am Abendhimmel. Irgendwo dahinten fällt Regen. Wir stehen mittendrin in diesem Lichtspiel. Auf einer glutroten Düne trinken wir unseren Sundowner während sich zu unseren Füßen Springböcke, Oryx- und Elenantilope im Abendlicht sonnen.

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Kalahari Anib Lodge
3 km hinter dem Eingangstor sind noch zu fahren, bis man die Rezeption des Kalahari Anib Lodge erreicht. Auf der Strecke zur Lodge sollte man bereits Ausschau nach Tieren halten. 36 Häuser befinden sich im Kreis um den Pool und Garten herum aufgereiht. Weitere 19 Häuser liegen auf der Rückseite und verfügen über eine kleine Terrasse mit Blick auf eine Wasserstelle. Hier liegt ein weiterer Pool, von dem man abends sogar Tiere an der Wasserstelle beobachten kann.

Kalahari Farmhouse
Inmitten einer kargen Landschaft, deren Erde rot leuchtet und die mit kleinen grünen Büschen überzogen ist, liegt eine kleine Oase. Palme, Blumen, dichtes Gras und ein kleiner Kanal durchziehen den Garten. Elf weiße Häuschen mit roten Fensterläden, einem kleinen Balkon, der mit Weinstöcken und Gewürzpflanzen umrahmt wird, liegen im Halbkreis um das Haupthaus der Farm, in dem sich Rezeption, Restaurant, Bar und Shop befinden. Dahinter kann man sich im Swimming Pool abkühlen von der sommerlichen Hitze der Kalahari.

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  • Sundowner Fahrt: Die Sundowner Fahrt für 365 N$ startet immer 17 Uhr von der Kalahari Anib Lodge und ist mit einem Game Drive kombiniert. So kann man erst Zebras, Oryxantilopen und Giraffen im Licht der untergehenden Sonne fotografieren, bis man im herrlichsten Abendlicht auf einer roten Düne der Kalahari den Sundowner Drink genießt.
  • Game Wanderung: Wanderungen kann man auch wie wir ungeführt mit einem Plan von der Kalahari Anib Lodge aus machen. Es gibt drei Routen mit unterschiedlicher Länge: 5,8 km, 7,3 km und 9,3 km.

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  • Auf dem Weg von Windhoek in den Süden ist diese Region wunderbar als Stopp geeignet. Auch wenn man schon genug Tiere beobachtet hat, genießt man einfach nur den Tag auf einem Spaziergang oder am Pool in einer der Lodges. Das Farmhouse ist unser besonderer Geheimtipp.

Mehr zur Kalahari:

Seit wir den Ort Maltahöhe hinter uns gelassen haben, fahren wir auf Schotter. Links und rechts schauen wir in die monotone Weite, die nur von Zäunen etwas gestört wird und auf Zivilisation hindeutet. Doch eigentlich lebt hier niemand. Ein Schaf, eine Kuh – das ist schon die ganze Abwechslung in den nächsten zwei Stunden auf der C 19. 40 km vor dem Ort Solitaire kommt etwas Abwechslung vor unsere Frontscheibe. Da erheben sich auf bis 1900 Meter die Naukluft Berge. Ein Stück weiter hinten verschwimmt im zarten Rotton eine Dünenlandschaft. Immer wieder verwaschen die Farben, verschwimmt die Form vor unseren Augen. Es ist wie eine Fata Morgana, die zum Greifen nah ist und uns doch Kilometer für Kilometer weiter lockt, bis wir ganz deutlich die Dünenlandschaft an unserer Seite wissen – Dünen, die nicht mehr wandern sondern versteinert sind. Wir sind angekommen in der Namib Wüste – von hier geht es später weiter in den Namib Naukluft National Park, wir wir in den nächsten Tagen das surreale Dead Vlei erkunden, Big Daddy erklimmen und mit einem Schakal im Sossusvlei brunchen.

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Namib Desert Lodge
Am Fuße einer roten, versteinerten Düne liegt ca. eine Stunde vom Parkeingang in Sesriem entfernt und ist ein idealer Ausgangspunkt für Fahrten in die Naukluftberge oder in die Vleis. 65 Bungalows mit eigener kleiner Veranda sind auf einen grünen Garten verteilt, der wie eine Oase in der Namibwüste liegt. Zum Entspannen laden zwei Swimmingpools im Garten ein. Von der großen Restaurantterrasse öffnet sich der Blick auf die felsige Dünenlandschaft und auf die Wasserstellen, die auch am Tag von Antilopen und Springböcken aufgesucht werden.

Sossusvlei Lodge
Direkt am Parkeingang gelegen schläft es sich hier in diesem Stück Wüste besonders luxuriös und extravagant zugleich. Denn in den 51 „Schlafeinheiten“, die eine Mischung aus festen Häuschen und Zelten darstellen, weht einem immer eine kühlende Brise um die Nase. Ob vom Acacia Biergarten, dem Swimmingpool, der Restaurantterrasse oder der eigenen kleinen Veranda vor dem „Zeltbungalow“ – von überall hat man einen wunderbaren Blick auf die Wasserstelle, die (nicht nur) nachts Tiere anlockt und auch auf die weite Landschaft. Wem das noch nicht reicht, kann zum Sonnenauf- und untergang den Turm neben dem Restaurant erklimmen und die Aussicht genießen. Achtung, nachts kommen garantiert Tiere vorbei und schmatzen an den sonst so kargen Grünflächen. Besonderes Highlight ist die ausgezeichnete Restaurantküche! Nirgends sah ich solch ein großes Abendbuffet, das keine Wünsche offen lässt. Hier wird so ziemlich alles angeboten, was man in der freien Wildbahn sehen kann. Aber auch für uns Vegetarier bot die Auswahl eine breite Palette an warmen und kalten Speisen an.

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  • Morgendliche Sossusvlei & Deadvlei Exkursion: Wer nicht mit einem Geländewagen unterwegs ist, wird spätestens 4 km vor dem Deadvlei und Sossusvlei ausgebremst, denn ab hier startet ein einziges Sandfeld. Wir haben uns daher einer Tour von der Sossusvlei Lodge angeschlossen. Diese startet morgens kurz vor 6 Uhr, wenn das Tor zum Nationalpark öffnet. Ein Frühstück im Sossusvlei  ist inkludiert und  man ist gegen 12.30 Uhr wieder zurück. Die kostet 545 N$. Wer sich auf eigene Faust von Sesriem zu den Dünen auf den Weg macht, muss bei seiner Rückfahrt am Eingang noch 80 N$ Gebühr pro Tag entrichten. Die Straße ist von der Schranke in Sesriem bis zum Parkplatz 4 km vor dem Deadvlei und Sossusvlei geteert.
  • Sundowner-Fahrt von der Sossusvlei Lodge: Wir sundownten von 18 bis ca. 20 Uhr im stattlichen Areal des Privatreservats der Sossusvlei Lodge, das auch von schönen Felsformationen durchzogen ist. Das Besondere auf diesem Sundowner Drive ist, dass man neben Infos über Tiere auch einiges über die Geschichte des Ortes und die Buschmänner erfährt. Snacks und Getränke sind bei einem Preis von 245 N$ pro Person inklusive.
  • Sundowner-Fahrt von der Namib Desert Lodge: Diese führt uns auf die versteinerten Dünen, die direkt hinter der Namib Desert Lodge in den Himmel ragen. Ob ominöse Feenkreise oder „namibisches Kirschkernspucken“ mit dem Kot von Oryxantilopen – wir erfahren eine Menge, bevor wir auf der tiefroten Düne unseren Drink haben. Die Tour start um 17.30 Uhr und kostet 365 N$ pro Person.
  • Wanderungen in die Namib Wüste kann man allein mit einem Plan von der Namib Desert Lodge aus machen. Es gibt drei Routen durch das Privatreservats mit unterschiedlicher Länge: 1,5 km, 3,5 km und 5,0 km.
  • Morgendlicher Nature Walk bei Sesriem: Kurz vor 6 Uhr machten wir uns für 2 Stunden auf den Weg zur Elim Düne, die sich 5 km hinter dem Parkeingang befindet. Die Tour, die sich auf die kleinen Dinge in der Natur fokussiert, kostet 300 N$ pro Person.
  • Besuch eines Schulprojektes: Wer wissen will, wo mitten im Niemandsland der Wüste die Kinder der Lodgemitarbeiter und -besitzer zur Schule gehen, der sollte das Schulprojekt „Little Bugs“ (die Namib Sky Primar School) der Betreiber von Namib Sky Ballon Safaris aufsuchen. Dieses wird ab 2015 den vollen Betrieb aufnehmen. In einer Gegend, in der sich erst in 170 km Entfernung die nächste Schule befindet, ein absolut begrüßenswertes Projekt.
  • Und wenn man einmal da ist, kann man sich gleich über die Möglichkeiten einer morgendlichen Heißluftballonfahrt über den Dünen informieren. Die Kosten liegen aktuell bei N$4950 pro Person.

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  • Der Park öffnet um 6 Uhr morgens. Wer den Sonnenaufgang in den Dünen bewundern will, muss definitiv im Nationalpark schlafen. Der Eintritt pro Tag kostet 80 N$.
  • Die Straße zwischen Sesriem bis zum Parkplatz 4 km vor dem Deadvlei und Sossusvlei ist überraschenderweise geteert.
  • Bei der Düne 45 ist zwischen 6 und 7 Uhr morgens viel los. Wer nicht den Sonnenaufgang hier beobachten will, sollte hier etwas später halten.
  • Sossusvlei ist schön, aber viel interessanter ist der Deadvlei mit seinen toten Kameldornbäumen. Zwischen den beiden Vleis liegen 6 km, die man laufen kann.

Mehr zum Namib-Nauklauft National Park:

Zwischen glitzernden Dünen und rauen Atlantikwellen liegt ein Stück Deutschland mitten in Afrika. Etwas spooky ist das schon. Es sind nicht nur hübsche Fachwerk- und Kolonialhäuser, die den Strandort zieren. Es sind auch weniger schöne Häuser, die mich an 60er Jahre-Bauten in deutschen Städten erinnern. Die einzige Hafenstadt Deutsch-Südwestafrikas mit Leuchtturm und Mole verbreitet ein erfrischendes Klima nach all unseren Wüstentagen.

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Hotel Zum Kaiser (Sam Nujoma Avenue, Swakopmund, Namibia)
In Swakopmund nächtigten wir in einem klassischen Stadthotel in Strandnähe. Das Hotel Zum Kaiser bietet nicht nur kleine Zimmer-Balkone, sondern auch eine schöne Dachterrasse, von der man einen schönen Blick auf den Atlantik aber auch auf den Ort genießen kann. Die Zimmer sind ausgestattet mit einer Kaffee- und Teestation, zudem empfängt man Internet und zwei deutsche Sender im Fernseher. Da es in Swakopmund auch mal frisch ist, gefiel mir besonders gut die Badewanne im Zimmer. Im Bistro im Nachbargebäude wird gefrühstückt.

> HOTEL IN SWAKOPMUND BUCHEN

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  • The Tug (The Swakopmund Jetty area)
    Aus dem alten Schlepper „Daniel Hugo“ ist ein schönes Restaurant mit Blick auf den Atlantik geworden. Das The Tug liegt direkt am Steg von Swakopmund. Nicht nur frische Meeresspezialitäten stehen auf der Karte, auch wir Vegetarier wurden stets satt.
  • Die Daniel Tjongarero Straße ist die Kaffeemeile. Wer wie wir gern neue Orte mit einer Tasse Kaffee und Apfelkuchen auf sich wirken lässt, sollte diese beiden Cafés in unmittelbarer Nähe besuchen. Sie bieten nicht nur gute Heißgetränke, sondern auch süße Leckereien und herzhafte Snacks an.
  • Bojos Café (Daniel Tjongarero Ave, Swakopmund, Namibia)
  • Slowdown Coffee Roasters (9B Altona Haus, Daniel Tjongarero Ave, Swakopmund, Namibia)

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  • Ausflug zu den südlichen Dünen: Von der Lagune an der Swakopmündung bietet sich eine kurze Wanderung Richtung Dünenlandschaft auf dem Weg nach Walvis Bay an. Flamingos, Pelikane und Kormorane lassen sich an diesem Strandstück mit Blick auf die Lagune beobachten.
  • Kristall Galerie: In einem interessanten Bau in Lauchtturmnähe befindet sich eine Ausstellung beeindruckender Kristallformationen. Auch der größte Quarzkristall (3 m x 3 m), der je gefunden wurde, ist her zu bestaunen.
  • Sonnenuntergang von dem Anlegesteg an der Promenade oder der Strandbar bzw. dem Strandrestaurant am Südstrand Tiger Rief genießen.
  • Sandboarden!!! Zwischen Swakopmund und Wallis Bay liegen die Dünen, auf denen gesurft wird. Leider konnten wir aus Verletzungsgründen nur zusehen.

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  • Cafés schließen in Swakopmund in der Regel um 17 Uhr. Danach wird es schwierig, einen Kaffee zu trinken. Ab 18 Uhr beginnt auch hier das große Sundowning und im Anschluss kann man zu Abend essen.
  • Baden ist nur etwas für Harte, denn die Wassertemperatur liegt hier bei maximal 15-16 Grad. An der Mole kann man geschützt dem Badevergnügen frönen, vor allem Kinder spielten dort im kühlen Nass.
  • Es kann ziemlich kühlt werden. Daher haltet die wärmeren Sachen für Swakopmunds klagen Abende bereit.
  • Bootsausflüge unternimmt man leider vom 30 km entfernten Walvis Bay.

Mehr zu Swakopmund:

Etosha ist mehr als die berühmte salzige Lehmpfanne, die für wenige Monate im Jahr aus Regenwasser gespeist wird. Über 22.275 km² erstreckt sich der gesamte Nationalpark, wobei nur knapp 5.000 km² auf die „Pfanne“ entfallen. Es ist die Tierwelt, die hier nicht nur in der Trockenzeit fasziniert, in der diese natürlich einfacher zu beobachten ist. Doch wir haben Glück, schnell werden wir ausgebremst als knapp 100 Zebras unseren Weg überqueren, um von Ost nach West zu ziehen. Zuvor stapfte schon ein männliches Spitzmaulnashorn durch die Grasbüschel der Savanne direkt auf uns zu. Ob Giraffen, Hyänen oder am Ende 32 Löwen. Unsere Bilanz ist nicht ganz mager und Etosha für uns ein großes Erlebnis, das sich nicht nur an der Anzahl der gesichteten Tiere misst.

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Taleni Etosha Village (C38 Andersson Gate, Southern Etosha, Namibia)
Nur 2 km vom Andersson Gate entfernt, liegt in einem Mopane-Wald das Etosha Village. Es passt sich mit seinen klimatisierten 40 Luxus-Zelten mit eigenem Bad und Außenküche nicht nur in die bloße Landschaft ein, sondern auch kulturell in die Umgebung. Denn Etosha Village trägt seinen Namen nicht ohne Grund. So ist es einem namibischen Dorf nachempfunden. Zwei Rondawels dienen mit ihrer offenen und freundlichen Gestaltung als Willkommensräume. Drei Swimmingpools bieten eine Erfrischungsmöglichkeit. Die Zelte kann man geöffnet lassen und somit auch nachts vom Bett direkt in den Sternenhimmel schauen. Definitiv etwas für Naturliebhaber, die nicht auf Komfort verzichten möchten.

> HOTEL IN ETOSHA BUCHEN

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  • Game Drive! Wir haben einen ganztägigen Drive von Sonnenaufgang bis -untergang von unserer Lodge (Etosha Village) gewählt für 695 N$ pro Person. Man kann sich aber auch für einen Morgen- oder Nachmittags-Drive entscheiden für 479 N$, soweit man nicht selbst fahren möchte. Die Wege im Etosha Nationalpark sind gut ausgeschildert, somit sollte auch das Selbstfahren kein Problem sein.
  • Sundowner Drive: Auf einem kleinen Hügel 1,5 km von der Lodge entfernt ragt eine Plattform aus der Savanne, die wir über ein paar Stufen erreichen. Auf einem Tisch stehen auch hier wieder Snacks und Getränke bereit. Die Fläche um die Plattform herum besitzt Grillmöglichkeiten und kann für Bush Dinner exklusiv gemietet werden. Der Sundowner startet zwischen 18 und 19 Uhr und kostet 195 N$ pro Person.

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  • Bei einer Tagestour in den Etosha NP sollte man ruhig seine Badesachen einpacken. In Okaukuejo kann man in einen der zwei Swimmingpools springen
  • Die Öffnungszeiten des Etosha NP variieren und richten sich nach Sonnenaufgang und -untergang. Die Gebühr kostet 80 N$ und ist in organisierten Touren inbegriffen.
  • Wer wie wir von Swakopmund nach Etosha fährt, sollte einen Stop in Omaruru einlegen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten für einen Snack. Wir entschieden uns für den schönen Garten der Omaruru Kaffeestube (Wilhelm Zeraua St.).

Mehr zu Etosha:

Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte

Ich wäre gern weiter in den Norden an die angolanische Grenze gefahren und hätte den Caprivizipfel besucht. Und auch Lüderitz klingt interessant, hier soll der höchste Jägermeisterverbrauch weltweit sein, wäre eine Überprüfung wert.

Dieser Beitrag wird noch erweitert.

17 Kommentare

  1. Wow! Der Beitrag umfasst wirklich alles! Danke für den Aufwand.
    Eigentlich muss ich jetzt nur noch meine Koffer packen, Namibia würde ich wirklich gern sehen.

    • Danke liebe Neni! Dann solltest Du es 2015 angehen 😉 Wenn Du noch mehr Tipps brauchst, melde Dich. LG, Madlen

  2. Super Beitrag. Möchte auch so gerne dorthin aber kann mir das leider nicht leisten als Studentin :(. Trotzdem Danke für die tollen Bilder. Gruß aus Schenna Resort

    • Danke liebe Amel. Ja, Länder wie Namibia machen tatsächlich mehr Spaß als Selbstfahrer, da man so mehr sieht. Aber vielleicht klappt es ja nach Deinem Studium. LG, Mad

  3. Hallo und Danke für den umfassenden Beitrag. Für Selbstfahrer (im gemieteten Auto) würde ich Deine Tipps gern um einen erweitern: gerade wegen der vielen Schotterstraßen und der damit verbundenen Gefahr eines Reifenschadens ist es ratsam
    – bereits bei der Anmietung um einen zweiten Reservereifenzu bitten
    – bei der Übernahme des Fahrzeugs alle Reifen (die montierten und die Reservereifen) zukontrollieren und vor allem auch zu kontrollieren, dass man das richtige Werkzeug und Wagenheber dabei hat

    Gute Reise durch ein tolles Land!

  4. Danke für diesen Umfangreichen Bericht!!
    Ich war letztes Jahr auch in Namibia und mir hat Windhoek nicht so gut gefallen. Nun könnte ich mich aber in den Allerwertesten beißen, denn deine Tipps machen Lust auf mehr. Ich war wohl an den falschen Stellen unterwegs.

    Das mit Lüderitz ist ja auch total interessant. Ob das wohl stimmt.. 😀 Es wäre einen Selbstversuch wert…

    Liebe Grüße und danke fürs Fernweh machen,
    Lynn

    • Danke, liebe Lynn. Ja, Windhoek ist verglichen mit anderen Orten keine Perle auf dem ersten Blick. Aber irgendwie trotzdem liebenswert. LG, Madlen

  5. Woow super Bilder, toller Beitrag. Danke für den Tipp. Vielleicht ergibt sich ja mal was, dahin zu reisen. Grüße aus Marling Südtirol

  6. Hey Mad,
    einige super Tipps zu einem der schönsten Roadtrip-Länder (wie ich finde :) ). Leider hab ich das etwas zu spät entdeckt.
    Schade, dass ihr Lüderitz verpasst habt. Solltet ihr unbedingt noch mal nachholen. Die Stadt hat mich sehr an Swakopmund erinnert. Allerdings liegen da ja noch Kolmanskop und die Wildpferde vor den Toren der Stadt.
    Patrick

    • Danke, lieber Patrick. Wir hatten leider viel zu wenig Zeit, daher mussten wir Lüderitz und die Wildpferde skippen. Aber man sollte sich ja immer noch Orte aufheben, die zum Wiederkehren einladen 😉 LG, Mad

  7. Hallo, ich überlege demnächst nach Namibia und/oder Botswana zu reisen (Backpacking), weiß aber nicht was für Kosten mich da erwarten. Kannst du dazu etwas sagen? Bzgl. Essen, Unterkunft und Transport? Da ich als Backpacker reise, würde ich mich größtenteils selbst versorgen und einfache Unterkünfte in Anspruch nehmen. Es wäre super, wenn du ein paar Tips hast :) Liebe Grüße!

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