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Koh Samui sagt danke!

Gestern haben wir Eure Spenden in einem Einkauf eingesetzt. Im Namen der Menschen hier sagen wir noch einmal vielen Dank!! Durch Eure Unterstützung konnten wir 210 Kilo Reis, 600 Eier, 12 Liter Öl und 140 Dosen Sardinen kaufen und an das Projekt „Support Koh Samui“ übergeben. Die vielen weiteren freiwilligen Helfer werden sie jetzt zusammen mit den anderen Essenspenden portionieren und an die verschiedenen Ausgabestellen übergeben. Hier noch ein paar Eindrücke von dem Projekt, manchmal sagen Bilder mehr als Worte…

Der Großeinkauf:

 

Die Sammlungen vor den Supermärkten: 

 

Die Verteilung:

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Helft uns helfen und spendet gegen den Hunger in Koh Samui!

Wir sind immernoch in Thailand und erleben, wie mit dem Wegfall des Tourismus sehr viele Menschen wirklich am Hungertuch nagen.

Lasst uns zusammen einen Großeinkauf gegen den Hunger auf Koh Samui machen! Die Coronakrise trifft uns alle, doch manche Menschen ganz besonders. Wir stecken auf der Insel Koh Samui in Thailand fest und sehen, wie immer mehr Menschen hier vom Hunger betroffen sind. In den Touristengebieten bleiben die Touristen aus, sind die kleinen Geschäfte geschlossen und viele haben seit über zwei Monaten kein Einkommen mehr. Tausende Menschen stehen in endlosen Schlangen an, um ein wenig Hilfe in Form von Lebensmitteln oder Mahlzeiten in einer Lunchbox und Trinkwasser zu bekommen. Meist reicht das grade mal für eine karge Mahlzeit am Tag. Wir unterstützen „Support Koh Samui“, eine Gruppe von Ausländern und Thais aus Koh Samui, die sich auf Freiwilligenbasis zusammengeschlossen hat und gute Arbeit leistet. Sie postieren sich vor den großen Supermärkten und bitten die Einkäufer, ein wenig mehr zu kaufen. Ein Sack Reis, eine Palette Eier o.ä. Dies wird dann als Spende angenommen, portioniert und an bestimmten Ausgabestellen verteilt. Wir kaufen regelmässig etwas mehr und spenden es dieser Organisation. Lasst uns doch gemeinsam einen Großeinkauf machen!!! Jeder Euro zählt, ein Sack Reis kostet keine 5 Euro und hilft einer Familie für mehrere Tage. Wir sammeln eure Spenden und gehen damit für das Projekt einkaufen.

Zu unserer Spendenaktion geht es hier: https://www.betterplace.me/gegen-den-hunger-auf-koh-samui-in-thailand

Mehr Infos zu Support Koh Samui https://www.facebook.com/Support-Koh-Samui-107866264223570/

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Wir sind immernoch in Thailand und erleben, wie mit dem Wegfall des Tourismus sehr viele Menschen wirklich am Hungertuch nagen.

Lasst uns zusammen einen Großeinkauf gegen den Hunger auf Koh Samui machen! Die Coronakrise trifft uns alle, doch manche Menschen ganz besonders. Wir stecken auf der Insel Koh Samui in Thailand fest und sehen, wie immer mehr Menschen hier vom Hunger betroffen sind. In den Touristengebieten bleiben die Touristen aus, sind die kleinen Geschäfte geschlossen und viele haben seit über zwei Monaten kein Einkommen mehr. Tausende Menschen stehen in endlosen Schlangen an, um ein wenig Hilfe in Form von Lebensmitteln oder Mahlzeiten in einer Lunchbox und Trinkwasser zu bekommen. Meist reicht das grade mal für eine karge Mahlzeit am Tag. Wir unterstützen „Support Koh Samui“, eine Gruppe von Ausländern und Thais aus Koh Samui, die sich auf Freiwilligenbasis zusammengeschlossen hat und gute Arbeit leistet. Sie postieren sich vor den großen Supermärkten und bitten die Einkäufer, ein wenig mehr zu kaufen. Ein Sack Reis, eine Palette Eier o.ä. Dies wird dann als Spende angenommen, portioniert und an bestimmten Ausgabestellen verteilt. Wir kaufen regelmässig etwas mehr und spenden es dieser Organisation. Lasst uns doch gemeinsam einen Großeinkauf machen!!! Jeder Euro zählt, ein Sack Reis kostet keine 5 Euro und hilft einer Familie für mehrere Tage. Wir sammeln eure Spenden und gehen damit für das Projekt einkaufen.

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Wir sind immernoch in Thailand und erleben, wie mit dem Wegfall des Tourismus sehr viele Menschen wirklich am Hungertuch nagen.

Lasst uns zusammen einen Großeinkauf gegen den Hunger auf Koh Samui machen! Die Coronakrise trifft uns alle, doch manche Menschen ganz besonders. Wir stecken auf der Insel Koh Samui in Thailand fest und sehen, wie immer mehr Menschen hier vom Hunger betroffen sind. In den Touristengebieten bleiben die Touristen aus, sind die kleinen Geschäfte geschlossen und viele haben seit über zwei Monaten kein Einkommen mehr. Tausende Menschen stehen in endlosen Schlangen an, um ein wenig Hilfe in Form von Lebensmitteln oder Mahlzeiten in einer Lunchbox und Trinkwasser zu bekommen. Meist reicht das grade mal für eine karge Mahlzeit am Tag. Wir unterstützen „Support Koh Samui“, eine Gruppe von Ausländern und Thais aus Koh Samui, die sich auf Freiwilligenbasis zusammengeschlossen hat und gute Arbeit leistet. Sie postieren sich vor den großen Supermärkten und bitten die Einkäufer, ein wenig mehr zu kaufen. Ein Sack Reis, eine Palette Eier o.ä. Dies wird dann als Spende angenommen, portioniert und an bestimmten Ausgabestellen verteilt. Wir kaufen regelmässig etwas mehr und spenden es dieser Organisation. Lasst uns doch gemeinsam einen Großeinkauf machen!!! Jeder Euro zählt, ein Sack Reis kostet keine 5 Euro und hilft einer Familie für mehrere Tage. Wir sammeln eure Spenden und gehen damit für das Projekt einkaufen.

Zu unserer Spendenaktion geht es hier: https://www.betterplace.me/gegen-den-hunger-auf-koh-samui-in-thailand

Mehr Infos zu Support Koh Samui https://www.facebook.com/Support-Koh-Samui-107866264223570/

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Gestrandet in Thailand – Von Tempeln, Wolkenkratzern und Palmenstränden

Thailand, da wollten wir unbedingt noch einmal hin. Hier trafen wir uns 1996 zu unserer ersten gemeinsamen, dreimonatigen Rucksackreise. Das Land und auch wir haben uns seitdem ziemlich verändert, doch es schien uns der beste Ort, um unsere bisherige Reise erst einmal abzuschließen, runter zu kommen und neue Pläne für die Zukunft zu schmieden.

Kurz bevor wir uns Mitte Februar von Vietnam auf den Weg machten flatterte eine Nachricht von unseren isländischen Segelfreunden, die uns damals als Linehandler durch den Panamakanal halfen, herein. Sie sind auch grad für ein paar Monate in Thailand, wie klein ist doch die Welt mal wieder! Von ihnen bekommen wir den Tipp, uns von den mittlerweile völlig überrannten Backpackerhostels in Bangkok fernzuhalten und uns ein Condo (früher hieß das mal Apartment) zu mieten. Das sei nicht nur entspannter, sondern meist auch günstiger und größer! Genau das richtige für uns, denn wir planen, einige Zeit in Bangkok zu bleiben. Und so machen wir unsere ersten Erfahrungen mit airbnb und landen einen Glücksgriff. Für einen unschlagbaren Preis ergattern wir ein Apartment in einem angenehmen Viertel, das nicht nur ein großes Zimmer mit Bad und Küche hat, sondern auch Zugang zu einer Muckibude mit Terrasse und Pool! Hier haben wir nicht nur viel Platz und Ruhe für unsere Pläne und Schreibarbeiten, hier können wir auch endlich mal wieder unsere etwas eingerosteten Körper auf Vordermann bringen. Unsere Tage beginnen von nun an mit einem straffen Sportprogramm, gehen dann über in Schreiben und Recherche und enden damit, dass wir uns durch die endlosen, unglaublich leckeren Straßenküchen Bangkoks futtern.
Zukunftspläne reifen heran, Möglichkeiten tun sich auf, doch alles ist irgendwie noch zu wirr. So schleichen sich auch Ängste, Frust und Streit ein, wir stehen doch vor einem recht großen Schritt. Wollen wir wirklich zurück nach Deutschland? Was, außer unsere Familien und Freunde, zieht uns eigentlich noch dahin? Unsere Freiheit aufgeben und zurück ins Hamsterrad? Muss das sein? Smutje möchte am liebsten so viel planen und abklären wie möglich doch die Capitana mahnt ihn zur Ruhe. Ist nicht eine der großen Erfahrungen, die wir auf unserer Reise gemacht haben, mehr im Augenblick zu leben? Der Zukunft zu vertrauen, statt Angst vor ihr zu haben? Die Polynesier haben es uns doch immer wieder vorgelebt! Ist das auch für uns möglich? Wie planbar ist Zukunft eigentlich? Wir diskutieren viel, und es wird sich herausstellen, dass die Capitana mehr recht mit ihren Einwänden haben wird als wir zu dem Zeitpunkt geahnt hätten, doch dazu später mehr.

Für den Moment entscheiden wir uns, Anfang April erst einmal nach Deutschland zu fliegen. Wir wollen uns und unsere überall im Land verteilten Sachen sortieren und den Zustand ohne Haus und festen Job nicht als Makel sondern als Chance wahrnehmen. Stehen uns dadurch nicht alle Türen offen die Dinge auszuprobieren, die wir zuvor aufgrund etlicher Verpflichtungen und Abhängigkeiten aufschieben mussten? Wir werden sehen! Und siehe da, als hätten wir einen Schalter umgelegt, flattern plötzlich neue spannende Möglichkeiten von außen herein, diesmal um einiges konkreter. Interessante Jobangebote, Wohnideen… jetzt fangen wir doch an, uns auf Deutschland zu freuen, Ideen und Träume schwirren in unseren Köpfen herum…..aaaaaber….wie gesagt, wir werden es deutlich vor Augen geführt bekommen. Zukunft ist nicht planbar!
Doch noch ein paar Worte zu Bangkok. Schon immer liebten wir diese Stadt. Sie ist ein Moloch, laut, hektisch und voller Smog, doch sie ist auf ihre Art faszinierend. Nirgendwo sonst haben wir so ein Miteinander von Moderne und Tradition erlebt. Oben die verspiegelten Wolkenkratzer, blinkende Werbetafeln und der schwebende Skytrain und unten die Garküchen, buddhistischen Mönche in ihren Tempeln und die quirligen, lustigen Thais, die ihre Zeit am liebsten laut palavernd und schmausend mit Freunden vor einer Garküche verbringen. Mal allein oder mit unseren Freunden unternehmen wir verschiedene Streifzüge durch die Stadt. Besuchen Nachtmärkte und einen gewaltigen Flohmarkt, der an einem Tag kaum abzulaufen ist. Unsere neuste Entdeckung ist die Halbinsel Phrapradaeng. Setzt man mit dem Boot über den Fluss findet man sich in einer grünen, von Kanälen und ursprünglichen Häusern durchzogenen Oase wieder, die wir mit einem Leihrad erkunden. Hier kann man endlich mal wieder durchatmen, denn langsam wird uns die Großstadt doch zu viel.

Also Nägel mit Köppen, wir buchen Flüge nach Deutschland für Anfang April, wollen uns zuvor aber noch eine ganz besondere Auszeit geben. Wir buchen uns in ein buddhistisches Kloster auf der Insel Koh Samui ein, ein Schweigekloster wohlgemerkt. Hier wollen wir eine Woche schweigen und meditieren. Also schwingen wir uns in den Nachtzug nach Südthailand und setzen am Morgen darauf mit der Fähre nach Koh Samui über. Ein gutes Gefühl, denn irgendwie vermissen wir das Seeleben! Ein paar Tage später machen wir uns auf den Weg zum Kloster, wir sind aufgeregt und ein bisschen mulmig ist uns schon. Ein straffer Zeitplan steht uns bevor. Jeden Morgen aufstehen um 4:30, dann den ganzen Tag Meditation, lediglich unterbrochen von einer Stunde Yoga, 2 mal 30 Minuten Unterweisungen in Meditationstechniken und Buddhismus und zwei Mahlzeiten, die letzte um 11:30. Sprechen ist nicht erlaubt, auch kein Lesen und natürlich kein Internet, man sollte sogar allzu häufigen Augenkontakt vermeiden. Geschlafen wird ab 21:00 in einem Bett aus Holz mit lediglich einer Bastmatte drauf. Werden wir das durchhalten oder jeden Abend hungrig mit schmerzenden Knochen auf unserem Holzbett liegen und unsere Entscheidung bereuen? Das Gegenteil ist der Fall! Zunächst einmal sind wir überrascht darüber, wie viele weitere Ausländer sich in dem Kloster einfinden. Mit uns sind knapp 100 weitere da, aus aller Welt und in allen Altersgruppen. Ungefähr ein Drittel wird während der Woche aufgeben, doch wir halten problemlos durch. Wir genießen die Woche! Hat man sich einmal an den ziemlich merkwürdigen Umstand gewöhnt umgeben von Leuten zu sein, aber trotzdem nicht zu kommunizieren erlangt man nach und nach einen Zustand von unglaublich tiefer Ruhe und Entspannung. Interessanterweise ein Zustand, den wir auch von mehrwöchigen Überfahrten mit unserem Boot kennen. Keine äußeren Einflüsse lenken einen in der klösterlichen Umgebung ab. Kein Verkehr, keine Hektik, keine Medien und absolut keine Gespräche die unsere Aufmerksamkeit fordern. Die Meditationen sind schwierig, es ist gar nicht so leicht die Gedanken zu beruhigen. Wie eine wilde Affenhorde kreisen sie manchmal durch den Kopf, doch dank verschiedener Techniken und der ruhigen Atmosphäre gelingt auch das immer besser. Auch die in Englisch gesprochenen Unterweisungen sind spannend, interessanterweise ist der Lehrer ein deutscher Mönch. Er hat vor etlichen Jahren seinen gut bezahlten Ingenieursjob an den Nagel gehängt, ist nach Thailand ausgewandert und hat sich dem Buddhismus zugewandt. Jetzt gibt er unbezahlt Unterricht, denn die Woche im Kloster ist kostenlos, jeder kann am Ende so viel spenden wie er mag und kann. Der Lehrer scheint sein aktuelles einfaches Leben sehr zu genießen und unterrichtet mit viel Spaß und Humor. Passenderweise ist auch im Buddhismus ein wichtiges Thema, den Fokus des Lebens auf den Augenblick und nicht auf die Vergangenheit und Zukunft zu legen. Es heißt, nicht an der Vergangenheit oder den Zukunftsplänen zu hängen und achtsam mit der Gegenwart umzugehen. Das bekommen wir dann gnadenlos vor Augen geführt!

Als wir nach einer Woche das Schweigen brechen dürfen, genießen wir es zunächst, uns wieder unterhalten zu dürfen. Wir haben das Schweigen bis auf ein paar heimliche Blicke und je einen kleinen Zettel strikt eingehalten. Unsere Smartphones mögen wir noch nicht so richtig anwerfen, uns schwant nicht Gutes. Um uns herum wird es immer unruhiger, eine Russin bricht gar in Tränen aus. Die Welt, aus der wir vor einer Woche ausstiegen, ist eine andere geworden und unsere Zukunftspläne verpuffen wie Seifenblasen. Ausgangssperren, gestrichene Flüge, überfüllte Krankenhäuser, gestrandete Touristen, der Virus ist allgegenwärtig geworden und Gesprächsthema Nummer Eins. Wir bleiben dennoch gelassen und beschließen, das Ganze erstmal in Ruhe zu betrachten, die Woche im Kloster hat ihre Wirkung getan. Wir beschließen abzuwarten und nicht, wie viele andere Ausländer, so schnell wie möglich nach Hause zu fliegen. Hier in Thailand ist es noch relativ entspannt, doch auch das wird sich schrittweise ändern. Innerhalb von einer weiteren Woche werden unsere Flüge gestrichen und der Ausnahmezustand in Thailand ausgerufen. Mittlerweile ist die Insel abgeriegelt und es gibt keine Transportmöglichkeiten nach Bangkok mehr. Unser Hotel wurde auch geschlossen, allerdings nur für Neuankömmlinge, wir dürfen bleiben so lange wir wollen. Klingt heftig, aber uns geht es gut! Wir sind zwar eingesperrt auf einer Insel, aber alle Versorgungsmöglichkeiten funktionieren wie zuvor und es gibt gerade mal sechs erkannte und isolierte Fälle auf der Insel. Wir können uns frei bewegen, der Strand ist nicht weit und die Umgebung wunderschön. Unser sehr schön, mit viel Liebe gestaltetes Hotel in der Natur ist zwar zu, aber die extrem freundlichen französischen Besitzer haben den eh schon günstigen Preis noch weiter heruntergesetzt und wir dürfen jetzt auch die Küche mitbenutzen. Die thailändische Regierung hat die Visabestimmungen so geändert, dass „Hängengebliebene“ bleiben können bis sich die Lage beruhigt. Sobald die „Emirates“ wieder fliegt, können wir umbuchen wie wir lustig sind. Warum also nicht hierbleiben und abwarten, statt in eines der momentanen Epizentren Europa zu fliegen? Uns packte auch mal kurz die Panik, was passieren könnte, und wir waren kurz davor, Hals über Kopf nach Deutschland zu fliegen. Doch wir haben uns wieder daran erinnert aufmerksam den Augenblick zu betrachten, keine möglichen Szenarien in die Zukunft zu malen und sind geblieben. Irgendwie haben wir das Gefühl das Richtige getan zu haben. Wir bedauern eigentlich nur, dass das Wiedersehen mit unseren Freunden und der Familie noch warten muss. Ihnen gilt auch unsere größte Sorge in dieser verrückten Zeit.
Liebe Freude und Leser in der Welt, wir wissen, dass viele von euch in den unmöglichsten Zuständen irgendwo in der Welt feststecken. Wir wünschen Euch Kraft, das Ganze durchzustehen und bleibt gesund!

Euch gefallen unsere Geschichten? Ihr wollt radiopelicano unterstützen? Dann werft ein paar Groschen in unsere Bordkasse und helft uns unser Reise weiter zu führen. Smutje und Capitana sagen Dankeschön! Zur Spendenseite

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Gestrandet in Thailand – Von Tempeln, Wolkenkratzern und Palmenstränden

Thailand, da wollten wir unbedingt noch einmal hin. Hier trafen wir uns 1996 zu unserer ersten gemeinsamen, dreimonatigen Rucksackreise. Das Land und auch wir haben uns seitdem ziemlich verändert, doch es schien uns der beste Ort, um unsere bisherige Reise erst einmal abzuschließen, runter zu kommen und neue Pläne für die Zukunft zu schmieden.

Kurz bevor wir uns Mitte Februar von Vietnam auf den Weg machten flatterte eine Nachricht von unseren isländischen Segelfreunden, die uns damals als Linehandler durch den Panamakanal halfen, herein. Sie sind auch grad für ein paar Monate in Thailand, wie klein ist doch die Welt mal wieder! Von ihnen bekommen wir den Tipp, uns von den mittlerweile völlig überrannten Backpackerhostels in Bangkok fernzuhalten und uns ein Condo (früher hieß das mal Apartment) zu mieten. Das sei nicht nur entspannter, sondern meist auch günstiger und größer! Genau das richtige für uns, denn wir planen, einige Zeit in Bangkok zu bleiben. Und so machen wir unsere ersten Erfahrungen mit airbnb und landen einen Glücksgriff. Für einen unschlagbaren Preis ergattern wir ein Apartment in einem angenehmen Viertel, das nicht nur ein großes Zimmer mit Bad und Küche hat, sondern auch Zugang zu einer Muckibude mit Terrasse und Pool! Hier haben wir nicht nur viel Platz und Ruhe für unsere Pläne und Schreibarbeiten, hier können wir auch endlich mal wieder unsere etwas eingerosteten Körper auf Vordermann bringen. Unsere Tage beginnen von nun an mit einem straffen Sportprogramm, gehen dann über in Schreiben und Recherche und enden damit, dass wir uns durch die endlosen, unglaublich leckeren Straßenküchen Bangkoks futtern.
Zukunftspläne reifen heran, Möglichkeiten tun sich auf, doch alles ist irgendwie noch zu wirr. So schleichen sich auch Ängste, Frust und Streit ein, wir stehen doch vor einem recht großen Schritt. Wollen wir wirklich zurück nach Deutschland? Was, außer unsere Familien und Freunde, zieht uns eigentlich noch dahin? Unsere Freiheit aufgeben und zurück ins Hamsterrad? Muss das sein? Smutje möchte am liebsten so viel planen und abklären wie möglich doch die Capitana mahnt ihn zur Ruhe. Ist nicht eine der großen Erfahrungen, die wir auf unserer Reise gemacht haben, mehr im Augenblick zu leben? Der Zukunft zu vertrauen, statt Angst vor ihr zu haben? Die Polynesier haben es uns doch immer wieder vorgelebt! Ist das auch für uns möglich? Wie planbar ist Zukunft eigentlich? Wir diskutieren viel, und es wird sich herausstellen, dass die Capitana mehr recht mit ihren Einwänden haben wird als wir zu dem Zeitpunkt geahnt hätten, doch dazu später mehr.

Für den Moment entscheiden wir uns, Anfang April erst einmal nach Deutschland zu fliegen. Wir wollen uns und unsere überall im Land verteilten Sachen sortieren und den Zustand ohne Haus und festen Job nicht als Makel sondern als Chance wahrnehmen. Stehen uns dadurch nicht alle Türen offen die Dinge auszuprobieren, die wir zuvor aufgrund etlicher Verpflichtungen und Abhängigkeiten aufschieben mussten? Wir werden sehen! Und siehe da, als hätten wir einen Schalter umgelegt, flattern plötzlich neue spannende Möglichkeiten von außen herein, diesmal um einiges konkreter. Interessante Jobangebote, Wohnideen… jetzt fangen wir doch an, uns auf Deutschland zu freuen, Ideen und Träume schwirren in unseren Köpfen herum…..aaaaaber….wie gesagt, wir werden es deutlich vor Augen geführt bekommen. Zukunft ist nicht planbar!
Doch noch ein paar Worte zu Bangkok. Schon immer liebten wir diese Stadt. Sie ist ein Moloch, laut, hektisch und voller Smog, doch sie ist auf ihre Art faszinierend. Nirgendwo sonst haben wir so ein Miteinander von Moderne und Tradition erlebt. Oben die verspiegelten Wolkenkratzer, blinkende Werbetafeln und der schwebende Skytrain und unten die Garküchen, buddhistischen Mönche in ihren Tempeln und die quirligen, lustigen Thais, die ihre Zeit am liebsten laut palavernd und schmausend mit Freunden vor einer Garküche verbringen. Mal allein oder mit unseren Freunden unternehmen wir verschiedene Streifzüge durch die Stadt. Besuchen Nachtmärkte und einen gewaltigen Flohmarkt, der an einem Tag kaum abzulaufen ist. Unsere neuste Entdeckung ist die Halbinsel Phrapradaeng. Setzt man mit dem Boot über den Fluss findet man sich in einer grünen, von Kanälen und ursprünglichen Häusern durchzogenen Oase wieder, die wir mit einem Leihrad erkunden. Hier kann man endlich mal wieder durchatmen, denn langsam wird uns die Großstadt doch zu viel.

Also Nägel mit Köppen, wir buchen Flüge nach Deutschland für Anfang April, wollen uns zuvor aber noch eine ganz besondere Auszeit geben. Wir buchen uns in ein buddhistisches Kloster auf der Insel Koh Samui ein, ein Schweigekloster wohlgemerkt. Hier wollen wir eine Woche schweigen und meditieren. Also schwingen wir uns in den Nachtzug nach Südthailand und setzen am Morgen darauf mit der Fähre nach Koh Samui über. Ein gutes Gefühl, denn irgendwie vermissen wir das Seeleben! Ein paar Tage später machen wir uns auf den Weg zum Kloster, wir sind aufgeregt und ein bisschen mulmig ist uns schon. Ein straffer Zeitplan steht uns bevor. Jeden Morgen aufstehen um 4:30, dann den ganzen Tag Meditation, lediglich unterbrochen von einer Stunde Yoga, 2 mal 30 Minuten Unterweisungen in Meditationstechniken und Buddhismus und zwei Mahlzeiten, die letzte um 11:30. Sprechen ist nicht erlaubt, auch kein Lesen und natürlich kein Internet, man sollte sogar allzu häufigen Augenkontakt vermeiden. Geschlafen wird ab 21:00 in einem Bett aus Holz mit lediglich einer Bastmatte drauf. Werden wir das durchhalten oder jeden Abend hungrig mit schmerzenden Knochen auf unserem Holzbett liegen und unsere Entscheidung bereuen? Das Gegenteil ist der Fall! Zunächst einmal sind wir überrascht darüber, wie viele weitere Ausländer sich in dem Kloster einfinden. Mit uns sind knapp 100 weitere da, aus aller Welt und in allen Altersgruppen. Ungefähr ein Drittel wird während der Woche aufgeben, doch wir halten problemlos durch. Wir genießen die Woche! Hat man sich einmal an den ziemlich merkwürdigen Umstand gewöhnt umgeben von Leuten zu sein, aber trotzdem nicht zu kommunizieren erlangt man nach und nach einen Zustand von unglaublich tiefer Ruhe und Entspannung. Interessanterweise ein Zustand, den wir auch von mehrwöchigen Überfahrten mit unserem Boot kennen. Keine äußeren Einflüsse lenken einen in der klösterlichen Umgebung ab. Kein Verkehr, keine Hektik, keine Medien und absolut keine Gespräche die unsere Aufmerksamkeit fordern. Die Meditationen sind schwierig, es ist gar nicht so leicht die Gedanken zu beruhigen. Wie eine wilde Affenhorde kreisen sie manchmal durch den Kopf, doch dank verschiedener Techniken und der ruhigen Atmosphäre gelingt auch das immer besser. Auch die in Englisch gesprochenen Unterweisungen sind spannend, interessanterweise ist der Lehrer ein deutscher Mönch. Er hat vor etlichen Jahren seinen gut bezahlten Ingenieursjob an den Nagel gehängt, ist nach Thailand ausgewandert und hat sich dem Buddhismus zugewandt. Jetzt gibt er unbezahlt Unterricht, denn die Woche im Kloster ist kostenlos, jeder kann am Ende so viel spenden wie er mag und kann. Der Lehrer scheint sein aktuelles einfaches Leben sehr zu genießen und unterrichtet mit viel Spaß und Humor. Passenderweise ist auch im Buddhismus ein wichtiges Thema, den Fokus des Lebens auf den Augenblick und nicht auf die Vergangenheit und Zukunft zu legen. Es heißt, nicht an der Vergangenheit oder den Zukunftsplänen zu hängen und achtsam mit der Gegenwart umzugehen. Das bekommen wir dann gnadenlos vor Augen geführt!

Als wir nach einer Woche das Schweigen brechen dürfen, genießen wir es zunächst, uns wieder unterhalten zu dürfen. Wir haben das Schweigen bis auf ein paar heimliche Blicke und je einen kleinen Zettel strikt eingehalten. Unsere Smartphones mögen wir noch nicht so richtig anwerfen, uns schwant nicht Gutes. Um uns herum wird es immer unruhiger, eine Russin bricht gar in Tränen aus. Die Welt, aus der wir vor einer Woche ausstiegen, ist eine andere geworden und unsere Zukunftspläne verpuffen wie Seifenblasen. Ausgangssperren, gestrichene Flüge, überfüllte Krankenhäuser, gestrandete Touristen, der Virus ist allgegenwärtig geworden und Gesprächsthema Nummer Eins. Wir bleiben dennoch gelassen und beschließen, das Ganze erstmal in Ruhe zu betrachten, die Woche im Kloster hat ihre Wirkung getan. Wir beschließen abzuwarten und nicht, wie viele andere Ausländer, so schnell wie möglich nach Hause zu fliegen. Hier in Thailand ist es noch relativ entspannt, doch auch das wird sich schrittweise ändern. Innerhalb von einer weiteren Woche werden unsere Flüge gestrichen und der Ausnahmezustand in Thailand ausgerufen. Mittlerweile ist die Insel abgeriegelt und es gibt keine Transportmöglichkeiten nach Bangkok mehr. Unser Hotel wurde auch geschlossen, allerdings nur für Neuankömmlinge, wir dürfen bleiben so lange wir wollen. Klingt heftig, aber uns geht es gut! Wir sind zwar eingesperrt auf einer Insel, aber alle Versorgungsmöglichkeiten funktionieren wie zuvor und es gibt gerade mal sechs erkannte und isolierte Fälle auf der Insel. Wir können uns frei bewegen, der Strand ist nicht weit und die Umgebung wunderschön. Unser sehr schön, mit viel Liebe gestaltetes Hotel in der Natur ist zwar zu, aber die extrem freundlichen französischen Besitzer haben den eh schon günstigen Preis noch weiter heruntergesetzt und wir dürfen jetzt auch die Küche mitbenutzen. Die thailändische Regierung hat die Visabestimmungen so geändert, dass „Hängengebliebene“ bleiben können bis sich die Lage beruhigt. Sobald die „Emirates“ wieder fliegt, können wir umbuchen wie wir lustig sind. Warum also nicht hierbleiben und abwarten, statt in eines der momentanen Epizentren Europa zu fliegen? Uns packte auch mal kurz die Panik, was passieren könnte, und wir waren kurz davor, Hals über Kopf nach Deutschland zu fliegen. Doch wir haben uns wieder daran erinnert aufmerksam den Augenblick zu betrachten, keine möglichen Szenarien in die Zukunft zu malen und sind geblieben. Irgendwie haben wir das Gefühl das Richtige getan zu haben. Wir bedauern eigentlich nur, dass das Wiedersehen mit unseren Freunden und der Familie noch warten muss. Ihnen gilt auch unsere größte Sorge in dieser verrückten Zeit.
Liebe Freude und Leser in der Welt, wir wissen, dass viele von euch in den unmöglichsten Zuständen irgendwo in der Welt feststecken. Wir wünschen Euch Kraft, das Ganze durchzustehen und bleibt gesund!

Euch gefallen unsere Geschichten? Ihr wollt radiopelicano unterstützen? Dann werft ein paar Groschen in unsere Bordkasse und helft uns unser Reise weiter zu führen. Smutje und Capitana sagen Dankeschön! Zur Spendenseite

The post Gestrandet in Thailand – Von Tempeln, Wolkenkratzern und Palmenstränden appeared first on Radio Pelicano Segelyacht INTI.

Gestrandet in Thailand – Von Tempeln, Wolkenkratzern und Palmenstränden

Thailand, da wollten wir unbedingt noch einmal hin. Hier trafen wir uns 1996 zu unserer ersten gemeinsamen, dreimonatigen Rucksackreise. Das Land und auch wir haben uns seitdem ziemlich verändert, doch es schien uns der beste Ort, um unsere bisherige Reise erst einmal abzuschließen, runter zu kommen und neue Pläne für die Zukunft zu schmieden.

Kurz bevor wir uns Mitte Februar von Vietnam auf den Weg machten flatterte eine Nachricht von unseren isländischen Segelfreunden, die uns damals als Linehandler durch den Panamakanal halfen, herein. Sie sind auch grad für ein paar Monate in Thailand, wie klein ist doch die Welt mal wieder! Von ihnen bekommen wir den Tipp, uns von den mittlerweile völlig überrannten Backpackerhostels in Bangkok fernzuhalten und uns ein Condo (früher hieß das mal Apartment) zu mieten. Das sei nicht nur entspannter, sondern meist auch günstiger und größer! Genau das richtige für uns, denn wir planen, einige Zeit in Bangkok zu bleiben. Und so machen wir unsere ersten Erfahrungen mit airbnb und landen einen Glücksgriff. Für einen unschlagbaren Preis ergattern wir ein Apartment in einem angenehmen Viertel, das nicht nur ein großes Zimmer mit Bad und Küche hat, sondern auch Zugang zu einer Muckibude mit Terrasse und Pool! Hier haben wir nicht nur viel Platz und Ruhe für unsere Pläne und Schreibarbeiten, hier können wir auch endlich mal wieder unsere etwas eingerosteten Körper auf Vordermann bringen. Unsere Tage beginnen von nun an mit einem straffen Sportprogramm, gehen dann über in Schreiben und Recherche und enden damit, dass wir uns durch die endlosen, unglaublich leckeren Straßenküchen Bangkoks futtern.
Zukunftspläne reifen heran, Möglichkeiten tun sich auf, doch alles ist irgendwie noch zu wirr. So schleichen sich auch Ängste, Frust und Streit ein, wir stehen doch vor einem recht großen Schritt. Wollen wir wirklich zurück nach Deutschland? Was, außer unsere Familien und Freunde, zieht uns eigentlich noch dahin? Unsere Freiheit aufgeben und zurück ins Hamsterrad? Muss das sein? Smutje möchte am liebsten so viel planen und abklären wie möglich doch die Capitana mahnt ihn zur Ruhe. Ist nicht eine der großen Erfahrungen, die wir auf unserer Reise gemacht haben, mehr im Augenblick zu leben? Der Zukunft zu vertrauen, statt Angst vor ihr zu haben? Die Polynesier haben es uns doch immer wieder vorgelebt! Ist das auch für uns möglich? Wie planbar ist Zukunft eigentlich? Wir diskutieren viel, und es wird sich herausstellen, dass die Capitana mehr recht mit ihren Einwänden haben wird als wir zu dem Zeitpunkt geahnt hätten, doch dazu später mehr.

Für den Moment entscheiden wir uns, Anfang April erst einmal nach Deutschland zu fliegen. Wir wollen uns und unsere überall im Land verteilten Sachen sortieren und den Zustand ohne Haus und festen Job nicht als Makel sondern als Chance wahrnehmen. Stehen uns dadurch nicht alle Türen offen die Dinge auszuprobieren, die wir zuvor aufgrund etlicher Verpflichtungen und Abhängigkeiten aufschieben mussten? Wir werden sehen! Und siehe da, als hätten wir einen Schalter umgelegt, flattern plötzlich neue spannende Möglichkeiten von außen herein, diesmal um einiges konkreter. Interessante Jobangebote, Wohnideen… jetzt fangen wir doch an, uns auf Deutschland zu freuen, Ideen und Träume schwirren in unseren Köpfen herum…..aaaaaber….wie gesagt, wir werden es deutlich vor Augen geführt bekommen. Zukunft ist nicht planbar!
Doch noch ein paar Worte zu Bangkok. Schon immer liebten wir diese Stadt. Sie ist ein Moloch, laut, hektisch und voller Smog, doch sie ist auf ihre Art faszinierend. Nirgendwo sonst haben wir so ein Miteinander von Moderne und Tradition erlebt. Oben die verspiegelten Wolkenkratzer, blinkende Werbetafeln und der schwebende Skytrain und unten die Garküchen, buddhistischen Mönche in ihren Tempeln und die quirligen, lustigen Thais, die ihre Zeit am liebsten laut palavernd und schmausend mit Freunden vor einer Garküche verbringen. Mal allein oder mit unseren Freunden unternehmen wir verschiedene Streifzüge durch die Stadt. Besuchen Nachtmärkte und einen gewaltigen Flohmarkt, der an einem Tag kaum abzulaufen ist. Unsere neuste Entdeckung ist die Halbinsel Phrapradaeng. Setzt man mit dem Boot über den Fluss findet man sich in einer grünen, von Kanälen und ursprünglichen Häusern durchzogenen Oase wieder, die wir mit einem Leihrad erkunden. Hier kann man endlich mal wieder durchatmen, denn langsam wird uns die Großstadt doch zu viel.

Also Nägel mit Köppen, wir buchen Flüge nach Deutschland für Anfang April, wollen uns zuvor aber noch eine ganz besondere Auszeit geben. Wir buchen uns in ein buddhistisches Kloster auf der Insel Koh Samui ein, ein Schweigekloster wohlgemerkt. Hier wollen wir eine Woche schweigen und meditieren. Also schwingen wir uns in den Nachtzug nach Südthailand und setzen am Morgen darauf mit der Fähre nach Koh Samui über. Ein gutes Gefühl, denn irgendwie vermissen wir das Seeleben! Ein paar Tage später machen wir uns auf den Weg zum Kloster, wir sind aufgeregt und ein bisschen mulmig ist uns schon. Ein straffer Zeitplan steht uns bevor. Jeden Morgen aufstehen um 4:30, dann den ganzen Tag Meditation, lediglich unterbrochen von einer Stunde Yoga, 2 mal 30 Minuten Unterweisungen in Meditationstechniken und Buddhismus und zwei Mahlzeiten, die letzte um 11:30. Sprechen ist nicht erlaubt, auch kein Lesen und natürlich kein Internet, man sollte sogar allzu häufigen Augenkontakt vermeiden. Geschlafen wird ab 21:00 in einem Bett aus Holz mit lediglich einer Bastmatte drauf. Werden wir das durchhalten oder jeden Abend hungrig mit schmerzenden Knochen auf unserem Holzbett liegen und unsere Entscheidung bereuen? Das Gegenteil ist der Fall! Zunächst einmal sind wir überrascht darüber, wie viele weitere Ausländer sich in dem Kloster einfinden. Mit uns sind knapp 100 weitere da, aus aller Welt und in allen Altersgruppen. Ungefähr ein Drittel wird während der Woche aufgeben, doch wir halten problemlos durch. Wir genießen die Woche! Hat man sich einmal an den ziemlich merkwürdigen Umstand gewöhnt umgeben von Leuten zu sein, aber trotzdem nicht zu kommunizieren erlangt man nach und nach einen Zustand von unglaublich tiefer Ruhe und Entspannung. Interessanterweise ein Zustand, den wir auch von mehrwöchigen Überfahrten mit unserem Boot kennen. Keine äußeren Einflüsse lenken einen in der klösterlichen Umgebung ab. Kein Verkehr, keine Hektik, keine Medien und absolut keine Gespräche die unsere Aufmerksamkeit fordern. Die Meditationen sind schwierig, es ist gar nicht so leicht die Gedanken zu beruhigen. Wie eine wilde Affenhorde kreisen sie manchmal durch den Kopf, doch dank verschiedener Techniken und der ruhigen Atmosphäre gelingt auch das immer besser. Auch die in Englisch gesprochenen Unterweisungen sind spannend, interessanterweise ist der Lehrer ein deutscher Mönch. Er hat vor etlichen Jahren seinen gut bezahlten Ingenieursjob an den Nagel gehängt, ist nach Thailand ausgewandert und hat sich dem Buddhismus zugewandt. Jetzt gibt er unbezahlt Unterricht, denn die Woche im Kloster ist kostenlos, jeder kann am Ende so viel spenden wie er mag und kann. Der Lehrer scheint sein aktuelles einfaches Leben sehr zu genießen und unterrichtet mit viel Spaß und Humor. Passenderweise ist auch im Buddhismus ein wichtiges Thema, den Fokus des Lebens auf den Augenblick und nicht auf die Vergangenheit und Zukunft zu legen. Es heißt, nicht an der Vergangenheit oder den Zukunftsplänen zu hängen und achtsam mit der Gegenwart umzugehen. Das bekommen wir dann gnadenlos vor Augen geführt!

Als wir nach einer Woche das Schweigen brechen dürfen, genießen wir es zunächst, uns wieder unterhalten zu dürfen. Wir haben das Schweigen bis auf ein paar heimliche Blicke und je einen kleinen Zettel strikt eingehalten. Unsere Smartphones mögen wir noch nicht so richtig anwerfen, uns schwant nicht Gutes. Um uns herum wird es immer unruhiger, eine Russin bricht gar in Tränen aus. Die Welt, aus der wir vor einer Woche ausstiegen, ist eine andere geworden und unsere Zukunftspläne verpuffen wie Seifenblasen. Ausgangssperren, gestrichene Flüge, überfüllte Krankenhäuser, gestrandete Touristen, der Virus ist allgegenwärtig geworden und Gesprächsthema Nummer Eins. Wir bleiben dennoch gelassen und beschließen, das Ganze erstmal in Ruhe zu betrachten, die Woche im Kloster hat ihre Wirkung getan. Wir beschließen abzuwarten und nicht, wie viele andere Ausländer, so schnell wie möglich nach Hause zu fliegen. Hier in Thailand ist es noch relativ entspannt, doch auch das wird sich schrittweise ändern. Innerhalb von einer weiteren Woche werden unsere Flüge gestrichen und der Ausnahmezustand in Thailand ausgerufen. Mittlerweile ist die Insel abgeriegelt und es gibt keine Transportmöglichkeiten nach Bangkok mehr. Unser Hotel wurde auch geschlossen, allerdings nur für Neuankömmlinge, wir dürfen bleiben so lange wir wollen. Klingt heftig, aber uns geht es gut! Wir sind zwar eingesperrt auf einer Insel, aber alle Versorgungsmöglichkeiten funktionieren wie zuvor und es gibt gerade mal sechs erkannte und isolierte Fälle auf der Insel. Wir können uns frei bewegen, der Strand ist nicht weit und die Umgebung wunderschön. Unser sehr schön, mit viel Liebe gestaltetes Hotel in der Natur ist zwar zu, aber die extrem freundlichen französischen Besitzer haben den eh schon günstigen Preis noch weiter heruntergesetzt und wir dürfen jetzt auch die Küche mitbenutzen. Die thailändische Regierung hat die Visabestimmungen so geändert, dass „Hängengebliebene“ bleiben können bis sich die Lage beruhigt. Sobald die „Emirates“ wieder fliegt, können wir umbuchen wie wir lustig sind. Warum also nicht hierbleiben und abwarten, statt in eines der momentanen Epizentren Europa zu fliegen? Uns packte auch mal kurz die Panik, was passieren könnte, und wir waren kurz davor, Hals über Kopf nach Deutschland zu fliegen. Doch wir haben uns wieder daran erinnert aufmerksam den Augenblick zu betrachten, keine möglichen Szenarien in die Zukunft zu malen und sind geblieben. Irgendwie haben wir das Gefühl das Richtige getan zu haben. Wir bedauern eigentlich nur, dass das Wiedersehen mit unseren Freunden und der Familie noch warten muss. Ihnen gilt auch unsere größte Sorge in dieser verrückten Zeit.
Liebe Freude und Leser in der Welt, wir wissen, dass viele von euch in den unmöglichsten Zuständen irgendwo in der Welt feststecken. Wir wünschen Euch Kraft, das Ganze durchzustehen und bleibt gesund!

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Landratten im Jahr der Ratte

Eine kleine Anmerkung vorweg. Dieser Bericht beginnt vor etwa zwei Monaten, seitdem hat sich die Welt komplett verändert! Sowohl in Seoul als auch in Hanoi war Corona schon ein Thema, auch an den Flughäfen wurden schon diverse Vorkehrungen getroffen, aber es sieht so aus als hätten wir Glück gehabt und wären immer haarscharf vor der Welle der lockdowns hergereist. Momentan ist das Reisen zwischen diesen Ländern natürlich nicht mehr möglich. Wir hocken mehr oder wenig freiwillig auf der Insel Koh Samui in Thailand, wo das Leben noch relativ normal abläuft. Wir werden erstmal bleiben und das Geschehen weiter beobachten. Uns geht es gut, aber wir betrachten mit Erstaunen und Sorge, was um uns herum gerade geschieht. Liebe Leser, lasst es euch gut gehen und vor allem: Bleibt gesund!  

Jetzt sind wir nach fast sieben Jahren doch tatsächlich wieder Landratten geworden. Pünktlich zum chinesischen Jahr der Ratte, passenderweise der Metallratte, verabschieden wir uns vom Bootsleben. Eine ganz schöne Umstellung! 

Vom schwimmenden Heim, reduziert auf zwei Rucksäcke, in denen, neben den alltäglichen Dingen, auch noch Bootskrams von dem wir uns nicht trennen mögen mit herumgeschleppt werden muss. Unsere Zahnbürsten und T-Shirts drängeln sich zwischen Schwerwetterhosen, einer zerlegten Harpune, Logbüchern und etlichen Souvenirs. Kein schwimmendes Haus und Fahrzeug reist noch mit uns, auf einmal müssen wir uns darüber Gedanken machen wo wir unterkommen und wie wir überhaupt dort hin kommen. Langsam kommen die Erinnerungen hoch an die Zeit, als wir noch als Rucksacktouristen die Welt bereisten. Jetzt werden wir doch etwas wehmütig, sieht man mal von der ständigen Repariererei auf einem alten Boot ab, ist es doch so einfach, mit einem Segelboot zu reisen. Immer seine Matratze, die Kaffeetasse und sein kleines Stück Heimat dabei. Frei dorthin zu fahren wonach einem gerade der Sinn steht, vorausgesetzt natürlich, es gibt einen Wasserzugang und der Wind stimmt. 

Jetzt sind wir wieder gebunden an fremde Hotels, Guesthäuser und Lodges, an Straßen, Schienen und Flieger. Müssen wieder an so abstrakten Parallelwelten wie Flughäfen ankommen und nicht mehr mitten im trubeligen Leben eines neuen Hafens. Wie oft wurden wir freundlich von den Fischern und sogar den sonst so strengen Behördlingen in ihrem Land begrüßt. Wurde uns bewundernd auf die Schulter geklopft, dass wir uns trauten mit unserer kleinen INTI bis zu ihnen zu kommen. Jetzt schickt man uns durch den Ganzkörperscanner und hält uns ein Fieberthermometer an den Kopf, denn im Augenblick herrscht an den Flughäfen vor allem eines: Panik vor dem Virus, dem Coronavirus. So ist auch das erste was wir in die Hand gedrückt bekommen eine Gesichtsmaske und Handdesinfektion. Im Flieger kommt man sich vor wie im Katastrophenfilm, alle tragen Masken, die Stewardessen dazu auch noch Handschuhe. Wie bekommt man den Bordfraß denn jetzt durch die Maske? Ah, man darf sie doch kurz abnehmen. Überhaupt war es garnicht so einfach einen Flieger zu finden. Vor dem Virus gab es noch etliche günstige Verbindungen, aber die gingen alle über Hongkong. Das ist den Behörden dann aber doch zu nah an Wuhan und so wurden diese kurzerhand einfach gestrichen. 

Wir finden dennoch eine günstige Verbindung, mit einem Billigflieger geht es nach Seoul in Südkorea und dann weiter nach Hanoi in Vietnam. Warum nicht? Da wollten wir schon immer mal hin! Doch wie bekommen wir unser Gepäck in einen Billigflieger und kann man da eigentlich eine Gitarre mit rein nehmen? Solche Probleme haben wir während des Bootslebens ganz vergessen, zähneknirschend schieben wir Kilos hin und her, packen ein und aus und zahlen Extragebühren. Vergessen haben wir auch, mal nach dem Wetter in Seoul zu schauen und so werden wir erstmal schockgefrostet als wir dort aussteigen und uns auf den Weg zu unserer Unterkunft machen. Liegt Südkorea nicht auf der Höhe von Griechenland? Wieso sind hier denn jetzt auf einmal -11 Grad? Es strahlt die Sonne, aber an der Küste ist sogar das Meer gefroren. Na was solls, wir bleiben eh nur eine Nacht und der Nachtwächter vom Hostel drückt uns freundlich eine dicke Daunenjacke in die Hand als wir uns auf die Suche nach einem Bierchen machen um den Schreck zu verdauen. 

Nächster Tag, nächste Maskenparade und nächster Billigflieger und da sind wir auch schon in Hanoi. Wie lange hätten wir dafür wohl mit dem Boot gebraucht? Es ist nicht alles schlecht am Landreisen. Nach nichtmal acht Stunden liegen wir schon wieder in der nächsten Hotelkoje. Als wir uns am nächsten Morgen etwas schlaftrunken vor die Tür wagen, fällt uns ein weiterer Punkt auf. Wir waren, zwar mit zwei kleinen Unterbrechungen, über drei Jahre auf Pazifikinseln unterwegs. Wenig Verkehr, gelassene, zuvorkommende Menschen, Autos die stoppen wenn man auch nur andeutet dass man über die Straße möchte, frische Luft, das lauteste Geräusch meist nur das Brechen der Wellen und das Rascheln der Palmen. 

Jetzt stehen wir in einer Großstadt und auch noch in einer asiatischen Großstadt. Es dröhnt, hupt, wuselt und wie es wuselt! Überall teilweise haushoch beladene, Motorräder die kreuz und quer über die Straße schießen, dröhnende Busse, Fahrradrikschas, fliegende Händler, Scharen von Menschen, herumirrende Touristen, kläffende Hunde. In der Luft wabert eine Mischung aus Abgas und Müll, aber auch die unzähligen Düfte der diversen Garküchen und Blumenstände. Rauchschwaden ziehen umher von den vielen kleinen Feuerchen, in denen Räucherwerk, falsche Geldscheine und kunstvoll verzierte Papierfiguren verbrannt werden. Es ist Neujahrsfest und da opfert man so einiges dem Feuer. Voller Tatendrang aber auch etwas überfordert von der Hektik die so garnichts mehr mit der Gelassenheit der Südsee zutun hat, stürzen wir uns ins Getümmel. 

Wir haben Hunger, großen Hunger! So paradiesisch die Südsee auch war, das Angebot an Essen auf den abgelegenen Inseln war oft ziemlich einseitig, wenig gewürzt und vor allem auch sehr teuer. Hier gibt es eine unglaubliche Vielfalt und alles ist billig. Wir hangeln uns von Garküche zu Garküche und genießen die Küche Südostasiens, die schon immer eine unserer liebsten war. 

Wir streunen durch die lauten Straßen und Gassen, halten mal hier für einen Freßstop, trinken mal dort einen Kaffee. Die Franzosen haben  ihre Kaffeekultur hierher gebracht und das gefällt uns gut, denn im Vergleich zu den kleinen Pazifikstaaten, in welchen höchstens mal ein Nescafe zu bekommen war, gibt es hier aromatischen, köstlichen Kaffee zu kleinen Preisen. Mal hier eine Pause, mal da, auf unseren touristischen Streunereien durch Hanoi. Wir laufen zum mächtigen Ho-Chi-Minh-Mausoleum, bestaunen die riesige Anlage rundherum, den akkurat gepflegten Rasen, die schönen Blumen und die  zackigen Bewegungen der patrouillierenden Soldaten bei der Wachablösung. Wir besichtigen riesige alte Tempelanlagen  mit kleinen Bächlein mit Seerosen und Lotosblumen, atmen den schweren Geruch von Millionen brennenden Räucherstäbchen ein und lassen uns oft einfach nur treiben. Schauen hier einem Pfeifenmacher bei der Arbeit zu, aus dickem Bambus schnitzt er künstlerisch eine um die andere Pfeife, in der nächsten Straße sind die Schweißer aktiv, der typische Geruch hängt in der Luft, uns natürlich gut bekannt, anderswo sind die Frauen dabei, wunderschöne Blumendekorationen für bestimmte Anlässe und Tempel herzustellen. Morgens werden am Straßenrand unzählige Knoblauchzehen gepellt, Gemüse geschnippelt und die Brühe für die unverwechselbaren Pho-Suppen köchelt köstlich nach allen Gewürzen Asiens duftend auf dem Feuer. Abends hören wir auf den Straßen die Rufe der Bierverkäufer, oft finden sich Reisende hier zusammen, die Einheimischen machen ein gutes Geschäft, sie kaufen ein großes Bierfass und schenken zu kleinen Preisen Bier aus. So treffen wir mit vielen Reisenden zusammen, hören wieder Stories von Langzeitreisenden über Land und staunen, dass doch noch so viele davon unterwegs sind. 

Nun müssen wir mal raus aus der Großstadt, wir machen einen dreitägigen Ausflug nach Nam Coc, hier können wir eine bizarre Welt aus Karstfelsen, umgeben von kleinen malerischen Flüssen bewundern. Doch wir sind es nicht mehr gewohnt, zu angeblich ruhigen Touristenattraktionen zu reisen, uns erschlägt die Masse an Reisenden und die wahnsinnige Infrastruktur mit seinen gepfefferten Preisen. Unsere Familienunterkunft ist ruhig und die Inhaber sehr, sehr freundlich, doch leider müssen wir auch eine Begegnung mit der, vom Massentourismus hervorgerufenen, Raffzahnmentalität machen. Wir unternehmen eine zunächst wirklich schöne Tour durch die Gewässer und Höhlen in der Umgebung. Eine Frau rudert uns, neben hunderten anderen Touristen, hier herum. Am Wendepunkt der Tour will sie uns Bilder verkaufen, die wir noch freundlich ablehnen, wir schleppen ja schon genug Krams, wie schon gesagt, durch die Gegend. Nun fängt sie an zu betteln: A little Tip please. Das ist ein Verhalten, was uns wirklich wütend macht, denn im ziemlich hohen Preis für die Tour war ebenfalls die Bootsführerin inbegriffen. Sicher sitzt da irgendwo ein Boss und kassiert ab, aber in unserem schmalen Budget ist sowas nicht drin. Zähneknirschend verlassen wir das Boot, und im Nachhinein schwingt da ein bitterer Geschmack mit, leider. 

Trotzdem schnappen wir uns noch Fahrräder und düsen zu der ein oder anderen Attraktion, erklimmen über zahlreiche Stufen einen Berg, genießen die wunderschöne Aussicht, denn es scheint, nach 10 Tagen, zum ersten Mal die Sonne in Vietnam. Das haben wir auch wirklich gebraucht, in Hanoi mussten wir schon Socken und lange Hosen anziehen und alles war in ein wischi-waschi Grau gehüllt. In unserem Hostel in Hanoi angekommen sind wir froh, wieder hier zu sein. Doch auch in den Gassen wird über Corona gemunkelt, der berühmte Nachtmarkt fällt aus und überall gibt es schrille Masken zu kaufen. Wir erledigen noch die üblichen „hier ist ja alles so günstig“ Einkäufe und bereiten uns auf unseren Flug nach Bangkok vor.

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Die letzte Reise – in Zeiten von Corona

Meine Beine verlieren an Leichtigkeit, je mehr wir uns dem Ziel unserer mehrtägigen Wanderung durch das Baliem-Tal nähern. Noch einen Fluss gilt es zu überqueren. Stromschnellen wirbeln unter dem Baumstamm, der als provisorische Brücke dient, das Wasser auf. Schwere Regenwolken liegen in der Luft und werden sich bald über uns ergießen. Aus dem Gebüsch tönen Zikaden, ich lausche ihrem Surren und meinen Schritten, als in meinem Kopf das Orchester meiner Gefühle eine Melodie komponiert – aus dem Pochen meines Herzens und dem sich überschlagenden Puls.

In einer Stunde werde ich die papuanische Provinzstadt Wamena erreichen, mich dort nach Tagen digitaler Abstinenz in ein sehr behäbiges WLAN einloggen und die Welt, wie ich sie kannte, wird in diesem Moment nicht mehr dieselbe sein. Diese Vorahnung beschleicht mich. Doch als mich dann die neusten Informationen schleppend erreichen, überrollen mich diese mit einer unerwarteten Wucht. Wäre ich doch einfach weitergewandert, immer tiefer in die Berge hinein, in denen das Volk der Danis auf das der Yalis trifft. Manchmal zahlt es sich aus, uninformiert zu sein – zumindest für den Seelenfrieden.

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Plötzlich schließt Europa seine Grenzen (an der nach wie vor Flüchtlingsströme stehen), deutsche Urlauber werden unter größter Kraftanstrengung zurückgeholt, da immer mehr Länder ihre Grenzen schließen oder sie unter Quarantäne stellen, der Dax bricht ein, Schulen und Kitas werden geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, eine weltweite Reisewarnung wird ausgesprochen. Kurz gesagt: Es wird ernst. Wenige Stunden bleiben mir, um abzuwägen: Soll ich bleiben oder gehen? Und was bedeutet Heimat für mich? Das nie dagewesene Gefühl, nach Deutschland zurückzuwollen, überwältigt mich. Doch wie sinnvoll ist eine Rückkehr ins aktuelle Corona-Krisengebiet? Soll ich nicht lieber in Papua, wo noch alles entspannter wirkt, der Dinge harren? Die Entscheidung wird mir schon wenige Stunden später abgenommen. Der indonesische Präsident wehrt sich noch gegen einen Lockdown, doch die Fallzahlen der Infizierten steigen und das Gesundheitssystem ist nicht vorbereitet. Die Wahrscheinlichkeit, das öffentliche Leben herunterzufahren, schwebt über uns. Die entscheidendere Nachricht ist allerdings, dass Deutsche nicht mehr einreisen dürfen und auch keine Visa mehr erteilt oder verlängert werden. Doch in wenigen Tagen läuft mein Visum aus. Der Gürtel an Fluchtmöglichkeiten zieht sich zusammen. Inzwischen herrscht in über 100 Ländern Einreiseverbot oder –einschränkung für Deutsche.

An den Flughäfen in Wamena und in Sentani wird Temperatur gemessen. Gesundheitskarten werden verteilt, ein Fragebogen ausgefüllt. Die deutsche Staatsangehörigkeit ist von nun an ein Makel. Auch das Einchecken im nächsten Hotel ist ein zäher Prozess, nachdem wir unsere Pässe auf den Tisch gelegt haben. Die Rezeptionistin schiebt uns umgehend eine Desinfektionsflasche über den Tresen und meint „oh in Deutschland ist es ja gerade besonders schlimm“. Dass wir seit 3 Wochen fernab vom deutschen Boden verweilten, findet auch kein Gehör. Ob wir ein Zimmer erhalten, steht noch in den Sternen, vielmehr taucht nach längerem Warten ein weiterer Mitarbeiter auf, der nun unsere Temperatur messen möchte. Zum ersten Mal spüre ich die Kehrseite des sonst so geschätzten deutschen Passes, zum ersten Mal empfinde ich so etwas wie Diskriminierung – die sonst viele andere Nationalitäten regelmäßig erfahren.

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Es folgen Telefonate in Endlosschleifen von Qatar Airways und einigen Mails und Nachrichten. Zeitgleich checken wir immer wieder die Nachrichtenlage aus Jakarta, aus Doha und Berlin. Eine Umbuchung ist am Ende, als wir doch jemanden erreichen, möglich, aber nur zum eigentlichen Flugpreis. Zeitgleich wirbt Qatar Airways mit kostenlosen Umbuchungen auf den Social-Media-Kanälen. Die Rückflugtickets nach Deutschland für diese Woche sind begehrt, warum sollte man aus dieser Lage nicht ein Geschäft machen, gerade wenn man sich ausrechnen kann, dass Corona wohl den Flugverkehr für längere Zeit lähmen wird. Wir hadern etwas mit unserer Entscheidung, kaum dass wir sie getroffen haben.

Die Sehnsucht nach Heimat nimmt ab, je mehr ich mich durch die Social-Media-Kanäle lese. Nach der Welle an Fotos von Hamsterkäufen ist es nun en vogue geworden, Bilder von Menschen in Parks mit einem Fingerzeig zu veröffentlichen – egal ob da große Gruppen oder auch nur zwei Personen darauf zu sehen sind. Die Message bleibt gleich #stayFUCKINGathome – ich schränke mich aus Solidarität mit den Schwächsten ein, also tue das bitte auch! Das „Bitte“ geht im Ton und der Form der Versalien doch meistens unter. Der Ton ist rau. Ich werde den Eindruck nicht los, dass der Denunzierungswille und der Ruf nach Einschränkung der Freiheitsrechte wächst. Solidarität ist wichtig, gemeinsam an einem Strang ziehen auch.

Doch erreicht man dies bei den Widerspenstigen tatsächlich auf diese Art und Weise? Dringen diese belehrenden Worte überhaupt aus der eigenen Blase hinaus – zu den feiernden Jugendlichen? Mir wird es leicht unwohl, wenn ich an die Rückkehr denke. In schlechten Zeiten treten meist auch die schlechten Eigenschaften der Menschen an die Oberfläche. Sie können das Miteinander stärken oder das Gegeneinander heraufbeschwören. In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Und in welcher Gesellschaft leben wir überhaupt? Unser Zusammenleben befindet sich auf einem Prüfstand. Einmal mehr kommt neben der riesigen Solidarität auch der Egoismus des Einzelnen zum Vorschein. Und egoistisch ist immer nur der Andere.

Ich beobachte nur aus der Ferne. Das was in Deutschland passiert wird mir nur vermittelt – von anderen Menschen, die bereits selektieren und bewerten. Vielleicht ist es in Wirklichkeit gar nicht so schlimm? Doch der schnelle Ruf nach einer Ausgangsperre von sonst so liberalen Menschen verstört mich nicht minder als die geschmacklose Corona-Partys feiernden Jugendlichen und Renitenten, die das Gefahrenpotenzial ignorieren. Merkels besonnene und zugleich mahnende Stimme wirkt wie ein schützendes Pflaster. Mehr Nüchternheit, weniger Emotionen – das ist schwer in diesen Zeiten, scheint es. Divers sind die Interessen, die unter einen Hut gebracht werden müssen, um den Virus zu bekämpfen. Während Deutschland an der Herausforderung arbeitet, strikte Maßnahmen zur Bekämpfung umzusetzen, geht in Indonesien das Leben noch normal weiter. Mundschutz und Thermometer sind sicherlich auch hier nur die Vorboten für etwas, was längst um sich greift, aber noch nicht in seinem wahren Ausmaß erfasst wurde.

Also gehen wir auch unserem Leben hier normal nach. Wie fühlt es sich an, wenn man weiss, dass das, was man tut, morgen schon nicht mehr möglich ist? Sorgen und Ängste machen einen Moment Platz für das melancholische Durchleben der letzten Male. Das intensive Erleben von Augenblicken, die es auf unbestimmte Zeit nicht mehr unbekümmert geben wird. Die letzten Bahnen im Wasser ziehen, das letzte Mal am Fitnessgerät sitzen, den letzten Kaffee im Café trinken, das letzte Abendessen in einem Restaurant einnehmen, die letzte Massage, die letzte Berührung. Der Zeithorizont von 4 Wochen ist sicherlich zu kurz gefasst, wie viele Infizierte wird es bis dahin geben, kann das Gesundheitssystem das alles wuppen, zeigen die ersten Maßnahmen Erfolg, haben wir die Kurve im Griff? Und wie wird das Sozialleben nach Ostern aussehen? Wann kann ich meine Eltern wiedersehen? Und was macht die Isolation mit uns?

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Über den Dächern von Jakarta zeichnen sich Blitze in den Himmel. Die Welt im Ausnahmezustand wirkt gespenstisch. Am nächsten Tag bilden sich am Flughafen Schlangen mit Europäern und Amerikanern an den Schaltern von Emirates und Qatar Airways. Immer wieder höre ich die Worte „Wir wollten eigentlich bis April, aber“ und „Umbuchungen“. Schon in der Sicherheitskontrolle und der Immigration verlieren sie sich. Im Flugzeug nach Doha bleiben (anders als später im proppenvollen Berlin-Flieger) viele Reihen leer. Als die Maschine auf die Startbahn rollt, zieht sich ein bedächtiges Schweigen durch die Kabine. Eine ähnliche Atmosphäre erlebte ich einmal, als ein Flieger bei der Landung in Lissabon noch einmal durchstarten musste. Schockstarre oder der sanfte Entzug der Luft, wenn wir den Atem anhalten – als wollten wir mit keiner Regung den Erfolg behindern. Anders als in einer Maschine, die abzustürzen droht. In einer solchen erlebte ich in den 90ern mal, wie Passagiere den Stewardessen die Alkoholflaschen aus den Händen rissen und alle für Stunden zum Kettenraucher wurden. Feiern und Betäuben, wenn man auf keine Rettung mehr hofft.

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Jakarta verliert unter uns an Größe und Konturen. Indonesien wird bald nur ein Puzzleteil in unserer Erinnerung – an andere Zeiten – bleiben. Die letzte Reise. Es ist, als ob dem Leben, wie wir es kannten, langsam die Luft ausgeht. Die glänzende, pralle Haut zieht sich zusammen und entblößt das, was unter der Oberfläche noch vom Sein übrig bleibt. Geschrumpft auf das bloße Existieren und der damit verbundene Kampf. Der Puls flacht ab, die Adern der Gesellschaft drohen zu erstarren. Touchdown Berlin, 21. März 2020 um 13.20 Uhr. Die Vögel zwitschern. Der Frühling ist ein Tag frisch. Zart kämpft sich die Natur ihren Weg frei. Eine Frau betritt die leere S-Bahn. „Ihr spinnt doch alle, was ist nur los mit Euch?“ ruft sie durch die leeren Reihen. „Draußen ist schönes Wetter, keiner kann mehr genießen, alle denken nur an „diesen“ Corona!“ Selbst in der Krise – Berlin bleibt sich treu.

Saipan – Chinatown im Ozean

Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an! Kurt Tucholsky

Im Morgengrauen erscheint Saipan am Himmel. Saipan? Das fragen sich jetzt sicher viele und auch wir haben vorher nicht viel über dieses Eiland gewusst. Saipan ist Teil der Inselgruppe der nördlichen Marianen, ist die größte Insel dieser Gruppe und gehört zum US-amerikanischen Außengebiet. Ihre Nachbarinsel Guam ist fast vollständig eine US-amerikanische Truppenbasis, deshalb hatten wir uns für Saipan entschieden, da hier  weniger Militärtrubel sein soll.

Bei der Annäherung an die Marina sehen wir allerdings einiges an Trubel. Überall Ausflugsboote, ein wilder Verkehr herrscht hier, Fallschirme an Booten steigen in die Luft, Kitesurfer wirbeln um die Riffe, Windsurfer und Glassbottomboote. Thomas funkt die Küstenwache an, schließlich müssen wir ja einklarieren. Wir werden angewiesen, in die „Marina“ zu fahren. Nachdem wir am Steg, der uns zum Festmachen zugewiesen wurde, abgewiesen werden, machen wir einen Steg weiter fest und treffen auf einen völlig unbedarften Mitarbeiter der Marina, er hält zwar die Leinen in der Hand, scheint aber keine Idee zu haben, dass er die festmachen muss. Marina kann man diese Einrichtung auch nicht nennen, wir hängen längsseits an einem Schwimmsteg, um uns herum nur Ausflugsboote und Motorboote, weiter hinten eine Art Marina mit kleinen Booten. Nun ja, warten wir mal ab. Nach und nach erscheinen die Mitarbeiter der unterschiedlichen Behörden am Steg, keiner wagt sich aufs Boot, die Formalitäten sind im Handumdrehen erledigt. Ein anderer, etwas derangierter, Marinamitarbeiter heißt uns willkommen. Wir erkundigen uns, wo wir Duschen finden. Keine Duschen, keine Toiletten. Die hat der letzte Zyklon zerstört. Arrgh, da hatten wir uns nach zwei Wochen auf See mit streng rationiertem Süßwasser echt drauf gefreut. Warm ist es hier. Sehr warm. Auch sollen wir die Bordtoilette nicht benutzen und geklärt wird ebenfalls, ob wir überhaupt an Bord wohnen können.

Nun müssen wir uns aber erstmal auf das Landleben vorbereiten. Mangels sanitärer Anlagen suchen wir uns Platz unter einem Baum, wo Anja die Klingen wetzt. Es geht um unsere Haare, da muss mal wieder Ordnung rein. Als erstes muss Smutje daran glauben. Nachdem er einen ordentlichen Schnitt verpasst bekommen hat, das Ohr ist auch noch dran, geht’s an Capitanas Pudel. Auch der wird geduldig bearbeitet und am Ende gibt’s eine schöne Dusche mit der Pütz, glücklicherweise gibt’s einen Wasserhahn in der Nähe.

Nun aber los, die Beine müssen nach zwei Wochen bewegt werden. Wir durchqueren einen Gedenkpark der USA zu der auch hier ziemlich verlustreichen Invasion im zweiten Weltkrieg. Über allem baumelt schlapp im Wind eine überdimensionale Ami-Flagge, wir sind tatsächlich in den USA, aber bis jetzt sieht es nicht wirklich danach aus. Auch die Offiziellen waren allesamt Mikronesier. Wir nähern uns dem Ort und können unzählige rosa, türkise und gelbe Ford Mustangs bestaunen. Die scheinen hier der letzte Schrei in der Autovermietung zu sein. Trifft man auf die wenigen Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, sind das Asiaten mit Mundschutz. Wir kommen nach und nach des Rätsels Lösung näher. Saipan ist für Asiaten ein Urlaubsparadies. Während wir auf See von der lästigen Flut an Informationen verschont waren, ist in der Zwischenzeit in China ein Virus ausgebrochen, natürlich mittlerweile in aller Munde: Corona. Aha. Es fühlt sich an, als wären wir in einem Science-Fiction Film gelandet.

Nun denn, dann brauchen wir wohl erst mal Internet. Am Ende landen wir bei McDonalds, wo wir aus dem Staunen nicht herauskommen, wir scheinen wirklich in Asien gelandet zu sein! Familien mit kleinen Kindern mit riesigen Brillen oder Prinzessinnenkleidern, Pokemon oder Mangastyle,  aufgebrezelte junge Frauen in Paillettenkleidern mit anständig Rouge im Gesicht, Jungs mit seltsamen Frisuren und T-Shirt-Aufschriften, alle das Handy knapp vor der Nase, auch im Gespräch mit den Freunden. Befremdlich. Abends in der Bar scheinbar Amisoldaten, deren Wortschatz sich auf f…Worte beschränkt. Das Casino vor Ort ein Prunkpalast mit riesigen Drachen, die von der meterhohen Decke des Foyers hängen, uns wild anblinken und glitzern, dezent säuselnde Musik, außen Kräne, um es noch zu erweitern. Eine chinesische Geldwaschanlage, wie wir erfahren, skandalumwittert, gerade was die Arbeitsbedingungen der teilweise hierher verschleppten Chinesen angeht. Gruselig. Aber auf Anraten einer Ladenbesitzerin sollen wir uns eh von Chinesen fernhalten, die übertragen Corona. Ist es wirklich so schlimm? Wir können es nicht wirklich glauben. Aber gut, wir gehen erstmal zum Japaner. Der hat einen riesigen Supermarkt mit Möglichkeit zum Sitzen und Essen, obendrauf ein Hotel und freies Internet. Hier lassen wir uns nieder, um weitere Pläne zu machen, beobachten das Treiben und genießen günstiges Sushi in geschäftiger Atmosphäre. Die Produkte in diesem Supermarkt scheinen auch aus einer anderen Welt zu kommen, Plastik, Plastik, viel rosa und unverkennbar japanisch, was die Verpackungen beinhalten können wir nur raten. Das Pläne-Machen gestaltet sich schwierig, denn auch sie wurden vom Virus angegriffen. Noch in Majuro gab es ein breites Angebot an Flügen von Saipan aus, jetzt ist so einiges gestrichen worden. Nach einigem Hin und Her finden wir aber doch noch etwas, jetzt geht es erstmal nach Vietnam.

Aber ein bisschen Zeit wollen wir dieser schrägen Insel noch geben. Entfernt man sich vom scheinbaren Glitzer und Glamour des Hauptortes kann man nur Staunen. Hier ist der schrittweise Verfall angesagt, Häuser stehen leer oder rotten vor sich hin, müde schleppen sich zerrupfte Hunde über die Straßen. Capitana unternimmt wagemutig eine Wanderung mit Anja, Ziel: der Berg der Insel, doch schon wieder eines dieser seltsamen Phänomene: an einer Weggabelung wollen sie mal auf die Karte schauen, stellen fest, dass zwar beide einen Plan haben, doch irgendwie auch nicht! Die Maßstäbe in den beiden Karten stimmen überhaupt nicht überein und auch die Wege nicht. Keine Menschen unterwegs. Doch irgendwann treffen sie auf einen in einer Art Siedlung. Hilfe-ein Chinese! Hilfsbereit zückt er sein Smartphone und findet den Weg raus. Anja und Capitana stapfen weiter und finden zum Berggipfel. Leider ist die Sicht absolut garnicht da. Nebel und Regen wabert um den Gipfel, nur für einen sekundenbruchteil zeigt sich das Meer, also schnell ein Foto schießen.

Auf der Suche nach einem günstigen Mietwagen begegnen wir einem netten mikronesischen Paar, das uns in ein Gespräch über ihre Inseln verwickelt. Und so stolpern wir wieder über ein Stückchen Heimat am anderen Ende der Welt. Die beiden heißen Hofstätter mit Nachnamen und haben deutsche Vorfahren. Wie die Marshalls gehörten auch die Mariannen vor dem ersten Weltkrieg kurz mal zu Deutschland. Munter fragen wir uns gegenseitig über unsere Heimatländer aus. Mit einem Schmunzeln erklären uns die beiden, dass sie gerne mal nach Deutschland reisen würden, sich aber nicht so recht trauen. Sie haben Angst, dass man sie an der Grenze als Spione verhaftet, da ihr Aussehen so gar nicht zu ihrem Namen passen will… Und auf dem Rückweg zum Boot werden wir mal wieder gefragt, ob wir eine Massage wollen, auch heute wollen wir nicht. Doch wir müssen dann doch ganz breit grinsen, als wir das T-Shirt der asiatischen Masseurin sehen, ganz groß steht da: Matratzenland drauf. Foto!

Zu Viert mieten wir uns am letzten Tag ein Auto, bestaunen verlassene, verrottete Hotels, Vergnügungsparks und alte Radarstationen aus dem blutigen Pazifikkrieg, besonders gruselig muten die „suicide cliffs“ an, Klippen, von denen sich die Japaner 1944 reihenweise in den Tod gestürzt haben, um der amerikanischen Kriegsgefangenschaft zu entkommen. Aber wir sehen auch wunderschöne, vorgelagerte Inseln und fahren durch saftig grüne Natur, baden in einer menschenleeren Bucht und bestaunen riesige Höhlen. Eine Höhle kann auch beschwommen werden, unzählige Asiaten in Schwimmwesten trappeln den Pfad zur Grotte hinunter. Wir steigen den Felsen hinab und erfrischen uns im dunkelblau schimmernden Grottenwasser.

Nun ist unsere Zeit auf der „Robusta“ vorbei, und unser Bootsleben erstmal auch. Traurig darüber, dass sich unsere Wege jetzt trennen, aber mit Funkeln in den Augen, was der neue Lebensabschnitt als Landratten so bringt, verlassen wir das Boot, umarmen uns fest und wünschen Anja und Thomas eine tolle weitere Zeit. Wir haben es sehr genossen, diese Zeit mit ihnen und ihrer schönen „Robusta“ verbringen zu können.

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