Jahr: 2021

Galicien

Ich bin dann mal weg – unterwegs im immergrünen Galicien

Der König ist da, schnallt Euch an! Das von Thommy angekündigte Polizeiaufgebot war dann doch nicht sichtbar und der König auch nicht, dafür viele Jakobspilger*innen. Wer nach Santiago de Compostela kommt, tut dies zu Fuß, mag man fast schon glauben. Denn jedes Jahr machen sich unzählige Menschen aus den unterschiedlichsten Motiven auf in Richtung Santiago de Compostela, um dem Wegweiser mit der gelben Jakobsmuschel zu folgen. Mindestens 100 km zu Fuß oder mit dem Pferd oder 200 km mit dem Fahrrad muss man zurückgelegt haben, um in der Rúa Carretas 33  bei der Internationalen Aufnahmeeinrichtung für Pilger*innen die Compostela zu erhalten. Hier bilden sich schon am frühen Morgen Schlangen. Wem ist schon bewusst, dass das Jahrhunderte alte und teilweise bereits vergessene europaweite Wegenetz des Jakobsweges erst durch den Aufruf des Europäischen Rats 1987, die Jakobswege neu zu beleben, verstärkt in das Blickfeld von Regierungen und Initiativen geriet. Seither ist es ein gutes Business. Waren es in den 70er Jahren noch weniger als 100 Pilger*innen, so strömten 2018 300.000 Pilger*innen nach Santiago. Im aktuellen Corona geprägten Jahr haben …

Griechenland

Blaue Pause: Segeln im Saronischen Golf und zu den Kykladen

„Ich kann sehen, wie sich die ganze Menschheit hier durch den Flaschenhals streckt und nach einem Ausstieg in die Welt des Lichts und der Schönheit sucht. Mögen sie kommen, mögen sie bleiben und eine Weile in Frieden ruhen.“ – mit diesen wundervollen Worten beschrieb einst Henry Miller Poros – einen der Orte, die ich auf meinem Segeltörn besuchte. Im vergangenen September tauchte ich einen Moment in das Licht am Horizont über dem Mittelmeer ein und entdeckte die Schönheit des Saronischen Golfs und der Kykladen. Wir segelten 6 Tage mit einem Katamaran auf dem Mittelmeer. Eingeladen war ich auf diese Segel-Reise von Argos Yachtcharter. Unterwegs waren wir mit einem Katamaran von Dream Yacht Charter. Neulich auf dem Meer. Azurblau das Wasser, Himmelbläue über dem Horizont. Darauf weiße Segel. Klare Linie, wo das Sichtbare endet und Vorstellung beginnt. Klare Linie, wo sich Sichtweisen unterscheiden. Es gibt kein oben, kein unten. Nur mittendrin. Es gibt Wind, es gibt Wellen, von hinten, von vorn, von den Seiten. Es gibt Kräfte, die sich entgegenstellen und die treiben. Und es gibt uns. Neulich, als sich …

Sep-Strausi

2020. Fragmente der Pandemie. Bebilderte Gedanken.

Der Lichtschein des Monds schiebt sich durch die Lücke des Vorhangs, und wirft Schatten auf das hellbraune Laminat. Durch die geöffnete Balkontür tönt der Balzruf der Nachtigall. Es ist Mitternacht, als der Vollmond die Großstadt erleuchtet. Obwohl ich an einer der Hauptverkehrsadern wohne, erinnert nur die Silhouette der gegenüberliegenden Plattenbauten, die hinter den feinen Ästen der… durchscheint, an Berlin. Lärm und Trubel werden aufgefressen von der Natur. Dieser Moment reiht sich in unzählige Bilder ein, die meine Fotostrecke „Stillstand“ im Kopf nähren. 7 Wochen, in denen mein Kopf nicht still stand und durch mangelnden Input auch keinen Output erzeugte. Geistig gelähmt, obwohl Extremzustände Gedanken zum Fliegen bringen. Doch landen wollen sie nicht sicher auf Papier. Ich wehre mich gegen alles, was erzwungen ist. Abschalten kann ich nur durch Bewegung, das ist mein Elixier. Einschalten will ich nicht. Dieser Film, der viele Facetten der Interpretation zulässt – ob Endzeitstimmung oder Hoffnungsschimmer auf eine bessere Welt – will zu nichts in mir passen. Berlin, 6. Mai 2020 Da ist dieser Blick aus dem Fenster am 30. März, als …