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Bogota again

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Ob wir es wohl dieses Mal schaffen? Eigentlich steht dem ganzen nichts im Wege. Wir haben ein Hin- UND Rückflugtickt nach und aus Bogota. Aber ein komisches Gefühl schwingt mit, als wir wieder in Tegel sind, um kurz vor 6 Uhr am Sonntagmorgen. Die Schlange am Air France Schalter ist schon immens und wird nur sehr schleppend abgearbeitet. Aber pünktlich geht die Maschine dennoch in die Luft. Da kann sich Iberia mal ne Scheibe abschneiden.
Landeanflug auf den Pariser Flughafen – Charles de Gaulle. Von oben sieht Frankreich wie Deutschland aus, aber im Flughafen gibt es dann doch einen erheblichen Unterschied. Chaotischer könnte man das Sicherheitsprozedere nicht organisieren. Zunächst gibt es nur zwei Passkontrolleure für mehrere gerade angekommene Maschinen. Endlich hat man diese Schlange passiert, steht man vor einer neuen, noch längeren Schlange, obwohl – eine Schlange wäre uns ja noch recht gewesen, aber es waren vier oder mehr. Ein Herr schaute auf die Tickets und wies ein. Wir kamen, wie wir später merkten, in die längste Schlange. Da wir noch eine Stunde bis zum Boarden Zeit hatten, waren wir zunächst relaxt. Doch schnell merkte ich, dass unsere Schlange nicht nur lang, sondern auch arsch langsam war. Das steigerte bereits etwas die Nervösität. Plötzlich kam eine Frau und schrie Istanbul, Istanbul. Damit wurde unsere Schlange als einzige!!! mit einem Seil zum Stehen gebracht. Unsere Schlange allein sollte nun alle Istanbulflieger vorlassen. Super Idee! Zunächst nahmen dies alle recht geduldig hin. Doch wo steckt die Logik, auch wenn wir vor einer Stunde viel Zeit hatten, haben wir nun so gar keine Zeit mehr zum Boarden. Inzwischen sind wir selbst zum kritischen Fall geworden, der bevorzugt durch die Schleuse gehen müsste. Die zuständige Dame ist bereits heillos überfordert und duldet kein Diskutieren. Unsere Schlange öffnet sie auch nicht mehr. Eigentlich gibt es kein vor und kein zurück, bis hinter uns unzufriedene Mitreisende meinten, sie müssten nach Bogotá und der Flieger ginge gleich. Dann winkte die Frau diese Gruppe vor. Daraufhin schoben wir uns auch vor, und sagten auch wir wollen nach Bogota. Plötzlich zogen viele Leute aus unserer Schlange vor und drängelten, alle wollten nach Bogotá. Die Absperrungen rissen wir ein und drängten uns nun in alle verfügbaren Schlangen. Das Glück währte kurz, bis plötzlich Bukaresti kam und Bukaresti war nun das Istanbul von vorhin. Also wieder mussten wir vorlassen.

Am Ende schafften wir es rechtzeitig zum Gate, das auch schon voll war. Nun wussten wir bereits, viele der Passagiere auf dieser Maschine hatten dasselbe Endziel. Air France selbst ist recht gut vom Service gewesen, man kann nicht meckern. Wir sitzen fast ganz hinten. Nach 10 Stunden erreichen wir Caracas. Der Blick beim Landeanflug ist phänomenal. Wir kreisen an der karibischen Küste entlang, und wenn man so runterschaut denkt man, irgendwo dahinten liegt Choroni. Die kleinen Häuser quetschen sich an den Berghängen die steil ins Meer abfallen. Und dahinter steckt Caracas. Und plötzlich direkt vom Meer aus startet die Landebahn. Es ist, als wollte man auf der Wasseroberfläche landen. In Caracas steigen wir mit als letztes aus. Aber wir haben ja eh fast 3 Stunden Zeit. Und groß ist der Flughafen ja auch nicht. Wir müssen an einem Schalter von Avianca unser Ticket abholen. Das dauert seine Zeit. Denn nicht jedes Ticket liegt schon vorbereitet da. Und weiterreisen wollen viele – nach Kolumbien oder Ecuador. Dann müssen wir noch einmal durch den Sicherheitscheck. Ich hätte eine Pinzette, meint der Kontrolleur felsenfest. Ich wusste noch nicht mal, dass ich eine bei mir trug, geschweige denn im Handgepäck. Und eigentlich wusste ich auch gar nicht, was an einer Pinzette gefährlicher sein sollte, als an einem Schlüsselbund. Ich diskutierte und machte mich nicht gerade beliebt. Nun suchte er ganz intensiv in meiner Tasche und wurde zu seiner Freude fündig. Während der Venezolaner alles angrabschte, versuchte mich ein anderer Venezolaner im schwer verständlichen Spanisch in ein Gespräch zu verwickeln. Igrendwie fand ich das Verhalten suspekt. Froh war ich, als ich endlich durch war.

Inzwischen arg übermüdet bestiegen wir eine Stunde später unsere Avianca-Maschine. Auch diese war gut gefüllt. Um uns herum in den letzten Reihen der Maschine saßen aufgedrehte Venezolaner, die immerzu über die Sitzbänke schrien. Irgendwann setzten sie sich etwas enger zusammen und so konnte ich mich über eine Zweierbank ausbreiten. Viel hatte ich nicht davon, denn der Flug war ne sehr wackelige Angelegenheit. Der Sitzgurt im Liegen funktioniert nun mal nicht und darauf wurde enorm geachtet. Als wir dann endlich pünktlich kolumbianischen Boden berührten, waren wir so froh. Endlich da! Zurück in Bogotá!

Aber dann begann ein langes Warten auf dem Rollfeld. Der Flughafen sah auch äußerst geschäftig aus. Viele kleine Autos schlängelten sich an den Maschinen vorbei. Und wir befanden uns irgendwo draußen auf dem Abstellgleis. Dabei wollte ich nur noch ins Bett. Immer wieder Geduld üben und warten. Auch in der Immigration und beim Geldwechsel. Übrigens, liebes Iberia-Personal, wollte niemand unser Rückflugticket sehen, ich würde es gern der iberianischen Tussi vom letzten Jahr mitteilen. Sie war schuld gewesen, dass ich nicht schon ein Jahr früher hierher zurückgekehrt bin. Der Weg in die Stadt war dieses Mal anders, denn wir steuerten die Zona Rosa an und nicht wie sonst die Candelaria. Der Weg in die Candelaria war aber nicht so spooky wie in die Zona Rosa. Aber so sah man mal auch andere Seiten der Stadt. Auf den Straßen befanden sich kaum Menschen und es war 23 Uhr. Die Tankwarte waren eingemummelt um ihre Gesichter zu bedecken, wie in Bolivien. Im JW Marriott angekommen, kam ich mir total schäbig vor. Wir waren einfach total kaputt, standen da so verloren mit unseren Rucksäcken und der durchschwitzten Outdoorbekleidung, als Lars seine Platinkarte zückte und alle wie emsige Ameisen uns bedienen wollten. Was so eine kleine Karte ausmacht. Wir bezogen unser Zimmer und schauten noch kurz in der Executive Lounge vorbei, wo wir uns ja jederzeit mit Essen und Getränken eindecken konnten. Einen schönen Blick hat man auch hier oben auf Bogota. Dieser Luxus wird bald eingetauscht…

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