Alle Artikel in: Allgemein

San Cristóbal

San Cristóbal – Freude und Melancholie in der Sierra Madre de Chiapas

Unser Bus schiebt sich in der einsetzenden Dämmerung in einer Autokolonne stadteinwärts nach San Cristóbal. In den Pfützen spiegeln sich die Lichter der Straßenstände und Autos wider. Als ich in die Avenida Insurgentes trete, ist da kein Taxifahrer, der sich für uns interessiert. Stattdessen hat der Regen die Straße in eine Schlammpiste verwandelt, durch die sich kein Fahrzeug mehr zu fahren traut. Kaffeeduft legt sich in die nassen Straßen, deren farbige Häuserfassaden mit Ziegeldächern gleich ein heimeliges Gefühl hinterlassen. Kaffee lässt mich immer ankommen, gerade nach einer langen Busfahrt. Und hier scheint die erste Adresse mexikanischer Kaffeekultur zu sein. Das ist die beste Voraussetzung, um zu bleiben. Anreise von Palenque, wenn es mal wieder länger dauert Wir waren morgens planlos zum Busbahnhof von Palenque gefahren, in der Hoffnung, irgendwann einen Bus nach San Cristóbal zu bekommen. Als wir dann an den Ticketschalter traten, sahen wir aus dem Augenwinkel, dass nur drei Minuten später ein Bus nach San Cristobal abfahren würde und genau zu diesem spurteten wir flink. Es ging gleich los, die Filmbeschallung lief sofort …

Berliner Platte Marzahn

Berliner Platte – 8 Tage Marzahn

Nicht schön, aber praktisch. So ist die Welt der Berliner Plattenbauten. Besonders im Kampf gegen den Wohnungsnotstand im Nachkriegsdeutschland waren sie häufig eine Lösung. Doch bieten sie auch ein wunderbares Bild an Konformität – manch einer spricht von einer abstrakten, tristen und seelenlosen Architektur. Was einst in der DDR aufgrund seiner niedrigen Miete und seines Komforts sehr begehrt war, ist heute oft Zentrum sozialer Probleme. Von diesen weiss meine Schwester regelmäßig in ihren Anekdoten aus dem Arbeitsalltag einer Sozialpädagogin in diesem Einsatzgebiet zu berichten. Ja, spricht man von Berlin, hat man meist das Zentrum vor Augen. Die Weltstadt, zu der sich Berlin in den letzten Jahren gemausert hat, hört für viele im Osten an den Grenzen Prenzlauer Berg und Friedrichshain auf. Und zugeben, was soll man eigentlich auch da draußen hinterm Eastgate? Bis zum 15. Oktober lockt die IGA 2017 unter dem Motto „Ein MEHR aus Farben“ zu einem erlebnisreichen und überraschenden Festival schönster internationaler Gartenkunst und grüner urbaner Lebenskultur nach Marzahn. Und auch sonst lohnt ein Besuch der Gärten der Welt, von Wuhletal und Kienbergpark mit Kienberg und der Kienbergpromenade in Marzahn …

TamTam in Raroia

Raroia, ein Atoll der Tuamotus und, falls irgendwie bekannt nur durch die Anlandung der „Kontiki“ im Jahre 1947. Wieder einmal liegt so ein irrer Korallenring mitten in den Weiten des Pazifiks, hebt sich, gesäumt von Palmen, aus tausenden von Metern Wassertiefe mal gerade so an die Oberfläche. Typisch für diese Inselgruppe, die auch die „Gefährlichen…

TamTam in Raroia

Raroia, ein Atoll der Tuamotus und, falls irgendwie bekannt nur durch die Anlandung der „Kontiki“ im Jahre 1947. Wieder einmal liegt so ein irrer Korallenring mitten in den Weiten des Pazifiks, hebt sich, gesäumt von Palmen, aus tausenden von Metern Wassertiefe mal gerade so an die Oberfläche. Typisch für diese Inselgruppe, die auch die „Gefährlichen…

Von Stürmen, Pampelmusen und Fremdenlegionären

Dieser Artikel ist nicht auf unserer Webseite angekommen. Scheint irgendwo im Äther verschwunden zu sein. Er liegt über einen Monat zurück, also zeitlich vor dem Aktuellen. Der vierte Morgen auf See bricht an, der Nachthimmel gibt uns noch ein beeindruckendes Schauspiel, bevor die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg über den Horizont finden. Der Mond erstrahlt in…

Von Stürmen, Pampelmusen und Fremdenlegionären

Dieser Artikel ist nicht auf unserer Webseite angekommen. Scheint irgendwo im Äther verschwunden zu sein. Er liegt über einen Monat zurück, also zeitlich vor dem Aktuellen. Der vierte Morgen auf See bricht an, der Nachthimmel gibt uns noch ein beeindruckendes Schauspiel, bevor die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg über den Horizont finden. Der Mond erstrahlt in…

Donaudelta – eine Bootsfahrt ins Vergessen

Hinter uns zieht die Sonne einen rosaroten Streifen über den Horizont der Donau. Pferde grasen am Ufer des Flussarms. Es ist spät, als wir Letea verlassen. Zu spät eigentlich. Doch der Drehschluss hatte sich hinausgezögert und das Abendessen stand im verschlafenen Ort auch schon bereit. Also blieben wir noch eine Weile, bis uns die untergehende Sonne zum Aufbruch animierte. Ein Storch flattert mit Stöckchen im Schnabel über unsere Köpfe hinweg. Kaum ein Mast, der hier im Donaudelta nicht ein Storchennest trägt. Teddy, unser Fixer, Stringer oder wie auch immer man diesen Location- und Personenscoutjob beim Film sonst noch alles nennt, erzählt mir einen Storchenwitz, der mit der Pointe endet, dass der Vater seinem Sohn mitteilt, er wüsste nicht, dass er je Sex mit einem Storch gehabt hätte, als sein Sohn meinte, Kinder würden vom Storch gebracht. Überhaupt mag es Teddy, der mein dreifaches Gewicht auf die Waage bringt, eher derb und deftig. Damit kann ich gut umgehen, aber weniger mit seinen Ausflügen in Kriegsfeldzüge und mit den Zitaten seines verehrten Generalfeldmarschalls und Wüstenfuchs Rommel. Dieser Geschichtsstoff …

Krummer Wald

Von krummen Wäldern in Polen und einsamen Dörfern und Seen in der Uckermark

„Ich wollte doch nur an einen See.“ Und dann stand ich im Garten eines einstigen Gutshauses, dem gerade wieder etwas Leben eingehaucht wird. Gegenüber liegt ein verlassener Kornspeicher, den sich die Natur gerade zurückerobert und vor mir ein verwunschener See. Manche Orte entdeckt man zufällig. Dieser war, als wir auf der Terrasse des Rosencafés in Radekow saßen, der einzige blaue Fleck auf der Landkarte, der uns Abkühlung vor der Hitze versprach. Überhaupt suche ich häufig nach dem Blauen auf der Landkarte und entdecke dann das Grüne und Braune drum herum. Ein Schloss-See hieß es, soll es sein. Nur wenige Minuten später befinden wir uns auf der knorrigen Allee, die direkt in das etwas verlassen anmutende Örtchen Damitzow führt. Von verlassenen Dörfern in der Uckermark Gleich am Ortseingang wartet auch schon die sehnsüchtig erhoffte Badestelle mit einem kleinen Parkplatz. Doch irgendetwas zieht mich weiter in den Ort hinein. Vom Dorfteich höre ich das Quaken der Frösche und Kröten, aus den Bäumen zwitschert es und so ganz kann ich mich nicht entscheiden, welchen Eindruck ich von diesem …