Jahr: 2015

Las Guajira, Kolumbien

La Guajira – unser Trip in die Wüste Teil 1

Ein Seil bringt uns zum Stoppen. Joaquin, unser Fahrer, kurbelt mit einem Lachen im Gesicht die Scheibe herunter. „Policía Nacional!“ tönt es ernst in unser Auto. Die Gesichter zweier Jungen, die kaum durch die Scheibe sehen können, schauen in unseren Wagen. Dann schiebt Joaquin eine Kekspackung rüber und unsere Fahrt kann bis zur nächsten provisorischen Absperrung weitergehen. La Guajira ist fest in Kinderhand, was das Business mit Süßigkeiten gegen Wegerecht betrifft. Wo Wüste ist, gibt’s fast nichts, denkt man. Doch anderes Business, größeres, wird hier ebenso gemacht, beide sind sehr präsent und könnten gegensätzlicher nicht sein – weiß wie Salz und schwarz wie Kohle. Noch bevor wir die Hauptstadt der indigenen Gruppe Wayuú, die auf La Guajira leben, besuchen, passieren wir die Desierto Ballenas und halten in dem Wohnort unseres Guides, El Pajaro. Was wie ein schöner Vogel klingt, verpackt sich im hässlichen Gewand. Wir werden dies an den Stellen, an denen Menschen leben, noch häufiger sehen – Müll. Überall zwischen und auf den kleinen Büscheln liegt Plastikkram. Zwei Stunden, nachdem wir Riohacha verlassen haben, …

Dominica oder the friendly people of Waitukubuli

Es ist wie verhext, oder ist es der Fluch der Karibik? Längst wollten wir schon in Kuba sein, aber die kleinen Antillen wollen uns einfach nicht loslassen. Am Karnevalsdienstag schaffen wir es endlich, das quirlige Fort de France auf Martinique zu verlassen und erreichen nach einer wunderbaren Sausefahrt mit minimaler Welle, gutem Rückenwind und einem…

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Dominica oder the friendly people of Waitukubuli

Es ist wie verhext, oder ist es der Fluch der Karibik? Längst wollten wir schon in Kuba sein, aber die kleinen Antillen wollen uns einfach nicht loslassen. Am Karnevalsdienstag schaffen wir es endlich, das quirlige Fort de France auf Martinique zu verlassen und erreichen nach einer wunderbaren Sausefahrt mit minimaler Welle, gutem Rückenwind und einem…

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Meine ITB 2015 – nach der Reise ist vor der Reise

Ich bin nun endlich richtig in Berlin angekommen, nachdem ich in den letzten Tagen in den Ausstellungshallen der ITB 2015 durch die ganze Welt stolperte – übermüdet, erkältet und jetlaggeplagt (immer 6 Stunden hinten dran). Und so rauschten Länder, Farben, Gerüche in Windeseile an mir vorbei, während ich mich nach meinem morgendlichen Kaffee am Kolumbien-, Venezuela- oder Brasilien-Stand von der Halle 1.1 auf den Weg in neue Reiseplanungen begab. ITB 2015 schon im vollen Gang Dabei hatte die ITB 2015 schon am Dienstagabend ohne mich angefangen – oder irgendwie auch dort, wo man es nicht vermutete, in der TAP-Maschine von Lissabon nach Berlin. Umringt von der portugiesischen Tourismuswirtschaft stimmten wir uns schon auf die folgenden Tage ein. Der erste Tag endete wie im vergangenen Jahr auch im Bikini House, doch dieses Mal hostete South Africa die Party, während uns iambassador zum Travel Tweet-Up nach Kreuzberg lud. Nicht frisch fand ich mich dann in meinem afrikanischen Lieblingsland – Äthiopien –wieder, das neben der alten Kaffeetradition auf den kulturellen, geschichtlichen und landschaftlichen Reichtum verwies. Das Ethiopian Airlines der HUB …

Casa Verde in Santa Marta

Casa Verde Hotel Santa Marta – eine Oase im Herzen der Stadt

Viele nennen es ein Boutique Hotel, der Eigentümer Juan sagt, es ist einfach nur ein typisches Haus, in dem sich aber jeder Gast wohlfühlen soll. Das Casa Verde Hotel Santa Marta liegt im Herzen der historischen Altstadt an der Karibikküste Kolumbiens. Das Haus im republikanischen Stil aus den 1920ern wurde 2009 aufwändig unter der Regie des jungen Eigentümer restauriert und beherbergt sechs Zimmer. Beim Betreten des Casa Verde Hotel Santa Marta steht man in einem großem Raum mit hohen Decken und freigelegtem Mauerwerk aus drei unterschiedlichen Epochen, das einen zurück in die Zeit der Romane von Marquez versetzt. Drei große Ventilatoren lassen einen vergessen, dass um einen herum schwere tropische Luft durch den Tag begleitet. Zentrum des Casa Verde Hotel Santa Marta ist der grüne Innenhof, der wie eine kleine Oase wirkt. Das hektische Zentrum Santa Martas ist zwar direkt vor der Haustür, aber doch ganz weit entfernt.   Zimmer Um den ruhigen grünen Innenhof mit kleinem Pool und gemütlicher Hängematte liegen die Suite Verde (24qm) mit eigenem Balkon die Catedral Suite (24qm) mit ihrem offenen Raumkonzept und einer …

Mein Peru II

Interview mit Nora Teichert. Welche drei Orte sollte man Deiner Meinung nach in Peru gesehen haben und warum? Einen öffentlichen Bus von innen. Und warum? Nun ja, ich finde es gibt einfach keinen besseren Ort als diesen! In Peru mit dem Bus fahren heißt, Land und Leute kennen lernen, unvergessliche Bekanntschaften machen und skurrile Aktionen der Peruaner miterleben. Schon einmal mit Hühnern in einem Bus gefahren? Ziel könnte zum Beispiel sein: das Andendorf Pisaq im Heiligen Tal der Inka bei Cusco. Weiterhin solltest Du einen Wanderweg mitten in den Anden sehen. Denn auf einem der zahlreichen Trekking-Routen durch die peruanischen Anden kannst Du Geist und Seele mit der Natur in Einklang bringen und gleichzeitig Teil der grandiosen Landschaftskulissen sein. Es ist kein spezifischer Ort. Hinter jedem Berg, hinter jeder Pflanze, hinter jedem Stein könnte sich der eine Ort befinden, der Dich persönlich am meisten berührt und Dich nie mehr loslässt. Die Salzterrassen von Maras solltest Du unbedingt gesehen haben! Seit Jahrhunderten werden in einem Canyon in ca. 3.000 Salzbecken auf ursprüngliche Art und Weise Salz …

El Cajas – Ein Nationalpark voller Schachteln

„Seid Ihr müde?“ fragt Milton in den Van hinein. „Das könnte an der Höhenluft liegen.“ Die Wanderungen, die wir heute vorhaben, sind technisch nicht herausfordernd, aber die Höhe verträgt nicht jeder. Ich bin müde, richtig müde. Aber mit den 3000, 4000 Metern werde ich schon fertig. Eine Stunde, nachdem wir Cuenca verlassen haben, erreichen wir das Eingangstor Llavincu vom Nationalpark El Cajas. 114 Besucher dürfen dieses Tor täglich maximal passieren. Doch da der Zugang nicht an einer Hauptstraße liegt, sind es eher wenige Gruppen und Ecuadorianer mit eigenem Fahrzeug, die dieses Tor ansteuern. Auf verhaltenen 3160 m Höhe starten wir unsere erste Wanderung durch den Bergnebelwald. Kolibris, Tukane, Tapaculos sind hier zuhause. Es dauert nicht lange, da erreichen wir die erste der ca. 270 Lagunen und Seen glazialen Ursprungs des 28.000 Hektar großen Nationalparks. Umringt von den Andenbergen liegt sie vor uns wie eine Schachtel. Dass der Park Cajas (Schachtel) heißt, ist schließlich kein Zufall. Obwohl „Cajas“ auch auf einen anderen Ursprung zurückzuführen ist: laut Quichua bedeutet „cassa“ Weg zu den Schneekuppen oder „caxa“ kalt. …

Parque Tayrona, Kolumbien

Unser Wellenritt zum Playa Cristal im Parque Tayrona

Vamos a la Playa! Heute ist Strandtag, beschloss ich morgens. In Santa Marta ist eigentlich jeden Tag Strandtag, denn die Stadt liegt szenisch zwischen Bergen und Karibik. Aber so ganz wusste ich noch nicht, wohin ich heute fahren sollte. Mal was anderes, dachte ich mir. Den Tayrona Park wollte ich nicht für nur einen Tag auch am Wochenende besuchen. Vielleicht lag es auch daran, dass es Orte gibt, deren Mythos ich mit einem zweiten Mal nicht entzaubern möchte. Und der beliebte Backpackerort Taganga gleich hinter dem nächsten Berg ist einfach nicht mein Ding. Hier verweilte ich schon zweimal und habe einige Strände getestet, so ganz erschloss sich mir dabei nicht der Zauber dessen Beliebtheit. Also machten wir uns mit dem Bus nach Taganga auf, mit dem Ziel, dort ein Boot zu nehmen, das weiter als zum beliebten Strand Playa Grande fahren würde. Natürlich dauerte es nicht lang, dass uns ein Bootsmann ansprach. „Playa Grande?“ „No, Señor. Un poco más lejos?“ „OK, Playa Cristal.“ Ich hatte von dem Ort schon mal gehört, aber nichts Konkretes. Hauptsache weit …

Hacienda Rumiloma – Auszeit von Quito mit Ausblick

Weiße und rotbraune Hausfassaden umrandet von grünen Bergen – wie ein Gemälde liegt die Hauptstadt Ecuadors zu meinen Füßen. Tagsüber wird dieses vom besonderen Höhenlicht in Szene gesetzt, am Abend hingegen leuchtet ein Lichtermeer bis hinaus zum Flughafen. Wir haben uns eine besondere Auszeit in der Hacienda Rumiloma genommen. Sind irgendwie Teil von Quito und doch auch nur Zuschauer. Seit Minuten sitze ich auf meinem Sessel und schaue durch unsere verglaste Suite in das Tal hinab. Vögel zwitschern, Lamas kauen in Ruhe ihr Gras und die steilen aufsteigenden Bergrücken der 4000er strahlen eine gewisse Landidylle aus. Der aufsteigende Dampf unseres Jacuzzis hüllt mich in eine wohlige Wärme. Durch das verglaste Dach unserer Suite, der Cathedral, schaut ein Pfau auf uns herab. Hier auf 3300 m Höhe ist es als ob die Zeit stehen bleibt und man vollkommen zur Ruhe kommt. Hacienda am Hang des Pichincha Auf einem 24 ha großen Gelände ruht seit zehn Jahren die Hacienda Rumiloma. Das familiengeführte Boutique Hotel bietet sechs individuell gestaltete Suiten mit dem besonderen Ausblick auf die Stadt. Zwischen 280 …

Quito

Ein Monat Quito – vom Kommen und Gehen

Ping, pong, ping, pong… Gleichmäßig dringt der Ton vom Tennisplatz durch die hauchdünne Scheibe unserer Wohnung. Anfahrende Autos mischen sich unter dieses Geräusch. Es ist das letzte Mal, denke ich. Vielleicht bleibe ich deshalb einfach liegen, als der Wecker um 6.30 Uhr klingelt. Die Wohnung ist laut, sehr laut – Lateinamerika eben, sagte mir mein Spanischlehrer. Meine ruheverwöhnten Ohren brauchten tatsächlich ein paar Tage, um sich wieder daran zu gewöhnen. Doch jetzt zieht sich ein wenig mein Herz zusammen, denn ich weiss, morgen bin ich irgendwo auf der Strecke – zwischen Ecuador und Kolumbien. Ich verlasse mein warmes Nest, das ich im letzten Monat mein Zuhause nennen durfte und tausche es gegen Busse, Flugzeuge und Hotels ein. Ich beginne wieder zu reisen, genau in dem Moment, in dem ich angekommen bin, ein Stück Alltag aufgenommen habe. Unsere Zeit in Quito war tatsächlich gut getaktet: Früh aufstehen, um bis 13 – 14 Uhr zu arbeiten, dann rein in die Stadt und dann abends wieder arbeiten und schnell mal im Megamaxi und Quicentro einkaufen. Dazwischen kamen Spanischstunden in …