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Gardasee ist {A} Genuss

Ich bin dem deutschen Herbst entkommen, nur für wenige Tage, aber schon jetzt ruhe ich in mir. Ich stehe am Fenster und schaue über den See, in dem sich das Licht des Mondes spiegelt. Das Plätschern des Wassers wiegt mich in den Schlaf und lässt mich erst erwachen, als das klappernde Geschirr von der Frühstückterrasse in mein Zimmer tönt. Mein Blick schweift über die Wasseroberfläche weiter zu den Weinbergen und Olivenhainen, die die Landschaft des Hinterlands prägen. Genau dort geht es wenige Stunden später hin. Bardolino ist nicht nur der Name eines Ortes, sondern steht auch für einen bekannten Wein – denn der Bardolino Classico ist hier ebenso zuhause. Diese sehr alte Rotweinsorte soll sogar Julius Cäsar damals schon genossen haben. Für das Weinfest, das hier zweimal jährlich stattfindet, bin ich eine Woche zu früh. Aber mir gefällt es ohnehin besser, mir die Reben mal vor Ort auf einen der zahlreichen Weingüter anzusehen, als auf einem Jahrmarkt. Und so führt uns eine mit Zypressen gesäumte Straße auf das Weingut Preella. Die Trauben stehen in ihrem …

Gardasee?

Das ist dort, wo ich normalerweise nicht hinfahre, in Italien, zwischen Poebene und Alpen. Nicht, dass mich diese Gegend nicht interessiert. Würde ich in München leben, wäre dies vielleicht mein zweites Meck-Pom. Aber ich lebe nicht in Süddeutschland und so ist dieses Ziel irgendwie von der Liste runtergerutscht. Fürs Wochenende zu kurz und für eine längere Reise zu lang, könnte ich mich auch herausreden. Ich könnte aber auch sagen, es hat sich einfach bisher noch nicht so richtig ergeben. Außerdem kann ich da noch hin, wenn ich alt bin. Denn Rentner gibt es dort zuhauf… und Schulklassen. Die Klassenfahrtnummer habe ich bereits hinter mir und die Rentnerreise liegt hoffentlich noch in weiter Ferne. Aber ist Gardasee auch etwas für zwischendrin? Für Leute in meinem Alter? Kann ich ein Gardasee-Typ werden? Ich habe ihn getestet und mich irgendwie gleich mit. Der südliche Gardasee im Test!  Welcher Gardasee-Typ bist Du? Gardasee ist für mich… {A} Genuss. {B} Bewegung. {C} ein Paradies für Deutsche und Rentner. {D} … Und was ist der Gardasee für Dich? Ich habe meine Gedanken …

Chinesische Mauer

Im Dunstkreis der Mauer oder 40 Minuten verschwendete Lebenszeit

Zugegeben, ich hatte Respekt. Sehr viel sogar. Denn ich erwartete Menschenmassen. Hat man Peking erlebt, überlebt man auch die Mauer, habe ich mir gedacht und so sah unser dritter Tag in Peking einen Ausflug zum Highlight schlechthin vor. Aufgrund des unbedingten Willens, viel sehen zu wollen, buchten wir da, wo man vielleicht nicht buchen sollte – bei einem Typen, der uns vor der Verbotenen Stadt angequatscht hatte. Aber in Datong war ja die Nummer mit den Touren auch sehr positiv gelaufen, also vertraute ich ein zweites Mal. Was das Tagesprogramm neben Mauer und Ming Gräbern noch alles vorsah, hatten wir in unserer hellen Vorfreude, in der wir uns befanden, wohl nicht ganz im Blick. Manche Veranstalter nennen es Museumsbesuch, andere chinesische Fabriken. Schon nach anderthalb Stunden fuhren wir auf den Parkplatz einer Kupferfabrik namens Huariou Cloisonne Factory. Es gab sechs kleine Räume, in denen wir die sechs Schritte der Handwerkskunst präsentiert bekamen. Sie suggerierten uns tatsächlich einen Museumsbesuch, wären wir dort nicht in weniger als zehn Minuten durchgeschleust wurden. Denn es gab etwas größeres, das …

Farben

Colours – Farben der Welt

Was wäre die Welt ohne Farben? Was wäre, wenn sich Himmel und Meer nicht unterschieden? Wenn kein Horizont die Konturen zeichnen täte? Wir würden uns in einem Dunstkreis der Farblosigkeit verlieren. Was sonst unterscheidet, wäre nun gleich. Was ich auf meinen Reisen einfange, gehört meist der braunen, blauen oder grünen Farbwelt an. Doch wo steckt das Gelb, wo das Rot? Schaue ich einfach nicht hin oder suche ich bewusst die erdigen Töne? Daher stand ich vor einer wahren Herausforderung, als ich von Claudi das Blogstöckchen fing und mich auf das Spiel „Reisen nach Farben“ einließ. Und nachdem ich fast aufgeben wollte, besann ich mich auf meine letzte Reise – mit der Transsib – und vor mir erleuchtete ein wahres Farbenspiel. Und so will ich Euch in meine Bilderwelt von Moskau noch Peking entführen. Nein, ich beginne nicht in Moskau mit ROT. Das wäre doch irgendwie zu einfach… Weiß Die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert  überrascht mit ihrer weißen Strahlkraft so wie der gesamte Kreml in Kasan. Einst wurde hier auf Befehl des Zaren eine kleine hölzerne Kirche in …

Mein erstes Mal Birdwatching: Auf den Spuren der Vögel des Glücks

Und plötzlich sind sie da. Nicht 20, nicht 100, nicht 1.000. Nein 4.000-5.000 sollen es laut vorsichtiger Schätzung unseres Nationalpark Guards Saskia sein. Von Westen, von Norden, von Osten fallen sie über den Rederangsee ein und ich bin völlig verzaubert. Ich glaube guten Gewissens sagen zu können, solch ein Naturschauspiel noch nie in Deutschland erlebt zu haben, so wie ich überhaupt noch nie eine geführte Tour in die Natur in meiner Heimat gemacht habe. Ich habe Adler und Reiher in zahlreichen afrikanischen Nationalparks fotografiert, aber eine Tour in den Nationalparks Deutschland war mir zugegebenermaßen immer etwas suspekt. Ich erwartete in Jack Wolfskin gekleidete Ü60er und wurde nicht enttäuscht. Wir mischten uns einfach mal in jovialer Frische unter das betagtere Völkchen. Je mehr wir uns den Aussichtspunkt am Rederangsee nähern, desto mehr müssen wir unsere Lautstärke zügeln. Schließlich ist Sprechen und Rascheln völlig untersagt. Nur das Klicken der Kameras ist noch mit Augenzwinkern genehmigt und setzt dem Trompeten der Zugvögel etwas entgegen. Denn Kraniche sind äußerst empfindlich. Zudem sollen sie auf jeder Feder ein Auge tragen, …

Und dann kam Laurencia… Eine Geschichte vom Fliegen

Nervös schaue ich auf das Flugticket meines Sitznachbarn. Immer wieder lese ich „Boarding 6.30 Uhr – Abflug 7.00 Uhr – Verona-Monaco“. Das Blut schießt mir in den Kopf, meine Hände und Füße beginnen zu kribbeln. Ich schaue mich um und entdecke nur Italiener. Ihr Ziel ist unklar. Wieder starre ich auf das Ticket in der Hand meines Nachbarn und mustere ihn von Kopf bis Fuß. Wer ist hier falsch? Zum zigsten Mal gehe ich alle Wege im doch recht überschaubaren Flughafen Veronas durch. Wo ist der Fehler? Hätte es nicht auffallen müssen, mit diesem Ticket einzuchecken? Monaco? München? Es war einfach alles viel zu schnell gegangen, der Abschied von Verona, von Italien… Es könnte durchaus sein, was nicht sein darf. Sitze ich wirklich auf der falschen Maschine? Nach nur zwei Stunden Schlaf mag ich das nicht mehr mit Sicherheit verneinen. Zu hektisch war das abgelaufen, was ich noch vor zwei Stunden erlebte. Der Weckruf riss mich um 5 Uhr aus meinem viel zu kurzen Schlaf. Eine halbe Stunde später befand ich mich geistig noch immer …

Galicia!

Zwei Tage pflegten wir uns in La Coruna. Wir schlenderten durch die alten Gassen und verwöhnten unseren Gaumen mit dem herrlichen galizischen Essen. Im Restaurant wurden wir königlich bedient, als wir nach den örtlichen Spezialitäten fragten, und nur die Hälfte stand auf der Rechnung! Außerdem haben wir uns in den galizischen Dialekt verliebt! Ein wunderbares…

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Peking Himmelstempel

Peking – wo Drachen in den Himmel steigen

ENGLISH VERSION HERE Den Takt von Peking gibt mein eigenes Gefühlskorsett vor. Von einem Hoch bewege ich mich ins nächste Tief. Verbotene Stadt, Himmelstempel, Platz des Himmlischen Friedens… der Puls der Stadt frisst mich auf, nicht aufgrund der Geschwindigkeit, sondern aufgrund der Masse. Die Masse an Dingen, die man sehen sollte genauso wie die Masse an Menschen, die einen schlichtweg überrollt. So werde ich zur Getriebenen im Hamsterrad der Sehenswürdigkeiten und verschwinde selbst zwischen unzähligen chinesischen Reisegruppen. Immer wieder ergreift mich der Flucht-Reflex. Ich stehe in der Verbotenen Stadt und denke, wow, oder denke vielmehr, soll ich jetzt wow denken, während ich von den Reisegruppen eingekeilt werde und dem Terror der Mikrofone ausgesetzt bin. Immer wieder denke ich, nehmt den Chinesen die Mikros weg. Wer hat die denen verteilt? Denn in Peking finde ich alles, außer ein Stück Ruhe! Und dann verliere ich mich in den Hutongs – ob in der Wudaoying Gegend oder um die Qian Hai und Hou Hai Seen, schaue links und rechts in die Wohnhöfe, finde viele liebevoll gestaltete Lädchen, erliege …

Mein Nicaragua

Interview mit Anja Knorr Welche drei Orte sollte man Deiner Meinung nach in Nicaragua gesehen haben und warum? Auf jeden Fall sollte jeder Backpacker in die alten Kolonialstädte Léon und Granada reisen. Beide Städte versetzten mich sofort zurück in die Kolonialzeiten des Landes, da die charmanten Altstädte mit ihren alten Kirchen, bunten Kolonialhäusern, eleganten Parks und dem gemütlichen Treiben viel Flair versprühen. In den Städten lässt es sich wunderbar entspannen und in alten Zeiten schwelgen. Die Hostels sind oftmals in großzügigen Kolonialbauten untergebracht und Hängematten versüßen faule Nachmittage im Innenhof der Unterkunft. Ein Ausflug in die vulkanreiche Gegend Cordillera de los Maribios im Nordwesten Nicaraguas ist wirklich zu empfehlen. Einige der Vulkan sind überaus aktiv und brechen immer wieder aus. Als ich hörte, dass man den Cerro Negro nahe Léon erklimmen darf und anschließend mit einem Board die schwarze Asche hinunter sausen kann, war es um mich geschehen. Das musste ausprobiert werden. Der Aufstieg war mehr als anstrengend und jeder Meter fühlte sich quälend lang an, doch die surreal anmutenden Lavahänge hinab zu gleiten, war …

„Puriysten auf Reisen – Berliner Weltsichten“ als eBook

Lange hat es gedauert, aber nun ist es da – unser Buch „Puriysten auf Reisen – Berliner Weltsichten“ als eBook. Gerade für Reisende ist das ja auch viel praktischer.Was hat der Leser zu erwarten? Geschichten… von Gaunern, Heiligen, Lebenskünstlern, Hippies und Magiern, auf die man im Indien der 90er traf vom entschleunigten Reisen durch Afrika, wo Zeit keine Rolle spielt vom Kampf gegen die Höhenkrankheit auf 5.000 Metern in den Anden von Pleiten, Pech und Pannen im äthiopischen Süden von einer Interrail-Tour Anfang der 90er, kurz vor dem Ausbruch des Balkankriegs wie man auf dem Weg nach Bogotá unfreiwillig in Buenos Aires landet von einem Angsthasen auf Safari in der Serengeti vom Arbeiten im härtesten Land der Welt – Somalia wie man ins indonesische Fernsehen kommt von Erschwernissen des Reisens durch Dauer-Streiks während der Finanz- und Wirtschaftskrise in Ecuador vom Regen, der einen plötzlich in der israelischen Wüste heimsuchen kann von einem Besuch bei Berggorillas in Ruanda über 3.753 km durch Australien und man erfährt, wie klein manchmal doch die Welt ist Kurzum, Ihr findet …