Alle Artikel mit dem Schlagwort: Afrika

Abenteuer Afrika – Europa bis Kapstadt

Gegen die Bedenken ihrer Familie und Freunde machte sich Barbara Bitschnau im Oktober 2010 im Alter von 23 Jahren auf, um mit drei Gefährten – die sie auf einer Internetplattform kennen gelernt hatte – einmal quer durch Afrika zu reisen. Von diesem Abenteuer berichtet sie in ihrem Buch Abenteuer Afrika – Europa bis Kapstadt. Anstelle einer chronologischen Erzählung sortiert die reisebegeisterte Autorin ihre Erinnerungen jedoch nach Themengebiete und geht dabei von den Vorbereitungen, über die Nahrungsmittel bis hin zu den Krankheiten auf alle interessanten Begebenheiten ein, die sie auf ihrer Reise erfahren hat. Dabei gelingt es ihr, ihre Geschichte als eine Mischung aus Reisetagebuch und Ratgeber in kurzen lebhaften Abschnitten zu erzählen und in dem Leser die Lust zu wecken, selbst einmal Afrika zu bereisen. Somit ist „Abenteuer Afrika – Europa bis Kapstadt“ sowohl für diejenigen zu empfehlen, die selber eine Reise nach Afrika planen, als auch für alle diejenigen, die auf erfrischende Art und Weise Einblicke in andere Kulturen gewinnen wollen. [SC] Barbara Bitschnau | interconnections, Freiburg 2012 | 144 Seiten | 15,90€ | …

Afrika Patt Problemm

An einem windigen, lauen Abend in Sidi R’bat (Marokko) fiel mir im La Dune Guest House dieses Buch aus dem Jahr 1998 von dem Besitzer unserer Unterkunft in die Hände. Als leidenschaftlicher Afrikainteressierter begann ich flüchtig reinzulesen und wollte das Buch gar nicht weglegen. Doch dass Vorwort und Zwischenzeilen etwas täuschten, merkte ich erst, als ich das Buch bereits in Deutschland gekauft und in der Buchmitte angekommen war. Ich erwartete ein Buch von einem Afrikakenner, ja vielleicht -liebhaber und bekam zunehmend die Ignoranz des Autors zu spüren, die nicht immer nur am (Nicht-)Erlebten sondern auch häufig an der Wortwahl, die mich zunächst begeisterte, festzumachen war. Wer politisch korrekt mit dem schwarzen Kontinent umgehen möchte, für den ist dieses Buch nicht zu empfehlen. Begriffe wie Neger, Bimbo, Franzokken müssen verdaut werden. Selbst über diese Begriffe las ich zunächst mit Spannung hinweg, bis, ja bis mich der zweite Teil der Wohnmobild-Reise vollends enttäuschte. Eine ausführliche Lobhymne auf Südafrika, Namibia, Gambia, Simbabwe und die Seychellen wurde nunmehr in epischer Breite gesungen, welche den übrigen Ländern keine Chance mehr …

Afrikamera

Es ist die Zeit der Filmfeste in Berlin. Und so räume ich einem besonders zu erwähnendem Festival, das sich dem zeitgenössischem Filmschaffen in Afrika widmet, viel zu wenig Platz in meinem Kalender ein. AFRIKAMERA findet vom 13. bis zum 18. November nunmehr das 5. Mal in Berlin statt. Diesjähriger Themenschwerpunkt ist „African Woman on and behind the screen“. Trotz des sehr interessanten Programms, das die Arbeit afrikanischer Filmemacherinnen, Produzentinnen und Drehbuchautorinnen vorstellt, entscheide ich mich bei meiner AFRIKAMERA-Premiere für den politischen Film „Robert Mugabe – What happened?“. Im gut besuchten Kino Arsenal wurde der Film über den simbabwischen Staatschef unter Anwesenheit des Regisseurs Simon Bright vorgestellt und im Anschluss daran auch noch ausführlich darüber diskutiert. Im Film zeigen Freunde und politische Weggefährten Mugabes ihre aufrichtige Bewunderung für den jungen Aktivisten, aber auch ihr zunehmendes Unverständnis für seine politische Taktik, die sich in Distanz und Gegnerschaft verwandelt. Ergänzt werden diese Interviews durch seltenes Archivmaterial. Was passierte, dass der Mann, den auch der simbabwische Regisseur einst bewunderte und unterstützte, zu einem autokratischen machtbesessenen Herrscher werden konnte? Der …

Heinz Strunk in Afrika

Heinz Strunk und sein Freund C. verreisen gern zusammen. Das Land ist nebensächlich. Hauptsache: möglichst wenig erleben. So gestalten sich die gemeinsamen Urlaube in einvernehmlicher Routine: Frühstück – Pool – Mittag – Strand – Abendessen. Dazu gute Gespräche, Lesen, Dösen. Der Gipfel an Aktivität sind das abendliche Hotelunterhaltungsprogramm und Casinobesuche. Erholung ist, wenn nichts passiert! Nun also Afrika. Dieses Weihnachten soll es nach Kenia gehen. Pure Lethargie und latente Depression statt Neugier und Abenteuerlust. Zunächst ist alles so, wie es sein soll: Die erste Urlaubswoche verläuft ohne gefürchtete Zwischenfälle und Risiken. Die beiden Freunde genießen den Stumpfsinn ihres Alltags in der Hotelanlage. Dass soweit nichts geschieht, ist für den Leser dennoch ziemlich amüsant. So zum Beispiel Strunks Beobachtungen seiner Mitmenschen – herrlich provokant und böse („Wovon träumen Leute, die so aussehen?“). Oder die mal mehr, mal weniger philosophischen Fragespiele der beiden Freunde („Würdest du dich für 40 000 Euro ein halbes Jahr lang nicht zudecken?“). Und das Zusammenspiel der beiden Charaktere: der eine passiv, lethargisch und kein Stück neugierig („Ein Tag gleicht dem anderen schon …