So war das eigentlich alles nicht geplant. Ich schaue in das Päckchen von meiner Mutter, in das sie liebevoll Weihnachtsgebäck und Stollen gelegt hat. In einer Woche ist Advent und ich bin (wieder mal) nicht da – nicht am 1., nicht am 2., nicht am 3. Ich fliehe gen Süden. So richtig gen Süden – einmal über Afrika hinweg an die Spitze des Kontinents. Dem Weihnachtstrubel wird man dort auch nicht gänzlich entkommen. Das weiss ich aus meiner Erinnerung. Denn genau vor 14 Jahren war ich schon einmal am Kap – auch in der Vorweihnachtszeit. Es ist eine kleine Rückkehr in die Vergangenheit, die mich erwartet. Inzwischen hat sich dort sicherlich vieles verändert. Schließlich ist Kapstadt dieses Jahr auch Welt-Design-Hauptstadt und Woodstock, wo ich damals mein Praktikum machte, ein Kreativzentrum bzw. In-Viertel.
Ich folge bei dieser Reise einer Einladung, sie war eigentlich wirklich nicht geplant. Dies ist auch der Grund dafür, dass ich jetzt so verstohlen in dieses Weihnachtspäckchen schaue. Und eigentlich wollte ich auch nur eine Woche verreisen. Aber da ich schon mal in der Gegend bin, habe ich mich entschlossen, noch ein wenig Namibia hinten dran zu hängen. Mit Geländewagen erkunden wir zwei Puriysten das Wildlife im Etosha Nationalpark. Unsere letzte Safari liegt acht Jahre zurück und führte uns in verschiedene Nationalparks in Uganda. Die breite Palette an Grüntönen Ostafrikas wird nun ersetzt durch die Brauntöne der Namib- und Kalahariwüste und dem Hochland Namibias. Wieder eine neue Naturvielfalt, wieder neue Erlebnisse und vor allem endlich wieder AFRIKA!
Und wenn ich Glück habe, ist noch etwas von den Leckereien zum 4. Advent übrig.
Verfolgt die Reise unter #purwestkap und #purnamibia!
Mein Herbst 2014
Im Sommer bin ich gern in Deutschland. Wenn alle auf Reisen sind, bin ich am liebsten zuhause, oder so quasi zuhause, denn eigentlich zieht es mich dann auch mehr ins nahe und ferne Umland Berlins. Doch wenn die Tage wieder kürzer werden, die Abende frischer, sich ein kühler Wind über das Land legt, der den bevorstehenden Herbst ankündigt, dann zieht es mich in die Ferne.
Viele meiner Spätsommerreisen führten mich in den letzten Jahren untypischerweise gen Osten oder einfach nur durch Europa: Transsibreise, Mongolei, Rumänien, Estland, Lettland/ Litauen… Und wenn ich dann zurück kam, war ich meist schon mittendrin im bunten Farbspiel des Herbstes.
Das zweite Halbjahr 2014 habe ich eher mit Fernreisezielen gefüllt und mache mit diesen dem ausklingenden Sommer eine lange Nase oder so ähnlich:
N: Namibia
A: Aserbaidschan √
S: Südafrika
E: Ecuador √
Vorderasien, Südamerika, Afrika – so fast alles dabei. Zwei Ziele sind Wiederkehrer und zwei neu für mich.
Mit den Wiederkehrern habe ich gleich zwei Länder aus dem Sack gezogen, mit denen ich nicht nur Höhenflüge-Gefühle verbinde: Ecuador und Südafrika. Zeit, meine Erinnerungen aufzufrischen und diesen einen neuen Anstrich zu verpassen.
Kurz vor der Jahrtausendwende zog es mich für ein viertel Jahr nach Südafrika. Das war der Beginn meiner Afrika-Liebe – auch wenn die etwas schmerzlich verlief. Ich lebte und arbeitete in Kapstadt. In Obs teilte ich mir ein Haus mit drei Studenten, in Woodstock arbeitete ich bei einem Community Radio. Durch die Arbeit kam ich leider auch wenig im Land herum. Doch viele schöne Abende verbrachte ich natürlich an den Clifton Beaches, in Camps Bay oder in den Clubs und Bars an der Long Street.
Ausflüge ans Kap, Winelands, zwei Roadtrips der Garden Route entlang und ein Wanderwochenende in den Zederberge sind nur einige Punkte, die mir Abwechslung vom Arbeitsalltag brachten. Obwohl der auch so sehr abwechslungsreich war. Wie sonst hätte ich so nah an den Menschen dran sein, soviel Kontakt mit verschiedenen Kulturen haben können. Mal ging ich an einem Tag vom Township direkt in die Stadtverwaltung zum Empfang. Unterschiedlicher hätte ein Tag nicht beginnen und enden können.
Doch so schön meine Zeit auch am Kap war, wurde sie doch auch von einem Erlebnis überschattet, das sich leider ziemlich am Anfang meines Aufenthaltes in Kapstadt ereignete: Ein bewaffneter Besuch in meiner Wohnung eines schönen Sonntagmorgens. Keine schöne Sache – man merkt plötzlich, wie zerbrechlich doch die schönen Dinge des Lebens sind.
Ende November zur besten Sommerzeit auf der Südhalbkugel sage ich nun „Goeienag, Kaapstad“ oder frei nach Howie „Hello again!“.
Und was ich damals nicht schaffte, wird dieses Mal gleich hinten dran gehängt: Namibia und natürlich Wüste.
Und dann ist da noch Ecuador! Den kleinen südamerikanischen Staat bereiste ich in einer ziemlichen Krisenzeit 1999, als es sogar noch den Sucre als Währung gab. Jung, verpeilt und total internetunaffin, waren mir Reisewarnungen und Auswärtiges Amt ein Fremdwort oder einfach egal. So kam das was kommen musste, kaum waren wir gelandet, ging es auch schon los. Keine Busse, keine offene Bank – kein Geld – und am nächsten Tag kamen dann auch die Barrikaden und Tränengas. Wie man sich mit „sweet 23“ in solch einer Situation fühlt, kann man hier nachlesen.
Auf jeden Fall war es ein großes Abenteuer – wir schafften es am Ende doch noch trampend nach Misahuallí, von wo aus wir in den Urwald stachen und den ganzen Stress abwerfen konnten. In Baños wanderten wir und ich raftete zum ersten Mal. Weiter ging es in die wunderschöne Stadt der Panamahüte – Cuenca und weiter an den Pazifik, wo wir kuriose Schnorchelgänge hinlegten und den Rhythmus der Surfer annahmen. Die Semana Santa verbrachten wir schließlich in Otavalo, wo ich mich auf dem berühmten Samstagmarkt noch mit Schmuck und Kunsthandwerk eindeckte.
Nun liegen 15 Jahre zwischen diesem Ereignis und heute. Diese Reise ist definitiv eine Reise der Superlativen – in drei Wochen vom tiefen Amazonas-Urwald, auf Galapagos und dann noch einen 5000er besteigen! All das, was mir damals durch streikbedingten Zeit- und studiumsbedingten Geldmangel verwehrt blieb, wurde nun nachgeholt.
Unter #purecuador und #high5 mehr dazu. Und unter https://puriy.de/category/ecuador/
Ein Neuling auf meiner Landkarte ist definitiv ASERBAIDSCHAN! Außer „ehemalige Sowjetrepublik, Eurovision Song Contest 2012 und Kaspischen Meer“ fiel mir bisher nicht ganz so viel zu diesem Land ein. Aber genau das machte mich neugierig.
Ich flog in die tiefstgelegene Hauptstadt der Welt (-28 m NN) – nach Baku. Da ging es ziemlich feurig zu – denn Aserbaidschan heißt nicht nur übersetzt „Land des Feuers“ – sondern am Hang des „Brennenden Berges“ Yanardag einige Kilometer außerhalb von Baku kann man die Flammen selbst sehen. Dicht unter der Erdkruste liegen gewaltige Öl- und Gasvorkommen. Flammen schlagen hier aus dem Erdboden seitdem sich das über einer Ölblase sitzende Gas selbst entzündet hat. Mehr über das moderne und historische Baku, die Seidenstraße, alte Bergdörfer, das Kunsthandwerk und die historischen Wurzeln habe ich Euch auch von meiner Reise mitgebracht.
Unter dem Hashtag #puraserbaidschan mehr dazu. Und unter https://puriy.de/category/aserbaidschan-2/
Und wohin geht Eure Nächste Reise?







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