Jahr: 2013

Mein Nicaragua

Interview mit Anja Knorr Welche drei Orte sollte man Deiner Meinung nach in Nicaragua gesehen haben und warum? Auf jeden Fall sollte jeder Backpacker in die alten Kolonialstädte Léon und Granada reisen. Beide Städte versetzten mich sofort zurück in die Kolonialzeiten des Landes, da die charmanten Altstädte mit ihren alten Kirchen, bunten Kolonialhäusern, eleganten Parks und dem gemütlichen Treiben viel Flair versprühen. In den Städten lässt es sich wunderbar entspannen und in alten Zeiten schwelgen. Die Hostels sind oftmals in großzügigen Kolonialbauten untergebracht und Hängematten versüßen faule Nachmittage im Innenhof der Unterkunft. Ein Ausflug in die vulkanreiche Gegend Cordillera de los Maribios im Nordwesten Nicaraguas ist wirklich zu empfehlen. Einige der Vulkan sind überaus aktiv und brechen immer wieder aus. Als ich hörte, dass man den Cerro Negro nahe Léon erklimmen darf und anschließend mit einem Board die schwarze Asche hinunter sausen kann, war es um mich geschehen. Das musste ausprobiert werden. Der Aufstieg war mehr als anstrengend und jeder Meter fühlte sich quälend lang an, doch die surreal anmutenden Lavahänge hinab zu gleiten, war …

„Puriysten auf Reisen – Berliner Weltsichten“ als eBook

Lange hat es gedauert, aber nun ist es da – unser Buch „Puriysten auf Reisen – Berliner Weltsichten“ als eBook. Gerade für Reisende ist das ja auch viel praktischer.Was hat der Leser zu erwarten? Geschichten… von Gaunern, Heiligen, Lebenskünstlern, Hippies und Magiern, auf die man im Indien der 90er traf vom entschleunigten Reisen durch Afrika, wo Zeit keine Rolle spielt vom Kampf gegen die Höhenkrankheit auf 5.000 Metern in den Anden von Pleiten, Pech und Pannen im äthiopischen Süden von einer Interrail-Tour Anfang der 90er, kurz vor dem Ausbruch des Balkankriegs wie man auf dem Weg nach Bogotá unfreiwillig in Buenos Aires landet von einem Angsthasen auf Safari in der Serengeti vom Arbeiten im härtesten Land der Welt – Somalia wie man ins indonesische Fernsehen kommt von Erschwernissen des Reisens durch Dauer-Streiks während der Finanz- und Wirtschaftskrise in Ecuador vom Regen, der einen plötzlich in der israelischen Wüste heimsuchen kann von einem Besuch bei Berggorillas in Ruanda über 3.753 km durch Australien und man erfährt, wie klein manchmal doch die Welt ist Kurzum, Ihr findet …

Biskaya ist KEIN Bisquit

Tag 1 – Über die Biskaya von Falmouth nach La Coruna Wir sind los Richtung Spanien! Vor dem Start wurden noch ordentlich Wetterdaten gewälzt, den Mast hochgeklettert und alle Anschlagspunkte der Wanten gecheckt und wild hin und her überlegt. Die Aufregung stieg merklich, denn zu viele Schauermärchen und Seemannsgarn hatten wir schon über die gefürchtete…

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Datong

Datong und die Tour mit den Touren. Transsib Teil 7

ENGLISH VERSION HERE Leicht verunsichert treten wir aus dem Zug, drehen uns noch einmal um. Nein, da ist niemand, der uns folgt. Wir sind allein, die einzigen, die den direkten Weg nach Peking meiden und stattdessen in Datong einen Stopp einlegen. Noch im Bahnhofsgebäude klafft gähnende Leere. Und dann treten wir auf den Vorplatz hinaus, wir drehen uns nach links, dann nach rechts auf der Suche nach einem Geldautomaten, aber wir können keinen finden. Kein Taxifahrer, der wie gewohnt auf uns zustürmen würde. Wir schauen uns verwundert an. Genau in diesem Moment steht er hinter uns – dieser Mann. Ob er uns helfen könne, fragt er uns im fließenden Englisch. Nein, wir glauben nicht. Und dann kommt die übliche Tour mit der Tour. Tausendmal schon auf meinen Reisen erlebt, gehen spätestens hier die Scheuklappen runter und ich laufe strammen Schrittes los. Doch hier bleibe ich einfach stehen. Nein, es ist morgens um 8 Uhr, ich habe Hunger und will ins Hotel. Er könne uns ein Hotel empfehlen. Klar, aber wir haben schon eins reserviert. Achso, …

Transsib Zug Nummer 4

Zug Nummer 4 – und einmal durch die Mongolei. Transsib Teil 6

ENGLISH VERSION HERE Um 13.15 Uhr rollt Zug Nummer 4 in den Bahnhof Ulan-Udès ein. Und erst jetzt, als ich zum ersten Mal den berühmten Schriftzug Moskau-Ulaan-Baatar-Peking auf unserem Waggon erblicke, der chinesische Schaffner die Treppenstufen hinabsteigt und uns auf Englisch begrüßt, bin ich ein bisschen… ja, ergriffen. Jetzt sind wir drin, in der berühmten Transmongolischen Bahn. Jetzt geht es durch die ewige Steppenlandschaft und Weite der Mongolei nach China. Und der Zug spuckt endgültig mehr Touristen als Einheimische aus – ein paar Quoten-Chinesen und –Russen gibt es dennoch in unserem Waggon. Zug Nummer 4 begrüßt uns mit hellem Plastik an der Wand und wirkt dadurch trotz abgegriffenen Aussehens freundlich. Die Pflege scheint dennoch irgendwo auf der Strecke von Moskau nach Ulan-Udè geblieben zu sein, denn was die russischen Provodnizas alles putzten und polierten, liegt hier im Schmutz: ob Teppiche, Tischchen, Bänke. Eine dicke Staubschicht, wohin man auch im Abteil schaut. Auch zur verteilten Garnitur gehört nur noch die Bettwäsche, aber kein Handtuch. Das Bad ist überschwemmt und stinkt nach Urin, Klopapier ist wohl ebenso …

Well….Let´s talk about England

Am nächsten Tag schon hieß es dann “byebye Dover”, die Sonne lachte nur so vom strahlend blauen Himmel und, als wär nichts gewesen, schweben wir durchs Meer, die raue Südküste Englands entlang. Wir stellten die Windsteueranlage ein und machten es uns gemütlich. Schnell war mal wieder beschlossen: okay, okay- wir fahren die Nacht durch, soweit…

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Ulan Ude

Über Ulan-Udè, Bator und unseren letzten Tag in Russland. Transsib Teil 6

ENGLISH VERSION HERE Ein kleiner Schreck durchfährt uns, als wir an die Anzeigetafel der Bahnhofshalle in Irkutsk nach unserem Zug schauen. Die Nummer 2 ist nirgends zu finden. Anstatt unseren Reiseplan zücken wir nun unser Ticket und finden heraus, es ist doch Zug Nummer 8 von Novosibirsk nach Wladiwostok und der hat bereits eine kleine Verspätung. Im Zehn-Minuten-Takt schraubt sich diese Verspätung immer weiter nach oben. Salamischeibentaktik zur Beruhigung der Passagiere. Gerade als wir am Schalter nach der wirklichen Abfahrtszeit fragen wollen, kommt die Ticketverkäuferin hinter ihrem Schalter vor und in die Wartehalle gelaufen. Freudig verkündet sie uns „Put adin!“ (Bahnsteig 1). Auf Bahnsteig 1 wartet bereits unsere Provodniza – diese kommt nicht ganz so streng daher und ringt sich ein Kichern und Lachen ab. Als es später bei unseren Fragen umständlich zu werden droht, verliert sie leider auch dieses und so bleibt unser Eindruck von den russischen Schaffnerinnen eher getrübt. Anders von unseren Abteilnachbarn, die mit Händen und Füßen, Wörterbüchern und Handyübersetzungstools uns die wichtigen Informationen geben. Es geht doch, man muss eben bemüht …

Irkutsk

Irkutsk – das Paris des Ostens? Transsib Teil 5

ENGLISH VERSION HERE Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel, das Thermometer zeigt knapp 30 Grad – wir sind in Irkutsk, der schönsten Stadt Sibiriens. Und nicht nur ihr positiver Ruf eilt dieser Stadt voraus. Gleich auf den ersten Kilometern, als wir über die Angara fahren, hat uns Irkutsk genauso eingefangen. Alles was mir an Russland gefällt, finde ich hier: russische Holzhäuschen, Kirchen mit (kleinen) Zwiebeltürmen, viel Natur und Wasser. Irkutsk hat einiges zu bieten und ist zudem ziemlich entspannt und freundlich. Gleich beim Einchecken ins Hotel bekommen wir einen Touristen Pass als Kompass in die Hand gedrückt und mit dem geht es direkt ins Getümmel. Wer in Irkutsk ist, sollte die Stadt auch auf einer Bootstour auf der Angara kennenlernen. Das hatten wir vor. Von einstündigen Touren Richtung Triumphbogen haben wir gehört. Am Ende der Karl-Marx-Allee finden wir ein Restaurant mit einem Steg, an dem ein Boot wartet. Wir sind uns sicher, das muss es sein. Was erwarten wir? Die Angara entlang bis zur Moskovskye Vorota zu fahren. Doch die Kassiererin schüttelt immer wieder …

Baikalsee

Am Baikalsee. Transsib Teil 4

ENGLISH VERSION HERE Vor genau einem Jahr stand ich am Khuvsgul See, der kleinen, mongolischen Schwester des bekannten Baikalsees und war so beeindruckt – vom kristallklaren Wasser, von den mit Lärchen bewachsenen Bergen, die sich im See  widerspiegelten und der absoluten Ruhe und Einsamkeit. Ich wollte unbedingt die große Schwester kennenlernen, die sich jenseits der Grenze auf der russischen Seite befindet. Ich wollte nach Sibirien, die nächste Sommerreise sollte an den Baikalsee gehen. Genau auf den Tag genau ein Jahr später sitze ich in einem Marschroutentaxi irgendwo auf der Strecke zwischen Irkutsk und Olchon. Ich habe die bequeme Bahn eingetauscht gegen einen unbequemen Minivan, der seine besten Tage längst hinter sich hat. Die besten Tage sollte ich noch vor mir haben, denn mein Herz fängt ganz plötzlich an zu glühen. Während wir über die etwas holprige Teerstraße fahren, entspannen sich meine Muskeln, vom Gesicht bis in die Füße. Jetzt beginnt Urlaub. Jetzt beginnt mal das Innehalten. Jetzt beginnt das Begreifen, wo ich wirklich bin. Ich halte es da wie Timmerberg, man braucht immer drei Tage, …

Krasnojarsk

Durch Sibirien. Transsib Teil 3

ENGLISH VERSION HERE Quietschgeräusche und ein monotones Rattern begleiten mich in den Schlaf. Neugierig schob ich noch bis Mitternacht bei jedem Halt die Jalousie nach oben, um die sibirischen Bahnhöfe auf mich wirken zu lassen, nur um festzustellen, die Bahnhöfe gleichen sich alle mehr oder weniger – alle sind prunkvoll gebaut und in einem grün-türkis Ton gehalten. Nur die Gebäude variieren in ihrer Größe. Und meistens findet man noch eine alte Lok irgendwo neben dem Hauptgebäude, denn eine historische Strecke verdient auch ein bisschen Stolz. Irgendwann sind meine Lider zu schwer und meine Gliedmaßen zu müde, die Jalousie wieder nach oben zu schieben. Erst als sich Lichtstrahlen durch die Ritzen der Tür arbeiten, erwache ich wieder. Der Samowar wird nicht mehr befeuert, zu schnell wird unser Zug sein Endziel erreichen. Schnell bildet sich noch eine kleine Schlange vor den Waschräumen während ich aufgeregt nach schönen sibirischen Datschen-Motiven Ausschau halte. Eine leichte Hügelkette mit geschlossenen Waldflächen und kleinen bunten Datschensiedlungen hat das platte Land mit Birkeninseln vom Vorabend ersetzt. In einer Stunde fahren wir in Krasnojarsk …