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Afrika kommt mit Wucht

Interview mit Martin Moschek von BikeTourGlobal

Welches afrikanische Land hat Dich besonders begeistert und weshalb?
Wirklich schwierig. Eigentlich sind es zwei Länder: Uganda und Mali. Uganda beeindruckt durch die wechselhafte Landschaft, die Nationalparks mit all ihren wilden Tieren, die Berge an der kongolesischen Grenze und der dichte Tropenwald mit all den Tieren. Uganda ist touristisch zwar auf dem aufsteigenden Ast, aber noch nicht so stark erschlossen. Reisen ist dort noch sehr ursprünglich. Mali ist vor allem Wüste und der Niger-Fluss. Die Sahara hat das Land im Griff und der Niger prägt durch seine Hochwasser die Jahreszeiten. Besonders Timbuktu und Mopti haben mir sehr gefallen. Die Menschen sind sehr gastfreundlich und neugierig und das macht das Reisen in Mali so interessant.

Siehst Du Unterschiede zum Reisen in Afrika verglichen zu Reisen auf anderen Kontinenten?
Ja, Afrika ist intensiver und ursprünglicher. Unmittelbar ist ein guter Begriff. Anders als beispielsweise in Indien ist diese unmittelbare Nähe und Intensität der Begegnung mit Land und Menschen nicht verstörend oder überfordernd. Afrika kommt mit Wucht, ist aber gleichzeitig ungemein beruhigend. Es herrschen völlig andere Begriffe und Verständnisse von Zeit und Verbindlichkeit. Reisen in Afrika heißt meist Zeit mitbringen und sich ansonsten einem lustvollen Kontrollverlust und einer gewissen Unplanbarkeit hinzugeben.

Welches afrikanische Land würdest Du jemandem, der noch nicht dahin gereist ist, empfehlen und weshalb?
Eigentlich würde ich Marokko als guten Einstieg empfehlen. Ansonsten würde ich sagen, dass alle afrikanischen Länder sich für einen Einstieg empfehlen. Einzig Südafrika würde ich nicht noch mal besuchen. Ich habe mich überall sonst in Afrika sicher und gut aufgehoben gefühlt – in Südafrika nicht.

Was empfiehlst Du jemandem, der eine Reise nach Afrika plant?
Wer nach Afrika reist, sollte sich vorher fragen, was er da erleben möchte: Big Five, Savanne, Safari – dann bietet sich sicherlich eine organisierte Tour an. Wer alleine Afrika erkunden möchte, sollte sich nicht zu viel mit Planung beschäftigen. Da ist meist ohnehin Makulatur und setzt einen nur unter Druck, wenn man unbedingt Ziele erreichen muss. Zeit spart manchmal auch Geld. Ich habe mich lediglich auf eine Basis-Ausrüstung beschränkt und was fehlte, habe ich vor Ort gekauft. Wer mit dem Zelt reisen möchte: in einigen Gegenden ist das nicht nötig, da einerseits die Bevölkerungsdichte sehr hoch ist und kein Platz fürs Zelt zu finden ist. Andererseits sind die Unterkünfte preiswert und bieten zudem einige interessante Erlebnisse und Begegnungen. 😉

Fasse in drei Wörtern zusammen, was Du mit Afrika verbindest!
1. Authentisch
2. Atemberaubend
3. Echtes Leben/Intensiv

Martins Reisen im Überblick:

  • 1993 Nordafrika/Marokko, Fahrrad, zu Zweit
  • 2000 Westafrika, Diplomatischer Dienst, Deutsche Botschaft Nouakchott/Mauretanien, Alleine
  • 2000 Nord- und Westafrika (Marokko, Westsahara, Mauretanien, Mali), Fahrrad, Alleine
  • 2007 Nordafrika/Marokko, Fahrrad, Alleine
  • 2009 Südafrika, Beruflich, Alleine
  • 2010 Ost-Afrika (Ruanda/Uganda), Fahrrad, Alleine

*Und das Bild? Ist die Moschee in Djenne/Mali. Diese Lehm-Moschee im malischen Djenne gehört zu den bekanntesten Bauwerken Afrikas. Es ist sehr beeindruckend, wie vor vielen Hundert Jahren mit einfachsten Mitteln dieses atemberaubende Bauwerk geschaffen wurde. Und immer noch steht.

Zur Reihe „Warum eigentlich nicht Afrika?“:
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