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Ein Stück Müritz NP vom Boot – Paddeln in Mecklenburg

Langsam gleiten wir an Wiesen und Wäldern vorbei, die mit Schilf gesäumt sind. Teppiche an See- und Teichrosen versuchen wir galant zu umfahren. Die Sonne setzt der Natur einen Spiegel vor. Bäume ragen ins Wasser, Wolken schwimmen auf den Seen und Kanälen – fast, als wären sie keine Illusion. Die Zeit scheint auf dem Wasser eine andere Dimension zu haben. Der Blick auf die Uhr ist nahezu nebensächlich. Umso verwunderter sind wir, als wir nach noch nicht einmal 2 Stunden entspannten Paddelns unser Zwischenziel Useriner Mühle erreichen. Wir waren erst nach dem Mittag in Blankenförde aufgebrochen, um dem Andrang auf dem Wasser, der hier in Mecklenburg besonders am Himmelfahrt- uns Pfingstwochenende herrscht, ein bisschen auszuweichen. Das Stück, das wir gewählt haben, ist auch relativ hindernislos – keine Schleusen und kein stressiges Umtragen des Kajaks. Besonders idyllisch ist das Zusammenspiel von Seen und Fluss in diesem Havelquellgebiet ohnehin. Es geht zunächst die enge Havel entlang, die hier so breit ist, das gerade zwei Boote aneinander vorbeifahren können. Bootshäuser säumen das Ufer und setzen besondere Farbakzente für …

In einer Stunde durch El Salvador

Aus der Ferne ist das Bellen eines Hundes zu hören, das von kräftigen Grillenzirpen begleitet wird. Dieser Hund bellt nunmehr seit Stunden und wiegt mich in den Schlaf. Es ist die auffallende Ruhe, die ich seit Tagen so sehr vermisse. Vom Bett aus sehe ich den 1816 m hohen Cerro Grande de Apaneca. Hier und da geht eine Rauchfahne gen Himmel und ein paar Dächer schauen aus dem dichten Grün heraus. Kaum zu glauben, dass El Salvador zu den Ländern mit dem wenigsten Wald in Mesoamerika zählt. Mesoamerika verwendet mein Guide Eduardo immer wieder, wenn er von seinem Zentralamerika spricht. Dann meint er Guatemala, Honduras, Belize, Nicaragua, Costa Rica und natürlich sein Heimatland. Panama lässt er aus, denn dies gehörte einst zum Großreich Kolumbiens von Bolivar. Ich bin nunmehr seit 36 Stunden in diesem Land, das ich bisher bei all meinen Reiseplänen übersehen hatte, so klein und unbedeutend erschien es mir. Es ist das Land der einen Stunde, wiederholt Eduardo immer wieder. Ein bisschen flunkert er dabei. Natürlich ist man von San Salvador in einer …

In der Mitte Deutschlands wartet eine Burg

Wartburg. Der Wartburg? Die Wartburg? Heute fragt das niemand mehr. Der Wartburg ist Opel und Co. gewichen. Als ich über den weitläufigen Marktplatz Eisenachs schlendere, kommt ein knatternder Wartburg um die Ecke gefahren. Es gibt ihn noch – hier und da vereinzelt! Früher fuhren wir regelmäßig im Herbst zur Wartburg-Rallye. Das war die Paris-Dakar des Ostens. Nur wenig erkenne ich noch, als ich durch die Straßen laufe. Einfach alles zu lange her. Noch zweimal kam ich nach der Wende. Einmal zu meinem Auswahlgespräch für ein Auslandsjahr in den USA. Ein anderes Mal machte ich mit meiner Familie einen Weihnachtsausflug auf die Wartburg. Und genau da soll es auch jetzt wieder hinaufgehen. Der Himmel hat sich inzwischen zugezogen. Aus der Ferne höre ich ein Grummeln. Ich bin am Beginn des Rennsteigs und wie es Herbert Roth schon so schön besang, hier wandert man eben so gern. Viele Wege führen den Berg hinauf – gleich hinter dem Marktplatz. Ich laufe auf engen Pfaden durch Wälder und Wiesen. Immer wieder schaue ich mich um, um mich zu vergewissern, …

Pisco S(o)ur – eine Reise ins Ungewisse

Wir wollen nach Pisco! Pisco „en el Sur“ – im Süden. Am zweiten Tag des Jahres scheint die Hauptstadt Perus noch zu schlafen. Zumindest ist dies unser Eindruck, als wir endlich am Schalter der Busgesellschaft Ormeño stehen, zu der uns der Taxifahrer gebracht hatte. Der Bahnhofsgang mit den Schaltern ist – untypisch für lateinamerikanische Verhältnisse – ziemlich verwaist. Hier wird so bald kein Bus abfahren. Der Mann hinter dem Schalter bestätigt mit einem Kopfschütteln unsere Befürchtung. Nach Pisco fährt erst morgen wieder ein Bus. San Clemente könnten wir aber heute erreichen. San Clemente? Klingt wie eine gut gewaschene Clementine – also kaufen wir ein Ticket. In drei Stunden soll es losgehen. Doch kaum haben wir unsere Tickets erworben, drängen uns zwei Typen zu einem Bus. Der würde jetzt losfahren. Schnell werden wir reingeschoben. Und eh wir uns versehen, ist die Fahrerkabine zu und wir sind schon unterwegs. Wir schauen uns um, doch hier herrscht freie Platzwahl – schließlich sind wir die einzigen zwei Fahrgäste. Die erste Freude, keine drei Stunden warten zu müssen, weicht nun …

Max… Maxi… Maximón – Wünsch Dir was am Atitlán Lake

Timmerberg sagte einmal, der Mensch brauche immer drei Tage, um irgendwo anzukommen. Ich zähle Tag drei und mein Körper sagt mir an diesem Morgen, heute könnte es tatsächlich klappen. Vogelzwitschern und ein monotones Rauschen des Windes über den Atitlán-See wiegen mich sanft aus meinem Schlaf in den neuen Tag. Eine kleine Krone hat sich über die Spitze der beiden Vulkane Toliman und Atitlan gelegt. Westlich davon wird bereits der Vulkan San Pedro von der Morgensonne liebevoll angestrahlt. Zwischen Himmel und Erde liegen drei Vulkanspitzen, die bis in die Höhe von um die 3000 Metern reichen. Wir selbst befinden uns auf 1600 Metern. Nicht umsonst ist dieser Ort, Panajachel oder „Pana“, Ziel vieler Reisender. Gerade am Morgen herrscht noch eine zufriedene Ruhe. Man sieht vereinzelte Spaziergänger am Strand und ein paar Jungs springen ins kühle Nass. Vögel kreisen über den See. Fast meinte man, es würde nichts passieren, gerade als ein Vogel durch Tollkühnheit an der Hauswand unserer Unterkunft abprallt und auf die Terrasse stürzt. Ruhiger als in Panajachel geht es in den kleinen Orten am Ufer …

6 Stunden 2 Räder 1 Insel – Gozo mit Rad erkunden

Wieder macht es zwischen meinen Füßen klack. Inzwischen weiß ich, was zu tun ist. Meine Hände sind ohnehin schon Öl verschmiert. Es lohnt nicht, sie zu säubern. Der Hügel, der gleich hinter dem Hafen von Mgarr beginnt, ist eine wahre Herausforderung, nicht nur für die Fahrradkette sondern auch für meine körperliche Fitness. Endlos windet sich diese Straße von der Küste Gozos hinauf auf die Hochebene, auf der als besondere Blickpunkte die neugotische Kirche „Our Lady of Lourdes“ und das Fort Chambray thronen. Ich kämpfe gegen Wind und Sonne, während ich mir den Schweiß mit meinen schwarzen Händen nicht abwischen mag… Nachdem die morgendliche Fähre Unmengen an Touristen auf die zweitgrößte Insel Maltas ausgespuckt hat, die sich alle in Richtung Busse bewegten, scherte ich nach links aus und peilte zielstrebig den Mgarr Tourist Service-Laden an, um mir für diesen Tag ein Rad zu mieten. Einfach mal Malta auf zwei Rädern spüren – auf Wegen, die die Busse nicht passieren. Oder einfach mal in Dörfern verweilen, in denen außer Hund und Katze niemand auf der Straße ist. …

Auf der anderen Seite

Der Himmel ist strahlend blau, leicht wiegen sich die Kokospalmen im Wind, in der brasilianischen Motorbootmarina nebenan röhren die Wochenendfahrer mit ihren dicken Pötten durch den Fluss, neben uns fahren die Wassertaxis, kleine Holzboote, beladen mit Fahrrädern, Menschen, Tieren, alles, was drauf passt. Nach 16 Tagen auf See sind wir hier im kleinen Dorf Jacaré am Paraiba-Fluss…

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Wo die Welle alles ist – Surfen in El Tunco

Graue Wolken liegen über den Bergen, als wir an diesem Morgen die Küste des Pazifiks erreichen. Wasser ist Wasser, sag ich mir, und sehe meinem ersten Mal auf dem Brett noch hoffnungsvoll entgegen. Dass das Wasser gleich auch von oben kommen würde, ist die eine Sache. Dass Welle jedoch nicht gleich Welle ist, die andere. Der skeptische Blick des Surflehrers Juan Carlos verrät, heute wird das nichts mit mir und den Wellen. Worüber sich Surfer sonst freuen, wird zu meinem Hindernis – „zu hohe“ Wellen. Die Sache wird auf den nächsten Tag verschoben. Gegen Wellengucken habe ich auch nichts einzuwenden. Wie lange war ich schon nicht mehr am Meer? Ich meine, nicht ruhiges Gewässer sondern Meeresrauschen, das seine Umgebung tonal fest im Griff hat. Meeresgeräusche die alles andere übertönen, selbst die Musik der Hostelbar? Ich starre auf den Ozean, der mit dem Himmel eins wird. Nach dem tropischen Regenschauer sind Meer und Himmel verschwommen – in ein einziges Grau. Vor meinem Balkon ist die rote Fahne gehisst. Immer wieder läuft ein Tourist mit farbigem Brett …

Kolumbien – Auf den Spuren des Fußballs (Teil3)

Weiter ging es nach Medellín, das ebenso wie Bogotá in den Anden liegt, aber eben nicht ganz so hoch. Hier herrscht ewiger Frühling mit angenehmen Temperaturen um die 25 Grad. Da Inlandsflüge in Kolumbien sehr günstig sind, entschied ich mich gegen die 6- bis 8-stündige Busfahrt und wählte stattdessen einen 30-Euro-(Minuten)-Flug mit der LAN, die zusammen mit der Avianca den hiesigen Markt dominiert. Der Transfer in die Stadt nimmt eine gute Stunde in Anspruch, da der Flughafen im benachbarten Tal in Rionegro liegt. Bei der Fahrt mit der Buseta über die Berge gewinnt man aber schon mal einen guten Eindruck davon, wie grün die Landschaft hier ist. Und Medellín ist eine Stadt, die es mir auf Anhieb angetan hat. Hier fühlte ich mich wohl. Alles ziemlich entspannt, nette Leute, angenehmes Klima und mit dem Hotel Deportista zudem die Herberge mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Reise: Gerade mal 8 Euro die Nacht für ein ordentliches Zimmer mit Bad, Ventilator, und Satelliten-TV. Von hier aus war so ziemlich alles von Interesse fußläufig zu erreichen – mit Ausnahme …

Gracias a Dios – unterwegs an der Küste von Honduras

Schwül-heiße Luft schlägt mir entgegen. Ich lasse mich in die weichen Kissen des Sessels fallen. Vor mir liegt die Gebirgskette Gracias a Dios. Früher sagte man Gracias a Dios, weil man glaubte, dass die Leute, die da hinaufgingen, nicht mehr zurückkehren würden. Eine hohe Schlangendichte sei da. Warum mir das mein Guide Estras Lopez Mejia nicht vor meiner kleinen Wanderung gesagt hat, ist mir unklar. Schlangen zählen nicht zu meinen liebsten Fotoobjekten. Da sind mir die Kolibris, Leguane und Tukane schon lieber. Und diese sieht man hier zuhauf. Man muss sich dafür noch nicht einmal aus dem großen Garten der Pico Bonito Lodge bewegen. Dennoch juckt es in den Füßen. Nach den vielen Stunden auf den Straßen von Honduras dürstet es mich nach etwas mehr Natur und Bewegung. Wandern im großen „Garten“ der Pico Bonito Lodge Zwischen drei Trails (Las Pilas, Mermaids Falls, Loop Trail) kann ich mich entscheiden. Alle liegen auf dem Jaguar Corridor, doch diese Raubkatze sehen ohnehin vornehmlich nur die Kameras, die hier postiert sind. Aufgrund der Kürze der Zeit wähle ich …