Alle Artikel in: Allgemein

Weimar damals und heute

Die Landschaft schiebt sich immer mehr zu Wellen zusammen, bis sie sich in einer sanften Hügellandschaft verliert. Leicht, schwungvoll bieten sich Felder und Wiesen hinter Naumburg dar, fast als würden sie dem musikalischen und literarischen Gefühl Ausdruck verleihen, Künste, die diese Gegend um Weimar seit eh und je bestimmen. Als ich den Zug in Weimar verlasse, fallen mir zunächst die vielen jungen Leute auf, die das Stadtbild neben den Touristen bestimmen. Studentenkneipen, Bars und jede Menge Inspiration machen die Stadt aus, die in den 80ern eine Erinnerung an „Grau und Zerfallen“ in mir zurückließ. Als ich damals mit meiner Familie durch die kleinen Holzbuden mit Zwiebelzöpfen spazierte, waren diese liebevoll geflochtenen Gebinde die einzig nennenswerten Akzente an jenem trüben Tag. Zwei weitere Male kehrte ich nach Weimar zurück – bereits nach der Wende. 1999, ein Jahr nachdem die UNESCO das Ensemble Klassisches Weimar in die Welterbeliste aufnahm und in dem Jahr, als Weimar Europäische Kulturhauptstadt war, zog es mich mit meiner Mutter zu einem Ausflug noch einmal hierher. Die kontroverse Schau „Aufstieg und Fall der Moderne“ …

Brazil!

Nach genau 16 Tagen sind wir Cabedelo, Brasilien, angekommen. Die letzten Tage gabs nochmal ordentlich Wind, der uns Traumetmale von um die 140 Seemeilen bescherte. Letzte Nacht mussten wir dann sogar Fahrt rausnehmen um nicht mitten in der Nacht anzukommen, was garnicht so leicht war, da wir von diversen Squalls gebeutelt wurden. Pünktlich zum Sonnenaufgang…

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20 minutes away – Himmlisches Valletta

Nicht einmal fünf Minuten sind wir in der Luft, da tönt es durch die Kabine unseres Flugzeuges: „Jetzt sind wir im Himmel.“ Tatsächlich fühlt es sich ein bisschen wie Himmel an, nachdem wir den vorösterlichen Stress in der Abfertigungshalle in Tegel hinter uns gelassen haben. Plötzlich schweben wir in Zuckerwatte und alles ist vergessen. Die lange Schlange mit riesigen Rollkoffern deutete bereits beim Check-In darauf hin, dass hier nicht der Kurz- oder Geschäftsreisende abhebt. Familien und Paare erobern das kleine Idyll, das nur 90 km vor Italien liegt. Kurz nachdem wir Sizilien überflogen haben, taucht die erste Insel Maltas auf – ein karges Stück Land mit ein paar Häusern. 31.000 Menschen teilen sich die zweitgrößte Insel Maltas Gozo mit Touristen. Dann taucht ein kleines fast unbewohntes Inselchen unter uns auf – Comino – umringt vom türkisfarbenen Meer. Und plötzlich ist da eine Insel, die an ihren Rändern versucht, den Naturraum zu befestigen – so bebaut ist sie. Fast wie ein Playmobilland erscheint die Hauptinsel von oben, als hätte ein Kind sich unkontrolliert ausgetobt. Malta hat …

Ein Tag auf dem Markt in Chichicastenango

Immer wieder zupft es leicht an meiner Hüfte. Ehe ich mich versehe, huschen kleine Frauen mit ihren langen Pferdeschwänzen an mir vorbei. Ihre schwarzen und braunen Blusen sind mit Motiven der Sonne bestickt. Am Anfang war die Erde dunkel, dann kamen Blumen, Sonne, Gras, Tiere, Menschen und brachten Farbe mit. Fast möchte man diese Symbolik auf den Blusen der Quiché-Frauen auf diesen Ort hier übertragen. Alles andere scheint farblos verglichen zu der Farbengewalt, die sich mir plötzlich bietet. Ich befinde mich auf dem größten Markt Mittelamerikas – in der Hochlandstadt Chichicastenango, die man auch auf Guatemaltekisch liebevoll Chichi nennt. Der Name stammt von der Pflanze Chichicaste und heißt soviel wie Stadt der Nesseln. Immer donnerstags und sonntags zieht dieser Markt, der sich über 2 Quadratkilometern erstreckt, mehr als 4000 Besucher an. Händler aus der gesamten Umgebung reisen meist schon am Vorabend an, um sich für den Markttag einen Platz zu sichern. Darunter befinden sich neben den Mayan Quiché auch Angehörige der Mam, Ixil und Kaqchikel. Auf den Treppen der Kirche Santo Tomás haben Händlerinnen Blumen ausgebreitet. …

S

Seit vorgestern Abend sind wir auf der Südhalbkugel und seit heute Morgen endlich wieder im Passat! Die Segel sind prall gefüllt mit Wind und wir machen nach langen Tagen der Dümpelei mal wieder Fahrt über 5 Knoten. Allerdings liegen wir ziemlich auf der Backe, hoppeln hart am Wind gegen die frontal oder seitlich anrollenden Wellen….

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Österliche Radtour in der Mecklenburger Kleinseenplatte

Zu Ostern taten wir das, was wir immer machen, wenn wir nicht gerade auf Reisen sind. Wir schnappten unsere Rennräder und fuhren los auf unsere österliche Radtour in der Mecklenburger Kleinseenplatte. Dieses Mal entschieden wir uns, da wir beide etwas angeschlagen waren, für eine kleine Tagestour entlang der vielen schönen Gewässer der Mecklenburger Kleinseenplatte. Länge: 60 kmHöhenmeter: 371 m Schwierigkeitsgrad: Einfach Straßenbelag: durchweg asphaltiert Radwege: Berlin-Kopenhagen, Mecklenburger Seenradweg, Havel-Radweg, Großer-Mirower-Seenrundweg Auf den Straßen gibt es sehr wenig bis wenig Straßenverkehr und teilweise  gut ausgebaute Fahrradwege. Gestartet sind wir vom Tor zum Müritz Nationalpark in Blankenförde. Doch da sich der Nationalpark selbst besser für Mountain Bikes eignet, entschieden wir uns für eine Route gen Süden. In diese Gegend sind wir vor einigen Jahren sehr häufig gereist, da man hier besonders gut Paddeln, Radeln und Schwimmen kann. Somit erleben wir auf dieser Runde ein kleines Wiedersehen mit unserer einstigen, ja man könnte es schon fast so sagen, „zweiten Heimat“. Das Auto kann man auf dem Parkplatz in Blankenförde am Ortsausgang stehen lassen. Zunächst radelt man Richtung Roggentin. Bis man die Straße …

Von Wiedersehen, Neuem und Streifschüssen

In keinem lateinamerikanischen Land sah ich je eine schönere Schlange, die sogar den Ansprüchen jedes Briten gerecht wird. Hier begegnete ich herzlichen, offenen Menschen, die auch einmal Umwege fuhren, nur um mir den Weg zu zeigen oder mich nach Hause zu bringen. In diesem Land besuchte ich zum ersten und einzigen Mal Maya-Ruinen – die Südlichsten, die es gibt. Hier legte ich auf einer wunderschönen karibischen Insel eine Tauchwoche ein, bis es für mich in die Dekompressionskammer ging. Hier schlief ich aber auch in einer meiner krassesten Unterkünfte, die ich in einem spooky Viertel von Tegucigalpa mit einem Russen und Ratten teilte, weil ich wieder einmal sparen wollte. Hier kam ich in den Posadas und Hostals auch mit zahlreichen Aushängen und Warnhinweisen in Berührung, die ich im Vorfeld ignoriert hatte. Der Inhalt war so erschreckend, dass ich von Wanderungen allein, wie ich es sonst gewohnt war, absah. Banden wie die Maras waren mir damals noch fremd – inzwischen kenne ich zahlreiche Dokus und Filme darüber. Dass ich um mein Wechselgeld von 20 EUR im Bus …

D

Uns gehts herrlich! Nach wie vor dümpeln wir mal mehr, mal weniger dahin. Wir haben kaum Wind, kaum Welle, dafür Temperaturen um die 40 Grad. Wir liegen mit kühlen Lappen auf der Stirn im Salon und können uns kaum bewegen. So langsam nähern wir uns dem Äquator und damit der ITKZ, den Kalmen, den Doldrums…

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Chile, das Land auf einem Pulverfass

Ich hätte es wissen müssen,  denn mein chilenischer Freund hatte es mir schon vorher gesagt. Eine Woche bevor ich nun endlich seine Heimat kennenlernen sollte, meinte er, dass in Santiago gerade die Erde bebe. Chile, das Land auf einem Pulverfass. Ich bin schon oft in Ländern herumgereist, in denen die Möglichkeit bestand, dass die Erde beben oder ein Vulkan ausbrechen könnte, aber ich hatte noch nie hautnah ein derartiges Erlebnis vor Augen. Die Erde lebt, sie bewegt sich, sie brodelt. Aber, wenn man in Deutschland lebt, könnte man manchmal denken, sie steht still. In Chile wurde ich eines Besseren belehrt. Es begann im Reserva Nacional Malalcahuello-Nalcas. Das Ziel unserer Wanderung sollte der Crater Navidad sein. Wir stapften durch Asche und erkaltete Lava. Auf einmal eröffnete sich uns ein Blick auf einen gewaltigen, kilometerlangen und sehr breiten erkalteten Lavastrom, der sich mit aller Gewalt durch die Landschaft walzte, als der Crater Navidad im Jahr 1988 zum letzten Mal Feuer spie. Alles Leben schob er davon, alle Bäume, alle Pflanzen, alles. Nichts blieb übrig. Ich blieb wie eine …

Tag 4

Uns gehts gut! Wir haben wenig Wind, mäßige Welle und viel Sonne. Die Reise wird wohl etwas länger als geplant dauern. Egal, wir genießen die Zeit in der blauen Unendlichkeit! Grandiose Sternenhimmel, Meeresleuchten und vier tote Kamikaze-Fische bislang an Deck. Fische sollten schwimmen und nicht fliegen. A propos Fisch- Smutje gibt sein Bestes, doch bisher…

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