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Laufen in Düsseldorf entlang des Rheins

In den vergangenen Woche war ich mal wieder einige Tage in Düsseldorf unterwegs. Diesmal habe ich im Hyatt Regency im Medienhafen übernachtet. Beim Einchecken fragte ich nach Laufstrecken und umgehend wurde mir ein Flyer mit zwei unterschiedlichen Routen freundlich entgegen gestreckt. Laufen in Düsseldorf steht bei jedem Besuch der Stadt auf meinem Programm. Doch meine üblichen Laufstrecken starteten meist in Oberkassel oder Am Seestern und führten mich entlang des Rheins an Meerbusch vorbei. Je nach Tagesform suchte ich mir einen Wendepunkt, um dann entgegengesetzt den Rhein aufwärts entlangzulaufen, um bis auf den Medienhafen schauen können. Doch diesmal mit Startpunkt Medienhafen laufe ich in die entgegengesetzte Richtung und an der anderen Rheinseite – entlang des touristischen Herzens der Stadt, so dass es diesmal Abwechslung und neue Reize entlang der Strecke geben sollte. Da bei meiner Anreise nach 18 Uhr noch die Sonne schien, ging ich kurz ins Zimmer, zog umgehend mein Laufkleidung an und startet den sportlichen Teil des Tages. Folgende Sehenswürdigkeiten bzw. Highlights waren zum Beginn auf beiden Strecken identisch: Brücke „The Living Bridge“ mit Blick …

Ein Mosaikstein der Geschichte

Seit einer Stunde sitze ich auf diesem Bahnhof irgendwo in der Poebene. Es ist Sonntag, die Sonne brennt und ich wünschte mich in ein Straßencafé, an das Meer oder in einen Park. Hauptsache Ankommen, einfach da sein! Warum müssen italienische Züge den Ruf von Unpünktlichkeit gerecht werden? Immer wieder rast ein Schnellzug durch den Bahnhof. Doch hier in Ferrara gibt es scheinbar keinen Grund, zu halten. Ohnehin gibt es von hier scheinbar nur zwei Ziele – Venedig und Bologna. Aus den stetig monotonen Ansagen höre ich immer wieder St. Lucia heraus. Mit einem langgezogenen tschschsch. Italienisch ist Musik und ich nehme mir in diesem Moment der Langeweile vor, Italien nach Melodien zu bereisen. Saint Lucia zählt mit Sicherheit dazu. Aber in diesem Moment will ich nur nach Ravenna, die Stadt, in der Dante seine letzte Ruhe fand. Doch den Anschlusszug habe ich verpasst. Eine weitere Stunde muss ich hier warten. Bänke sind auf diesem Bahnhof rar. Ich teile mir am Ende des Bahnsteigs eine Sitzgelegenheit mit einer Russin und einem zahnlosen Penner, der immer wieder …

Anker auf!

Um etwa 11h kapverdianischer Zeit haben wir den Anker gezogen und sind, begleitet von viel Getröte, aufgebrochen. Kürbis,Kartoffeln,Kräcker, Kohl, Kola und Karotten sind dabei. Und noch andere Sachen und vor allem viel Wasser, falls wir doch in einer Flaute hängenbleiben. Bis jetzt ist alles okay, wir werden ziemlich geschaukelt. Via Kurwelle von der INTI-22.04.2014 –…

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Bo(o)te der See – Bilder aus Marsaxlokk

Als wir auf die Bucht zufahren, kommt in die beige-hellbraune-Apricot Welt Maltas plötzlich Farbe. Die türkisfarbene Bucht, die sich am Ende der Straße auftut, ist gesät von zig kleinen Fischerbooten, die liebevoll in blaue, weiße, rote, gelbe und grüne Töne getüncht sind. Ein paar Touristen verlassen mit mir den lokalen Bus und laufen zielstrebig mit ihren Fotoapparaten an die Strandpromenade, um diese Boote, auch Luzzus genannt, für immer einzufangen. Es ist kein hektisches Getümmel, vielmehr versucht man sich, in die Ruhe dieses Ortes einzupassen und als unauffälliger Beobachter zwischen Meer und Land auf den Steg zu postieren. Ein paar Marktstände säumen die Promenade, auf der Tische und Stühle auffordern, länger als die Dauer eines Spaziergangs zu verweilen. Vom Café de Paris aus schaue ich den Fischern beim Knüpfen ihrer Netze zu. Ich habe das Gefühl, dass ich hier zum ersten Mal richtig zur Ruhe finde, dass ich endlich in Malta angekommen bin. In der Geschichte war Marsaxlokk der Haupthafen der Phönizier und Römer auf Malta. Die Bauweise der bunt bemalten hölzernen Fischerboote geht möglicherweise auf die Phönizier …

Müsste gehen

Wie man geniessen kann, wenn man weiss, dass man geht, man müsste ständig geh´n, das müsste ständig geh´n. Wie man geniessen kann, wenn man weiss, dass man geht, so dass man anfängt, alles anders zu seh´n. Clueso „Müsste Gehen“ Vor ein paar Tagen war unser fünfter Hochzeitstag – nee, nicht wirklich. Es war der erste, aber…

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Kolumbien – Auf den Spuren des Fußballs (Teil2)

Vor geraumer Zeit plante man in Bogotá, Kolumbien mal den Bau einer U-Bahn. Dazu kam es bekanntermaßen bis jetzt nicht, aber basierend auf dem anvisierten Liniennetz richtete man überirdisch gesonderte Spuren für Expressbusse ein, die heute unter dem Namen Transmillenio die Stadt durchziehen. Damit entkommt man dem anhaltenden Verkehrschaos und kommt für gut 70 Cent von A nach B. Und damit eben auch direkt zum Stadion. Sehr praktisch. Spiel: Millionarios vs. Deportes Tolima Ergebnis: 2:1 Stadion: Estadio Nemesio Camacho „El Campín“, Bogotá Zuschauer: 17.000 Liga: Primera A, Kolumbien Spieltag: 03.11.2013 Gerade mal zwei Tage im Lande und keine Ahnung, was mich hinsichtlich Stadtviertel und Stadionerlebnis erwarten würde, begab ich mich mit einer gehörigen Portion Vorsicht und offenen Augen Richtung Stadion. Meine Erfahrungen aus Buenos Aires lehrten mich, dass eben die meisten Grounds außerhalb der mehr oder weniger sicheren, von Touristen frequentierten Gegenden liegen, mitunter in ziemlich üblen Vierteln. Das Stadionareal war weitläufig abgeriegelt, und um sich den Stadiontoren nähern zu können, musste vorab eine Ticketkontrolle absolviert werden. Daher begann ich mich erst mal nach der Boleteria …

Big Party tonight or Salsa is in the air

Huhn oder Ei – ist hier manchmal die Frage. Wo Touristen sind, ist die Salsa- oder Son-Combo nicht weit. Kaum ein Restaurant, in dem das Essen oder der Drink nicht von einer Band begleitet wird. Kuba ist Musik – definitiv. Aber auch der Show. Im Kulturzentrum Viñales spielt Show eine gehörige Rolle. Jeden Abend gegen 21 Uhr treffen sich hier die Reisenden und Einheimischen, um Schritte zu lernen oder auch Schritte aufeinander zuzugehen. Mich erinnert es ein bisschen an ein Zusammentreffen zur Völkerverständigung. Von Anfang an ist klar, hier ist man nicht lang allein. Unauffällig pirscht sich die kubanische Jugend an die jungen und weniger jungen Touristen und Touristinnen heran, um sie dann zum Schritt in die richtige Richtung zu bewegen. Die Richtung zeigt eindeutig Tanzfläche. Egal was gespielt wird – ein Basic-Salsa-Schritt geht immer. Am Anfang spielt nur die Stadtcombo Valle Son. Erst nach einer Stunde lockern sich die Glieder der Einheimischen, die hier und da mal für einen Song fast beiläufig ein kleines Tanzkunststück aufs Parkett legen – unter den erstaunten Blicken der …

Italienische Wochen und was der April so bringt

Ich bin versucht, da weiterzumachen, wo ich im Frühling des letzten Jahres aufgehört habe. Der April ist fest für Bella Italia reserviert. Und so verwundert es nicht, dass ich nach Gardasee, Padua und Ravenna nun nach Ligurien reise. Standen die bisherigen Erkundungen mehr unter einem kulturellen Zeichen, widme ich mich dieses Mal mehr den aktiven Möglichkeiten, die sich einem an der italienischen Riviera bieten – Genua, Sanremo, Finale Ligure und Beigua Regional Park sind nur einige Stationen, die mich auf Rad und zu Fuß erwarten. Und wie ich Italien bisher kennengelernt habe, wird es wie immer auch eine kulinarische Reise. Und wenn Ihr die Reise mitverfolgen wollt, dann könnt Ihr das unter den Hashtags tun #Liguria und #LetsGoLiguria. Und so gespannt, wie ich dieses Mal auf den italienischen Sonnenschein bin, war ich auch letztes Jahr: Frühling 2014 in Italien Neuer Monat, neue Ziele. Der Zeiger steht auf Süden – nicht nur, aber auch. Es geht an und ins Mittelmeer – oder so ähnlich. Dabei steht dieses Mal der kulturelle Aspekt und somit auch Geschichte im Mittelpunkt meiner Reisen. So beginne ich …

Ein impressionistisches Gemälde

Noch einmal ziehen die Euganeischen Hügel an mir vorbei. Blaue Schilder, die ein „Terme“ im Namen tragen, zieren die Bahnhöfe auf meinem Weg nach Ferrara. Das satte Grün der Landschaft mit Obstwiesen, Olivenhainen und Wäldern wird von dem Braun der Felder und den Weinstöcken, an denen nur zaghaft kleine Blätter sprießen, durchbrochen. Der Boden hier ist nicht zuletzt durch den vulkanischen Ursprung recht fruchtbar. Schnell verschwindet die Hügellandschaft hinter mir. Es geht hinein in die Poebene. Mein Blick schweift fasziniert über die Landschaft, die an diesem Tag unter der frühlingshaften Sonne brennt. Vor drei Tagen war ich in die Provinz Padua gekommen. Und schon verspüre ich Frühlingsgefühle wie unser Guide Nicoletta. Die kegelförmigen Erhebungen der Euganeischen Hügel erinnern mich ein wenig an die Mogotes in Kuba. Was dort die Tabakfelder sind, sind hier die Weinstöcke und Wiesen. Inseln der Poebene nenne man die Hügel auch, meint Nicoletta. Tatsächlich sieht man sie von weitem, egal aus welcher Richtung man sich nähert. Entstanden sind sie in zwei Wellen, die flachen Hügel weisen auf eine ältere Entstehungsgeschichte hin, …

Kolumbien – Auf den Spuren des Fußballs (Teil1)

Wir schreiben Dienstag, den 19. Juni 1990. Um 17 Uhr trifft im San Siro von Mailand das noch nicht wiedervereinigte Deutschland (West) im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft auf die Vertretung Kolumbiens. Es war ein der Jahreszeit entsprechend heißer Tag in der Lombardei. Am Vortag war ich zusammen mit ein paar Freunden in einem Neunsitzer aus dem Raum München kommend gen Süden aufgebrochen. Unterwegs lauschten wir auf Musikkassette den Klängen zeitgenössischer Schlager wie etwa „Azzurro“ von den Toten Hosen oder „World in Motion“ von New Order. Genächtigt haben wir aufgrund finanzieller Engpässe auf einem Campingplatz am Comer See. Weit nach Einbruch der Dunkelheit eingetroffen, wurden wir vom Pförtner mit offenen Armen empfangen: Die Übernachtung für WM-Besucher wäre heute gratis. Obendrein gab’s zwei Flaschen Rotwein als Willkommensgruß. Unsere Standardantwort auf die Standardfrage der Italiener, wer denn Weltmeister werden würde, war in diesen Tagen entgegen aller Erwartungen stets „Kamerun!“. Damit war das Eis meist gebrochen. Bekloppte eben, die keine Ahnung vom Fußball haben – aber von wegen: Von einer Welle der Sympathie getragen, zogen die Afrikaner immerhin ins Viertelfinale …