Alle Artikel in: Allgemein

Ich fliege auf Dich

Wieder sind wir verabredet – dieses Mal unter der Sonne Kubas. Jetzt weiß ich ungefähr, was mich erwartet. Unser erstes Date haben wir hinter uns. Drei Stunden vorher bin ich bereits da. Flughafen Santa Clara – ziemlich klein und überschaubar, wir können uns hier nicht verfehlen. Heute werde ich eine Nacht mit Dir verbringen. Und Du willst sie mir so schön wie möglich gestalten, Du hast schon einen extra Platz reserviert – in der Premium Economy. Gleich werde ich von einem netten Begleiter zum VIP Salon gebracht, wo ich auf Dich warte. Du hast bereits einen langen Arbeitstag hinter Dir, als Du Dich auf dem Rollfeld mit mir triffst. Geschickt versuchst Du die Müdigkeit vor mir zu verbergen, als wir der untergehenden Sonne über der Karibik entgegenfliegen. Dennoch sieht es in Deinem Innenleben etwas verknautscht aus. Denn an Bord befinden sich Fluggäste, die schon eine mehr als zehnstündige Reise hinter sich haben und nun ihrem Endziel Jamaika entgegenfiebern. Wir hingegen nehmen für die nächsten 1,5 Stunden vorerst einen Platz unserer Wahl ein. Und dann hältst …

Back to basic

Es ist dunkel geworden. Um uns herum plätschert die See und hinter uns rauscht die Brandung ans Ufer. Der abnehmende Mond weist uns den Weg zu unserem Boot, um uns herum kleine Schwärme fliegender Fische, die mit einem leisen „Flapp“ wieder im Meer landen, ihre durchsichtigen Flügel leuchten im Mondschein. Wir sitzen in unserem Dingi…

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Ushuaia

Der Antarktis ganz nah – Ein Bootsausflug auf dem Beagle Kanal

Kaum sind wir dem deutschen Winter entkommen und in den argentinischen Hochsommer katapultiert worden, fliegen wir schon wieder dem Frühling oder Herbst entgegen – je nach Sichtweise. Es wird kalt werden, ganz sicher, und hell – denn auf Feuerland sind gerade so etwas Ähnliches wie die weißen Nächte – aber eben auf Südlich. Als wir die Wolkendecke durchbrechen erblicke ich schneebedeckte Gletscher, an denen wir nur ein Haarbreit vorbeigleiten. Zu wenig Platz ist zwischen Gebirgskette und Meer – dort wo sich Ushuaia und sein überschaubarer Flughafen befinden. Kleine Inseln im Beagle Kanal, türkisfarbenes Wasser und eine etwas in die Jahre gekommene Stadt. Welcome to Ushuaia! Den geschäftigen Flughafen lassen wir bald hinter uns, genießen die Frische, die in der Luft liegt. Der erste Eindruck von der Stadt ist eher trist, gar etwas morbide. Als wir rausgehen, um die Stadt zu erkunden, setzt der Regen ein und mit ihm scheinen die Menschen zu verschwinden. Die leeren Straßen und die etwas heruntergekommenen Wohnhäuser hinterlassen ein seltsames Gefühl vom Ende der Welt oder vielmehr vom generellen Ende. Am …

30 Jahre später… wo einst mein Reiseglück begann

Wo einst das Reisen begann, fühle ich mich heute heimisch. Mich zieht es hinaus in die Welt und gleichzeitig komme ich immer wieder an, wenn ich den Seeduft rieche, wenn sich die leicht wellige Landschaft mit endlosen Feldern und kleinen Bauminseln am Horizont auftut, wenn Rehe nachts die Straße umsäumen, der Hahn mich morgens weckt und die Vögel über unseren Köpfen ausschwärmen. Dann bin ich in Mecklenburg. Dann bin ich bei meiner ersten Reise – allein. Ich war damals in der dritten Klasse, als ich mein erstes Mal ohne mir vertraute Gesichter loszog. Auf einem kleinen Bahnhof im Thüringer Wald traf ich auf andere, fremde Kinder, mit denen ich gen Norden fuhr. Zahlreiche Freundschaften wurden geschlossen, noch bevor wir am Ziel waren. Immer wenn ich mich diesem kleinen Ort bei Neustrelitz noch heute nähere, verspüre ich dieses Gefühl der Nostalgie. Manchmal muss ich schmunzeln, wenn ich daran denke, dass ich von diesem Ferienlager aus täglich Zeilen in meine Heimat schrieb. Nicht per Tastatur, sondern als Brief. Erste internationale Kontakte wurden geknüpft, denn im benachbarten Ferienlager …

Kuba Strand, CayoJutias

La Isla Bonita – Kubanische Strände im Test

Vamos a la playa! Ganz ohne Strand geht es auf Kuba denn doch nicht. Kuba und Strand gehören einfach zusammen. Und da wir um Varadero einen Bogen machten, fragten wir uns, wo man denn weg von den „Hotelburgenstränden“ die Seele baumeln lassen kann. Zufällig erwischten wir ganz nette Plätzchen, die wir Euch nicht vorenthalten wollen. Was ist also der perfekte Kuba Strand? Unsere schönsten Kuba Strände Cayo Jutías – Las Brujas (Cayería del Norte) – Playa La batea – Playa Ancon   Cayo Jutías Noch einmal geht es einen Damm entlang direkt durch das türkisfarbene Meer. Hinter uns lassen wir die kleinen Hügel mit abgerundeten Kuppen liegen, die wie einer kleinen Traumwelt entsprungen aus dem Boden wachsen. Noch einmal legt sich der Weg wie eine Schlange um die Hügel. Dann sehen wir das Meer. 1,5 Stunden bzw. 65 km liegen zwischen der Mogote-Welt von Viñales bis zum straßenbreiten Damm – der ca. 5 km Festland und die Cayo Jutías verbindet. Auf dieser Insel gibt es nur Wasser, Sand, Mangroven und Meer – und ein Restaurant. Hier gibt es …

Wenn die Luft raus ist

Wir sind auf dem Rückweg von Viñales und irgendwie bedeutet Rückweg auch immer gleich baldiger Abschied. Es sind zwar noch fünf Tage bis zu unserem Abflug aber als wir die uns bekannten Straßen passieren, schwingt doch ein Stück Melancholie mit – die des Abschieds. Wir wollen nun noch einmal weg von den Touristenmassen und entscheiden uns – bevor wir mit Trinidad den Höhepunkt erreichen – gegen die Schweinebucht und für die Stadt Cienfuegos. 100 Feuer haben hier gewütet? Oder ist sie doch nur nach dem spanischen General und Gouverneur José Cienfuegos benannt? Ich bin gespannt, erwarte das Schlimmste und werde doch zunächst mit einem positiven Eindruck belohnt. Denn was sich ab dem Prado zeigt, kann sich ruhig sehen lassen. Freundlich, kommt die wohl sauberste kubanische Stadt daher. Und je weiter man gen Süden fährt, desto weniger kubanisch geht es hier zu. Hier lebten einst die Reichen der Stadt und so reihen sich Villen aneinander und mächtige Gebäude. Links und rechts ist nur noch das Meer. So lässt es sich leben. Ins letzte Haus dieser kleinen Landzunge …

Safariexperten? Ein Angsthase am Ngorongoro-Krater

Vierter Tag Safari, die Serengeti haben wir gerade hinter uns gelassen. Vor uns liegt der Ngorongoro-Krater. Bernhard und Michael Grzimek haben den gewaltigen Urzeitkrater, heute Heimat vieler Tiere, mit ihren Filmen in aller Welt berühmt gemacht. Für uns soll er der Höhepunkt unserer Fünf-Tage-Safari werden. Die große Spannung der ersten Tage war schon etwas verflogen. Wir hatten viele Beobachtungen gemacht. Nach vier Tagen fehlten uns auf der Strichliste des zufriedenen Safaritouristen nur noch Nashorn und Gepard! Mal sehen, ob unser Guide morgen die ersehnten Tiere vor die Kamera locken kann. Doch sie sind mit Handys ausgerüstet. Es gibt eine gute Chance, die Big Five zu entdecken, da sich befreundete Guides untereinander kontaktieren und alle Spots austauschen. Gut für den zufriedenen Touristen, dennoch nimmt dies dem ganzen seinen Reiz. Das erste Tier, das wir zum Start im Nationalpark „Lake Manyara“ erblickten, war ein riesiger Elefant, der direkt aus dem Gebüsch auf unseren Wagen zutrottete, etwas beschleunigte und uns um Haaresbreite rammte. Wow, so ein „shocking moment“ zu Beginn! Das erste Tier gleich ein Elefant, anstatt ein …

Die Dusche vom Malecon

Wo sind sie nur, die romantischen Liebespaare, die jeder Tourist hier erwartet? Wir sind auf der wohl berühmtesten Uferstraße oder, wie Malecón auf Spanisch heißt, an der weltbekannten Ufermauer aus Stein – pünktlich zum Sonnenuntergang. Und es war nicht ganz einfach. Denn irgendwie sieht man auf den tollen Fotos und in den Videos immer nur den sehnsüchtigen Blick vom Malecón auf das Meer. Auf der Brüstung machen sich die liebenden Paare sehr gut. Doch dass diese Pärchen erst einmal die breite, verkehrstüchtige Straße überqueren müssen, die ziemlich unromantisch direkt an dieser berühmten Ufermauer aus Stein mit Fußweg liegt, sieht man nicht. Es gibt wahrlich schönere Plätze auf dieser Welt, aber keiner drückt wohl so sehr gewisse Sehnsüchte aus. Wir sind endlich drüben, bauen uns mit Kamera auf. Außer ein paar Angler ist weit und breit niemand zu sehen. Wir wollen ein bisschen von diesem Gefühl einfangen, als sich vor mir eine Wasserwand auftürmt und ich nicht schnell genug auf die Straße rennen kann. Nun stehen wir beide von Kopf bis auf die Unterhose durchnässt am …

ITB is calling – oder gleich die ganze Welt

„I am meat addicted“ schallt es mir in Halle 20 entgegen. Es ist Freitagnachmittag, meine zwei letzten Gesprächspartnerinnen sitzen mir gegenüber und wie ich sehe, es geht ihnen ähnlich wie mir. Nicht dass ich als Vegetarierin meat addicted wäre, aber Hunger und Durst habe ich auch. Die Konzentration lässt bei meinem Gegenüber genauso nach wie bei mir. „Adventure, Culture and Meat, Meat, Meat.“ Wir lachen ein bisschen zögerlich, vielleicht ein wenig zu verhalten für den Geschmack der Marketingchefin. „You don’t like meat?!“ stellt sie nach einigen Minuten des Herumspäßelns fest. Dass es vegetarische Currys in ihrer Stadt gäbe, ergänzt sie. Aber hier in Berlin habe sie noch kein Steak gegessen, die beiden Damen sind definitiv auf Fleischentzug. Dem sollen oder wollen wir Abhilfe schaffen und so packen wir unser Smartphone aus, um ihnen die Adressen der nahe gelegenen Maredos und Block Houses zu verraten. Nachdem das auch erledigt war, gingen wir nicht minder erledigt in die Halle 17 – nach Tirol. Hier erwartete uns ein schönes Get-together und ein Wiedersehen mit vielen Gleichgesinnten, die von nicht minder …

Radurlaub auf Mallorca – ein Selbstversuch

In den letzten Jahren wurde ich schon mehrfach von Rad-Freunden zu Triathlon- und Radurlauben nach Mallorca und Teneriffa eingeladen. Immer hatte ich eine passende Ausrede parat. Doch in der letzten Woche war es soweit, Philipp’s Bike Team und die Region Calvia hatten gerufen und ich folgte ihrer Einladung nach Mallorca. Besonders Philipp’s Spruch „Radferien mit dem besonderen Ambiente“ und seine You-Tube Videos machten mich neugierig und so machte ich mich auf den Weg von Berlin-Schönefeld nach Palma, um das besondere Ambiente unter die Lupe zu nehmen. Im Vorfeld musste ich mich einer der sechs Gruppen zuordnen – Radwanderer über Genießer und Roller bis hin zu den Kilometerhaien sind nur einige Optionen. Die Gruppen unterscheiden sich in ihrer Durchschnittsgeschwindigkeit und Tagesdistanz. Für mich stand gleich fest, du fährst mit den Kilometerhaien, die Durchschnittsgeschwindigkeit von 25-27 km/h auf Strecken von 90 bis 170 Kilometern sollten doch zu schaffen sein. Hier in Berlin und Umgebung fahre ich locker 35 hm/h in solch einer Gruppe. Den kleinen Hinweis in den Unterlagen, „Bitte beachten Sie, aufgrund des hügeligen Geländes und möglichem …