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Der Schein der Karibik – die Inselwelt der Cayería del Norte

Las Salinas

Glatt liegt es zu meinen Füßen – das karibische Meer. Nur ein fernes Schwappen an die kleine Steilküste stört die sonstige vollkommene Ruhe. Hier und da fliegt eine Möwe oder ein Pelikan über das türkisfarbene Wasser hinweg. Die Sonne schickt ihre ersten Strahlen hinunter, um dem Meerblau seine satte Farbe zu verleihen. Der zweite Morgen meiner Kubareise ist angebrochen. Und ich genieße den Blick von meinem Balkon. Nur ein paar Mücken stören das perfekte Gefühl.

Las Brujas Palmenstrand

Las Brujas Palmenstrand

Eine Strasse mitten durchs Meer führt auf die Insel Las Brujas

Eine Strasse mitten durchs Meer führt auf die Insel Las Brujas

Wir hatten uns spontan zu diesem ersten Stopp unseres kleinen Kuba-Roadtrips entschieden. Schuld war eigentlich Condor, die Flugroute oder das Wetter. Seit den Bahamas konnte ich meinen Blick nicht mehr vom Fenster lösen. Ich hatte zwar schon mehrfach diese Route mit fast immer solch einem herrlichen wolkenlosen Blick überflogen. Aber dieses Mal hatte man ja eine Idee und wusste, da unten liegen die Keys – die Cayerías del Norte oder Jardines del Rey mit ihren 17 km Strand. Und dann führte da so ein langer Streifen direkt durch das türkisfarbene Meer. Wir schauen uns an und wissen, wir nehmen dieses Ziel mit in unsere Route auf. Wann und wie war jedoch noch nicht klar.

Die Bruja begrüßt die Gäste auf Las Brujas

Die Bruja begrüßt die Gäste auf Las Brujas

Katamaran in der Karibik

Katamaran in der Karibik

Steg

Steg

Palmenstrand

Palmenstrand

Gestern Morgen dann als wir uns gerade mit unserer ersten Etappe nach Trinidad beschäftigten, fühlte ich mich doch eher nach Meer. Warum nicht? Und so fuhren wir in nur zwei Stunden (mit Stopps) von Santa Clara nach Caibarién und dann über den 38 km langen Damm zu der Cayo Las Brujas. Noch nicht einmal 24 Stunden nachdem wir den spektakulären Damm mitten durch die Karibik aus der Luft erblickt hatten, waren wir Teil des wunderbaren Settings.

Sonnenuntergang am Strand von Las Brujas

Sonnenuntergang am Strand von Las Brujas

Warmes, klares Wasser

Warmes, klares Wasser

 

Damm zu der Cayeria Norte

Damm zu der Cayeria Norte

Marina von Las Brujas

Marina von Las Brujas

Ich will nicht verschweigen, dass dieser Ausblick, den ich an diesem Morgen genieße, seinen Preis hat – 94 CUC inkl. Frühstück in einer Hütte mit Meeresblick eines staatlichen Hotels. Für reines Billig-Backpacking sind solche Spots nichts. Wir haben uns dennoch für den günstigsten Platz entschieden, denn weiter hinten dem Damm entlang auf der Cayo Santa María haben Luxustempel und Hotels für die Massen ihren Platz reserviert. Und so bleiben wir vorn auf der sonst einsamen Koralleninsel Cayo Las Brujas, die wir uns nur mit einer kleinen Landebahn und einer Marina teilen. Hin und wieder landet ein kleiner Flieger, die Marina ist da schon wesentlich geschäftiger. Acht Katamarane stechen von hier aus mit noch zahlreicheren Touristengruppen täglich in See. Und das ganze beginnt hier wohl gerade erst Fahrt aufzunehmen, denn schon wird der Hafen erweitert.

Salinas-Strand von Las Brujas

Salinas-Strand von Las Brujas

Sonnenuntergang am Strand von Las Brujas

Sonnenuntergang am Strand von Las Brujas

Am Strandstreifen bis zum Playa La Salina nehmen nur die paar Hotelgäste und Tagestouristen einen Platz unter den Palmendächern ein. Türkis schimmert das flache Wasser, das auf Korallenriffe stößt. Katalogurlaub aus dem Bilderbuch. „Das Wetter ist gut, der Strand sauber, wenn nur das Essen (für Vegetarier) noch besser wäre.“, könnte es auf einer Postkarte heißen. Die Einsamkeit hat tatsächlich ein kleines Manko. Hier gibt es keine Läden, in denen man sich neben dem mageren Hotelrestaurant Essen beschaffen könnte. Also treibt es uns – auch aus Neugierde – am zweiten Tag doch einmal auf die Cayo Santa María, auf der eine seltsame Atmosphäre herrscht.

Pueblo de la Estrella

Pueblo de la Estrella

Ein reales Dorf gibt es hier nicht. Strände scheinen hier nur für die Hotelgäste vorgesehen zu sein. Von der trostlosen Straße gehen immer wieder kleine Wege ab. Straßenschilder machen auf den Ziel-Hotelkomplex aufmerksam. Kaum biegen wir einmal in einen solchen Weg ein, werden wir sehr bestimmend dazu angehalten, umzudrehen. „Only for guests.“ Nun, da wir keine gelben, blauen oder grünen Bändchen an unseren Handgelenken tragen, bleibt uns die Welt der Cayo Santa María etwas verwehrt. Einen Hinweis gibt uns der Wachmann doch noch mit auf den Weg – am Ende, als wir schon gewendet haben. Wir sollten zwei Ausfahrten zurück zum Pueblo la Estrella fahren. Was uns da erwartet, ist eine künstliche Welt. Verschiedene Restaurants, Souvenirläden, Eisdielen, Shops – mit einer mageren Auswahl aber dennoch so ziemlich alles, was das Touristenherz begehrt. Und auch wir werden fündig. Für eine Stunde tauchen wir ab in eine Parallelwelt – in ein Kuba, das Touristen vorenthalten ist. Doch als wir Pueblo la Estrella hinter uns lassen und auf dem Damm wieder zu der kleinen „Hexeninsel“ zurückfahren, denken wir darüber nach, wie Kuba wirklich ist. Noch erleben wir mehr den Schein – der sich in der türkisfarbenen Karibik spiegelt.

Pueblo de la Estrella

Pueblo de la Estrella

Mehr zu Kuba unter #purcuba
Auf unserer Reise nach Kuba wurden wir durch Condor unterstützt. Alle Ansichten sind unsere eigenen. 

Kleiner Tipp: Wer keinen großen Wert auf Schlafen am Meer legt, kann wunderbar im nahegelegenen Remedios seine Unterkunft suchen, und Las Brujas anhand eines Tagesausflugs anfahren.

6 Kommentare

  1. Wow, das sieht toll aus! Und wenn man bedenkt, dass Deutschland gefroren hat und Ihr an diesem schönen Ort wart … Erinnert mich auch ein klein wenig an die Keys in Florida.

    • Danke, Manu. In Kuba kommt man schnell vom Weg ab. Eigentlich wollte ich Kuba hinter den Stränden erkunden und dann – wupp – hat es mich doch sofort an den Beach gezogen. Diese Fahrt auf dem Damm war der Hammer! Als ob man über das Meer schwebt. In den USA kenne ich nur die Outer Banks Inselkette in North Carolina 😉 Gibt’s bei Dir auf dem Blog schon etwas zu Miami zu schauen? LG, Madlen

    • Danke, liebe Lehnerts. Wann ist es bei Euch denn soweit? Mindestens den Punkt 10 Eurer To Do-Liste könnt Ihr dann abarbeiten 😉 – Salsa-Tanzen lernen! LG, Madlen

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