Alle Artikel in: Allgemein

Banaue – Ein Bett im Reisfeld

„Willkommen in Las Vegas“ lacht mich der Busfahrer an und winkt mich zur Tür. Seit einer Stunde starrt er schweigend vor sich her und kaut genüsslich auf seinem Betelbissen herum. Seine Lippen sind rot getränkt, er öffnet kaum den Mund, so dass man ihn nur schwer versteht. Doch Las Vegas höre ich ganz deutlich und springe mit meinem Rucksack nach vorn. Hier sollte ich aussteigen, meinte Jappan, in dessen Homestay ich die nächsten Tage verweilen werde. Bellende Hunde, krähende Hähne, knatternde Tricycles, brummende Jeepneys – am Morgen meiner Ankunft in Banaue geht es auf den Straßen wuselig zu. Doch kaum ein Tourist mischt sich zu dieser Uhrzeit unter die Einheimischen. Kaum zu glauben, dass zwischen den Berghängen das „achte Weltwunder“ liegt – die von Lehmmauern umschlossenen Reisterrassen von Banaue. 4 km von der Kleinstadt entfernt in Richtung Bontoc liegt der Aussichtspunkt, von dem aus ich das wunderschöne Panorama der Berglandschaft mit ihren Reisterrassen genieße. Ins Tal hinein streuen sich Punkte – die Häuser von Banaue. Seit ca. 2000 Jahren bebauen die Ifugao ihre kunstvoll angelegten Reisfelder …

Anakao

Anakao, das Meer und Fifty Shades of Blue

Zebukarren fahren am schmalen Strandstreifen entlang und kommen vor uns zum Stehen. So ganz will ich nicht verstehen, bis ich sehe, dass der erste beladene Karren zum Boot nach Anakao übersetzt. Nun sind wir an der Reihe. Mein Rucksack wird gerade auf das Boot geladen, als mir der Mann auf dem Karren seine Hand reicht. Ich solle aufspringen. 15-20 m ziehen uns zwei Zebus durch das flache Wasser – gewiss mein ungewöhnlichstes Boarding bisher. Ich reiche dem Mann auf dem Zebu einen Schein, als am hinteren Ende des Karrens drei weitere Gesichter auftauchen und behaupten, an unserer Überfahrt beteiligt gewesen zu sein, was sie sich belohnen lassen möchten. Auf dem Schnellboot, das uns in einer Stunde nach Anakao bringen soll, sitzt nur eine italienische Familie, die wir bereits im Isalo NP trafen. Über das ruhige Meer gleiten wir einmal über den südlichen Wendekreis. Dorfleben von Anakao Als wir nach einer Stunde um eine Bucht fahren, sehe ich von Weitem schon die braun-beigen Strohdächer am Strand. Dort muss es sein – Anakao, das kleine Paradies südlich …

Reif für die Insel!

Unser Leben ist endlich wieder blau, türkisblau um genau zu sein! Um uns herum erstrahlt in allen Blautönen die karibische See, hier und da unterbrochen von einer kleinen Palmeninsel mit weissen Stränden. Am Aussenriff brechen sich wild rauschend und schäumend die Wellen, die hier erstmals nach ihrem langen windigen Weg über die Karibik auf Land…

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Antananarivo, Hauptstadt von Madagaskar

Mora Mora – Ankunft in der Hauptstadt von Madagaskar

Schlurfende Geräusche tönen durch das Treppenhaus des Chez Aina und holen mich aus dem Schlaf. Das Prasseln des Regens auf das Ziegeldach begleitet die Geräusche im Flur. Mora Mora (Langsam, langsam) – das ist der Rhythmus von Madagaskar und diesen hört man in jedem Schritt. Es ist noch nicht einmal zwölf Stunden her, als wir in Antananarivo ankamen. Vor uns türmten sich die dunklen Regenwolken auf, als wir auf dem überschaubaren Flughafen der madagassischen Hauptstadt landeten. Kurz darauf ergoss sich der Regen über uns, als wir eine Stunde in die Innenstadt fuhren. Stop and go – und das an einem Sonntag, Fredrik, der uns fuhr, war sehr erstaunt. Ich war weniger überrascht in Anbetracht der engen Straßen und der Vielzahl an Taxi-Broussies, die immer wieder zum Halten kamen, um Passagiere ein- und aussteigen zu lassen. Die enge Straße teilen sich die Busse und Autos mit Fußgängern, die einfach gehen. Es ist ein komisches Bild, das ergänzt wird von der kompletten Stille, die durch meine geöffnete Fensterscheibe in das Auto dringt. Natürlich laufen in Afrika grundsätzlich die …

El Nido und Bacuit Archipel – Traum und Wirklichkeit

Farbenfroh liegen die Bankas in der Bucht und breiten auf dem flachen, türkisfarbenen Wasser ihre Ausleger wie eine Krake aus, als wollten sie geradewegs auf den kleinen Ort zusteuern. Dahinter ragen Kalkfelsen spitz aus dem Wasser und tragen zum besonderen Setting dieses Ortes bei. Gäbe es diese Inseln nicht, wäre El Nido nur ein gewöhnlicher Strandort. Doch gerade das vorgelagerte Bacuit Archipel zieht täglich Massen an, die den wahrgewordenen Traum eines Südseefeelings erleben wollen. Und auch ich habe mich aufgrund der wunderschönen Postkartenmotive angezogen gefühlt, obwohl ich eigentlich einen Bogen um Palawan machen wollte. Am Strand von El Nido Die Hunde liegen im kühlen Sand und frönen einem Mittagsschlaf, als ich im Ort ankomme. Nur ein paar Spaziergänger sind um diese Uhrzeit unterwegs. Denn fast jeder, der El Nido aufsucht, wird irgendwann mit einer dieser Banka rausfahren, um das Bacuit Archipel zu erkunden. A, B, C- Touren – gern auch kombiniert – sind die Kürzel für eine Route. Wenn sich der Strand zum abendlichen Sundowner oder Spaziergang füllt, ist spätestens klar, das hier ein bisschen …

Las cosas pequeñas – eins kommt zum anderen

Beim Klabautermann, Rasmus, Neptun oder wem auch immer! Werden wir auf die Probe gestellt? Haben wir am Äquator nicht genügend Alkohol geopfert? Oder wollt ihr uns netterweise nur all die Problemchen zeigen, bevor sie im Pazifik zu echten Problemen werden? Was ist los? Die Reparaturen reihen sich aneinander.

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Koboldmaki

Bohol – von Koboldmakis und Schokoladenhügeln

Als ich durch die Scheibe der Fähre schaue, ist es dunkel. Ich sehe kein Meer, spüre aber jede Welle, die meinen Magen schon ergreift. Es ist spät geworden, als sich die Fähre endlich in Bewegung setzt. Erst läuft ein Gebet über dem Bildschirm, dann folgen die Sicherheitshinweise. Ich weiß nicht, wem ich mehr vertrauen soll – den etwas zerrupften Sicherheitswesten unter dem Sitz meines Vordermanns oder im Zweifel doch lieber Gott. Nach zwei Stunden erscheinen Lichter am Horizont. So etwas wie eine Skyline von Tagbilaran zeichnet sich am Horizont ab und somit auch der sichere Hafen. Um 22.30 Uhr schwanke ich etwas müde über den Pier und steuere geradezu den ersten Tricyclefahrer an. Zu Nisa Traveller’s bitte! Der Erste kennt das schon mal nicht, also den nächsten gefragt. Es ist eine entspannte Fahrt im offenen Wagen beim lauen Fahrtwind, ich bin angekommen – Tagbilaran, mit uns kann es etwas werden. Die Hügellandschaft von Chocolate Hills Nach der ersten Verliebtheit folgt am nächsten Morgen schon der Kater – mich ergreift ein Reiseblues. Ich will einfach nur noch …

Dumaluan Beach, Philippinen Urlaub

Hello Mam, hallo Philippinen

„How many are you?“ Wieder muss ich schmunzeln, als ich in das besorgte Gesicht des Kellners schaue, dem ich gerade mitgeteilt habe, dass ich allein bin. Er hatte bereits das Frühstück für eine zweite Person auf den Platz neben mir serviert, als er noch mal nachfragt, ob die zweite Person nicht wirklich im Zimmer sei. Egal ob beim Fahrkartenkauf im Busbahnhof, im Restaurant, im Park oder bei einer Tour – immer wieder diese Frage, die mich verfolgt. Dabei ist es durchaus nichts besonderes, allein zu reisen, doch an manchen Orten drückt diese Frage tatsächlich den Zustand aus, den auch ich auf den Philippinen häufig wahrnehme – hier ist man einfach nicht allein. Also, auch wenn man allein war, so tut man sich zu einer Gruppe zusammen. Und dann gibt es da die Orte, die nur vor Pärchen wimmeln – El Nido zum Beispiel. Nicht einfach Pärchen, sondern Pärchen, die sich einfach nicht mal loslassen können, ein bisschen wie Honeymoon. Aber dafür bieten sich die Philippinen ja auch exzellent an. Südostasien reloaded Es ist schon einige …

Sicherheit ist unsere DNA – mein Tag hinter den Kulissen von Condor

Es ist ungefähr ein Jahr her, als ich auf meinem Flug nach Südafrika den Sonnenaufgang über Namibia aus dem Cockpit einer 767 auf dem Weg von Frankfurt nach Kapstadt genoss. Während ich den orangen Streifen am Horizont aus dieser außergewöhnlichen Perspektive über der kargen Landschaft Namibias wachsen sah, erklärten mir der junge Pilot und die Co-Pilotin, dass Windhoek über eine mit 4,5 km sehr lange Start- und Landebahn verfügt, die sich unter mir in die Weite einfügte. Eine Woche später landete ich genau hier. Ich muss zugeben, die 10 Minuten im Cockpit speicherte ich damals halbverschlafen und doch auch hellwach als „once in a Lifetime“-Erlebnis ab. Sicherheitstraining im Schnelldurchlauf Als ich mich nun Ende November wieder im Cockpit einer Condor-Maschine wiederfinde, blicke ich auf eine künstliche Wüstenlandschaft, die an mir vorüberzieht. Ich eile nach hinten in den Passagierraum und nehme meinen Platz ein. Kurz darauf heben wir ab, um uns nur wenige Minuten später in der Situation einer Notwässerung wiederzufinden.  Wäre dies kein Mock-Up (wie die Attrappe heißt), wäre ich wesentlich nervöser. Doch ich ertappe mich dabei, …