Alle Artikel in: Allgemein

Suchitoto – und ein Moment Stille

Die Gegend um Suchitoto im District Chalatenango hat eine bewegte Geschichte. Heftig tobten hier in den 80 Jahren die Kämpfe zwischen FMLN-Guerilla und Armee. Wer weg konnte, floh – auch in die USA. Nur die Älteren blieben einst zurück. Heute mag man in dem beschaulichen 16.000 Einwohner zählenden Städtchen 47 km nördlich von San Salvador nur bleiben, so friedlich liegt es im Abendlicht, als ich aus dem Auto steige. Noch bevor ich mein Zimmer beziehe, zieht es mich auf den Plaza Centenaria. Die Sonne steht schon sehr niedrig als ich über das Kopfsteinpflaster schlendere. Kleine Tiendas, Restaurants, Verkaufsstände umringen den Hauptplatz. Die Kirche Santa Lucia thront über dem Geschehen, das nicht so recht geschehen will. Zumindest heute nicht mehr. Nur wenige Leute haben sich zur Messe eingefunden. Lieber sitzt man auf den schattigen Bänken oder auf dem Bordstein unter den Arkadengängen oder Bäumen, um einen Plausch zu halten. Wie aus einer anderen Zeit, wäre da nur nicht die Reggae-Musik, die von dem Verkaufsstand an der Ecke über den Platz schallt. Genauso behäbig wie der Takt, …

Mongolei Reisen, puriy

+++ Tipps für eine Mongolei Reise +++

Ihr plant eine Mongolei Reise und seid Euch unsicher, was Euch erwartet? In den letzten Wochen habe ich öfter Mails bekommen, von Leuten, die eine  Mongolei Reise planen. Ich habe einmal ein paar Fragen und Antworten zusammengestellt –  quasi Mongolei Reisen leicht gemacht, ein subjektives und nicht vollständiges Q&A und vielleicht fallen Euch ja noch ein paar ein. Nur zu! Detaillierte Mongolei Reisetipps mit Hotels und Restaurants und Tipps entlang unserer Reiseroute haben wir für euch in einem weiteren Artikel zusammengestellt. Wie lange sollte ich für eine Reise einplanen? Grundsätzlich gilt wie für andere Reisen auch, mit mehr Zeit im Gepäck kann man mehr sehen. Man sollte aber beachten, dass man, wenn man in der Mongolei nicht mit einer organisierten Tour unterwegs ist, viel Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln benötigt und es Orte gerade in wunderbaren Landschaften gibt, die man nicht so einfach erreicht. Wir hatten uns 3 Wochen Zeit für unsere Mongolei Reise genommen. Da wir nicht nur gen Süden und in Kharkorin waren, sondern auch im Norden an der sibirischen Grenze, waren wir sehr viel „on the …

Afrika – eine kleine Kur für die Seele

Interview mit Isis Neuerbourg Welches afrikanische Land hat Dich besonders begeistert und weshalb? Durch ein sechsmonatiges soziales Praktikum in Südafrika kam ich das erste Mal dazu das südliche Afrika zu bereisen. Der erste kurze Trip ging nach Lesotho, danach folgten Namibia, Botswana und der Süden von Sambia – und natürlich Südafrika in seiner ganzen Schönheit. Doch besonders begeistert hat mich Namibia, wobei das Wort ‚begeistert‘ noch zu wenig ist! Es ist die Weite und die Landschaft aus einer anderen Welt, die mich mehr als nachhaltig beeindruckt hat. Dazu gehören natürlich die Dünen der Namib und das Dead  Vlei. Auf einer Düne dort die Sonne aufgehen zu sehen und wie sich mit jeder Sekunde ein neues Farbspektrum ergibt, gehört zu meinen schönsten Reiseerinnerungen. Die Dünen und das Vlei durfte ich zweimal bereisen, genauso wie den Etosha-Nationalpark. Den namibischen Sommer und den namibischen Winter im Etosha zu erleben und die Tiere und die Landschaft unter dem Einfluss der Jahreszeiten zu sehen, war dazu auch ein Traum. Teilweise habe ich die Landschaft für eine andere gehalten, obwohl sich …

Raketenstart vom Weltraumbahnhof Kourou

Wir sind immer noch in Französisch-Guyana. Dieses kleine, schöne Land ist nicht nur ein Fitzelchen Europa mitten im Amazonasgebiet, es ist auch Europas grösster Weltraumbahnhof. Das ist natürlich schon was für zwei segelnde Weltraumfans! Wir waren schon etwas traurig, als wir lasen, dass wir gleich zwei Raketenstarts in einem Monat nur haarscharf verpassen würden. Doch…

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Reif für die (Ostsee)Insel – Darss vs. Rügen

Jeder Schritt zwischen Decke und Meer wird vom Quietschen unter den Füßen begleitet. Feinkörniger Sand schiebt sich zwischen die Zehen. Ich bahne mir meinen Weg zwischen Windschutze, Muscheln, Sonnenschirmen oder Strandkörben. Egal, was es ist, die Urlauber suchen Schutz – Schutz vor der Sonne, Schutz vor dem Wind, Schutz vor den Nachbarn. Dabei wird gern mal hinter dem Stofftuch das Fernglas gezückt. Zu viele Segel, die aus dem Meer ragen und Neugier oder Sehnsucht anheizen. Dabei wird der Sucher auch gern mal auf das vorbeilaufende Wesen gerichtet: Oben T-Shirt, unten nackt. Schutz suchend und zugleich auch Nacktheit präsentierend. Nirgendwo ist Deutschland so deutsch wie am Strand – dieser Tage. Auch ich begebe mich an diesen heißen Sommerwochenenden gern an den Strand, bin reif für die Insel. In drei Stunden ist man von Berlin nicht nur an der Küste, sondern auch auf den Inseln und Halbinseln der Ostsee. Nichts bringt mich so schnell in Urlaubsstimmung wie ein Tag am Meer. Wenn Ihr wissen wollt, wo Ihr mich an den Sommerwochenenden findet, hier! Ich nehme Euch mit …

Copan Honduras

Maya-Power und 18 Kaninchen in Copan

Es liegt eine Ruhe über den Wipfeln von Mangobäumen und Zedern als wir zum Quebrada Sesesmil hinablaufen. Orchideen, Kakao- und Ingwerpflanzen ranken auf den Weg. Immer wieder flattern Vögel, Falter und Libellen über unsere Köpfe hinweg, schweben frei zwischen Himmel und Erde. Doch dann passieren wir auch Voliere mit Papageien, Aras, Tukane und Eulen – 12 gibt es aktuell davon. Weniger gefährlich sei es, ein solches Vogelparadies zu erschaffen, sagt Lloyd Davidson der diesen Vogelpark vor 2003 aufgebaut hat. Weniger gefährlich als vor der honduranischen Küste zu fischen, wie er es einst tat. Zu viele Drogenschmuggler und Banditen hätten ihm die Laune an den Fischen verdorben. Und so sattelte er, als man ihm erst einen, dann zwei, dann immer mehr verletzte Vögel brachte, vor 10 Jahren kurzerhand auf eine Art Rescue Center für Vögel um und kann gleichzeitig das an den Vögeln gut tun, was er in Bezug auf die Fische auf dem Gewissen hat. Morgen werden zwölf Aras wieder dort in die Freiheit entlassen, wo Lloyd früher seine Fische fing, vor den Bay Islands, sagt …

Die Königsetappe: Abgesoffen auf der Schwäbischen Alb

Zugegeben, ich brauchte erst mal ein bisschen Schlaf nach den über 1000 km per Rad. Jetzt kann ich etwas erholt auch die letzten Stunden unserer Radtour durch Deutschland in Worte fassen… Die Königsetappe ist geschafft, mit reichlich Verspätung erreichten wir mit dem Rad am Montagabend Konstanz. Das Abbaden bei Sonnenschein als krönender Abschluss wurde zu einem nassen und dunklen Empfang um 23 Uhr. Diese Etappe hatte es in sich. Aus 237 anvisierten Kilometern wurden am Ende ca. 270 und nur Bens Garmin schaffte es den gesamten Track aufzuzeichnen. Der süddeutsche Starkregen zwang uns zu ungeplanten und langen Pausen, was letztendlich nicht half, und so fuhren wir gute zehn Stunden im strömenden Regen, erklommen die Schwäbische Alb und stürzten uns todesmutig mit gut 45 km/Stunde die nassen Straßen ins Obere Donautal hinunter. Am Ende kamen wir mit einer letzten Reifenpanne, einer Kollision nur wenige Meter vor dem Ortsschild von  Konstanz im hinteren Fahrerfeld und mit dem Verlust eines weiteren Fahrers im dunklen und nassen Konstanz erschöpft an. Die 5. Etappe mit Daten und Strecke im Überblick. …

Aquariumgefühle – Abkühlung an heißen Tagen {DIARY}

„Ihr müsst paddeln als würdet Ihr Euch wie Fische durch’s Wasser bewegen.“, sagt meine Pilates-Lehrerin im ruhigen Ton. Sie wolle uns heute nicht so fordern, schließlich ist es richtig heiß draußen. Ach was könnte ich jetzt nicht alles tun: in die Berliner Seen springen, Eis schlecken, in eine gekühlte Bar gehen. Stattdessen quäle ich mich tatsächlich im Fitness Studio bei einem Kurs, dem ich sonst alles andere als Schwitzpotenzial zuschreibe. Als nächstes dehnen wir uns „wie die kleine Meerjungfrau“ und schon träume ich mich als Fisch ins Meer. Doch nicht immer ist ein Meer oder See zur Stelle, wenn die Temperaturen über 30 Grad steigen. Das geht mir in Deutschland genauso wie auf Reisen. Verschiedene Orte schwirren mir durch den Kopf, die nicht die Sommer-, Sonnen-, Strand- und Palmen-Qualität aufweisen, aber dennoch Erfrischungspotenzial haben und mich einen Moment zum Fisch werden lassen… Fluss-Floating in Brasilien Seit sechs Stunden sitze ich in dem Bus von Corumba, einer Kleinstadt an der bolivianischen/brasilianischen Grenze, nach Bonito. Ich bin der einzige Fahrgast. Scheinbar verschlägt es niemandem in dieses Hinterland. …

Tchau brasil!

Niemand kann einen Sonnenuntergang besitzen wie jenen, den wir an einem Abend gesehen haben. So wie auch niemand einen Abend besitzen kann, an dem der Regen gegen die Fensterscheiben schlägt, oder die Ruhe, die ein schlafendes Kind ausstrahlt, oder den magischen Augenblick, in dem sich Wellen an einem Felsen brechen. Niemand kann das Schönste besitzen,…

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Tour de Germany! In 5 Tagen mit Rad durch Deutschland

Was habe ich mir da eigentlich vorgenommen? Seit Tagen stöhne ich, wenn ich nur ein Rad sehe. Und das ist in Zeiten der Tour de France ziemlich oft. Eigentlich habe ich doch richtig Lust auf Radurlaub. Wenn da nur nicht diese 1000 stünde. 1000 km in 5 Tagen! Nicht mit Auto, Bus oder Bahn sondern nur auf zwei Rädern einmal längs durch Deutschland. Hat man einmal zugesagt, will man nicht mehr zurück. Und doch schaudert es mich vor der ersten Etappe, die gleich 265 km zählt. Ich bin noch nie eine solche Etappe an einem Stück geradelt, wahrscheinlich noch nicht einmal die Hälfte. Und dann muss ich auch noch fit für vier weitere Tage bleiben, kann nicht einfach heute Abend ins Bett plumpsen. Apropos fit, ein gutes Stichwort, denn so fühlen sich die neun Veganer, die mit mir das Projekt Tour de Vegan #kk1000 angehen. Für mich heißt es, meinen Körper ohne Eier, Käse und Milch über die Strecke bringen. Das sollte mir gelingen. Und doch kommt das K immer stärker heraus. K wie Krämpfe, …