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Grünes Seattle – Parks und Ruheoasen

Green Lake Seattle

Eigentlich hatte ich vor, mich durch die Cafés von Seattle zu testen. Doch dann kam alles anders. Das Wetter war viel zu schön, um die Zeit drinnen zu verbringen. Auch Museen ließ ich größtenteils links liegen. Stattdessen genoss ich die grüne Seite von Seattle und ließ mich viel treiben. Ich lief einfach Straßenzüge ab, lief und lief und lief, bis mir die Waden schmerzten. Ja, man kann auch mit dem Link Light Train oder den Metrobussen die Stadt abfahren, aber ich erkunde Städte meist gern zu Fuß. Damit ich aber nicht nur im Schatten der Hochhäuser lief, die es Downtown zur genüge gibt, suchte ich mir kleine, grüne Oasen. Mal stolperte ich eher zufällig über sie, wie im Victor Steinbrueck Park, im Kobe Terrace Park oder im Cal Anderson Park, mal plante ich sie als kurze Ausflüge. Es gibt so viele Parks, mit etwas mehr Zeit hätte ich gern den Discovery Park erkundet. Hier soll man wandern können. Und Achtung, die Hafengegend ist weniger entspannt. Dort befindet sich aktuell eine riesige Baustelle!

Bainbridge Island

Für viele, die hierher kommen, ist es eine kurze Auszeit von der Großstadt. Einmal angekommen, laufen die meisten direkt nach Winslow oder nehmen gar den Bus, um die Insel zu erkunden. Ich selbst gab mir nur 3-4 Stunden. Kaum angekommen bog ich links in den Water Trail ein, der mich zum Eagle Harbour führte. Gerade im Frühling, wenn alles blüht, ist dieser Weg sehr schön. Kaum jemand von meiner Fähre, der mir hier folgte. Alles grünt, die Vögel zwitschern, die Großstadt ist weit weg. Am Bootsanleger suchen Mütter mit ihren Kindern nach Krabben und kleinem Getier im Wasser. Manch einer hat hier auf den Wiesen oder auf einer Bank sein Picknick ausgebreitet. Hier tanke ich am meisten Energie. In der kleinen Eisdiele Gelarto Italian Ice Cream tausche ich mich mit der Verkäuferin über ihre Tipps aus. Winslow selbst überzeugt mich jedoch weniger. Nette Cafés mit Wasserblick muss man suchen. Stattdessen spielt sich alles an und um der Hauptstraße ab, da kann ich mir ein schöneres Ambiente vorstellen. Sicherlich lohnt mit mehr Zeit eine Entdeckungsreise der Insel – warum nicht auch mit dem Fahrrad? Die Mietstation am Fähranleger war zwar geschlossen, es gab aber ein Hinweisschild auf einen Radverleih im Ort.

Informationen Bainbridge Island

  • Fähre: 8,10 USD (Round Trip)
  • Abfahrt in Seattle an Pier 52. Überfahrt ca. 30 Minuten
  • Man kann die Insel per Bus erkunden, in die
  • Gelarto Italian Ice Cream www.gelartobainbridge.com (auch am Alki Beach)

West Seattle

Die Halbinsel West Seattle ist ein beliebtes Ausflugsziel, zeigt sich einmal die Sonne. Sie bietet viel Raum für Sportler, Spaziergänger und Poser. Besonders bevölkert ist dabei der Alki Beach. Auf dem zwei Meilen langen, geteerten Stück zwischen Fähranleger und dem eigentlichen Alki Beach mit seinen Restaurants und Cafés tummeln sich Skater, Radler, Inliner, Läufer, Spaziergänger und Gassigeher. Manch einer bevorzugt doch den Weg am Strand, den man über ein paar Stufen nach unten erreicht. Vom Alki Beach Park hat man einen wunderbaren Blick auf die gegenüberliegende Skyline von Seattle. Ich hatte einen grandiosen Samstag im April erwischt, an dem ich hier Erholung suchte. Am Alki Beach haben sich die Sonnenanbeter und Beachvolleyballer längst ihrer Kleidung entledigt.

Der Strand zieht natürlich auch – wie anderswo auf der Welt – Leute an, die ein bisschen protzen wollen. Und so bildete sich auf der Straße neben der breiten Promenade eine lange Autoschlange, in der die Porschedichte recht hoch und die Musik, die aus den Autos tönte, recht laut war. Dies nimmt ab, geht man ein Stück weiter zum Constellation Beach, an dem weit weniger Menschen unterwegs waren. Ein steiniges Strandstück mit Privatgrundstücken und einem abgesperrten Leuchtturm trennt beide Strände voneinander. Der Leuchtturm kann aktuell nur im Rahmen von geführten Touren besucht werden.
Am Fähranleger gibt es eine Verleihstation von Kajaks, Rädern, Skateboards. Es fährt auch ein kostenloser Bus Richtung Alki Beach.

Informationen West Seattle

  • Fähre: 5,25 USD (One Way)
  • Abfahrt in Seattle stündlich von Pier 50
  • Unterschätzt nicht die Entfernung!

Essen & Trinken

  • Ampersand Café am Alki Beach
  • Saigon Pho
  • Gelarto Italian Ice Cream

Jeder empfiehlt die Fähre nach Bainbridge Island für ein schönes Skyline-Foto von Seattle. Ich würde eher den Alki Beach Park empfehlen.

Green Lake

Ich wollte einfach ohne große Umwege etwas frische Luft schnuppern und mich dabei etwas bewegen. Zugegeben, die Beschreibung „ausgetretene Waldpfade führen um den friedlichen See“ ließ mich im Glauben, hier inmitten der Stadt ein Stück Wald inklusive See finden zu können. Vielleicht war meine Vorstellung eine falsche, der Ausflug zum Green Lake war kein Reinfall, aber es war irgendwie alles etwas anders, als ich gedacht hatte. Friedlich lag tatsächlich die spiegelglatte Wasserfläche vor mir, als ich aus dem Bus stieg und von Weitem schon den See erblickte. Den Wald musste ich jedoch suchen. Der klare See wird gesäumt von einem schmalen Grünstreifen, auf dem sich auch wochentags einige sonnten. Direkt am Ufer befinden sich auch Bäume, aber um den See führt auch eine Straße, deren Lärm natürlich nicht weggefiltert wird, und man ist inmitten eines Wohngebiets. Hier im Norden der Stadt war ich gefühlt ganz unter Einheimischen, die ihren sportlichen Aktivitäten nachgingen oder ihre Kinderwagen schoben. Eine schöne, entspannte Runde, die auch die Begegnung mit manch einem schönen Vogel brachte. Im Sommer kann man an vielen Stellen baden gehen.

Informationen Green Lake

  • Mit dem Metro Bus 26 erreicht man von Downtown direkt die Ostseite des Green Lake.

Victor Steinbrueck Park

Gleich beim Pike Public Market findest sich eine kleine Fläche mit Blick auf die Piers und das den Pugeon Sound. Abends versammeln sich hier Einheimische und Touristen, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Cal Anderson Park

Innerhalb des Stadtzentrums kann man seine Decke im Cal Anderson Park ausbreiten. Dieser längliche Parkstreifen, den ein interessanter Brunnen in der Mitte ziert, verläuft parallel zum Broadway.

Kobe Terrace Park

Dieses Idyll entdeckte ich eher zufällig an einem Hang und ist mein kleiner Favorit. Im Kobe Terrace Park gärtnert die asiatische Bevölkerung vor sich hin während der Besucher sich auf eine Bank niedersetzen kann und dem Gemüse beim Sprießen zusehen kann.

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1 Kommentare

  1. Oh wie toll. Was für eine grüne Stadt, hätte ich gar nicht gedacht.
    Leider habe ich nächste Woche keine Zeit die Stadt zu erkunden, da ich erst Nachts ankomme und am nächsten Morgen um 6.45Uhr schon weiter muss … aber ich komm später nochmal wieder und hoffe dann mehr Zeit zu haben.

    LG Mel

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