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Iran Reisetipps – ein Land wie 1001 Nacht

Iran

Am besten lässt sich meine Reise in den Iran wie folgt beschreiben: „Und wenn du auch glaubst, vorurteilsfrei zu reisen, wirst du dich im Iran immer wieder dabei ertappen, dass die Welt mit den dir bekannten Mustern nicht zu funktionieren scheint. Du reist mit Schubladen, Du reist mit Schablonen – auch wenn du das vehement negierst. Doch hier will nichts von dem so richtig passen, was du dir zuvor ausgemalt hast.

Der Iran ist anders als alles bisher Gesehene, und doch auch so erfrischend normal. Du bist es selbst, die sich überdenken muss, die das Normale annehmen muss, um die Bilder im Kopf beiseite zu schieben zu können und sie neu zu übermalen.

Und doch solltest du bei allem Überschwang auch nie vergessen, dass für dich als Besucher, als Gast, andere Gesetze gelten als für den, der hier lebt.“

Yazd, IranKharanaq, Iran

Iran in unseren Köpfen

Es gibt kaum Plätze auf der Welt, die so viele Bilder in den Kopf projizieren, ohne auch nur je mit der Realität in Berührung gekommen zu sein, wie das Land, dass die US-Regierung unter Bush und dann unter Trump zur Gefahr für den Weltfrieden erklärt hat. Hört man Iran, beschwört dieses Gefühle herauf, die auch mit Ängsten und Befürchtungen einhergehen. Zu nah sind noch Bilder aus der Regierungszeit von Ahmadinedschad, der der Welt drohte. Zu erdrückend wirken Bilder, die Frauen unter dem Tschador zeigen. Politik und gesellschaftliches Leben werden der Religion untergeordnet. Entscheidungen unterstehen der Scharia und der Zustimmung des religiösen Führers. Die Sittenpolizei wacht über die Einhaltung der Regeln.

Teheran, IranTeheran, Iran

Da ist aber auch das Märchenhafte aus Tausend und einer Nacht, das den orientalischen Zauber in uns entfacht. So viel wird über das Land im Mittleren Osten berichtet, das vor der Islamischen Revolution 1979 sehr gut besucht war und danach von der touristischen Landkarte verschwand. Wir suchen stets nach dem Besonderen, Exotischen, Unerwarteten – und genau das macht wohl den Reiz des Irans aus.

Immer wieder lausche ich der Frage: „Warum seid ihr in unser Land gekommen?“ Häufig wird diese mit „Neugierde“ beantwortet. Die Nachfrage nach Reisen in den Iran ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Das merkte ich auch, als empfohlene Unterkünfte bei meiner Anfrage im Vorfeld schon ausgebucht waren. An touristischen Hotspots wie Yazd und Esfahan trifft man mehr auf Reisegruppen aus dem europäischen Ausland, als auf Individualtouristen, die sonst ja zu den Vorreitern „exotischer“ Reiseziele zählen.

Die ehrliche Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Offenheit, auch mir als alleinreisende Frau gegenüber, war gewaltig. Das klingt abgedroschen, hört man dies häufig auch über andere Länder. Doch hier scheint es noch eine Steigerung zu geben, die ich nur schwer in Worte fassen kann.

Esfahan, IranEsfahan, Iran

Und dann sind da natürlich die prächtigen Moscheen, uralten Karawansereien und Königsstädte, die einen faszinieren. Während die grandiosen Bauwerke und der kulturelle Reichtum des antiken Perserreiches alles tun, westliche Orient-Klischees zu bedienen, versuchen die Menschen in ihrer Weltoffenheit und Freundlichkeit die düstere Seite der Klischees hinsichtlich der iranischen Politik und das vermeintliche medial transportierte Bild im Westen relativieren zu wollen. Und so werde ich immer wieder auf meiner Reise gefragt: Sind wir gefährlich? – was mich sprachlos werden lässt.

Der Iran besteht aus meisterhafter Architektur, einzigartigen Naturwundern und herzlichen Menschen, die einen Besuch lohnen.

In den nächsten Wochen berichte ich hier über meine Erlebnisse.

Esfahan, Iran

Meine Reiseroute

Meine Reise war zwar nur ein achttägiger Kurztrip, bei dem ich mit Teheran, Yazd und Esfahan ausschließlich touristisch gut erschlossenes Terrain betrat.
Daher beruhen meine Ausführungen auch nur auf die gesammelten Erfahrungen hier.

Ich bin mit Germania von Berlin nach Teheran direkt geflogen. Da der Hinflug über Nacht geht, ist man am frühen Morgen in Teheran und kann dort gleich in den Tag starten. Viele entscheiden sich meist, gar nicht erst nach Teheran reinzufahren (dauert ca. 45 min), eine beliebte Station für den Anfang ist Kaschan. Zudem hätte ich, wenn ich es noch schneller angegangen werde, sicherlich noch Shiraz mit einbauen können. Von Yazd aus bieten sogar Tourenbieter eine Fahrt nach Shiraz an.

Bei 8 Tagen konzentrierte ich mich auf drei Städte

  • Zunächst blieb ich einen Tag zum „Reinkommen“ in der Hauptstadt Teheran. Meine erste Unterkunft lag im Gassengewirr zwischen Basar und Baharestan Platz nahe der Mellat-Metro-Station. Von hier konnte ich also gut Sehenswürdigkeiten wie den Golestan Palast, den Masoudieh Palast, den Basar oder die Shahid Motahhari Moschee zu Fuß erkunden.
  • Da ich für den Nachtzug nach Yazd kein Ticket mehr bekam, blieb mir am zweiten Tag nur ein Nachmittagszug, der 8 Stunden in die Wüstenstadt benötigte. Kurz vor Mitternacht erreichte ich meine Unterkunft mit Wüstenflair neben der Jame-Moschee, von deren Dachterrasse ich gleich die wunderschön strahlende nächtliche Skyline bewundern konnte.
  • Einen Tag widmete ich mich den Sehenswürdigkeiten von Yazd und verlor mich zwischen den Basarständen und in den engen Gassen im Altstadtviertel Fahadan. Am zweiten Tag buchte ich eine Tour, die mich mit einem jungen Holländer und zwei Berlinerinnen in den verlassenen ORt Kharanaq, die Wüstenstadt mit gut erhaltener Zitadelle, Meybod, sowie in den Wallfahrtsort der Zoroastrier Chak Chak brachte. Die Fahrt führte uns durch eine unwirtliche Berggegend im zentralen Hochland des Landes.
  • Von Yazd nahm ich dann einen Bus, der mich in einer fünfstündigen Fahrt nach Esfahan brachte. Hier erwartet einen der pure Orient mit reich verzierten Moscheen und Palästen und Basar, der alles Mögliche an Handwerkskunst bietet. Und dann gibt es noch die wunderschönen geschwungenen Brücken, die aktuell nur über ein ausgetrocknetes Flussbett führen, und der riesige Imam-Platz, der zugleich das Zentrum der Stadt ist. Dachte ich schon, die Unterkunft in Yazd, das Orient Hotel, wäre dekorativ, so überbietet dies noch das Dibai House in Esfahan.
  • Nach zwei Tagen, die ich in Esfahan verbrachte, ging es in einer 6-7 stündigen Busfahrt zurück nach Teheran. Dieses Mal richtete ich mich im nördlichen Teil der Stadt ein, vom See You in Iran Hostel konnte ich fußläufig das Haus des Künstlers und die ehemalige US-Botschaft erreichen, viel mehr Zeit bleib mir auch nicht.

Yazd, Iran

Zum Land

Hauptstadt: Teheran
Sprache: Persisch (Faarsi), immer wieder traf ich in den Städten auf Iraner, die Englisch oder sogar ein bisschen Deutsch sprachen.

Teheran liegt wunderschön zwischen den Hängen des Elburz-Gebirges und der Salzwüste Dasht-e-Kavir. Die 9 Millionen-Metropole ist nicht nur Hauptstadt des Irans, sondern auch das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum. Die Stadt ist zwar nicht schön, aber hat trotzdem einiges für den Touristen zu bieten, so dass sich eine kurzer Aufenthalt auf jeden Fall lohnt. Nur der Verkehr und Smog, der sich besonders im Herbst über die Stadt legt, waren etwas nervig.

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Persian Hostel / Mehr Hotel
 (Seraj alley, Amir Kabir Garbi st, Sarcheshmeh cross, Baharestan sq.)
Die Zimmer sind recht günstig, die Altstadtlage nahe dem Basar gut und das Personal freundlich und hilfsbereit. Es befindet sich in einer umtriebigen GEgend, so dass es recht laut nach Innen schallt. Von den Zimmern sollte man nicht allzu viel erwarten – sie sind funktional, abgegriffen und wirken eher ungeputzt. Im Vergleich zu meinen anderen Unterkünften, gab es hier auch kein Toilettenpapier, keine Decke und Handtücher. Man trifft hier aber nicht nur auf internationale Touristen, an meinem Frühstückstisch saßen fast immer auch Einheimische.

Mein Einzelzimmer mit Bad und Frühstück: 30 USD

Kohan – See you in Iran Hostel  (No. 2, Vahdati-Manesh (3rd) Dead End, South Kheradmand St., Karim Khan, Tehran)
Das Hostel, das zugleich Kultureinrichtung ist, erfreut sich großer Beliebtheit. Somit sind vor allem die privaten Zimmer schon weit im voraus ausgebucht. Am Ende konnte ich ein Zimmer für eine Nacht ergattern. Hier fühlt man sich gut umsorgt mit allen Hostel-üblichen Service-Leistungen. Es gibt einen schönen Hof und einen Café-Bereich. Es finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Die Räume sind hübsch gestaltet. Es gibt Gemeinschafts-Sanitäreinrichtungen, bei denen es zu manchen Zeiten zu einen Engpass kommen kann. Auf die erste Etage schallt leider die ganze Nacht die Klingel, was bei einem leichten Schlaf vielleicht stören kann.

Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad und Frühstück: 45 EUR
Flughafentransfer möglich: 600.000 Rials

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Coffee Shop & Veggie Restaurant of Iranian Artist Forum (Tehran, Baghe Honarmandan، Iranshahr St, Iran)
Im Haus der Künstler befindet sich ein vegetarisches Restaurant, das auch mit Fleischersatzprodukten arbeitet und zudem noch vegetarische Produkte verkauft. Sehr freundlich.

Ansonsten aß ich an Ständen und Imbissen z.B. Falafel und es gibt ja überall leckere frischgepresste Säfte.

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  • Golestan Palast
  • Großer Basar
  • Masudieh Palast
  • Aban 13 Museum in ehemaliger US-Botschaft
  • Shahid-Motahhari-Moschee

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  • Khaneh Honarmandan – Das Haus der Künstler mit wechselnden Ausstellungen. Ich besuchte die gerade laufende Iranian Illustration Week. (Tehran, Baghe Honarmandan، Iranshahr St, Iran)

Mehr zu  Teheran demnächst.

Yazd ist eine wunderschöne Wüstengroßstadt, die an einer Oase zwischen den Wüsten der Dascht-e Kavir und der Dascht-e Lut gegründet wurde. Ihre Altstadt wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Steht man auf einem Dach, sieht man das, was die Skyline der Stadt prägt – Windtürme, Kuppeln und Minarette, die aus dem engen Gassengewirr mit Lehmarchitektur herausragen. Yazd zählt zu den ältesten Städten Irans und besteht seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. In dem Zentrum der zoroastrischen Religion findet man heute noch viele Feuertempel.

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Orient Hotel (6th Alley, off Masjed-e Jameh St, Yazd)

Das Orient Hotel versprüht zwischen den alten Lehmwänden und dem schönen Hinterhof mit Sitzgelegenheiten und Wasserbecken einen alten Charme und verkörpert doch auch den Ort, an dem es gebaut wurde inmitten einer Stadt in der Wüste. Die Zimmer sind gut und die Lage gleich neben der Jame-Moschee optimal.

Preis für Einzelzimmer mit Bad und Frühstück: 30 USD

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Marco-Polo Rooftop Restaurant (im Orient Hotel, 6th Alley, bei Masjed-e Jameh St, Yazd)
Das Restaurant befindet sich auf der Dachterrasse des Orient Hotels. Man hat einen wunderschönen Blick über die Dächer der Altstadt, aus denen die Kuppeln und Minarette der Moscheen herausragen.

Art House Café (neben der Chehel Mehrab Mosque, Yazd)
Nettes Café mit herzhaften und süßen Leckereien auf dem Dach. Liebevolle Dekoration, die gekauft werden kann

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  • Jame-Mosche
  • Mausoleum Rokn od-Din
  • Meydan-e Amir Chaqmaq
  • Gefängnis des Alexander
  • Lahri Haus
  • Basar

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  • Art House Café. Das ist nicht nur ein Café und Restaurant, sondern auch ein Ausstellungsraum, in dem der Künstler Mehdi Mirzaee und seine Frau Goli ihre Kalligrafien und Bilder ausstellen.
  • Tagesausflug in die Umgebung, z.B. Meybod, Chak Chak, Kharanaq. Ein empfehlenswerter Tourenbieter ist Shirdal Ayria.

Mehr zu  Yazd demnächst.

Ein persisches Sprichwort sagt: „Isfahan ist die Hälfte der Welt.“ Tatsächlich finden sich in der einstigen Safawiden-Hauptstadt zahlreiche Prachtbauten und Gartenanlagen, die von Einheimischen wie Touristen gleichermaßen bewundert werden. Reich verzierte Moscheen und Paläste drapieren sich um den zweitgrößten Platz der Welt, den Imam-Platz. Aber auch die Bogen-Brücken, die das ausgetrocknete Flussbett des Zayandeh Rud überspannen, sind ein Highlight der Stadt.

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Dibai House Heritage Guesthouse (1 Masjed Ali Alley, Harunie, Isfahan)
Dieses historische persische Wohnhaus aus den 1670’s wurde wunderschön restauriert, so dass es den alten Charme versprüht. Zugleich hat die französische Besitzerin das Guest House mit liebevollen Details und interessanten Farbkombinationen ausgeschmückt. Im Garten hat man Blick auf das Minarett der Ali-Moschee. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt – ob im Hof oder im Zimmer. Auch das Frühstück war sehr lecker.

Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad und Frühstück: 45 EUR

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Farhang Café 

Im Pfeiler der Brücke Chubi befindet sich das kleine Café, in dem man sich mit einem Kaffee ins Fenster setzen kann und das Treiben am und auf dem Fluss (wenn er denn Wasser führen würde) genießen kann.

Spadana Café

Nicht weit von der Sheikh Lotfollah Moschee befindet sich auf einem kleinen Hinterhof am Imam Square das Café Spadana. Hier kann man nicht nur leckeren Kuchen essen und Kaffee oder Tee trinken, sondern auch die Ruhe tanken und entspannen.

Roozegar Café

Auch an dem kleinen Hinterhof am Imam Square gelegen ist das Roozegar Café. Leider steht nur ein Tisch im Hof. Mann kann etwas Süßes oder Herzhaftes für zwischendurch bestellen.

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  • Meidan-e Emam (Naqsch-e Dschahan)
    Der zweitgrößte Platz der Welt ist der zentrale Punkt Esfahans.
  • Jame-Moschee
  • Imam-Moschee
  • Lotfollāh-Moschee
  • Ali Qapu Palast
  • Bazaar
  • Hasht Behesht Palace
  • Chahār Bāgh school
  • Brücken Si-o-se Pol und Pol-e Khaju

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  • Im Hof der Imam- und Jame-Moschee werden Islam Friendly Talk-Runden angeboten. Den Austausch fand ich sehr interessant.

Mehr zu  Esfahan demnächst.

Währung/ Geld

1 EUR = 40724 Rial, Stand November 2017

Offizielle Währung ist der Rial. Rials oder Toman ist dennoch häufig die Frage.

Der Rial löste zwar 1925 den Toman als Währung ab, doch gerade in Geschäften wird noch immer mit der alten Währung hantiert. Ein Toman sind zehn Rial.
Unterkünfte und in Souvenirläden kann man auch mit Euros und Dollars zahlen.

Geldtausch

Du wirst als laufende Bank reisen – zumindest aktuell noch. Doch dies ist gar kein Problem, da ich nie das Gefühl hatte, bestohlen zu werden.

In Wechselstuben tauscht man seine Euro oder Dollars um. Durch die Sanktionen sind internationale Geldtransfers immer noch unmöglich und so funktionieren auch keine Kreditkarten.

Einreisebestimmungen & Visum

Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen für die Einreise in den Iran ein Visum.

Informationen zur Beantragung eines Online-Visums.

Man benötigt hierfür den ausgefüllten Visumantrag, den Reisepass, Bescheinigung über den Abschluss einer Reiseversicherung, Quittung über die Einzahlung der Visagebühr (Touristenvisum: 50 EUR)

Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 67, 14195 Berlin)
Tel.: (030) 843530
E-Mail:info@iranbotschaft.de

Für Aufenthalte bis zu 30 Tagen erhält man das Visum jedoch auch vor Ort direkt bei der Einreise.

Da meine Reise sehr kurzfristig war und ich zuvor noch 3 Wochen in Brasilien verweilte, wo ich auch meinen Pass benötigte, setzte ich auf ein Visa-on-Arrival. Dieses 30-tägige Visa-On-Arrival wird Deutschen problemlos am Flughafen Teheran (IKA) erteilt.

Ich benötigte für das Visa-on-Arrival Folgendes:

  • einen Reisepass, der noch mindesten 6 Monate lang gültig ist und keinen Israel-Stempel enthält,
  • 75 Euro in bar,
  • eine Hotel-Reservierung  Adresse und Telefonnummer
  • einen schriftlichen Nachweis deinerAuslands-Krankenversicherung auf Englisch und mit expliziter Erwähnung von “Iran” (nicht “worldwide”)
  • und eine Reiseversicherung (ich musste die am Flughafen noch abschließen.)
  • Passfotos sind nicht nötig! Sie werden aus dem Reisepass genommen.

Esfahan, Iran

Steckdosen:

Stecker Typ C. Europäische Stecker (Eurostecker) passen in die Steckdosen. Die Stromspannung im Iran beträgt wie in Deutschland 230 bis 240 Volt Wechselstrom.

Trinkwasser

In den Städten, die ich besucht habe, gab es überall öffentliche Trinkwasserbecken. Hier kann man sich seine Flasche auffüllen.

Zeitverschiebung

In der Sommerzeit +1,5 h / In der Winterzeit +2,5 h

Sim Card

The drei Anbieter:

  • Hamrah-e-Aval (2G, 3G, 4G)
  • Irancell (2G, 3G, 4G)
  • RighTel (3G, 4G)

Ich besorgte mir gleich bei meiner Ankunft am Flughafen am Stand von IranCell eine Sim Card mit 4 G für 30 Tage für 15 USD. Nach 1 Stunde war sie aktiviert. Ich benutzte sie weniger zum Telefonieren, als für Internet. Der Empfang war jedoch nur in größeren Orten gut. 

Internet und Social Media

Meine Unterkünfte boten alle freies passwortgeschütztes WLAN an, das aber unterschiedlich gut funktionierte.

Wer von unterwegs auf Social Media zugreifen will, meine Erfahrung sah wie folgt aus:

Ich hatte mir im Vorfeld Open Door auf’s Handy geladen und Opera, das auch über Open VPN verfügt, auf den Rechner. Auf dem Rechner zeigte mir der Browser immer VPN an, jedoch konnte keine Verbindung zum Server hergestellt werden, so die Fehlermeldung. Das VPN ist vorübergehend nicht verfügbar, Opera arbeitet an einer Lösung.

Auf Handy funktionierten die Apps Instagram und Whats App ununterbrochen gut.

Facebook funktionierte am Anfang noch als App, doch irgendwann konnte ich nur noch über Open Door darauf zugreifen.

Twitter funktionierte weder als App noch über Open Door.

Überhaupt fiel mir auf, dass die Iraner sehr rege Instagram verwenden. Instagram-Accounts werden getauscht und stehen auch auf den Werbetafeln von Geschäften. Sie haben zudem noch eine App, die ähnlich wie Whats App funktioniert.

Soundcloud soll funktionieren, aber ohne das Anzeigen von Bildern, Spotify ist gesperrt.

Iran-TehranTaxi

Taxi

An Bahnhöfen und Flughäfen gibt es immer einen Taxistand, an dem man ein Ticket für ein offizielles Taxi erwerben kann. Man wird aber auch aktiv von Taxifahrern angesprochen. Gut ist es, die Zieladresse auch in Farsi aufgeschrieben dabei zu haben. Taxifahrten sind recht günstig. Vom Bahnhof in die Innenstadt waren es bei mir meist 3-5 EUR, in Teheran vom Flughafen in die Stadt bzw. umgekehrt ca. 15-20 EUR.

Iran-BahnIran-Bus

Bus und Bahn

Überland verfügt der Iran über ein verlässliches Bus- bzw. Eisenbahnnetz. Die Bahnhöfe sind anders als ich es sonst gewohnt bin nicht geschäftig und man kann in Ruhe auf seinen Bus oder seine Bahn warten. Ticketkauf lohnt sich im Vorfeld besonders bei beliebten Zugverbindungen. Ich wollte beispielsweise den Nachtzug nach Yazd nehmen, doch am Vortag war dieser bereits ausgebucht und auch für den bei Touristen beliebten Expresszug Pardis waren keine Tickets mehr verfügbar.

Was Busse betrifft, diese fahren auf beliebten Strecken wie Yazd, Shiraz, Esfahan häufig und so sind die Busse meist recht leer. Da die Buspreise sehr günstig sind, kann man sich auch den Luxus eines VIP-Busses gönnen.

Zugverbindungen kann man schon im Voraus einsehen und buchen unter Bahntickets: http://www.iranrail.net/tickets.php

U-Bahn in Teheran

In Teheran habe ich auch die U-Bahn genutzt. Die Pläne sind aber aktuell etwas verwirrend, da neue Strecken im Bau sind und Stationen schon ausgeschrieben sind, die noch gar nicht angefahren werden.

Yazd, Iran

Kleiderordnung für Frau

Ich habe mich auf meiner Reise ausschließlich an das gehalten, was ich zuvor las und war vor meiner Reise noch einmal kurzerhand shoppen, weil, wer hat denn schon fünf langärmlige Tuniken im Schrank? (Zum Glück war noch immer Sale!) Das heißt, ich habe immer Tuniken oder Kleider mit langen Ärmeln getragen, die mindestens bis über das Knie oder zu den Knöcheln gingen, kombiniert mit langer Legging oder Schlabberhose. Auf Busfahrten habe ich ein langes Boyfriend-Schlabberhemd über einer weiten, langen Hose getragen. Meinen langen, schwarzen Mantel hatte ich für den Notfall dabei (da man zuvor ja nie weiss, wie es dann im Land tatsächlich ist, und ich wollte gewappnet sein), doch aufgrund der noch immer sommerlichen Temperaturen habe ich ihn nie getragen. Kombiniert mit Turnschuhen oder geschlossenen Halbschuhen und natürlich einem Tuch auf dem Kopf, das ich so band, dass auch mein Hals nicht sichtbar war.

Auf den Straßen der touristischen Hotspots habe ich unter weiblichen Touristen dann eine große Interpretationsvielfalt vorgefunden. Das reichte vom Tuch, das als Turban auf den Kopf gebunden war, über Minirock über einer langen Legging, oder Jeans mit weitem, aber nicht über den Hintern reichenden Oberteil. Besonders die Reisegruppen schienen es mit der Kleiderordnung nicht ganz so streng zu nehmen, wohingegen sich die Individualtouristinnen bemühter und anpassungsfreudiger zeigten. Generell empfand ich das Kopftuch selten störend, da es auch guten Schutz unter der prallen Sonne lieferte. Schwerer tat ich mich in der Hitze mit den bis oben hin zugeknöpften, langärmligen Tuniken und langen Hosenbeinen. Dies würde ich im Hochsommer nur ungern tragen wollen. In den Unterkünften trug Frau eigentlich auch fast immer das Kopftuch. Eine Ausnahme bildete das Dibai House in Esfahan. Die Besitzerin meinte, wir seien hier doch privat und ich könne das Tuch doch abnehmen. Tatsächlich waren hier auch zu meiner Zeit nur Europäer untergebracht, das mag die Aussage „unter uns“ erklären. Wenn das Kopftuch mal rutschte und ich wild fuchtelnd es schnell wieder nach oben band, wurde ich mehrfach lachend mit einem „Relax“ beruhigt. Willigen Touristinnen werden Faux Pas verziehen, war mein Gefühl. Den Tschador musste ich übrigens nur einmal in der Chahār Bāgh School in Esfahan überziehen.

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Sicherheit für alleinreisende Frauen

Hier kommt eine rein subjektive Beschreibung auf Basis meiner Erfahrungen. Mein Eindruck nach den ersten Tagen war, dass ich mich auf Reisen außerhalb Europas selten als alleinreisende Frau so sehr in Sicherheit gewogen habe wie hier. Daher würde ich den Iran uneingeschränkt für alleinreisende Frauen weiterempfehlen. Der Umgang mit mir war immer höchst respektvoll und äußerst freundlich. Es wurde nie ein Problem geäußert oder Skepsis gezeigt, wenn ich mich ehrlich als alleinreisende Single-Frau zu erkennen gab (ich reise nie mit Fake-Eheringen am Finger). Jede Begegnung auch mit Männern zielte nie auf Anmache ab. Ich fühlte mich sicher, wenn ich nachts in ein Taxi stieg, abends allein mit 5 Männern im Zugabteil saß, oder auch generell allein die Städte erkundete. Natürlich zog ich Aufmerksamkeit auf mich, man sieht mir ja nun einmal an, keine Iranerin zu sein. Ich versuchte auch dem Risiko aus dem Weg zu gehen, im Dunkeln großartig allein auf den Straßen unterwegs zu sein (was manchmal schwierig war, da es 17.00-17.30 Uhr dunkel wurde). Ich traf auf andere Touristinnen, die ähnliche Meinung hatten, aber tendenziell auch immer zu zweit oder in einer Gruppe unterwegs waren.

Ich glaube auch, dass man alleinreisend noch viel häufiger die Aufmerksamkeit auf sich zieht und angesprochen wird, was immer sehr positiv war. Aufgrund der äußerst guten Erfahrungen, grüßte ich daher immer nett mit einem Lächeln zurück oder ging auch auf Gespräche ein, die sich permanent boten. Dadurch machte sich schon eine fast naive Vertrautheit breit, die mich vielleicht in einem Moment unvorsichtig werden ließ, als ich nachmittags durch das enge Gassengewirr von der Jame-Moschee zurück zum Imam-Platz ging. Es war eine gespenstische Ruhe und niemand auf den Straßen, als mir hinter einem kleinen Tunnel ein Herr begegnete, der mich grüßte und irgend etwas fragte. Ehe ich mich versah, lag seine Hand schon auf meinem Bauch und ging mir weiter an die Wäsche, als ich auch schon seinen festen Griff spürte und er mich in eine noch engere Sackgasse mit den Worten „Come“ ziehen wollte. Ich konnte mich befreien, war aber nach diesem Vorfall leider etwas gehemmter und voreingenommener. Ich betone aber, dass das Erlebnis nicht die übrigen ausschließlich sehr positiven Erfahrungen übertünchen konnte. Denn solche Erlebnisse haben für mich nichts mit dem Land Iran und seinen Menschen zu tun. Genau solche Situationen passieren (wie das Thema ja auch kürzlich erst durch #metoo wieder ins öffentliche Licht gerückt wurde) leider viel zu häufig noch überall auf der Welt und auch in Deutschland (sei es wie bei mir einst in einer Sprechstunde an der Universität durch einen Professor). Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Vorfall erwähnen soll, da er die restlichen Erfahrungen sicherlich überdecken mag, doch er gehörte dazu. Ich will trotzdem alle Frauen ermuntern, reist in den Iran – auch allein! Bezüglich Wertsachen hatte ich das Gefühl, dass an den von mir besuchten Orten auch das kein Problem war. Fast jeder Tourist hatte immer und überall die Kamera frei über der Schulter hängen und das Handy in der Hand.

Yazd, Iran

Mit Iran-Visum im Pass in die USA

Ich musste mir vor der Reise einen neuen Pass ausstellen lassen und den ziert nun als erstes das einseitige Iran-Visum. Damit bin ich zumindest für eine unkomplizierte Einreise in die USA gebrandmarkt.

Als Tourist oder Geschäftsreisender, der häufiger die USA besucht, überlegt man sich eine Reise in den Iran wohl mehrfach. Denn das vereinfachte Einreiseverfahren ESTA ist dann nicht mehr möglich. Stattdessen muss man ein Visum beantragen, was zeitintensiver und teurer ist.

Die Iran-Regelung der USA laut Webseite des Auswärtigen Amtes:
„Von der Teilnahme am Visa Waiver Programm ausgeschlossen sind:

  • Doppelstaater, die auch die Staatsangehörigkeit von Iran, Irak, Syrien oder Sudan besitzen.
  • Reisende, die sich nach dem 01.03.2011 in Iran, Irak, Syrien, Sudan, Libyen, Jemen und Somalia aufgehalten haben (Ausnahmen in ausgesuchten Einzelfällen möglich, vor allem für Regierungsbedienstete und Angehörige des Militärs, die sich im offiziellen Auftrag der Bundesregierung in diesen Ländern aufgehalten haben; Abfrage hierzu erfolgt im Rahmen des ESTA-Antrags online).

Betroffenen wird empfohlen, bei entsprechenden Reiseplänen in die USA ggf. Kontakt mit der zuständigen US-amerikanischen Auslandsvertretung in Deutschland aufzunehmen und bei Bedarf ein US-Visum  zu beantragen. “

Iran, Esfahan

Anreise

Am unkompliziertesten war für mich die Anreise mit einem Non-Stop-Flug von Berlin nach Teheran mit Germania. Der Hinflug dauert ca. 4 h und der Rückflug 5 h.

Germania fliegt vom Flughafen Berlin-Schönefeld und Düsseldorf nach Teheran und von Hamburg aus nach Maschhad.

Mein Reiseführer

Mit diesem frisch überarbeiteten Reiseführer war ich im Iran unterwegs.

  • IRAN, Trescher Verlag, 5., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018, 624 Seiten, komplett in Farbe, 420 Fotos, 63 Stadtpläne und Übersichtskarten, 1 Klappkarte. Mit herausnehmbarer Faltkarte 1:4,5 Mio.
    ISBN 978-3-89794-396-4

Weitere Informationen zu Reisen im Iran

Die Reise wurde unterstützt vom der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH und Germania.

1 Kommentare

  1. Liebe Madlen
    Es sind genau solche Lände, die mich sm allermeisten reizen. Falsche Bilder im Kopf durch reales Erleben zu ersetzen ist eines der schönsten Dinge, die auf Reisen passieren. Das macht den Zauber aus. Vielen Dank für den schönen Artikel und den Einblicke.
    Liebe Grüsse
    Ellen

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