Alle Artikel mit dem Schlagwort: Uganda

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Ein Brunnen für Uganda – ein Afrikanischer Leseabend

Während ich Janet, meinem Patenkind in Uganda, wieder schreibe, was sich in den letzten Monaten bei uns so ereignet hat und mir Gedanken mache, was sich ein 16-jähriges Mädchen so zu Weihnachten wünscht, erreicht mich die Bitte meines Blogger- und #RN8-Kollegens Steven, ihn bei seinem Brunnenprojekt zu unterstützen. Und wie es der Zufall so will, befindet sich auch dieses in Uganda. Direkt habe ich wieder Bilder vor Augen, Geräusche im Ohr, Düfte in der Nase. Erinnerungen werden wach. Uganda ist mir sehr nah. Da ich das Land recht gut kenne und dort selbst einmal ein Schulprojekt betreute, weiß ich wie schwer es ist, so etwas zu stemmen. Und somit hoffe ich, mit einem kleinen Beitrag etwas für den Erfolg seines Vorhabens, einen Brunnen in der Dorfgemeinschaft Nandere zu bauen, leisten zu können. Denn in vielen Regionen Afrikas – und auch anderswo auf der Welt – zählt Regen nach langen Trockenperioden noch zu den größten Geschenken. Was bei uns wie selbstverständlich aus dem Wasserhahn kommt, wird in Nandere noch mühevoll mit Behältern aufgefangen und in Kanistern transportiert. …

Madlen Lesung ITB 2015

Meine ITB 2015 – nach der Reise ist vor der Reise

Ich bin nun endlich richtig in Berlin angekommen, nachdem ich in den letzten Tagen in den Ausstellungshallen der ITB 2015 durch die ganze Welt stolperte – übermüdet, erkältet und jetlaggeplagt (immer 6 Stunden hinten dran). Und so rauschten Länder, Farben, Gerüche in Windeseile an mir vorbei, während ich mich nach meinem morgendlichen Kaffee am Kolumbien-, Venezuela- oder Brasilien-Stand von der Halle 1.1 auf den Weg in neue Reiseplanungen begab. ITB 2015 schon im vollen Gang Dabei hatte die ITB 2015 schon am Dienstagabend ohne mich angefangen – oder irgendwie auch dort, wo man es nicht vermutete, in der TAP-Maschine von Lissabon nach Berlin. Umringt von der portugiesischen Tourismuswirtschaft stimmten wir uns schon auf die folgenden Tage ein. Der erste Tag endete wie im vergangenen Jahr auch im Bikini House, doch dieses Mal hostete South Africa die Party, während uns iambassador zum Travel Tweet-Up nach Kreuzberg lud. Nicht frisch fand ich mich dann in meinem afrikanischen Lieblingsland – Äthiopien –wieder, das neben der alten Kaffeetradition auf den kulturellen, geschichtlichen und landschaftlichen Reichtum verwies. Das Ethiopian Airlines der HUB …

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Auf dem Victoriasee

Eigentlich wollten wir die 8 Uhr-Fähre von Bukakata nach Luku schaffen. Als wir eine Stunde zuvor unser Guest House in Nyendo verließen, versuchte uns der Hausherr von den Vorzügen eines Taxis zu überzeugen. Denn als Muzungu fährt man kein Matatu. Wir lehnten ab und begaben uns in die Hand der Boda Boda Fahrer, die uns zum Matatuplatz brachten. Als wir dort ankamen, schaute ich erstaunt. Hier gab es keine Kleinbusse, sondern nur PKWs. Schnell begriffen wir, hier fallen die Matatus eben eine Nummer kleiner als gewöhnlich aus. In normale PKWs bekommt man ja schließlich auch zehn Personen unter. Zu acht fuhren wir zum Glück los. Wären wir nur sieben geblieben, hätten wir von Glück reden können. Doch der achte Fahrgast war eine Frau. Und an diesem wunderbaren Morgen des Heiligabend fiel ihr unterwegs ein, noch Hennafarbe für ihre Haare kaufen zu müssen. Der Zeiger meiner Uhr nahm Fahrt auf, während wir eingequetscht im Matatu-PKW mit Warten verbrachten. Nach 20 Minuten hatte die Dame endlich ihren Einkauf und Plausch beendet. Nun konnte es wirklich losgehen. Unser …

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Unterwegs in der Inselwelt Ugandas – im Lake Bunyonyi

„Rutinda, Rutinda, Rutinda…“ tönt es aus einem Matatu. Wir hatten Glück. Es war Montag und Markttag. Obwohl bisher nur ein Fahrgast im Wagen saß, sollte es auch gleich losgehen, signalisierte uns der Abkassierer. Wir ließen uns nicht lange bitten und saßen neben Fahrer, Abkassierer und dem bisher einzigen Fahrgast zu fünft in dem Sammeltaxi. Zu unserem Erstaunen setzte sich das Matatu auch gleich in Bewegung, was wir bisher noch nie in Afrika erlebt hatten. Die Bewegung bezog sich leider nicht nur auf die Räder sondern auf das gesamte Fahrgestell. Für viele bedeutet Matatu Problem (siehe das aus dem Swahili stammende Wort „Matata“ = Problem) und das hatten wir tatsächlich! Die 7 km lange Strecke von Kabale zum Lake Buyoni schlängelte sich serpentinenartig um die bergige Landschaft und stellte das Matatu und uns vor eine besondere Herausforderung. Ich bin schon viele Matatus gefahren, aber dieses Exemplar war ein ganz Spezielles. Das Gute war, der Fahrer konnte nicht wie sonst gewohnt rasen, das Schlechte war, der Wagen befand sich in einem fürchterlichen Zustand und verstand sich als rollender …

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Afrika kommt mit Wucht

Interview mit Martin Moschek von BikeTourGlobal Welches afrikanische Land hat Dich besonders begeistert und weshalb? Wirklich schwierig. Eigentlich sind es zwei Länder: Uganda und Mali. Uganda beeindruckt durch die wechselhafte Landschaft, die Nationalparks mit all ihren wilden Tieren, die Berge an der kongolesischen Grenze und der dichte Tropenwald mit all den Tieren. Uganda ist touristisch zwar auf dem aufsteigenden Ast, aber noch nicht so stark erschlossen. Reisen ist dort noch sehr ursprünglich. Mali ist vor allem Wüste und der Niger-Fluss. Die Sahara hat das Land im Griff und der Niger prägt durch seine Hochwasser die Jahreszeiten. Besonders Timbuktu und Mopti haben mir sehr gefallen. Die Menschen sind sehr gastfreundlich und neugierig und das macht das Reisen in Mali so interessant. Siehst Du Unterschiede zum Reisen in Afrika verglichen zu Reisen auf anderen Kontinenten? Ja, Afrika ist intensiver und ursprünglicher. Unmittelbar ist ein guter Begriff. Anders als beispielsweise in Indien ist diese unmittelbare Nähe und Intensität der Begegnung mit Land und Menschen nicht verstörend oder überfordernd. Afrika kommt mit Wucht, ist aber gleichzeitig ungemein beruhigend. Es herrschen völlig …

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Mein Kind in Afrika

Reise und tue Gutes. So ungefähr war wohl bei mir vor acht Jahren der Gedanke gereift, irgendetwas oder irgendjemanden in Afrika oder Lateinamerika unterstützen zu wollen. Ich wollte etwas zurückgeben, nachdem mich jede einzelne Reise bereichert hatte. Außerdem war es mit Ende zwanzig Zeit für ein Kind – ein Patenkind. Land, Geschlecht, Alter – egal. Am Ende war es reiner Zufall, dass sich Janets Weg mit dem meinigen kreuzte. Eine wunderbare Begegnung, die noch heute nachklingt, mit jedem Brief, den ich an Janet schreibe, mit jedem Geschenk, das ich ihr zum Weihnachtsfest schicke. Nicht zuletzt ist es aber ein Projekt, für das Janet Modell steht. Es ist ein Projekt, von dem mehrere etwas haben. Nicht nur Janet, nicht nur ich, sondern die Gemeinschaft… Wie läuft so eine Begegnung ab, die nur wenige Monate nach Aufnahme einer Patenschaft in Kamuli stattfand? Am Morgen des 5. Dezember 2005 war es soweit. Nach nur einem Brief war bereits viel Neugierde gewachsen, wie würde es wohl sein, plötzlich dem Patenkind gegenüberzustehen? Ein Kind, das ich nur von einem Foto kannte. …