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Finnlines, Finnstar

Entspannt nach Finnland reisen – Mit Finnlines einmal über die Ostsee

Seit einer halben Stunde sitze ich im Schneidersitz im Fenster meiner Kajüte. Der Regen peitscht auf die Scheibe während wir uns im Rhythmus der Wellen auf und ab bewegen. Am Horizont schaukeln sich zwei weitere Schiffe in die Nacht. Im Westen tüncht die Sonne die dunkelgraue Wolkendecke in ein zartes Gelb. Der Streifen, der die dunkle, aufgewühlte Ostsee vom Himmel trennt, gerät ins Schwanken. Nach jedem härteren Aufprall schäumt die Gischt über den Bug zu meinem Fenster hinauf. Was für den Kapitän, der vier Etagen über mir sitzt, wahrscheinlich eine ganz normale Fährfahrt auf der Ostsee ist, zeigt mir von dem Meer, das mir jeden Sommer viel Badevergnügen bereitet, eine ganz neue Seite. Meditativ und völlig entspannt wiegt mich die Finnstar in die Nacht. 29,5 Stunden trennen Helsinki von Travemünde. Zeit, in der eine relaxte Kurzreise nach Finnland nachwirkt. Überfahrt von Travemünde nach Helsinki Die Überfahrt von Lübeck vier Tage zuvor verlief wesentlich ruhiger als diese Nacht. Fast wähnte ich mich gar nicht auf einem Schiff, als wir die Lübecker Bucht verließen und an der …

Ntwetwe Pan

Der Himmel über der Salzwüste – Ladies Night in der Ntwetwe Pan

„Don’t move for the next minute.“ Bokamoso startet seine Stoppuhr, während zehn Frauen mucksmäuschenstill auf den Campingstühlen im Halbkreis sitzen. Plötzlich ist Stille – komplette Stille. Das Tierkonzert der letzten drei Wochen erstickt auf dem salzigen Boden der Ntwetwe Pan, die zum größten Salzpfannensystem der Welt, der Makgadikgadi Pan, gehört. Über uns schmückt der Himmel sein dunkelblaues Kleid und heftet Sterne an. Sie entfalten nur wenig Strahlkraft an diesem Abend, da der Halbmond zu intensiv scheint. Doch über uns wacht Venus im leuchtenden Gelb. Unter meinen Füßen knirscht die grau-weiße Salzkruste. Ich versuche, jeden Muskel still zu halten. Eine Minute lang lausche ich meinem eigenen Atem. Ansonsten spüre ich nichts. Ein intensives Nichts. Ein Nichts, das durch die Ohren fließt und schmerzt, weil es den Sinn anregt, ohne einen Reiz zu erhalten. Der Reiz gelangt über die Augen in mein Hirn. Das Nichts ist die totale Stille, die vom zaghaften Knistern des Lagerfeuers begleitet wird. Nach einer Minute durchbricht Bokamosos Stimme die Stille. „Was habt Ihr gespürt?“ Ich habe das Nichts gefühlt – Leere, Weite, …

Into the Bush – Offroad von Kasane nach Savuti und Moremi NP

Noch einmal gehen wir um unseren Toyota Hilux und checken die Reifen, die sich am Rande des Tiefsandes befinden. Auf 1,7 bar haben wir die Luft herausgelassen. Wir wissen noch nicht, ob dies reicht. Überhaupt wissen wir recht wenig über das, was uns erwartet und unsere eigenen Fähigkeiten, ein Auto durch Sandfelder zu manövrieren. 90 km liegen an diesem Morgen bereits hinter uns, als ich das Lenkrad an Katrin übergebe. Ein Schild zeigt 70 km bis Savuti an. „It’s doable!“ hatte uns ein entgegenkommender Holländer noch zugerufen. Was für ihn doable heißt, muss es für uns längst nicht sein. Unsere Offroad-Fahrt nach Savuti Und da stecken wir nun nur 5 Minuten später im Tiefsand. Katrin versucht immer wieder anzufahren, doch es will nicht gelingen. Stattdessen kommt uns noch von vorn ein Auto entgegen. Wir kommen nicht los. Das fängt ja schon mal gut an, ist mein erster Gedanke. Plötzlich bewegt sich unser Auto vorwärts und von nun an sollte der Fuß nicht mehr vom Gas genommen werden. Die Häuser von Kachikau entfernen sich im Rückspiegel und …

mit dem Mokoro durch das Okavango Delta

Okavango Delta – Tatort Wildnis

Zig einmotorige Airvans reihen sich am Rande der Start- und Landebahn von Maun aneinander. Vor einer dieser Maschinen kommt unser Auto zum Stehen. Schon stürzt sich eine Frau in Uniform auf uns und begrüßt uns überschwänglich mit „I am Charlotte, your Pilot today.“ Neben ihr steht ein junger Mann, ihr Copilot, der uns unser Gepäck abnimmt. 20 Minuten soll der Flug dauern. Dieser Flug führt uns direkt einmal über das Okavango Delta zum Gunn’s Camp. Jede Lodge wird von Maun angeflogen. Flug über das Okavango Delta Dann steigen wir auch schon ein und lassen uns auf der Rückbank des Viersitzers die Sicherheitshinweise erklären. Feuerlöscher in der Mittelkonsole, Verbandskasten hinten. Damit wären wir auch schon fertig. „Ach ja, und haltet Ausschau nach den Elefanten!“ ergänzt Charlotte noch mit einem Lachen. Elefanten! Botswana hat davon reichlich, im Chobe NP lebt gar die größte Population. Bin ich nach 1,5 Wochen etwa schon Elefantenmüde? Unter uns werden mit zunehmender Lautstärke des Propellers die Häuser kleiner. Die Landschaft ist karg und trocken. Beige-, Grau- und Brauntöne dominieren die Szenerie. Wo ist …

Nägel mit Köppen und Pinsel mit Farben

Nein, Smutje und Capitana sind noch nicht in der Südsee angekommen und tanzen Hula Hula. Nachdem sie nochmal drei Monate in Panama draufgelegt haben, neigt sich INTIs Bug nun aber doch endlich Richtung Kanal. Gestern waren wir beim Hafenkäptn (oder besser gesagt einer sehr netten Hafencapitana) in Colon und haben die Vermessung der INTI beantragt….

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Markt in Ambalavao

Vom bunten Markttag in Ambalavao und den Rufen der Kattas im Anja Park

Gelbe Mopeds, die an asiatische Tuk Tuks erinnern, mischen sich in das sonst so einsame Straßenbild der RN7. Sie sind das erste Anzeichen, dass wir uns einer Stadt nähern. Kurz hinter dem Ortseingang von Ambalavao halten wir. Lantu verschwindet in einem einstöckigen Haus mit farbiger Bemalung, um uns kurz darauf zu sich zu winken. Hier steht schon eine Frau vor einem ausgebreiteten Tuch, auf dem sich viele kleine Kokons befinden. Diese sind die Essenz für die zahlreichen Seidenprodukte, die im Hinterhof von Soalandy hergestellt werden. Papierherstellung in Madagaskar – eine alte Tradition Etwas weiter im Ortszentrum wird auf dem Gelände der Bougainville ein Produkt aus der Rinde des Maulbeerbaums gewonnen. Es handelt sich dabei um die Papierherstellung, die die Antaimoro als erstes Volk Madagaskars von den arabischen Einwanderern erlernten, genauso wie auch das Schreiben und Lesen. Besonders hübsch sind die eingearbeiteten Blüten, die das Papier veredeln, so das man dieses auch als Grußkarte verwenden kann. In den Straßen von Ambalavao Nachdem wir die Papierwerkstatt verlassen, finden wir uns schnell in den wuseligen Straßen des beschaulichen Ortes Ambalavao wieder. …

Lychen

Zwischen Seen, Feldern und Wäldern – Radtour in der Umgebung von Lychen

Es sind nicht sieben Brücken, sondern sieben Seen, auf die ich treffe. Egal, wohin ich auch schreite, jeder Weg endet am Wasser. Wo die letzte Eiszeit sanfte Hügel, Senken und Rinnen formte, liegt heute das hübsche Städtchen Lychen. Glasklare Seen wechseln sich mit Flüssen, Kanälen und Mooren ab – hier lebt es sich gut und erholt es sich fast noch besser, denkt man. Auch wenn sich in der Flößerstadt Lychen eher ein Ausflug auf dem Wasser anbietet, habe ich mich an einem sonnigen Tag in den Sattel geschwungen, um die Umgebung mit Rad zu erkunden. Ob man den Weihnachtsmannradweg oder Uckermärkischer Radrundweg wählt oder einfach eigene Wege durch die goldenen Felder, saftigen Wiesen und duftenden Wälder sucht, ist dabei ganz egal. Ich folge zunächst den mir bereits bekannten Wegen, die über Himmelpfort nach Fürstenberg führen, um dann vom Ruppiner Land Richtung Mecklenburg in die Pedale zu treten. Südlich von Neustrelitz erstreckt sich der zweite, aber kleinere Teil des Nationalparks Müritz, den ich kurz streife. Auf dem Weg zum Weihnachtsmannort Himmelpfort Der Radweg führt zunächst von Lychen an der Draisinenstrecke nach Himmelpfort entlang. Ein wenig wellt …

Green Lake Seattle

Grünes Seattle – Parks und Ruheoasen

Eigentlich hatte ich vor, mich durch die Cafés von Seattle zu testen. Doch dann kam alles anders. Das Wetter war viel zu schön, um die Zeit drinnen zu verbringen. Auch Museen ließ ich größtenteils links liegen. Stattdessen genoss ich die grüne Seite von Seattle und ließ mich viel treiben. Ich lief einfach Straßenzüge ab, lief und lief und lief, bis mir die Waden schmerzten. Ja, man kann auch mit dem Link Light Train oder den Metrobussen die Stadt abfahren, aber ich erkunde Städte meist gern zu Fuß. Damit ich aber nicht nur im Schatten der Hochhäuser lief, die es Downtown zur genüge gibt, suchte ich mir kleine, grüne Oasen. Mal stolperte ich eher zufällig über sie, wie im Victor Steinbrueck Park, im Kobe Terrace Park oder im Cal Anderson Park, mal plante ich sie als kurze Ausflüge. Es gibt so viele Parks, mit etwas mehr Zeit hätte ich gern den Discovery Park erkundet. Hier soll man wandern können. Und Achtung, die Hafengegend ist weniger entspannt. Dort befindet sich aktuell eine riesige Baustelle! Bainbridge Island Für …

Lychen

See-Hopping in der Uckermark – Die Früchte des Sommers

Die knorrigen Äste hängen tief über unserem holprigen Feldweg und ächzen unter der Last der Früchte. Pflaumen, Mirabellen, Kirschen, Äpfel – aufgeregt halten wir am Wegesrand, als ein Fahrzeug mit einem Uckermark-Kennzeichen uns ungeduldig überholt. Sicherlich wird sich der Fahrer denken: Diese Berliner wieder. Was mich heute so entzückt, ließ mich noch in meinen Kindheitsjahren auf dem Land kalt. Doch so ändert sich Wahrnehmung und Bedürfnis. Hastig strecke ich mich zu den Ästen aus, um ein bisschen von dem frischen Obst zu ergattern und abwechselnd in meinem Mund und Beutel verschwinden zu lassen.  Auf dem Weg zur Krüseliner Mühle Die Allee der Früchte, wie ich sie nun nenne, liegt zwischen Beenz und Mechow. Sie führt mitten durch Felder und Wälder und endet für uns an der Krüseliner Mühle am idyllischen Krüselinsee. Es frischt auf, als wir auf der Terrasse der Krüseliner Seeschänke speisen und dem emsigen Treiben der Kanuten aus der Ferne zusehen. Der 1.700 Meter lange Krüselinsee ist der klarste See der Feldberger Seen mit einer Sichttiefe von etwa 12 Metern und bewegt sich …