Alle Artikel in: Allgemein

Der etwas andere Blick: Ausflug zum Indiodorf Santa Clara

Es ist Regenzeit und so steht der ganze Urwald unter Wasser. Dumme Frage meines Begleiters, wo wir zum Pissen mal an Land gehen können. Hier gibt es kein Land. Denn alles, was Land wäre, ist bis Mai überwässert. Und noch immer ist nicht der Zenit erreicht. Zwei Meter fehlen noch. Vorsichtig bewegen wir uns durch das Geäst, lauschen dem Gesang der Vögel. Und dann taucht vor uns plötzlich ein rosaroter Delfin auf. Diesen gibt es nur in der Amazonasgegend. Hier gibt es graue und pinke. Die pinken können aufgrund ihrer Gelenkigkeit auch in das Geäst zur Nahrungssuche schwimmen, die grauen hingegen bleiben auch in der Regenzeit den Flüssen treu, denn sie würden sich schnell verheddern. Am Eingang des Tarapotosee ist noch eine Fischereiüberwachungsstelle postiert. Denn das Fischen hier ist streng reglementiert. So steht der riesige Piracucu längst auf der schwarzen Liste anstatt auf dem Speiseplan. Ob das tatsächlich so ist, bleibt zu überprüfen. Denn was wir auf dem Speiseplan oder vielmehr im Kochtopf einer Indiofamilie der 40 Seelengemeinde Santa Claras entdecken, ist weniger delikat und …

Banana Pancake Trail

Love it or hate it! Mit diesem Buch verhält es sich wie mit Banana Pancakes. Mal huscht ein Lächeln über meine Lippen, ein anderes Mal erzeugt es ein leichtes Kopfschütteln. Vielleicht liegt es daran, dass ich lange nicht mehr auf einem solchen „Pfad“ gereist bin, der mit morgendlichen Bananeneierkuchen seine Gäste begrüßt. 13 Jahre ist es her, dass ich durch Südostasien reiste, so sind meine Gedanken daran längst verblasst. Ich habe mir den Spaß erlaubt und dieses Buch als Reiselektüre für meinen letzten Trip nach Kolumbien ausgewählt, in der Hoffnung, ein authentisches Gefühl beim Lesen zu verspüren. Manchmal wünschte ich mir hier wirklich lieber einen Bananeneierkuchen anstatt zum zigsten Mal Rührei mit Toast und Marmelade und eine Arepa dazu. Und von den laut Mattheis nicht vorhandenen Amerikanern, sah ich in meinen letzten Reisejahren durch Süd- und Mittelamerika sowie Afrika mehr als genug. Aber dennoch, die humorvoll beschriebenen Anekdoten kommen mir mehr als bekannt vor. Und genau diese erzeugen dann ein schönes Déjà-vu. Mit einer guten Portion Spott und Zynismus nimmt Mattheis die Spezie der Rucksackreisenden …

Nähen, Tapen, Pumpen….

Dieses Wochenende werden wir um so Einiges schlauer. Wir lernen von einer Ärztin, wie wir fachgerecht Verbände anlegen, Wunden vernähen ( an einer Orange, leider), Zucker-Salz-Lösungen herstellen und Wiederbelebung zu “Highway to hell”, der Rhythmus macht´s! Was kann man bei krassen Sonnenbränden tun, wann gibt man Antibiotika und vor allem: viel Alkohol an Bord dabei…

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puriy auf ichreise.at

Auf ichreise.at findet Ihr ein kurzes Interview und Review zu unserem Buch „Puriysten auf Reisen – Berliner Weltsichten“, das im Dezember 2012 erschienen ist. Hier erfahrt Ihr noch einmal mehr über die Idee zum Buch und was den Leser erwartet. Vielen Dank an Doris Neubauer für das Interview. Zum Interview: http://ichreise.at/home/fernweh/1348740/Puryisten-auf-Reisen?seite=2

Bogotá

Bogotá – Leben im Hochsicherheitstrakt

Es ist immer wieder wie Heimkehren – wenn ich in einer meiner liebsten Städte, Bogotá, lande. Am Freitagabend kamen wir aus der schwülen Hitze des Urwalds nun doch in die recht frische Höhenluft der Andenstadt. Als unser Taxi in die Straße unseres Hotels einbog, merkten wir schon, dass hier etwas anders war. Das ganze Quartier wimmelte vor Polizei und Sicherheitskräften. Das Besondere befand sich direkt in unserem Hotel und hieß Scheich Hamad ibn Chalifa Al Thani. Der höchste Mann im Golfstaat Qatar. Das Hotelpersonal gab sich natürlich dezent und bedeckt. Eine Delegation sei hier. Dass aber der Präsident hier nächtigte, erfuhren wir von einem der zahlreichen Sicherheitsmänner aus Qatar, die immer im Fahrstuhl für einen Plausch offen waren. Am nächsten Morgen beim Frühstück sahen wir den Scheich dann höchstpersönlich, als er durch die Executive Lounge schritt. Aus unseren müden Augen beobachteten wir ihn zuvor bei seinen Business Gesprächen durch die Glasscheibe im Nebenraum. Am Morgen war noch viel Gewusel, denn die ganze Qatarmannschaft musste noch ausgecheckt werden. Fahrstühle waren permanent verstopft. Ein Meer an Koffern wurde …

Reden wir über das Wetter.

Isobaren, Corioliskraft, Gradienten und Wetterkarten für die Seefahrt zeichnen. Eine hochprofessionelle Meteorologin bemüht sich, uns dieses alles näherzubringen. Nebenbei erfahren wir, dass man Hochs und Tiefs auch käuflich erwerben kann, um sie zu benennen (war da nicht gerade das Tief “Pille”?) Vor dem Fenster die graue Suppe über dem Wannsee. Drinnen dampfen unsere Köpfe über…

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Puerto Nariño

Unsere Tage am Amazonas: Puerto Nariño {DIARY}

Tausende von Papageien kreisen über unseren Köpfen, um in den wenigen Bäumen an der Carrera 1 zu landen. Puerto Nariño ist nicht nur ein Hafen für uns, sondern auch für die Vögel, die jeden Abend zwischen 17 und 18 Uhr aus dem Urwald zurückkehren. Hier legen sie sich zur Ruhe, um am darauffolgenden Tag wieder auseinander zu schweifen. Nur zwei Stunden mit dem Schnellboot von Leticia entfernt, befindet sich dieser Hafen der Ruhe. Der Amazonas bestimmt das Leben in beiden Städten. Doch während in der einen Stadt ein ohrenbetäubender Lärm der Mopeds durch die Straßen schallt, bestimmen nur spielende Kinder das Straßenbild des beschaulichen Urwaldstädtchens. Grillen zirpen, Vögel zwitschern und jedes weitere Tier stimmt in das Konzert der Urwaldklänge ein. Nur nicht-motorisierter Lärm aus Menschenhand stört hier die perfekte Idylle. Gerade eingerichtet auf dem Balkon des Hotel Lomas del Paiyü, stürmt eine Schulklasse die gegenüberliegende teuerste Adresse der „Stadt“ – das Hotel La Selva. Es kann nicht heißen, wir wurden nicht gewarnt. Tatsächlich hatte uns die Managerin dieses teuren Hotels darauf hingewiesen, dass sie eine …

Palomino

Palomino: Wo der Shoestring endet {DIARY}

Wellenrauschen klingt in den Ohren. Wir sitzen unter einer Bilderbuchpalme mit Blick auf den herrlich blauen Himmel und das türkisfarbene Meer. Palomino. Nach fünf Tagen Ciudad Perdida-Trekking haben wir Dich wahrlich verdient. 1,5 bis 2 Stunden östlich von Santa Marta liegt dieser kleine bedeutungslose Ort an der Hauptstraße Riohacha – Santa Marta. Hier steigt man aus. Etwas ist anders als in den anderen kleinen schmutzigen Ortschaften an dieser Route. Westliche Touristen hocken in den Kneipen oder kaufen Wasser in den Tiendas. Gleich stehen fünf Mopeds neben uns – alle bereit, den fußfaulen Touristen mit schwerem Rucksack zu befördern. Die Anreise hierher war nicht aufwendig. Vom Mercado in Santa Marta fährt ein Bus direkt hierher. Einfach nicht in Zaino aussteigen, von wo aus andere in Richtung Tayrona Park strömen. Einfach sitzen bleiben, bis Du der letzte im Bus bist. Wir sprangen auf die Mopeds und ließen uns zum Sirena fahren. Unterwegs fummelte John, mein Fahrer, bereits an seinem Handy herum, um unser Ankommen anzukündigen. Und tatsächlich erwartete und Carolina, die geschäftige, gute Seele schon auf der …

Sicher ist sicher

Smutjes lieber alter Kumpel Hajo hat uns heute ein schönes Päckchen geschenkt. 1a Gurte mit denen man eigentlich an Hauswänden, Windrädern oder  Bohrinseln rumkraxelt. Die funktionieren natürlich auch als Lifebelt-deluxe oder Bootsmannstuhl. Na denn kann ja nichts mehr schief gehen! Danke Käptn Costas, wir sehen uns auf dem Atlantik!

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Mompox, Fischer

Jeder Topf hat einen Deckel {DIARY}

Hupen, Musik und Menschenstimmen. Unverkennbar ist die Geräuschkulisse. Wir sind zurück in der Karibik. Dieses Mal ziehen wir das pulsierende Leben Santa Martas dem etwas zu aufgerüschtem Glanz Cartagenas vor. Heiß ist es noch immer. Aber an der Küste gibt es zumindest die Hoffnung auf eine frische Brise. Die haben wir in den nächsten Tagen auch nötig, wenn wir uns auf den etwas beschwerlichen Weg zur Ciudad Perdida machen. Beschwerlich ist ein guter Stichwortgeber zu Mompox. Jeder sagte uns, dieser Ort sei etwas umständlich zu erreichen. Die Insellage mache es dieser Stadt und seinen Besuchern nicht leicht. Auch in Cartagena liefen wir den Informationen nach, dass es auch Direktbusse in das 6 Stunden entfernte Mompox gäbe. Wir blieben beharrlich dran. Schließlich entschieden wir uns gegen dreimaliges Umsteigen in Bus und Boot und verkürzten die Fahrzeit auf eben diese 6 Stunden mit einem der öffentlichen Minibusse (u.a. Asotranstax). Diese steuern nicht nur Mompox von Cartagena an, sondern geben einem auch von Mompox aus die Zielalternativen Valledupar, Barranquilla oder Santa Marta. Was man an Umsteigezeit einspart, bekommt …