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Kolumbien fürs Handgepäck

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Ein Buch, das ich auf meiner dritten Reise durch Kolumbien tatsächlich in meinem Handgepäck verstaute, hieß Kolumbien fürs Handgepäck. Reiseführer benötigte ich inzwischen ohnehin nicht mehr und so nutzte ich meine tägliche Lesezeit mit der Lektüre dieses Buches. Die Bücher fürs Handgepäck vom Unionsverlag sollen zudem einen Schlüssel liefern, was man sieht, hört und erlebt. Sie öffnen laut des Verlags den Blick für das, was unter der Oberfläche eines fremden Landes liegt. Tatsächlich bin ich immer neugierig und an dem Land, das ich bereise, nicht nur als (Durch-)Reisende interessiert. Über Kolumbien bin ich vielleicht auch schon generell zu gut informiert gewesen, dass ich in dieses Buch nicht so richtig reinkommen mag. Die Auswahl der Geschichten wirkt auf mich sehr willkürlich und beliebig. Und leider gibt sie auch keinen Einblick in die gewünschten Hintergründe, sondern setzt viel mehr Kenntnisse über die politischen, historischen und gesellschaftlichen Verhältnisse voraus. Ich vermisse eine Einordnung der Geschichten, einen Rahmen. Hier entführt uns Alexander von Humboldt noch über das Quindio-Gebirge, im nächsten Augenblick befinden wir uns ein Jahrhundert später auf Guajira bei den Indios mit dem ehemaligen Strafgefangenen Henri Charrière. Und dann nimmt uns William S. Burrough auf seinen Yage-Drogentrip mit. Kolumbien ist (auch) das, aber Kolumbien ist mehr. Und dieses Mehr hätte ich gern erfahren. Doch das wäre vielleicht zu schwer für das Handgepäck geworden. Schade! [MB]

Ingolf Bruckner | Unionsverlag; Auflage: 1., Aufl., 26. September 2011 | 224 Seiten | 12,90€ | ISBN 978-3293205482

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