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Feuerland

Crossing Chile {DIARY}

Um 3.30 Uhr holte uns der Wecker aus einer bereits schlaflosen Nacht. Eine ausgebuchte Nancy bedeutete auch viel Lärm. Schlaftrunken begaben wir uns auf den langen Weg in das Stadtzentrum, wo unser Bus abfahren würde. Unsere Taschenlampen konnten wir schnell wieder wegpacken. Die Stadt wurde von einem seltsamen blauen Licht erleuchtet und die Häuser und Boote spiegelten sich wunderschön im Wasser des Beagle Kanals. Unser Bus war der klapprigste. Warum haben wir immer so ein Glück? 12 Stunden – das wird noch eine kurze Tour. Schnell kämpfte ich an zwei Fronten – mit der Übelkeit und gegen die Kälte, die mir den Blick auf die schöne Landschaft, die schneebedeckten Gipfel, verwährten. Der Abschied fand schon in Ushuaia statt. In Tolhuin halten wir an einer Bäckerei, nette Idee, aber ich kämpfe weiter nur gegen meine Bauchkrämpfe an. Das Land wird ab hier nur noch platt und büschelig. Die typisch patagonische Flora findet hier ihren Anfang. In Rio Grande wartet ein besserer Bus auf uns. Noch sind wir in der Zeit, die wir schnell an zwei Grenzüberschreitungen …

Tierra del Fuego National Parque

Tierra del Fuego National Parque {DIARY}

Die Aufmerksamkeit von Nancy müssen wir von nun an teilen. Wir sitzen nicht mehr allein am Frühstückstisch und Nancy ist gnadenlos überfordert. Ich bin nicht unglücklich über ihren abgeschwächten Redefluss. Wir fahren heute in den 12 km entfernten Nationalpark Tierra del Fuego. Dieser befindet sich direkt an der chilenischen Grenze. Überhaupt lauert hier hinter jeder Ecke sowieso Chile. Unser Kleinbus, der uns hierher gebracht hat, lässt uns am Cortera Trail raus. Intuitiv hat er das richtige entschieden. Wir gehen nun 3,5 Stunden nahezu immer an der Küste (Zaratiegui Bay) entlang. Wie schön. Erst führt uns der Weg durch Wald, dann wieder an verlassenen Stränden entlang und am Ende verlässt er das Wasser, um uns zum Informationszentrum am Lapataia River zu führen. Es sind anders als erwartet nicht so viele unterwegs. Somit kann man die Wanderung in völliger Abgeschiedenheit genießen. Wo von 1000 bis 1600 noch Yamayas nackt wohnten, zeugen heute Ruhe und Einsamkeit von der Vertreibung und Ausrottung dieses Stammes. Nackt in den eisigsten Bedingungen, überlebten sie mit Feuer, das sie sogar auf Booten  anzündeten. …

Ushuaia Beagle Kanal

Auf dem Beagle Kanal {DIARY}

Nach einem sehr gesprächigen Morgen mit Nancy, entschliessen wir uns, noch den Gletscher Martial hinabzulaufen. Hoch fahren wir mit dem Taxi. Wir schauen uns die schneefreie Skipiste an und sehen dem Lift hinterher, der dem Gletscher weiter hinauffährt. Wir aber sind unter Zeitdruck und laufen die 7 km wieder zurück in die Stadt. Denn um 14.30 Uhr müssen wir am Hafen sein, dann fährt unser Boot durch den Beagle Kanal. Wir schaffen es natürlich locker, pünktlich zu sein. Nancys Sorgen waren also unbegründet. Zum Glück hatten wir nicht die Pinguin Tour gebucht, die teurer und voller gewesen wäre. Auf unserem Boot hatten nur 25 Personen Platz – was eine kleine Gruppe sein sollte. Tatsächlich war es ganz angenehm. Man hatte genug Platz und Zeit zum Schauen und fühlte sich rundum wohl. Das Wetter tat sein Restliches, denn die Sonne bescherte uns warme Temperaturen. Wir stachen in See und hatten zur Linken die argentinischen Bergkuppen mit einer Höhe von 1.500 Metern und zur Rechten die Gipfel der chilenischen Seite mit einer Höhe von 2.500 Metern vor …

Ushuaia

Ushuaia – Die südlichste Stadt {DIARY}

Wir verabschieden uns von Buenos Aires, das Abenteuer kann beginnen. Wir fliegen in die südlichste Stadt. Mit einer Stunde Verspätung heben wir um 8.40 Uhr ab. Wir lassen den Hochsommer schon wieder hinter uns und fliegen dem Frühling entgegen. Es wird kalt werden, doch wie kalt, das weiss ich nicht. Und hell wird es werden. Es sind die weißen Nächte eben auf südlich. Das muss einfach gute Laune verbreiten. Ich habe so gar keine Vorstellung von dem, was uns erwartet, und bin bereits beim Landeanflug ziemlich angetan. Als wir die Wolkendecke durchbrechen erblicke ich schneebedeckte Gletscher, an denen wir nur ein haarbreit vorbeigleiten. Zu wenig Platz ist zwischen Gebirgskette und Meer. Die Landung ist eine Herausforderung. Kleine Inseln im Beagle Kanal, türkisfarbenes Wasser und eine etwas in die Jahre gekommene Stadt. Welcome to Ushuaia! Den geschäftigen Flughafen lassen wir bald hinter uns, genießen die Frische, die in der Luft liegt. Nancy holt uns ab. Wir haben in einem kleinen B&B vorgebucht. Und das ist ein echter Volltreffer. Eine Ecke weg vom Stadtzentrum, hoch oben am …

Tigre

Ein Sonntagsausflug {DIARY}

Der zweite Tag des Jahres ist angebrochen. Heute bin ich fest entschlossen, der Großstadt zu entkommen, und so soll es mit dem Zug nach Tigre gehen. Viele gehetzte Großstädter scheint die gleiche Idee überkommen zu haben, so finden wir uns in einer langen Ticketschlange nach Tigre wieder. Wenigstens der Zug soll gleich kommen, als wir den Bahnsteig betreten. Doch auch das wäre zu einfach. Wir sind doch schließlich in Südamerika, wenngleich im fortschrittlicheren Teil. Aber eine halbstündige Zugverspätung ist Pflicht. So füllt sich der Bahnsteig im null Komma nichts und der Run um die wenigen Sitzplätze ist vorprogrammiert. So drängelt sich ein Hüne von Israeli vor und wird von einem Argentinier nur auf sein Verstoß hingewiesen, da rastet der Israeli aus und geht auf den Argentiner los, als hätte ein Palästinenser seine Mutter beleidigt. Auch ich muss mir meinen Platz erkämpfen, aber auf harmlosere Weise. Schließlich teile ich mir die Vierersitzgruppe mit einer sechsköpfigen Familie und erhalte als Friedensangebot einen Mate gereicht. Die Bahn füllt sich von Station zu Station mehr und so wird die …

Buenos Aires La Boca

Feliz año nuevo {DIARY}

Es ist 5.30 Uhr Ortszeit. Ich schaue in einen Wolkenteppich unter mir, während die Sonne den Horizont rot erleuchtet. Ich habe ein Déjà-vu. Hier war ich schon einmal – 12. März 2010 – dasselbe Bild, nur die umgekehrte Richtung. Damals ahnte ich nicht, als ich mich im morgendlichen Sonnenaufgang über dem Rio de la Plata befand, dass ich kein Jahr später bereits wieder nach Buenos Aires zurückkehren würde. Das schöne an Buenos Aires ist, dass hier anders als in Deutschland gerade Hochsommer ist. Die schwüle Hitze schneidet mir schon am frühen morgen die Atemluft und lässt erahnen, was auf uns in nur drei Stunden von oben einprasseln wird. Sonne satt. Zunächst gilt es aber, an argentinische Pesos zu kommen. Die Wechselstuben am Terminal haben geschlossen, der Bankautomat kein Geld. Schnell laufen wir hinüber zum anderen Terminal, um doch noch an Pesos zu kommen. Das ist der 1. Enero 2011. Wieder zurück am älteren Terminal, besorgen wir uns sofort ein Flugtickt nach Ushuaia. Wir wollen so schnell wie möglich weg nach Feuerland. Buenos Aires kenne ich, …

Madrid Aeropuerto

Die Reise nach Südamerika {Diary}

“Todo o Nada”, so lautet die Ausstellung des gebürtigen Peruaners Mario Testino im Museo Thyssen-Bornemisza, die wir heute aufsuchen. Es gilt einen weiteren langen Tag des Wartens zu überbrücken. Todo o Nada, dies scheint auch unser schicksalsträchtiges Motto zu sein, wenngleich auf eine andere Art und Weise als Testino es wohl meinte. Begleitet bin ich, anders als seine Models, bis zu beiden Ohren. Madrid ist kalt, und nieseln tut es auch schon wieder. Wenn es doch wenigstens wärmer wäre, wäre dies auch mein Herz. Doch dieses weint noch immer, während sich mein Körper durch die Ausstellung bewegt, wie eine aufgezogene, angezogene, ungezogene Puppe. Bevor wir unseren Shuttlebus zum Airport nehmen, suchen wir noch eine Post auf. Wir wollen endlich Abschied nehmen von unserer ursprünglichen Reise. Drei Reiseführer gehen zurück nach Deutschland. Dies kostet neben eine Stunde warten, obwohl nur sechs Leute vor uns stehen, auch noch 50 Euro. Und ein letztes Mal schicke ich den Seufzer zu Carmen und ihren Kollegen – Danke, Iberia! 19 Uhr – Terminal 1 des Flughafen Barajas. Gespenstische Leere umgibt …

{Diary} Auch ein blindes Huhn findet ein Korn

Der zweite Tag im nachweihnachtlichen Taumel der Großstadt. Da zigste Mal geht es vorbei an der Station COLOMBIA. Jedes Mal versetzt es mir einen Stich in den Magen, nicht ins Herz. Das ist noch immer ohne Emotion. Wir schlafen an der Messe in einem Novotel. Immerhin können wir hier unsere Punkte von unseren Veranstaltungen einlösen. Somit zahlen wir nichts für diese Stadt, in die wir jetzt nie wollten. Wir suchen das Museum Nacional Centro de Arte Reina Sofia auf. Eine lange Schlange wartet. Eine sehr lange Schlange wartet. Die Schlange wir sekündlich länger. Ich will verdammt noch mal hier nicht sein, will auch nicht in Euer kack Museum und in eine überlange Schlange stelle ich mich bei Regen schon gar nicht an, denke ich. Gerade ergebe ich mich dem Schicksal und gehe ans Ende der Schlange, als mich ein älterer Spanier fragt, ob ich Spanisch spreche. Ich bejahte couragiert, es könnte ja etwas umsonst geben. Ja, gibt es! Vier VIP-Tickets für das Museum. Und das Beste ist, wir können nun an der Schlange vorbeigehen und …

Madrid

Gestrandet dank Iberia {Diary}

Gestrandet, nicht in der Karibik am Strand, sondern in einer kühlen europäischen Metropole, deren Heimfluglinie ich verteufle. Nachdem wir gestern nun noch am Service Schalter von Iberia nach dem xten Schlange stehen und Warten endlich unsere Umbuchung auf den nächsten Flug nach Bogotá am heutigen Tage vorgenommen hatten, holten wir noch unsere Rucksäcke aus der Gepäckhalle. Dies sei kein Problem, obwohl sie schon nach Bogotá durchgecheckt gewesen waren. Aber ich wollte sicher gehen wegen meiner Medikamente und auch ein frisches Hemd konnte ja nicht Schaden, denn dieser Tag hatte mich mächtig ins Schwitzen gebracht. Der heutige sollte noch schlimmer werden, obwohl zunächst alles super verlief. Im Iberia gesponserten Hotel aufstehen, frühstücken und mit dem Shuttle zum Barajas Flughafen. Wie schön, nun kann es losgehen. Wir hatten gestern noch Peter aus Berlin in Tegel kennengelernt – in der Schlange am Verkaufs- und Service Schalter. Er fuhr mit uns zum Flughafen. Schlau wie er war, hatte er sein Gepäck nicht noch abgeholt und wartete nun auf uns, während wir unsere Rucksäcke wieder neu einchecken wollten. Nichts besonderes, …

Madrid

Der Anfang der Reise {Diary}

Das Berliner Schneechaos haben wir hinter uns gelassen. Wir sind in Madrid, aber dies hätten wir schon seit Stunden sein sollen. Unser morgendlicher Flug war erst um 13 Uhr gestartet, anstatt um 7.40 Uhr. So war unser Anschlussflug nach Bogota nicht mehr zu bekommen. In Berlin machte man uns Mut, in Madrid würde sich Iberia um alles kümmern. Dass Iberia einem in Madrid auch die ganze Reise versauen konnte und einen noch um 900 EUR bringen würde, das ahnte auch das nette und hilfreiche Personal meiner liebsten Fluglinie am 28.12. um 10 Uhr morgens nicht. Nur einen Tag später würde die Traumreise beendet sein, ohne das sie je begonnen hatte.