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Missverständnisse und der Luxus Bahnreisender. Transsib Teil 1

Kasan, Russland

ENGLISH VERSION HERE
Boah… das war der erste Gedanke, als wir am Abend des 24. August in den Waggon Nummer 5 des Zugs mit der Nummer 2 nach Kasan stiegen. Was mich zum Staunen brachte, war ein erstklassiges Zug-Ambiente, in dessen Genuss wir die nächsten elfeinhalb Stunden kommen würden. Diese überwältigenden Gefühle konnte noch nicht einmal die etwas mürrisch drein schauende Provodniza Oksana vermiesen, als sie uns etwas widerwillig in den Wagen winkte. Sprachbarrieren können gebrochen werden – meist hilft nur ein Lächeln. Doch dieses geht manch einem Russen nur schwer über die Lippen, wie wir in den vergangenen 2,5 Tagen bemerkten. Ich nichts verstehen und schnell wegdrehen, leider war das zu häufig die Reaktion auf all unsere Fragen. Und dann führen Sprachbarrieren manchmal auch zu einem ganz seltsamen Missverständnis.

Kasan, Russland

Moskau-Kasan: unser Abteil in der 1. Klasse

Moskau-Kasan: unser Abteil in der 1. Klasse

Moskau-Kasan: Gang in der 1. Klasse

Moskau-Kasan: Gang in der 1. Klasse

Eine seltsame Taxifahrt

Aufgrund meiner andauernden Muskelfaserriss-Probleme im Bein wählten wir anstatt der Metro das Taxi zum Kazaner Bahnhof. Ein ungefährer Preis wurde uns vom Hotelpersonal genannt. Als uns dann der Taxifahrer zum Wagen begleitete, ohne auch nur einmal seine Hilfe anzubieten, entgegnete er uns auf unsere Frage nach dem Preis, er müsse erst telefonieren. Das Telefonat ließ auf sich warten und nach 10 Minuten, die wir bereits unterwegs waren, erhielt er eine Nachricht mit der Antwort „1500 Rubel“, das war doppelt so hoch als der erwartete Preis. Also versuchten wir ihm mit Händen und Füßen zu erklären, dass uns die Rezeptionistin von maximal 700 Rubel erzählt hatte. Der Taxifahrer interessierte sich sichtlich wenig für unsere Ausführungen und sagte, es sei alles klar. Dann fuhr er uns in Windeseile zum Bahnhof, lud unsere Sachen aus und verschwand – gerade als wir zum Geld griffen. Was war das denn für ne Nummer? Eine Fahrt für lau! Nun ja, unsere Freude hielt sich in Grenzen, denn das ist nicht unser Stil. Solch seltsame Verständigungsprobleme habe ich auch noch nie erlebt.

Blick aus dem Fenster

Blick aus dem Fenster

Transsib deluxe

Die Verständigungsprobleme mit unserer Provodniza Oksana hingegen lösten sich peu à peu auf. Denn kaum war der Zug angerollt, erschien sie in unserer Tür und erklärte uns mit einem Strahlen alle Funktionalitäten. Dass wir nichts verstanden, machte ihr gar nichts aus. Uns im übrigen auch nicht, denn was wir sahen, reichte uns schon, damit sich ein wohliges Gefühl einstellte. So ungefähr muss sich eine Fahrt im Zarengold anfühlen, nur die Dusche fehlte. Der Zugkorridor war mit einem langen Tuch ausgelegt, um den Boden vor Schmutzeinwirkungen zu schonen. Die bereits geöffnete Tür zu unserer Kabine lässt sich mit einer Hotelkarte verschließen. Über der Tür ist ein Fernseher angebracht, zur Auswahl stehen drei Programme in russischer Sprache. Auf dem Tisch sind viele kleine Dinge wie Äpfel, Wasser, Brötchen, Schokolade, Tee, Erfrischungstuch drapiert und auch eine Speisekarte. Ein Abendessen aus zwei Gängen ist hier inbegriffen. Noch strahlen uns im schönsten Blauton zwei Sitzreihen an, die man im Nullkommanichts zum Bett herunterklappen kann. Und hinter den Sitzlehnen befinden sich Handtücher sowie ein kleines Beutelchen mit Schlappen, Zahnbürste, Schuhcreme, Schuhanzieher und ein Nähset.

Willkommen in der 1. Klasse, ganz lieben Dank an Lernidee, die uns die gesamten Zugtickets für unsere Transsib-Reise zur Verfügung gestellt haben. Im Vorfeld lasen wir viel über die verschiedenen Züge, die auf dem Streckennetz der Transsib verkehren, und sagen wir es so, wir erwarteten das Schlechteste und bekamen das Beste – zumindest ein bisschen Luxus zum Reinkommen. Denn morgen schon kann sich das Blatt wenden und ja, soviel sei jetzt schon verraten, es wendet sich tatsächlich.

Kasan, Russland

Während wir vor Begeisterung nicht still sitzen können, läuft zu uns im Takt die russische Kopie von Modern Talking aus den Lautsprechern. Und als ich endlich zur Ruhe komme, entdecke ich unter unserem Tisch sogar eine Steckdose. Hier lässt sich eine Reise gut aushalten. Nur schade, dass unsere Reise im Zug Nr. 2 auf der tatarischen Strecke morgen früh schon endet. In unserem Waggon ist neben unserem Abteil nur noch ein weiteres Abteil besetzt. Das verheißt eine entspannte Nacht. Und als unser Blick wieder auf den Bahnsteig gleitet, erblicken wir die Realität russischer Züge. Der Zug nach Taschkent (Usbekistan) ist eingefahren. Hunderte Menschen strömen mit und ohne Gepäckwagen herbei. Tücher werden auf dem Bahnsteig ausgebreitet, auf denen Obst und andere Waren zum Verkauf angeboten werden. Ein bisschen beschämt schauen wir da aus unserem „Nobelabteil“ auf die andere Bahnsteigseite.

Tatsächlich verschlafen wir fast die ganze Zeit im Zug, obwohl es elendig rumpelt. Erst ca. eine Stunde vor Einfahrt in den Kasaner Bahnhof wachen wir auf. Schnell die Jalousie nach oben schieben und schon sehen wir ein anderes Russland – eins ohne feste Straßen, eins mit Holzhäuschen, eins mit Babuschkas und Birkenwäldern. Ich kann es immer noch kaum glauben! während ich mit neugierigem Blick aus dem Fenster meinen Morgenkaffee trinke, fahren wir über die Wolga, den längsten Fluss Europas.

Kasan: Der Kreml mit Kul-Scharif-Moschee

Kasan: Der Kreml mit Kul-Scharif-Moschee

Willkommen in Tatarstan

Genau genommen liegt Kasan nicht auf der Transsibroute. Doch diese Strecke ist 150 Kilometer kürzer und bietet mit der tatarischen Hauptstadt ein kleines Highlight. Erst in Jekaterinenburg sind wir wieder auf Linie. Als wir durch die Stadt schlendern, begreifen wir, weshalb uns ein Stopp in Kasan empfohlen wurde. Sicherlich zählt Kasan zu den optischen Augenschmäusen mit seinen restaurierten Häusern, zahlreichen Moscheen und Kirchen. Doch dass Kasan einen eigenen Kreml (UNESCO-Weltkulturerbe) hat, beglückt das Touristenherz noch mehr.

Und den peilen wir nach einem morgendlichen Kaffee im Einkaufszentrum ZUM an. Auf einer kleinen Anhöhe am Ufer der Kazanka thront er über der Stadt. Anders als der Kreml im Moskau ist dieser von einer weißen Mauer umgeben. Durch den Erlöser-Turm gelangt man in sein Inneres mit Regierungsgebäuden der Republik Tatarstan, Museen, Sjüjümbike-Turm sowie der Maria-Verkündigungskathedrale und der Palastkirche. Am auffälligsten ist jedoch nicht wie gewohnt eine Kirche (wenngleich diese auch mit ihren Kuppeln wunderschön ist), sondern eine Moschee – die 2005 eingeweihten Kul-Scharif-Moschee. Wie überrascht ich bin, dass ich als Frau das erste Mal auf Reisen eine Moschee betreten darf. Am Einlass werden Tücher und Plastikschuhüberzüge ausgeteilt und so steht diese Moschee allen Interessierten offen.

Kasan, Russland

Kasan, Russland

Kasans Kreml und Innenstadt

Innerhalb des Kremls werden viele Fotos geschossen und zwar nicht nur von den Touristenattraktionen, sondern auch von den zahlreichen Brautpaaren. Die meisten, die wir erblicken, sind Muslime. Überhaupt ist Kasan eine sehr muslimische Stadt. So sieht man im Stadtbild viele Moscheen, aber dennoch drängt sich einem nicht der Fakt auf, dass in Kasan ca. 48 % moslemische Tartaren leben und 1999 sogar die erste islamische Universität hier eröffnete. Kasan ist eine Studentenstadt mit großer Tradition – so studierten hier schon Lenin und Gorki. Jeder neunte Einwohner ist Student. Und auch einen Bezug zu Berlin – negativer Art – findet man in Kasan. Der tatarische Nationaldichter Mussa Dshalil fand im Gefängnis Berlin-Moabit 1944 seinen Tod – unvergessen sind jedoch seine „Moabiter Hefte“. Etwas verwundert sind wir, als wir an seiner Statue vor dem Kreml eine Menschenansammlung mit Nelkensträußen sehen. Gedichte werden vorgetragen. Wir erfahren, dass dies alljährlich zu Mussa Dshalils Todestag hier geschieht. Und der ist eben am 25. August – also heute.

 

Besonders viele Moscheen findet man westlich des Wildschweinsees, der zu einer sonntäglichen Tretbootfahrt einlädt oder man verweilt einfach an seinem Ufer auf den Stufen des Tatarischen Nationaltheaters. In diesem wird übrigens über jeden Witz dreimal gelacht. Erst lachen die Tataren über den Witz, dann lachen die Russen über die Übersetzung und dann lachen wieder die Tataren über ihre russischen Sitznachbarn.

Kasan, Russland

Im Kasaner Kreml: Mariä-Verkündigungs-Kathedrale

Im Kasaner Kreml: Mariä-Verkündigungs-Kathedrale

Kasan: Brunnen im Stadtzentrum beim Wildschweinsee

Kasan: Brunnen im Stadtzentrum beim Wildschweinsee

Alle guten Dinge sind zwei, habe ich mir gedacht. Und als die Schmerzen im Bein zurückkehren, steigen wir wieder auf einen Hop-on, hop-off Bus auf. Es empfiehlt sich dabei, nicht beim Kreml aufzusteigen, sondern an der Kreuzung Baumana Straße und Tatarstan Straße, da meist erst hier die begehrten oberen Plätze im Bus frei werden. Inzwischen sind wir alte Hasen und lehnen uns auch gern einmal entspannt zurück, um die Stadt auf uns wirken zu lassen. Wir haben genug Zeit in Kasan und die kann man wunderbar mit dieser einstündigen Bustour füllen. Kasan strahlt Geschichte und Moderne zugleich aus. Das kann man so unterschreiben. Denn neben den schönen historischen Gebäuden findet man auch moderne Glaspaläste. Und dass erst im Juli 2013 die Universiade stattfand, hat sich auf den Ausbau von Bahnhof und Flughafen und anderen Infrastrukturprojekten positiv ausgewirkt.

Kasan: Eingang zum Kreml

Kasan: Eingang zum Kreml

Zug mit der Nummer 378 und das Ende des Luxus

Mit größter Vorfreude begeben wir uns zum Bahnhof. Bahnfahren macht Spaß, hatten wir gestern gelernt. Die Spannung steigt, welcher Zug wird es sein? Transsib-Reisen sind wie eine kleine Lotterie. Mal erwischt man den Hauptgewinn, mal eine Niete. Darf ich es Niete nennen, was uns auf Gleis 4 erwartete? Nach der Erfahrung am Vortag wohl schon. Wir kommen bereits auf dem Gleis mit den anderen Warteten ins Gespräch. Ja, dieser Zug mit der Nummer 378 zählt eher zu den Schlechteren, berichten uns Bahn erfahrene Russen. Er verfügt noch nicht einmal über einen Restaurantwaggon. Der Gang ist schlecht ausgeleuchtet. Alles wirkt dunkel, alles lässt mich gedanklich den Rückwärtsgang einlegen. Auch das Abteil ist dunkel und kalt. Durch jede Fensterritze zieht es. Auf dem Tisch klafft Leere. Die oberen Betten sind heruntergeklappt und lassen das Kabuff noch dunkler wirken. Das Licht bekommt erst Minuten nach Start seine Leuchtkraft und verliert sich bereits nach einer Stunde wieder. Anders als am Tag zuvor ist hier nur eine Toilette vorhanden, die in Bahnhöfen abgeschlossen wird. Ich lasse mich auf meinen Platz sacken und atme einmal tief durch. Unser Abteil befindet sich direkt hinter dieser einen Toilette und genau das rieche ich in diesem Moment. Wie lange ist diese Nacht? Immer wieder starre ich auf das Ticket. Dann hole ich mir bei der immer strahlenden Schaffnerin einen Porridge-Becher und denke, morgen bist Du in Asien!

Begleitet uns auf unserer Reise unter dem Hashtag #puriygoeseast

Kasan, Russland

Zum Teil 1: Moskau – Wo russische Märchen beginnen.
Zum Teil 2: Hop on, hop off und manchmal geht gar nichts … Moskau Teil 2
Zum Teil 4: Nach Asien auf dem Landweg. Transsib Teil 2. Jekaterinburg und die Fahrt nach Krasnojarsk
Zum Teil 5: Durch Sibirien. Transsib Teil 3
Zum Teil 6: Am Baikalsee. Transsib Teil 4
Zum Teil 7: Irkutsk – das Paris des Ostens? Transsib Teil 5
Zum Teil 8: Über Ulan-Udè, Bator und unseren letzten Tag in Russland. Transsib Teil 6
Zum Teil 9: Zug Nummer 4 – und einmal durch die Mongolei. Transsib Teil 7
Zum Teil 10: Datong und die Tour mit den Touren. Transsib Teil 8
Zum Teil 11: Peking – wo Drachen in den Himmel steigen.
Zum Teil 12: Im Dunstkreis der Mauer oder 40 Minuten verschwendete Lebenszeit

Auf unserer Reise werde wir durch Lernidee unterstützt. Alle Ansichten sind unsere eigenen.

Madlen in Kasan, Russland

ENGLISH VERSION
Misunderstandings and the luxury of rail travellers. Trans-Sib part 1. Moscow-Kazan

Oh wow… was my first thought, as we boarded carriage no. 5 of train no. 2 to Kazan on the evening of the 24th August. What I was astonished at the most, was the first-class train ambience, which we were about to enjoy during the next eleven and a half hours. Not even the scowling provodniza Oksana was able to spoil these overwhelming feelings, as she reluctantly asks us to board the train. It is possible to overcome language barriers – mostly it only takes a smile. But during the past 2,5 days, we noticed that it is hard for some Russians to give you a smile. Unfortunately, the reaction to our questions was too often ‘I don’t understand’ and turning away. And language barriers sometimes also lead to strange misunderstandings.
Because of the ongoing problems with my leg, we chose to take a taxi instead of the metro to get to the train station. The hotel staff informed us about the approximate price. As the taxi driver escorted us to his car without even offering his help once, he replied to our question about the price that he would have to make a call first. He was a long time coming and after ten minutes on the road, he got a message with the answer of “1500 rouble”, which was more than twice as much as we expected. So we tried to explain to him that the receptionist told us something about 700 roubles at most. The taxi driver seemed as if he couldn’t care less about that and said that everything would be alright. He drove us to the train station in next to no time, unloaded our baggage and took off – just as we were reaching for our wallet. What was that all about? A ride for free! Well, we weren’t all that happy, as this isn’t our style. I have never experienced such strange communication problems before.
However, the communication problems with our provodniza Oksana dissolved little by little. As soon as the train was in motion, she appeared at our door and explained all the functionalities to us with a wide smile. She didn’t care about the fact that we didn’t understand a thing. We didn’t care either, because what we saw was enough to feel comfortable. That’s what a trip with the Zarengold must feel like. Only the shower was missing. To protect the floor from dirt, the train corridor was carpeted with a long cloth. We can lock the door to our booth with a hotel card. A TV is hanging above the door and three programmes in Russian language are at choice. There are a few things draped on the table like apples, water, bread rolls, chocolate, tea, refreshing tissues and a menu. A two-course dinner is included here. There are two rows of seats in the most beautiful shade of blue, which you can fold down into beds in no time. Behind the backrests, there are towels and a small bag with slippers, a toothbrush, shoe polish, a shoehorn and a sewing kit.
Welcome to first class. Sincere thanks are given to Lernidee for providing the train tickets for our trip with the Trans-Sib. We read a lot about the different trains that run on the Trans-Sib railway network ahead of out trip and, let’s just say, we expected the worst and got the best – at least a bit of luxury at the beginning. The tide can already turn tomorrow and yes, I can say that much already, it will actually turn. Whereas we can’t sit still in excitement, the Russian copy of modern talking is coming out of the loudspeakers in time with us. And as I finally come to rest, I even spot a plug socket under our table. I could really get to like this place. It’s a real pity that our trip with train no. 2 on the Tartarian route already ends tomorrow morning. Next to our cabin, there is only one more cabin occupied in our carriage. This means a relaxed night. And as we look back to the platform, we catch sight of the reality of Russian trains. The train to Tashkent (Uzbekistan) arrived. Hundreds of people come running with or without baggage cart. Cloths are being spread across the platform, on which fruits and other things are being put up for sale. We watch the other side of the platform from our “noble cabin” and feel a bit ashamed.
We really do sleep almost the whole time on the train away, even though it rumbles terribly. We only wake up one hour ahead of the arrival at the train station in Kazan. We push up the jalousie quickly and see a different Russia already – one without real streets, one with wooden houses, babushkas and birch forests. I still can’t believe it. While I drink my morning coffee and look out the window with curiosity, we cross over the river Volga, the longest river in Europe.
Kazan is actually not on the Trans-Sib route. But this way is 150 kilometres shorter and the Tartarian capital is a real highlight. We aren’t back on the route until Yekaterinburg. As we stroll through the city, we realise why a stop in Kazan was suggested. Kazan certainly ranks among the treats for the eyes with its restored houses, numerous mosques and churches. But the fact that Kazan has a Kremlin (UNESCO World Heritage Site) pleases the heart of a tourist even more.
This is also where we are going after a morning coffee at the shopping centre ZUM. The Kremlin is located high above the city on a small hill along the waterfront of the Kazanka. Other than the Kremlin in Moscow, this one is surrounded by white walls. You get to the inside through the Saviour tower and find governmental buildings of the republic Tatarstan, museums, the Soyembika tower and the Cathedral of the annunciation as well as the palace church. However, most notably is not a church (even though it is beautiful with its domes), but a mosque – the Qolsharif Mosque, which was inaugurated in 2005. I am very surprised when I get the permission to access the mosque as a woman for the first time on a trip. There are scarves and plastic shoe covers handed out at the entrance and just like that the mosque is open to anyone interested.
There are a lot of photos being taken inside the Kremlin, not only of the tourist sights, but also of the numerous bridal couples. Most of them are Muslims. Kazan is a very Muslim city. You can see a lot of mosques in the cityscape, but you wouldn’t immediately think that there are 48 per cent Muslim Tatars living in Kazan and that the first Islamic university was established here in 1999. Kazan is a university town with a lot of tradition – Lenin and Gorki studied here already. One out of nine inhabitants is a student. And Kazan also bears a reference to Berlin – in a negative way. The Tatar national poet Mussa Dshalil died in a prison in Berlin-Moabit in 1944 – unforgotten are his “Moabiter Hefte”, though. We are a bit surprised at the crowd of people with bunches of carnations standing at his statue in front of the Kremlin. Poems are being recited. We are told that his happens every year on the day of Mussa Dshalil’s death. This day is the 25th August – so today.
The place where you can find many mosques is west of Lake Boar, which is great for a Sunday cruise with the pedal boat or a relaxed day on the steps of the national theatre along the waterfront. By the way, they laugh about a joke three times in this theatre. First, the Tatars laugh about the joke, then the Russian laugh about the translation and in the end, the Tatars laugh about their Russian seatmates again.
The second time is the charm is what I thought. As the pain in my leg came back, we got on a Hop on Hop off bus again. I do not recommend hopping on at the Kremlin, but at the crossing of Baumana street and Tatarstan street, because this is where the favoured upstairs seats become available. We are old hands by now, so we settle back and enjoy the city. We got enough time in Kazan and this one-hour bus tour is a good way to spend it. Kazan exudes history and modernism at the same time. You can certainly say that, as you can also find modern glass palaces next to the beautiful historical buildings. And the fact that the Universiade took place in July 2013 affected the expansion of the train station and the airport as well as other infrastructural projects in a positive way.
We go to the train station with great anticipation. We learned yesterday that travelling by train is fun. The excitement increases, which train is it going to be? Trans-Sib trips are a bit like a lottery. Sometimes you get the jackpot, other times the blank. Can I call the train waiting for us on platform 4 a blank? Yes, at least after the experience from the day before. We get into conversation with other people waiting. Yes, train experienced Russians tell us that this train with the number 378 ranks among the worse. It doesn’t even have a restaurant carriage. The corridor is poorly illuminated. Everything seems dark and lets me go into reverse in my mind. The cabin is dark and cold, too. It is terribly draughty. There is nothing on the table. The upper beds are folded down and let the cabin seem even darker. The light develops its intensity only minutes after the start and looses it again after an hour. Other than the day before, there is only one toilette, which is even locked during the stay in a train station. I slump into my seat and take a deep breath. Our cabin is located right behind this one toilette and that’s exactly what I smell right now. How long is this night going to be? I stare at the ticket again and again. Then, I get a bowl of porridge from the conductress who always smiles and think: you are going to be in Asia tomorrow!

We are being supported on our trip by Lernidee. All opinions are our own ones.

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