Alle Artikel in: Allgemein

Nordkorea

Zehn Tage in Nordkorea

Du warst kürzlich für zehn Tage in Nordkorea. Wie kam es denn dazu? Michael: Dieser weiße Fleck auf der Landkarte hat mich schon seit langem fasziniert. Das wohl abgeschotteste Land der Welt, das man gemeinhin nur mit negativen Nachrichten verbindet, übte da seinen ganz eigenen Reiz aus. Ich habe schon eine Weile lang online Reiseberichte und Fotoalben verfolgt und wurde immer neugieriger. Allzu kompliziert dort hinzukommen schien es ja dann doch nicht zu sein. Letztendlich beschloss ich dann, mir dieses Jahr im August mal selbst ein Bild davon zu machen. Wie kommt man denn da überhaupt rein? Und wie schwierig ist es erstmal ein Visum zu bekommen? Michael: Das geht überraschend einfach. Man bucht über eine spezialisierte Reiseagentur eine geführte Rundreise, und sobald der Antrag darauf von KITC (der dortigen Tourismusbehörde) genehmigt ist, kann man mit der Bestätigung ganz einfach bei der Botschaft in Berlin antanzen und sein Visum abholen. Das hat bei mir gerade mal 20 Minuten gedauert. Ich bin da mit Pyongyang Travel aus Berlin sehr gut gefahren. Eine geführte Rundreise? Als Individualreisender hat …

Islas Ballestas/ Paracas, Peru

Galapagos und Islas Ballestas im Schnell-Check

Es gibt Galapagos in Ecuador und es gibt die Islas Ballestas in Peru. Was manche das „kleine“ Galapagos nennen oder gar das Galapagos für Arme, entpuppt sich jedoch als eine gute Gelegenheit, in die wunderbare Fauna Perus abzutauchen und das für überschaubare Kosten und mit einer guter Erreichbarkeit. Es muss also nicht immer das Original sein. Lage: Islas Ballestas / Paracas: Die Paracas-Halbinsel und die Islas Ballestas bilden zusammen das 335.000 Hektar große Nationalreservat Paracas, das am 25. September 1975 gegründet wurde. Dieses liegt 240 km südlich von Lima inmitten der peruanischen Wüste. Galapagos: Das zu Ecuador gehörende Archipel Galapagos besteht aus 13 Inseln mit einer Fläche von mehr als 10 km² und über 100 kleineren Inseln, die ca. 1000 km westlich der ecuadorianischen Küste am Äquator liegen. Nur fünf Inseln sind besiedelt. Es bedarf etwas mehr Aufwand, um die Inseln zu erreichen. Anreise und Kosten Islas Ballestas / Paracas: Lima ist mit diversen Airlines auch von Deutschland aus gut zu erreichen. Da wir aus dem peruanischen Urwald kamen, haben wir von Iquitos nach Lima einen Flug …

Am höchsten Punkt des Pamir Highways – von Pässen, Yaks und dem Karakulsee

Wir haben noch nicht den 4344 m hoch gelegenen Khargush Pass erreicht, als sich vor uns in der staubig-steinigen Landschaft eine Autoschlange auftut. Als wir uns nähern, bemerken wir zwei Laster, die die Straße verstopfen. Emsig bewegen sich Männer um den LKW. „Wieder diese chinesischen Trucks!“ stöhnt unser Fahrer Zafar. Es ist nicht das erste Mal, dass er seinen Unmut über die viel zu mächtigen Laster für die schlechten Straßen äußert. Doch dieses Mal verstehen wir selbst, was solch ein Gefährt anrichten kann. Nachdem der erste Truck in der Schlange weiter rollt, heben die Männer Steine aus der Umgebung auf die Straße, um dem tiefen Sand ein bisschen Stabilität zu verleihen. Doch so richtig mag das Vorhaben bei diesem Truck nicht gelingen. Beim vierten Anlauf verliert Zafar die Geduld und weiss, seine vier Räder im unwegsamen Gelände zu nutzen. Und so holpern wir offroad an der Schlange vorbei. Kein Auto wird uns auf den nächsten Kilometern einholen, wenn wir wieder Fotostopps einlegen, um die wahnsinnig schöne Landschaft in Bilder einzufangen. Unsere Fahrt über den Khargush Pass Auf …

Fischerboote in Cape Coast

Ghana und die Herzlichkeit der Menschen

Interview mit Wibke Herbert von Sonnenstrahlenmomente Welches afrikanische Land hat Dich besonders begeistert und weshalb? Besonders begeistert hat mich ganz klar Ghana. Warum das so ist, kann ich gar nicht genau sagen. Es waren wohl einfach die Herzlichkeit der Menschen, die ehrlich gemeinte Hilfsbereitschaft, die einem in Ghana immer entgegengebracht wird und die Gemeinschaft, die dort noch herrscht, die das westafrikanische Land für mich so besonders machen. Zudem mag ich die verschiedenen Landschaften Ghanas sehr – die Shai Hills, die Wälder rund um die Wli Wasserfälle, den Regenwald, aber auch die Savanne im Norden und natürlich die palmengesäumten Strände, die sich an der Küste entlang ziehen. Die Mischung aus alldem macht Ghana für mich so besonders. Siehst Du Unterschiede zum Reisen in Afrika verglichen zu Reisen auf anderen Kontinenten? Sicher gibt es einige Unterschiede, wenn es um das Reisen in Afrika im Vergleich zu anderen Kontinenten geht. Diese sind aber immer relativ. Zwar ticken auf dem afrikanischen Kontinent die Uhren gefühlt langsamer, das ist aber nicht nur in Afrika der Fall. Zudem könnte man es ebenfalls als …

La Graciosa, Spanien, puriy, Reiseblog

Der Rhythmus von La Graciosa

Als wir um die felsige Nordspitze von Lanzarote fahren und den Rio überqueren, taucht am Horizont ein langer Landstreifen auf. Vermeintliche Berge ragen aus der platten Scheibe heraus. Dass diese vier Erhebungen gerade einmal 157 m bis 266 m messen, mag man fast nicht glauben. An diesem Septembermorgen weht ein frischer Wind über das Deck unserer Fähre. Ich genieße die Brise, die eine willkommene Abwechslung zu der Hitze Lanzarotes ist. La Graciosa – anmutig und schön Vor uns liegt La Graciosa, die Anmutige, wie sie einst der normannische Seefahrer Jean de Béthencourt nannte. Die kanarische Insel kann aber noch viel mehr, als grazil und anmutig im türkis-blauen Atlantik zu ruhen und auf ihre Gäste zu warten. La Graciosa kann in erster Linie überraschen. Einsame Strände, durchweg nur Sandwege und ein Nationalpark, der hinter der letzten Häuserlinie der einzigen (ernstzunehmenden) Ortschaft beginnt und sich über die gesamte Insel erstreckt – dies ist eine Mischung, aus der Träume gemacht sind. Doch aus diesem Traum holt mich Siggi, der schon viele Jahre auf dieser Insel lebt, schnell zurück. Im Hochsommer …

Der Zauber von Lalibela – Äthiopiens himmlische Stadt

Dunstschwaden umhüllen die Felskirchen an diesem Morgen. Nebel mischt sich mit dem Weihrauch, der nach außen zieht. Seit 7 Uhr sitzen wir nun hier und hoffen, eine Lücke ins Kircheninnere zu finden, um die einzigartige Stimmung hautnah miterleben zu können. Es ist mein 31. Geburtstag, nie zuvor habe ich einen meiner Geburtstage in solch mystischer Atmosphäre verbracht wie hier in Lalibela. Mit seinen zwölf monolithischen Felskirchen, die vor etwa 800 Jahren aus dem Felsen herausgemeißelt wurden und durch unterirdische Gänge miteinander verbunden sind, ist das der Wallfahrtsort für die äthiopisch-orthodoxen Christen. Natürlich zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO und ziehen auch Touristen an – so wie uns. Doch an diesem Morgen sind wir die einzigen „Fremden“ unter den Gläubigen. Immer wieder kommen Gruppen barfüßiger Äthiopier an uns vorbei. Einige halten Schirme in die Luft, andere küssen die alten Mauern. Als wir endlich eine Lücke entdecken, schleichen wir in den Innenraum der Bet-Mika’el. Die Gläubigen drängen sich, stehen eng an eng, um der stundenlangen Predigt zu folgen. Auch wir wohnen nun dem Gottesdienst bei, der …

Osch und die Weite der Fergana-Ebene

Wieder fährt eine Stretchlimousine an uns vorbei, um nur kurz darauf anzuhalten und sich in die Schar der parkenden Limousinen einzureihen, die bereits viele Parkplätze an der Kurmandshan Datka Straße Ecke Muminowa einnehmen. In einer Stadt, die nicht unbedingt mit Prunk um sich schmeißt, sondern eher mit sonderbarer Schlichtheit und funktionalem Sowjet-Schick, fragt man sich, was es damit auf sich hat. Die Antwort liegt nur einen Steinwurf entfernt in einem viergeschossigen Plattenbau, der die Aufschrift Bakyt Üj trägt. Für diejenigen, die die kyrillischen Buchstaben nicht entziffern können, bringen die ineinander verschlungenen goldenen Ringe, die den Schriftzug zieren, Aufschluss. Das Haus des Glücks beherbergt das Standesamt von Osch. Nach der Anzahl der Limousinen zu urteilen ist Heiraten ziemlich in oder zumindest traditionell gut verankert, denn mit Mitte 20 sollte man schon unterm Hut sein, wie uns junge Leute immer wieder schmunzelnd bestätigen, als sie uns drei unverheirateten Enddreißigerinnen die kirgisische Welt erklären. Auch wenn ich vor meiner Reise häufig etwas von der Tradition des Brautklaus hörte, mag ich in diesem Umfeld doch nicht genau nachhaken. Wir …

35 Stunden Istanbul – warum sich ein Stopover am Bosporus lohnt

Da unten ist der Bosporus. Wasser rahmt die Stadt ein, deren Skyline wunderbar von den Minaretten und Kuppeln der großen Sultanmoscheen gezeichnet ist. Istanbul! Als ich im vergangenen Jahr auf dem Weg nach Aserbaidschan in Istanbul umsteigen musste, bereute ich beim Landeanflug und Start schon ein wenig, nicht einmal kurz in die belebten Straßen der 14 Millionen Metropole einzutauchen. Als ich nun auf meiner Reise nach Zentralasien wieder in Istanbul umsteigen musste, war mir klar, hier sollte ich dieses Mal einen Stopover einlegen. 35 Stunden um genau zu sein. Hagia Sophia, Blaue Moschee, Taksim Meydani, Istiklal  Caddesi, Großer Basar, Ägyptischer Basar, Topkapi Palast, Galataturm – und noch genug Zeit zum Abhängen in den Cafés und Kneipen von Cihangir und für eine Bosporus-Bootstour. All das ist möglich in nicht einmal zwei Tagen. 1. Stopp: Taksimplatz Nachdem wir unser Apartment in der Straße Kutlu Sokak nahe dem Taksimplatz bezogen haben, machen wir uns mit knurrigem Magen kurz vor 11 Uhr auf den Weg. Erste Mission: ein Frühstückscafé suchen. Wir laufen etwas müde die Treppen von unserer Unterkunft hoch zum Platz, den fast jeder zumindest durch die Berichterstattung …

Panamá – in the jungle

Lange war es ruhig um uns. Wir machen gerade Pause in Deutschland, doch in ein paar Wochen gehts weiter. Hier noch unsere ersten Eindrücke aus Panama und ein wenig Providencia. Wir sind, kaum zu glauben, über acht Wochen nach unserem Start in Kuba endlich in Panama angekommen. Die dreitägige Überfahrt von Providencia bescherte uns noch einmal…

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Pamir Highway, Tadschikistan

Auf dem Pamir Highway – Khorog und der Wakhan-Korridor

„Der Präsident kommt!“ Kurzes Schweigen unterbricht die Worte von Nico, der seit drei Monaten als Tourismus Consultant für die Pamir Eco Culture Tourism Assocciation (PECTA) in Khorog arbeitet. „Die Grenze nach Afghanistan wurde geschlossen und somit findet morgen auch nicht der Cross-Border-Market in Ishkashim statt.“ Wir versuchen unsere Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. Gegen präsidiale Kräfte kann man wenig tun. Auch nichts gegen natürliche. Denn kurz hinter Khorog gab es vor ein paar Tagen Erdrutsche. Die direkte Verbindung nach Murghab ist somit gekappt. Unser Weg sollte ohnehin auf der szenisch schöneren Südroute direkt am Hindukusch entlangführen. Dennoch sind die Vorfälle, die hier Alltag sind, immer wieder eine Katastrophe, da es in dem Land, das von Gebirgszügen durchzogen ist, kaum Alternativrouten gibt und schnell Ortschaften abgeschnitten werden. Natürlich hatten wir uns sehr auf den Besuch des samstäglichen Wochenmarkts gefreut, der irgendwo im Niemandsland zwischen Tadschikistan und Afghanistan auf einer Insel im Fluss bei Ishkashim stattfindet. Khorog – unterwegs in der grünen Hauptstadt von Berg-Badachschan Nach unserer zwölfstündigen Fahrt nach Khorog genießen wir erst einmal die lauen Abendstunden …