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Tückenhafte schöne, weiße Stadt

Die Stadt kann leider auch nichts dafür, dass es fast immerzu regnet und ich arg angeschlagen bin. Kurz begebe ich mich in die kolonialen Straßen mit ihren schönen weißen Häusern. Heute sieht Popayan nicht mehr so leblos aus. Studenten bevölkern vornehmlich die Stadt. Doch ich schaffe es nur zum Lunch beim Vegetarier, dann geht der Weg wieder zurück auf die heimische Gemeinschaftstoilette. Das gestrige Fieber scheine ich überwunden zu haben. So langsam kommen dennoch Zweifel auf an einem einfachen Magen-Darm-Virus. So sehe ich, dass sich in den letzten Tagen eine Vielzahl an Mückenstichen auch auf meinem Körper ausgebreitet hat. Absurd – über eine Woche hielt ich mich im tropischen Urwaldgebiet auf, ohne auch nur einen Stich abbekommen zu haben – ich habe auch nie wirklich eine Mücke gesichtet. Dann komme ich ins Hochland und voilà, da sind sie, die Killermücken. Ein Blick auf die richtigen Webseiten verrät, San Agustin ist Denguegebiet. Aktuell liege ich nun hier im Hostel, lausche einem erneuten Regenschauer und atme ruhig durch, denn bei diesem Wetter verpasse ich nicht wirklich etwas. …

Chicken Bus

Unser Bus sollte eigentlich um 10.30 Uhr abfahren. Als ich nach der Rechnung fragte und noch einmal nach dem Abholtaxi, holte die Mitarbeiterin René, den Hostelbesitzer aus der Schweiz. Er eröffnete uns, dass er keine gute Nachricht hätte. Die Busgesellschaft hätte angerufen und hat keinen Platz mehr für uns im 10.30 Uhr-Bus. Eine Alternative wäre der 11.45 Uhr-Bus, aber er weiss noch nicht, ob da etwas frei ist. Als alle um 9 Uhr auf Tour gingen, gesellte sich René zu uns und wir unterhielten uns eine Weile – auch über sein Business und erfuhren, dass vor 18 Jahren max. 2 Touristen pro Tag kamen, wohingegen heute vor allem Deutsche ganzjährig kommen. Wir hätten uns gern noch länger mit ihm unterhalten können, aber wir mussten noch packen und dann wurden wir um 11.15 Uhr abgeholt und in den Ort gefahren. Wir hatten ja nur eine Reservierung, nun bekamen wir Tickets und schlossen gleich Bekanntschaft mit einem Pärchen aus Frankfurt, das auch nach Popayan wollte. Wir wurden mit einem Sammeltaxi zur Kreuzung nach Pitalito gefahren – ca. …

Ein Tag Nichtstun

Die Nacht war Horror und so wache ich immer wieder schweißgebadet auf und kämpfe mit meinem Würgzwang. Ein Schüttelfrost jagt den anderen und die Glieder fühlen sich an, als wollten sie zerspringen. Meine körperliche Verfassung bindet mich bis zum frühen Nachmittag ans Bett oder an die Hängematte. Der geplante Ausritt fällt auch ins Wasser, aber mit Pacho hätte ich auch so heute nichts mehr unternehmen wollen, denn wer weiss, wer die Reittour am Ende mit uns gemacht hätte. Am Nachmittag gehen wir dann doch einmal runter ins Dorf. Das Laufen fällt mir noch schwer. Daher wollen wir eigentlich auch noch nicht die Entscheidung treffen, ob wir morgen schon wie geplant nach Popayan weiterfahren. Diese wurde uns später abgenommen, denn das El Maco hat morgen nicht mehr die Luna-Hütte frei und noch mal umziehen, wollen wir nicht. Als wir mit dem Sonnenuntergang wieder hoch kamen, waren inzwischen viele andere Touristen angekommen. Ganz so einsam wirkt der Platz jetzt auch nicht mehr. Ich ruhte mich den restlichen Abend aus, um fit für die Busfahrt zu werden.

Eine Tour, die eine Taxifahrt war

Nun sage ich, so schlechte Touren wie in Bolivien würde ich in keinem anderen Land erleben. Einen Guide, der nicht spricht, findet man kulturell bedingt wohl nur dort. Doch heute soll ich mich eines besseren belehren lassen. Schon am ersten Abend wollte man uns an jeder Ecke eine Tagestour zu den weiteren Fundstätten und Wasserfällen in der Umgebung verkaufen. Wir entschieden uns für den Guide des Vertrauens vom El Maco – den Pacho. Er sieht aus wie ein sympathischer Gaucho und hat einen guten Redefluss. Erster Nachteil der heutigen Tour ist die Tatsache, dass wir mit der polnischen Familie, die in Australien wohnt, unterwegs sein werden. Die sind Stress pur. Die Frau schreit seit dem ersten Abend permanent nach Viktoria, ihrer kleinen 4,5 jährigen Tochter. Viktoria hier, Viktoria da. Viktoria ist wohl der kleine eigene Siegeszug, über den sie so stolz ist. Ein Goldengel mit einem breiten Gesicht. Immer mehr mag ich in dieses Speckgesicht reinkrummen, denn das, was sich vor unseren Augen abspielt, ist nicht schön. 100 % Aufmerksamkeit liegt auf diesem Kind, das …

Statuenpark

Der Morgen beginnt mit Regen. Unter dem Gemeinschaftsdach sehen wir beim Frühstück, dass die Unterkunft nicht so unbesucht ist. Die dominierende Sprache ist deutsch, naja und von der Lautstärke polnisch. Schnell setzt sich eine deutsche Frau zu uns, nachdem alle anderen auf Tour mit Pferd und Jeep gegangen sind. Wir unterhalten uns bis Mittag mir ihr und brechen dann auf zum Archäologischen Park, der sich ca. 2 km entfernt auf einem Hügel befindet. Aus Lavastein und Basalt gehauene Statuen und Grabanlagen befinden sich auf den Hügeln. Allein die Wanderung durch den 78 ha großen Park ist schon sehr schön, aber die Statuen von teilweise 100 v. Chr. beeindrucken noch mehr. So wirken sie, als wären sie erst neu in Stein gemeißelt wurden. Und das Setting rundet den Skulpturenpark ab. Schön ist die Mesita C, Figuren, die sich in einem Flussbett erkennen lassen. Als wir schließlich auf dem Alto de Lavapatas ankommen, können wir einen herrlichen Ausblick über die umliegenden Hügel und Täler genießen, die uns sehr an Ruanda erinnern. Zudem treffen wir hier oben Verena, die …

Gen Süden

Um 6.30 Uhr nahmen wir ein Taxi zum Busbahnhof. Heute Morgen kamen wir seltsamerweise gut durch. Eine halbe Stunde vor Abfahrt waren wir bereits am Terminal und sahen noch ein Taxi Verde zuvor abfahren. Wir fuhren auf die Minute genau um 7.30 Uhr ab. 8-9 Stunden sollte die Fahrt dauern – dann sind wir ja bis 16.30 Uhr spätestens in Pitalito. Doch der Verkehr aus Bogota heraus war speziell ab dem Stadtrand bestialisch. Wir hielten noch einmal an einem Busbahnhof in einem nicht so vertrauensvollen Viertel im Süden Bogotas und füllten die Sitze auf. Ab da ging es ohne viele Stops gen Süden. Naja, Stops ist vielleicht falsch gesagt, denn die machten wir automatisch sehr häufig. Dies sei den zahlreichen Straßenbauprojekten geschuldet, und so konnte ich das Schild mit dem Wort „Pare“ nicht mehr sehen. Wir schienen das Straßenbaustellenschicksal nicht auf unserer Seite zu haben, so schoben wir uns durch lange Staus bzw. immer wenn wir an eine Baustelle ranfuhren, hob sich die besagte Flagge und forderte uns zum Halten auf. In wenigen Jahren wird …

Bogota

Flugtag {DIARY}

Unsere Nacht war kurz. Um 1.50 Uhr klingelte der Wecker, 20 Minuten später holte uns das „Taxi“ zum Flughafen ab. Das Taxi, das keins war, wurde wohl eher von einem guten Freund des Hostels gesteuert. Dieser war so nervös, dass er beim Einladen unserer Rucksäcke geradezu auf  das vordere Auto rollte. Aber es ist nachts, dunkel und es störte niemanden. Die Straßen Manaus’ waren total leer um diese Zeit, was man vom Flughafen nicht behaupten kann. Dieser scheint nachts so richtig aufzublühen – und so konnten wir um 2.30 Uhr uns erst mal in Ruhe ein Käsebällchen mit Kaffee genehmigen, denn alle Shops haben zu diesen unüblichen Zeiten hier geöffnet. Um 5.30 Uhr hoben wir ab mit COPA – gen Panama. Dort stiegen wir um und recht schnell ging es auch schon weiter nach Bogotá. Es war 11 Uhr, als wir die kolumbianische Hauptstadt wieder erreichten – ein zweites Mal auf dieser Reise. Nicht nur der Flug ging schnell, sondern auch das Prozedere an der Immigration und dem Gepäckband, was man jedoch von der Taxifahrt …

Teatro Amazonas

Teatro Amazonas in Manaus – Kultur im Urwald {DIARY}

Dieser Tag steht im Zeichen der Kultur und der Erholung. Morgens haben wir unser erstes Hosteltypisches Frühstück. Dann wollen wir natürlich als erstes unsere reservierten Flüge mit Copa für heute Nacht noch bezahlen und dingfest machen. Gern sollte es noch hinaus zum Strand gehenn, doch im Tourismusbüro wurde uns mitgeteilt, dass dort gebaut wird (was wir gestern eigentlich auch schon sahen) und außerdem haben auch sonst heute viele Sehenswürdigkeiten wie bspw. der Botanische Garten geschlossen. Dann suchen wir endlich das Teatro auf, um es nicht nur von außen sondern auch von innen zu begutachten. Eine halbe Stunde müssen wir warten, bis eine englischsprachige Tour gemacht wird. In der Zwischenzeit suchen wir noch ein paar umliegende Läden am Praca auf und verpassen fast unseren Rundgang. Die Oper wurde 1896 eröffnet, alles außer das Holz, wurden aus Europa rangeschafft. Und selbst das Holz wurde nach Europa geschifft, um dort von Könnern bearbeitet zu werden. Ziemlich crazy. Der Saal ist gut klimatisiert, was aber erst in den 70ern passierte. Auch die Farbe änderte sich in den 70er Jahren. …

Amazonas

3. Advent auf dem Boot {DIARY}

Der Tag beginnt früh. 6.30 Uhr aufstehen – dank Jetlag nach wie vor kein Problem für uns, frühstücken und dann zum Manaus Hostel fahren. Dort checken wir schnell ein und treffen unseren Guide von gestern, der gleich Verstärkung mitgebracht hat – nämlich Antonio aus Guyana, der uns heute gemeinsam mit Joyce, der Chinesin, begleitet. Wir laufen herunter zum Hafen, wo schon ein reges Treiben auf den Straßen ist. Sonntagmarkt heißt viele Stände und viel Gewusel. Heute Mittag schon soll das vorbei sein und die Ruhe über der Stadt hereinbrechen. Am Hafen sind unsere beiden Jungs erst mal auf der Suche nach einem Boot, so zumindest unser Eindruck. Die Tagestour nehmen die beiden wohl nicht so ernst. Schließlich haben wir zu sechst (Joyce, wir, Fahrer und die beiden Guides) ein größeres Boot für uns allein. Wir steuern erst einmal die nächste Wassertankstelle an und dann den lokalen Hafen, um noch Eiswürfel zur Kühlung zu holen. Dann steuern wir zunächst wieder den Encontro dos aguas an, wo Rio Negro und Rio Solimoes aufeinandertreffen und über 14 km …

Manaus Feuerwerk

Ein Tag in Manaus {DIARY}

… beginnt hoch oben auf dem Dach im Swimming Pool, wo wir bis Mittag entspannen. Anders als in Buenos Aires sind wir die einzigen Nutzer. Dann machen wir uns auf dem Weg in die Stadt. Um etwas Geld zu sparen, steigen wir nun auf Bus um. Nicht allen Hotelangestellten sollte man vertrauen, denn die notierten Nummern führen nicht auf direktem Weg ins Centro. Irgendwann wird die Gegend immer mehr spooky und der Bus fährt anstatt nach rechts immer weiter nach links. Geografisch sind wir nicht mehr auf Route, aber was tun? Dann entschließen wir uns endlich mal dazu, nachzufragen, und bekommen unsere Vermutung bestätigt. Wir fahren nicht ins Zentrum sondern immer weiter raus. Aber in eine Richtung, in der man die Vororte lieber nicht kennenlernen will. Also steigen wir an der nächsten Haltestelle aus. Dort ist zufällig so etwas wie ein großer Umsteigebahnhof. Etwas nervös schauen wir uns um. Hier kommen die Touristen sicherlich nur selten hin. Den nächsten Bus, der irgendwie nach Zentrum aussieht nehmen wir. Inzwischen sind wir gespitzt. Wieder dauert es, und …